Kurzer Reisebericht Flughafen BER / Erdbebengebiet in Marokko

Plancius @, Samstag, 30.09.2023, 16:21 vor 63 Tagen 3742 Views

Seit 3 Jahren fliege ich regelmäßig vom Flughafen BER. Je nachdem wie man es betrachtet, ist dieser Flughafen eine Schande für unser Land oder er ist symptomatisch für den Zustand unseres Landes.

Das Flughafengebäude ist nicht nur billig, zum Teil nicht funktional und einfallslos gebaut, verfügt über defekte Rolltreppen und stinkende Toiletten, nein der ganze Flughafen ist durch hochgradiges Missmanagement gekennzeichnet.

Der BER gehört zu den wenigen Flughäfen auf der Welt, wo man sich die Verspätung erst nach der Landung einfängt. Da sitzt man eine halbe Stunde im Flieger, ehe Gangways oder Finger ran gefahren werden und dann wartet man noch 30 Minuten bis eineinhalb Stunden auf sein Gepäck. Ein absolutes No-Go für Business Kunden.

Dieses Mal habe ich sage und schreibe eine Stunde und 20 Minuten im Flugzeug gesessen, ehe die Koffer vor dem Start verladen wurden. Der Pilot meinte, das komme häufig vor. Es gibt keine Kofferträger und viel zu wenig sonstiges Bodenpersonal. Manchmal fliege man ohne Gepäck ab.

Der BER bringt den Flugplan in ganz Europa durcheinander. Beschwerden der Airlines beim Flughafenbetreiber bringen keine Besserung.

Das muß man sich mal vorstellen. Es werden 2 Flughäfen zu einem zusammen gelegt und man hat zu wenig Personal. In Berlin gibt es Hunderttausende kräftige Männer auf dem Sozialamt und man ist nicht in der Lage, von dort ein paar Kofferträger zu organisieren.

Ist das Inkompetenz oder Böswilligkeit?

Das Unvermögen, eine Firma oder sonstige Institution zu führen, zieht sich leider seit einigen Jahren durch ganz Deutschland, ohne dass die breite Masse nur einen Gedanken daran verschwendet.

Nun zu Marokko.

Marrakesch und Umgebung, bis hin zum Ourika-Tal sind wenig vom Erdbeben betroffen. Ein paar abseits gelegene Lehmhäuser sind eingestürzt, aber man sieht praktisch nichts, wenn man die Hauptstraßen entlang fährt.

Allerdings hat es den Hohen Atlas entlang des Tiz'n Test Pass stark getroffen. Ab Quirgane sind viele Häuser eingestürzt. Armee, Hilfsorganisationen und Ambulanz haben Zelte für die Opfer errichtet und versorgen die Bevölkerung.

Der Tiz'n Test Pass wurde erstaunlich schnell freigeräumt und ist mit vielen Hindernissen wieder befahrbar. Begrenzungsmauern und Leitplanken wurden in die Tiefe gerissen, viele Felsen liegen auf der Fahrbahn.

Die alten Lehmhäuser der Dörfer sind auf Abhängen und Abbruchkanten gebaut worden. Durch das Beben sind ganze Hänge ins Rutschen gekommen und haben die Häuser mit in die Tiefe gerissen.

Aber wie haben die neueren Häuser überhaupt eine Baugenehmigung bekommen, in einer solchen seismisch aktiven Zone direkt an Abbruchkanten und dann noch mit Überhang zu bauen?

Die Bewohner nehmen ihr Schicksal mit der typischen arabischen Gelassenheit hin - inschallah.

Die Männer sitzen an Tischen, spielen und trinken Tee oder liegen auf einem Teppich am Straßenrand, die Frauen und jungen Mädchen sitzen vor dem Zelt und schaukeln ihre Kinder oder kochen auf dem Holzfeuer die nächste Mahlzeit, die jungen Männer stehen um ihre Mopeds herum und chillen. Keine hektische Betriebsamkeit, um vor dem Winter wieder provisorische Häuser zu errichten, stattdessen stoische Gelassenheit.

Ich hätte erwartet, daß die Armee Schaufeln, Spitzhacken, Baueimer, Brechstangen und Schubkarren zur Selbsthilfe an die Bewohner verteilt. Dann alle Männer, Frauen, Jugendlichen und kräftigen Kinder aktiviert, um den Schutt zunächst zu beseitigen. Man bildet Eimerketten, lädt den Schutt an der Hauptstraße ab, wo er dann von Lkw abgefahren wird.

