Börsenthema: Natural Gas Future

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Mittwoch, 21.02.2024, 14:46 vor 55 Tagen 1866 Views

Ich habe vor ein paar Wochen einen Future auf Natural Gas gekauft, der für März 2024 galt. Es handelt sich um ein Knock-Out-Papier mit einem KO bei 1,349 $/Btu, die Laufzeit endet nächste Woche Dienstag. Dann wird er rollierend durch den April-Kontrakt ersetzt.

Gibt es eine Möglichkeit, zu erfahren, wie sich der Knock-Out des von mir gekauften Scheines dann verändern wird? Bei meinem letzten Trade dieser Art ließ ich den Schein einfach weiter laufen, wobei der folgende Kontrakt dann einen wesentlichen höheren Knock-Out hatte, was mich aufgrund eines fallenden Kurses fast meinen Gewinn gekostet hätte.

Sollte ich den also besser vor Ablauf der Frist am kommenden Dienstag verkaufen, oder kann ich ihn getrost weiter laufen lassen, zumal der Preis für Natural Gas seit gestern unerwartet gestiegen ist?

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"Eine Gesellschaft befindet sich im vorübergehenden oder finalen Verfall, wenn der gewöhnliche, gesunde Menschenverstand ungewöhnlich wird."

William Keith Chesterton

Für die Anpassung ist der nächstfolgende Monatskontrakt entscheidend

Zweifler @, Mittwoch, 21.02.2024, 15:49 vor 55 Tagen @ Otto Lidenbrock 1279 Views

Natural Gas Futures - Apr. 2024 (NGc2)
Link zum Aprilkontrakt
Zum jetzigen Zeitpunkt steht er 7 cent höher als der Märzkontrakt. Um diesen Wert wird sich auch das Zertifikat ändern (incl. Knockout-Wert) - auch der Abstand voneinander kann sich bis Ende Februar noch verändern.

Vielen Dank für die Antwort! Damit kann ich etwas anfangen. (oT)

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Mittwoch, 21.02.2024, 15:55 vor 55 Tagen @ Zweifler 767 Views

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"Eine Gesellschaft befindet sich im vorübergehenden oder finalen Verfall, wenn der gewöhnliche, gesunde Menschenverstand ungewöhnlich wird."

William Keith Chesterton

Welchen Gas-Future bildet denn das Knock-Out ab? NG Henry Hub oder Dutch TTF?

heller, Mittwoch, 21.02.2024, 16:28 vor 55 Tagen @ Otto Lidenbrock 894 Views

Ich kann den Sinkflug des Gases nur staunend betrachten - dachte, es gäbe zuwenig?

Die Suchfunktion bei onvista ist diesbezüglich unter aller Kanone.

Henry Hub Natural Gas

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Mittwoch, 21.02.2024, 17:40 vor 55 Tagen @ heller 972 Views

Ja, der Preis für Erdgas ist mittlerweile schon fast historisch niedrig zu nennen, es geht praktisch nur noch bergab. Einen wirklichen Reim kann ich mir darauf nicht machen.

Dafür von gestern auf heute ein starker Preisanstieg mit großem Gap. Das verstehe, wer kann.

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"Eine Gesellschaft befindet sich im vorübergehenden oder finalen Verfall, wenn der gewöhnliche, gesunde Menschenverstand ungewöhnlich wird."

William Keith Chesterton

Preisrevolutionen: What goes up, must come down.

Ostfriese @, Mittwoch, 21.02.2024, 20:18 vor 55 Tagen @ Otto Lidenbrock 1323 Views

Hallo Otto

Ja, der Preis für Erdgas ist mittlerweile schon fast historisch niedrig zu nennen, es geht praktisch nur noch bergab. Einen wirklichen Reim kann ich mir darauf nicht machen.
Dafür von gestern auf heute ein starker Preisanstieg mit großem Gap. Das verstehe, wer kann.

