Währungstausch - wie funktioniert der

Rheingold2, Mittwoch, 13.09.2023, 15:30 vor 171 Tagen 2102 Views

Als Kurator des Rheingold Projekts hatte ich damit natürlich zwangsläufig zu tun. Allerdings mit der Besonderheit, dass die Rheingold Gemeinde sowohl mit Euro als auch mit Rheingold verrechnete, die meisten Rheingolder sich im Währungsgebiet Euro befanden mit einigen wenigen Sprenkeln in der Schweiz (Franken), Thailand (Baht), USA (Dollar).

Für mich war dann die Frage interessant, wie machen das die etablierten Währungen.

Ich erinnert mich, wie ich malayische Ringit in Thailand in Taiwanesische Dollar tauschen wollte.

Das Verfahren ging nur so:

Ich mußte meine Ringit bei der Bank in US-Dollar wechseln, dann durfte ich diese US-Dollar wieder gegen Taiwanesische Dollar verkaufen. Wieso US-Dollar, fragte ich mich?

Später las ich über die Handelsbeziehungen zwischen Mao und Stalin. Beide vereinbarten miteinander: Die Sowjetunion liefert Industrieanlagen und im Gegenzug liefert China Lebensmittel (vermute ich).

Diese Geschäfte wurden nicht nur in US-Dollar ausgedrückt, sondern mußten auch von der Wallstreet über Kredite verifiziert werden. Das muß man sich mal vorstellen, Kommunist und Massenmörder Stalin latscht mit Kommunist und Massenmörder Stalin zusammen zum Wallstreet Bankberater in New York City und bettelt um die Kreditierung in US-Dollar, das beide Erzfeinde der gesamten freien Welt auch untereinander hätten abwickeln können (aber nicht wollten? nicht durften?) Dass die Wallstreet dabei nicht unerheblich an Gebühren und Zinsen verdiente, sollte jedem klar sein. Waren Mao und Stalin einfach nur zu doof?

Währenddessen las ich von einem DDR Flüchtling, der abenteuerlich über die verschiedensten Ostblock-Länder dem Eisernen Vorhang entfloh. Auch der wechselte mehrfach sein Geld, ungarische Forint in jugoslawische Denar usw. Auch dort wurde (hinter dem Eisernen Vorhang im tiefsten antikapitalistischen Ostblock) dessen Geld erst in ausgerechnet US-Dollar und dann erst in die gewünschte (eigentlich meist gar nicht konvertierbare) Landeswährung gewechselt.

Und was geschieht aktuell?

Zitat
Wir (Türkei) besprechen jetzt intensiv mit unseren russischen Partnern, in welchen Bereichen wir zu nationalen Währungen übergehen können.

https://freeassange.rtde.live/international/180633-ankara-und-moskau-wollen-abrechnung/

Sagt mal, haben die alle ein Rad ab? Das "ernsthafte Besprechungs"-Gequatsche geht nun so seit Jahren, im übrigen ohne Ergebnis.

Zusatzfrage: Wechsel von Euro in Rubel

Steppke, Mittwoch, 13.09.2023, 17:25 vor 171 Tagen @ Rheingold2 1561 Views

bearbeitet von Steppke, Mittwoch, 13.09.2023, 17:37

Wie ja bekannt ist, müssen russische Energielieferungen in Rubel bezahlt werden und die EU importiert Rekordmengen an russischem Öl und Gas (via Indien).

Wie genau erfolgt denn hier der Umtausch? Müssen wir Öl/Gas in Rupien bezahlen, und die Inder tauschen dann Rupien in Rubel?

Selbst wenn der Umtausch direkt von EURO in Rubel vorgenommen wird, würde das bedeuten, dass der Energiehandel trotzdem immer noch über die EZB läuft, die den "Daumen" auf den EURO hat.

Die Inder (oder Russen) müssten dann doch auf einem riesigen Haufen (digitalen) Euros sitzen, den die EZB jederzeit elemenieren könnte (genau so wie die FED, wenn irgendwas in Dollar abgerechnet wird).

Im Endeffekt laufen solche "Wechsel" immer über die Zentralbanken (FED & EZB) und die haben natürlich die Macht, diese Übeweisungen zu stoppen oder sogar die entsprechenden Dollar/EURO-Währungsanhäufungen auf (ausländischen) Konten zu blockieren oder einzufrieren.

Solange es kein Bargeld ist!

Und ich kann mir schwer vorstellen, dass die Energielieferungen in Bargeld abgerechnet werden, denn dazu bräuchte man alle drei Monate ein ganzes Schiff, dass das Bargeld liefert.

Kann mir jemand erklären, wie das abläuft?

Danke und Gruß
Steppke

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Rheingold2, Donnerstag, 14.09.2023, 09:06 vor 170 Tagen @ Steppke 911 Views

Jede deutsche Geschäftsbank unterhält ein Konto bei der geldschöpfenden Zentralbank, die auch die einzige ist, die die Bargeldversorgung sicherstellen kann.

Die Bankleitzahl ist das Konto der Geschäftsbank bei der Bundesbank.

Also auch, wenn eine deutsche Geschäftsbank Buchgeld erfindet, um einen Geschäfts- oder Konsumentenkredit zu schaffen, hängt sie am Tropf der oberen Instanz, der Bundesbank (damals D-Mark, heute EZB und Euro).

Jedes alte Geld ist ein Verschuldungsprozess. Kaufen wir mit Euro Öl oder Gas in Russland, zedieren wir unsere eigenen aufgenommenen Schulden (aufgenommen durch den BRD-Staat oder durch Geschäftsbanken) an den ausländischen Lieferanten z.B. Gazprom.

Gazprom hat dann entweder ein Euro Konto direkt bei der EZB oder ein Euro Konto bei einer russischen Geschäftsbank oder russischen Zentralbank, dié ihrerseits zwingend ein Konto bei einer Euro-Geschäftsbank bzw. EZB unterhält.

Insofern war die vom Westen skandalisierte Entscheidung Putins, Käufer russischer Energie habe erst Rubel zu kaufen, überhaupt nix geändert, nur den Zedierungsprozeß verkompliziert, mit dem erhofften Effekt, so künstliche vorübergehende Nachfrage nach Rubel zu schaffen.

Wenn also RWE erst bei der Zentralbank Russlands Euro gegen Rubel tauscht, um bei Gazprom einzukaufen, dann hat die russische Zentralbank entsprechend ein Guthaben (=Forderung) von Euro an die EZB.

Das läßt sich genauso "einfrieren" (Euphemismus für rauben) wie die anderen Guthaben, die die Russische Föderation mal bei der EZB hatte.

Nun könnte die russische Zentralbank natürlich ihre Guthaben (Forderungen) an die EZB weiter nach China oder sonstwohin zedieren, dazu müssen aber die Banken in diesen Ländern mitmachen (Geldwäsche! Sanktionsbruch!), dann kann die EZB dort das Geld rauben, weil sie Russland unterstützen, Sanktionen brechen, Gelder waschen.

Da ich mir nicht vorstellen kann, dass die Leute, die das veranstalten (Putin, der Westen), das nicht wissen, kann es sich nur um Augenwischerei und Theater handeln, um Scheinkonflikte, die uns irreführen.

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