Die Armee hätte mobile Feldküchen betrieben und die Leute mit warmen Mahlzeiten versorgt, so dass auch die Frauen zur Arbeit eingesetzt werden können.

In solchen Momenten frage ich mich:

Wie wurden die Trümmer bei uns nach dem Krieg weggeräumt? Wer hat das ganze organisiert?

Wie weit ist man eigentlich aktuell im Ahrtal? Hat die reiche BRD da alles im Griff oder gibt's dort auch ein Staatsversagen?

Könnte die BRD des Jahres 2023 überhaupt noch solch einen plötzlichen Wintereinbruch mit Schneesturm wie 1978 in Norddeutschland organisatorisch stemmen, ohne viele Todesopfer zu beklagen?

Ich glaube kaum. Wenn man es in normalen Friedenszeiten noch nicht mal hinbekommt, in 3 Jahren ein paar Kofferträger zu organisieren, dann kann man wohl zurecht schon von einem failed state sprechen.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

26. Februar 2012: Taroudant - Tizi-n-Test - Wirgane

n0by ⌂ @, Sonneberg, Samstag, 30.09.2023, 19:12 vor 63 Tagen @ Plancius 2024 Views

Nun zu Marokko.

Marrakesch und Umgebung, bis hin zum Ourika-Tal sind wenig vom Erdbeben betroffen. Ein paar abseits gelegene Lehmhäuser sind eingestürzt, aber man sieht praktisch nichts, wenn man die Hauptstraßen entlang fährt.

Allerdings hat es den Hohen Atlas entlang des Tiz'n Test Pass stark getroffen. Ab Quirgane sind viele Häuser eingestürzt. Armee, Hilfsorganisationen und Ambulanz haben Zelte für die Opfer errichtet und versorgen die Bevölkerung.

Der Tiz'n Test Pass wurde erstaunlich schnell freigeräumt und ist mit vielen Hindernissen wieder befahrbar. Begrenzungsmauern und Leitplanken wurden in die Tiefe gerissen, viele Felsen liegen auf der Fahrbahn.

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Gruß Plancius

Fahrt über den Pass 2012

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Urlaub in Österreich, man wird behütet wie in der DDR

Dionysos @, Samstag, 30.09.2023, 19:30 vor 63 Tagen @ Plancius 3396 Views

In der DDR gab es den so genannten Hausvertrauensmann. Das war meistens ein Genosse der SED, der statistisch ein Hausbuch führte und die Aufenthalte von Personen, welche sich länger als 24 Stunden im Objekt aufhielten, notierte. Das Hausbuch wurde vom Abschnittsbevollmächtigten der Deutschen Volkspolizei kontrolliert und ggf. eine Mitteilung an die Stasi weitergeleitet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hausbuch_(DDR)

Ich komme gerade aus dem Urlaub im Salzkammergut/ Dachsteingebiet zurück. Seit Mai dieses Jahres müssen in Österreich laut Gesetz auch private Anbieter von Ferienwohnungen ein Gästeverzeichnis in 4-facher Ausfertigung den Urlaubern vorlegen.

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https://www.oesterreich.gv.at/lexicon/G/Seite.991691.html

Ich durfte das Formular noch per Hand ausfüllen. Natürlich schrieb ich als Wohnort Lauterbach Ortsteil Habeck hin. Noch kann man darüber lachen, aber die digitale Schlinge für ein CO2-Budget zieht sich immer mehr zu. Allerdings fehlte auf dem Papier noch das Kreuz für Divers. Dafür sind die Bürgermeister in Bad Ischl und Halltatt up-to-date.

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Im Westen nichts Neues

Gruß
Dionysos

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Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

Unglaublich, das nennt man "Totalitäre Demokratie". (oT)

sprit @, Samstag, 30.09.2023, 21:41 vor 63 Tagen @ Dionysos 1343 Views

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Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt!

In Hotels gab es diesen lästigen Zettel zum Ausfüllen schon immer - ich glaube weltweit. Ich hatte mich immer schon gefragt, wozu? - ich denke, der Zweck war/ist Kontrolle. owT

BerndBorchert @, Samstag, 30.09.2023, 21:53 vor 63 Tagen @ Dionysos 1393 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Samstag, 30.09.2023, 22:41

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