Mit dem Folgenden setze ich mich aufs Spiel (Jean Baudrillard):

Nach der Inflation um die Wende der 70/80iger Jahre sehen wir die debitistische Sequenz

Inflation → Disinflation → Deflation → Deflationäre Depression

erneut mit dem beginnenden Verlauf einer Preisrevolution. Historisch gab es Preisrevolutionen mit ihren praedeflationären Inflationen “What goes up, must come down” und den Phasenlängen z. B. in: Babylon 150 Jahre, Griechenland BC 50 Jahre, Augsburg 60 Jahre (Dreißigjähriger Krieg), England 50 Jahre (Napoleonischen Kriege):

Zunehmende Inflationsraten müssen zu abnehmenden führen, es sei denn, sie würden fortgesetzt werden wie z. B. in den 70er/80er Jahren des letzten Jahrhunderts, genau wie zunehmende Blow-offs an den Börsen irgendwann zu abnehmenden führen mit entsprechender Baisse. Die Fortsetzung von Blow-offs, die ja nichts anderes als Finanztitel-Inflationen sind, ist aber ab der finalen Senkrechten nicht mehr möglich ist.

Im Fall einer allgemeinen ultimativen Inflationierung, die in einer ersten Phase wieder zu besseren Verhältnisse führen kann, kommt es zu einer entsprechenden Rückwirkung: Der wirtschaftliche Niedergang wird anschließend nur umso schlimmer ausfallen. Es sei denn, man stürmt immer weiter vorwärts - in Richtung der Hyperinflation! @ Phoenix5 hatte schon recht: "Und über allem schwebt der Debitismus, der seine Zyklen abspult, egal welche Tricks die Politik anwendet."

Joseph Clément Juglar’s (1819 – 1905) Erkenntnis bleibt bestehen: "Keine Depression ohne vorangegangene Prosperität, keine Inflation ohne nachfolgende Deflation". Keine manische Hausse ohne vorangegangene Disinflation, kein Crash ohne vorherige manische Exzesse.

Zum Problem der Inflation versus Deflation im geschichtlichen Verlauf hat Paul C. Martin am 22.11.2008, 14:38 in Deflationista - vor mehr als 15 Jahren - einige Betrachtungen ("…, dass zum Diamantenen Thronjubiläum Queen Victorias 1897 niemand anwesend war, der sich noch an steigende Preise erinnern konnte") angestellt. Sie ließen ihm bewusstwerden, dass die Geschichte neben Perioden steigender Preise auch zwischengesprenkelte Phasen fallender Preise kenne und, dass in der Geschichte nach bestimmten Phasen wieder die früheren Preise erreicht wurden – auch wenn der Langfrist-Trend in Schüben immer weiter nach oben zeigte.

– Die Preise in Babylon waren 1650 BC wieder so hoch wie 1800 BC, obwohl sie sich 1700 BC gegenüber 1750 BC verdreieinhalbfacht hatten.

– Die Preise für Gerste und Öl in Griechenland lagen 350 BC wieder so hoch wie ca. 300 BC, obwohl sie sich zwischendurch ca. verfünffacht hatten.

– So waren die Preise in Augsburg 1660 exakt wieder so hoch, wie sie 1600 gewesen waren, obwohl sie sich zwischenzeitlich bis zu versechsfacht hatten.

– Die Preise in England waren 1825 wieder auf dem Niveau von 1770/75.

Der Umschlag von stark steigenden Preisen in fallende ist unumgänglich und eine besonders problematische Angelegenheit.

Zum Verhältnis Inflation ↔ Deflation in Bezug auf den Staat gilt:

"Der Staat kommt nun in die Zwickmühle. Als Abgabengläubiger ist der Deflationist, als Kapitalmarktschuldner ist er Inflationist."

Ich setze mich erneut aufs Spiel: In welchem Zeitrahmen wird sich die gegenwärtig offensichtlich stattfindende Preisrevolution bewegen?

https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=57813 Deflationista, dottore, Samstag, 22.11.2008, 14:38 (vor 5569 Tagen)

Gruß - Ostfriese

PS

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Paul C. Martin vor mehr als 23 Jahren

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=68610&page=242&cate... Das Mittelalter - was lernen wir daraus? Teil I (mit "Hochblüte"-Kritik) verfasst von dottore, 25.06.2001, 19:25

Hi History-Freaks,

und nun kommen wir zum MA, wie versprochen.

Dabei möchte ich zunächst die mittelalterliche Preisrevolution ab ca. 1100/1200 behandeln, da wir für Preise die einzigen einigermaßen brauchbaren Statistiken haben.

Der erste übrigens, der sich mit Preis- (und Inflations-)geschichte überhaupt beschäftigt hat, war William Fleetwood in seinem "Chronicon Preciosum", London 1707:

Dieses Phänomen bestätigt auch die folgende Nachaufnahme aus Angevin, wobei zu den Lebensmitteln auch die Energiepreise kommen, wobei sich in England zwischen 1261 und 1320 die Preise für Feuerholz mit Faktor 2,77, für Holzkohle mit 1,93 noch erheblich stärker verteuerten als jene für Vieh (1,77) und Weizen 1,66).

Äußerst ungünstig war die Lage in Deutschland, wo die Preise für kultivierbares Land (in Silber gemessen) zwischen 1100 und 1350 erheblich anstiegen und vor allem die Grundrenten, die schließlich geradezu explodierten.

Was wiederum den auch heute wieder zu beobachtenden Zustand zeigt: Immer weniger werden schneller reich, immer mehr verarmen, zumindest relativ. Ursache: Die Perma-Inflation. Wie sich die Zustände im Florenz der Frührenaissance dann entluden (Savonarola!) ist bestens bekannt.

Und da wir das MA nicht "als solches" hier diskutieren wollten, sondern als eine Zeit, die in andere Zeiten mündete, kann ich auf Grund der hier unzweideutig aufgezeigten Statistiken und Phänomene uns nur den Weg hin zu schweren sozialen Verwerfungen weltweit ankündigen (Globalisierungsdebatte!), die sich unschön entladen werden.

Ein hochinflationäres Hochmittelalter als beispielhafte Epoche der Menschheitsgeschichte zu akzentuieren, ist schlicht verantwortungslos.

Gruß

d.

Das Preisniveau muss aber ebenfalls 'wieder fallen', sobald die Beleihungsgrenzen erreicht sind …

Ostfriese @, Donnerstag, 22.02.2024, 11:07 vor 54 Tagen @ Otto Lidenbrock 811 Views

bearbeitet von Ostfriese, Donnerstag, 22.02.2024, 11:11

Hallo Otto

Dazu

Ja, der Preis für Erdgas ist mittlerweile schon fast historisch niedrig zu nennen, es geht praktisch nur noch bergab. Einen wirklichen Reim kann ich mir darauf nicht machen.

erneut Paul C. Martin in Re: Sehr richtig - Spirale einwärts, abwärts verfasst von dottore, 04.01.2004, 17:54:

Nochmals: Ist das gesetzliche Zahlungsmittel (GZ) eine vermehrbare Sache, die nach bekannten Kosten/Ertrags-Relationen der Privatwirtschaft vermehrt werden kann (z.B. Gold im 19. Jh. durch eigenständiges Schürfen), kann es zu insgesamt festen Relationen zwischen dieser und allen anderen Waren kommen (stabiles Preisniveau, Metallgeld-Mechanismus). Dass Kredite, lautend auf diese Sache, das Preisniveau (PN) erhöhen können, ist klar, aber das PN muss über kurz oder lang wieder auf den Ausgangspunkt fallen.

Ist das GZ eine Sache (ZB-Note), die ihrerseits nur nach Krediten überhaupt erscheinen kann (siehe schon Währungsreform 1948 und Ausgleichsforderung) und unterliegt dieses Erscheinen überdies einer Steuerpflicht (ZB-Satz), kann das PN sich per credit bubble über eine ziemlich lange Zeit erhöhen, wie wir zu teils großer Überraschung erfahren durften (es war immerhin auch eine Weltpremiere). …, die ihrerseits durch die Kredite und die damit verbundenen, nachfrageinduzierten Preis- und Wertsteigerungen nach oben getrieben wurden.

Da immer nur die Wertzuwächse beliehen werden können und nicht der jeweils ganze Wert aufs Neue, da er schon einmal belastet wurde, und da die Wertzuwächse abnehmen (siehe z.B. das von @Cosa schön reingestellte cash-out-Phänomen https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=205627) müssen, nehmen auch die Kreditierungs- und ergo Nachfragemöglichkeiten und ergo Preissteigerungen ab. Danach setzt eine - Prolongationen helfen auf Dauer gar nichts, im Gegenteil - Spirale einwärts, abwärts ein - so wie sie zuvor aufwärts, abwärts gelaufen war.

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/search.php?search=Preisrevolution+und+Verschul...

Gruß - Ostfriese

PS

Für User und Leser mit fundamentalem Interesse am machtbasierten Debitismus:

Hans Christoph Binswangers Wachstumsspirale (2006) https://www.infosperber.ch/wirtschaft/wachstum/wachstum-oder-schrumpfung-das-ist-die-wi... und Mathias Binswangers Der Wachstumszwang (2019) https://www.infosperber.ch/wirtschaft/konsum/der-wachstumszwang-und-seine-absurden-folgen/ können wohl auch als Vorläufer des machtbasierten Debitismus gelten, ohne offensichtlich Paul C. Martins ganzheitliche Gedankenwelt des monetären Wachstumszwanges wegen des nichtlösbaren Vorher-Nachher-Problems mit seinem Code und seiner Sog-Kraft vollumfänglich zu kennen.

Der Preis für Erdgas ist noch nicht unten

Dionysos @, Donnerstag, 22.02.2024, 14:57 vor 54 Tagen @ Otto Lidenbrock 1163 Views

Sollte ich den also besser vor Ablauf der Frist am kommenden Dienstag verkaufen, oder kann ich ihn getrost weiter laufen lassen, zumal der Preis für Natural Gas seit gestern unerwartet gestiegen ist?

Die europäischen Erdgasvorräte befinden sich auf einem 5-Jahres-Rekordniveau (blaue Linie).

[image]
Quelle: https://www.celsiusenergy.net/p/european-natural-gas-inventories.html

Aus diesem Grund wird der Preisdruck auf Erdgas in den nächsten Monaten sicher weiter anhalten Das Kursziel sehe ich bei 1,30-1,10 USD. Eigentlich gab es Ende November 2023 und im Januar 2024 charttechnische Verkaufssignale. Ich würde den derzeitigen Anstieg für das Schließen der Long Position nutzen.

Ich habe selbst einen 3-Jahres-Erdgasvertrag bis Januar 2027 zu 12 ct/m³ abgeschlossen. Das ist aber etwas anderes als am Terminmarkt zu handeln. Seit dem letzten Jahr handle ich nicht mehr mit Derivaten, auch wenn es nur Spielgeld war. Es ist sinnvoller, diese Beträge für den Urlaub zu nutzen oder in Projekte zu investieren, in der man der Autarkie etwas näherkommt. Nach dem nächsten Preisrückgang lege ich mir einen kleinen Victron Multiplus II/ Plyontech AC-Heimspeicher zu (an dieser Stelle Grüße an @Zorro).

Die Übertreibungen bei einigen Rohstoffen nach unten sind genauso irrational, wie bei den Tech-Aktien nach oben. Eigentlich müsste man eine NVIDIA shorten, aber nur eigentlich.

[image]
Quelle: https://twitter.com/great_martis

In den nächsten Wochen gibt es eine Einstiegschance bei den EM-Aktien. Die rechte Schulter der II ist beendet. Es bedarf nur noch eines letzten Ausverkaufes. Eine Welle III beginnt immer mit einer vorherigen Resignation der Anleger. Ich denke, das wird bei ca. 1.950 USD bzw. 21,xx USD der Fall sein. Auf diesen Aktien-Einstieg warte ich seit über 4 Jahren.

https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=500663
https://www.gold-eagle.com/article/gold-it-time-get-more

Ich halte eine Verdreifachung bei diesen Aktien in der III für möglich.
Meine Warteliste:
https://stockcharts.com/h-sc/ui?s=HMY
https://stockcharts.com/h-sc/ui?s=FSM
https://stockcharts.com/h-sc/ui?s=MUX

Gruß
Dionysos

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Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

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