Der EROI ist die Triebfeder des Debitismus und Schieferöl könnte die Klippe werden

Dionysos @, Sonntag, 03.09.2023, 15:51 vor 269 Tagen 4456 Views

Hallo,
ich nehme noch einmal Bezug auf das Posting von @ebbes Geht den Amis das Öl aus? vom 31.08.2023 https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=641943

Der Chart zeigt die prozentuale Veränderung der Anzahl aller aktiven Öl-Förderstellen in den USA seit 1968.

[image]

Aussagekräftiger ist aber die Produktion von Öl. Diese fällt seit 50 Jahren für konventionelles Öl (flüssiges Rohöl) mit einer jährlichen Rate von 10-11 Prozent. Offiziell werden 7 Prozent propagiert. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird diese Zahl mit verfälschten Förderraten aus der Tiefsee geschönt.

Dieser Abschwung wurde 2008 mit der Erschließung von Ölschiefer-Tongestein unterbrochen. Die Produktion von Schieferöl wird bis 2025 komplett kippen und in den nächsten 10 Jahren zusammenbrechen. Die Ölschieferölproduktion war von Anfang an ein Ponzi. Nur die niedrigen Zinsen ermöglichten erst den Abbau. Der steigende Zinssatz und die zunehmende Vergasung der Bohrlöcher besiegelt jetzt das Schicksal dieser Industrie. Schiefergas läuft ebenfalls in eine Erschöpfung hinein. Die steigenden Kapitalkosten werden auch diese Branche in Schwierigkeiten bringen.

[image]
https://srsroccoreport.com/why-subscribe/

[image]
https://sl-advisors.com/2019/page/3?print=print-search

Das hochwertige konventionelle Öl, hatte weltweit seinen Produktionshöhepunkt im Jahr 2006. Die Ölmultis halten sich mit Zahlen sehr bedeckt. Wikipedia schreibt auch nur lapidar „Förderung rückläufig“. Aramco gab in einem Interview mal einen jährlichen Förderrückgang von 8 Prozent zu.

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lfeld#Die_gr%C3%B6%C3%9Ften_%C3%96lfelder

[image]
https://www.investing.com/analysis/the-end-of-the-oil-giants-and-what-it-means-200421919

Durch den abrupten Wegfall der Schieferölproduktion wird die allgemein propagierte Hubbertsche Glockenkurve schärfer wegbrechen. Gail Tverberg stellte diese Prognose bereits 2020 auf, ähnlich der grauen Kurve von David Murphy aus dem Jahr 2009.

[image]
https://ourfiniteworld.com/2020/11/09/energy-is-the-economy-shrinkage-in-energy-supply-...

[image]
http://theoildrum.com/node/5500

In der Antike war Holz die wichtigste Energiequelle. Mit Kohle als Treibstoff für Dampfmaschinen begann das Industriezeitalter. Erst das Öl ermöglichte das steile Wachstum zur Hochtechnologie.

[image]

Sicher, diesen Beitrag hätte man schon vor Jahren schreiben können. Die Menge an Schließungen selbst von Bohrinseln bei einem Ölpreis, welcher einen Gewinn noch zulassen würde, wechselt allerdings immer mehr von einer Prognose hin zum Fakt.

https://www.oilystuffblog.com/forumstuff/forum-stuff/why-do-you-suppose-this-is-happening

Einige Mitglieder des Forums wurden auch nicht Müde auf das Thema peak oil und EROI hinzuweisen. Stellvertretend möchte ich noch einmal auf das wichtige Posting von @Nordlicht am 23.08.2022 mit dem Verweis zu Thomas Hoof hinweisen. https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=617111

So wie es aussieht, wird es kein Abstieg vom Brocken oder Feldberg werden. Es ist eher ein Blick von der Eiger-Nordwand und zwar für die gesamte Welt. Die Fortsetzung eines exponentiellen Bevölkerungswachstumes ist hierbei ausgeschlossen. Der sinkende EROI bei Schieferöl ist m.M. nach der letzte Puzzlestein. Ohne Energie gibt es weder Finanzen noch Wirtschaft. Es liegt an jedem selbst, ob er sich mit einer Kletterausrüstung abseilen will, oder doch lieber eine weitere Bratwurst holt.

Gruß
Dionysos

--
Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

Dann wird es also doch langsam Zeit, die Gen4 Reaktoren mit schnellem Brutzyklus in der Breite auszubauen.

FOX-NEWS @, fair and balanced, Sonntag, 03.09.2023, 17:08 vor 269 Tagen @ Dionysos 2825 Views

Bei denen liegt die theoretische Grenze des ERoEI bei ca 10'000 (DFR mit Brennstoff als Flüssigmetall-Schmelze). Die Reichweite liegt bei mehreren tausend Jahren des heutigen Welt-Primärenergieverbrauchs.

Grüße

--
[image]
Läuft in Deutschland ...

Wie führt man Krieg mit fourth generation's schnellen Brutreaktoren?

Weiner, Sonntag, 03.09.2023, 19:32 vor 269 Tagen @ FOX-NEWS 2506 Views

Panzer, Infanterietransporter, Flugzeuge und Raketen laufen nicht mit Radionukliden, Heißdampf und Strom.

Wird das dann der batteriebetriebene und "HAARP"-unterstütze Laser-Drohnen-Krieg?

Könnte es sein, dass CORONA nur eine realitätsnahe Erprobung neuer Gefechtswaffen war?

Wer werden die Eigentümer der neuen Reaktoren sein? Wo wird man sie aufstellen? In 300 Metern Tiefe?

Ohne Öl und Gas sind alle Träume Schäume

Ankawor @, Sonntag, 03.09.2023, 19:55 vor 269 Tagen @ Weiner 2458 Views

Damit meine ich erstmal die grünen Träume. Sonne, Wind und so weiter lassen sich technisch ohne Öl und Gas gar nicht nutzen.

Aber natürlich wird es auch mit dem Krieg problematisch ohne Öl und Gas.

Die sich jetzt abzeichnenden Versorgungsengpässe bei Fossilen wurden - auch hier im Forum - von der Hills Group und el_mar und H.C. Fricke und anderen ausführlich beschrieben. Die Forumssuche liefert Lesestoff für Stunden.

Wenn es jetzt soweit ist, fangen trotzdem noch die meisten bei Peakoil heftig an zu gähnen.

Das wurde doch damals, wann war das nochmal, uns angedroht, und wir fahren und fliegen immer noch rum.

Aber, es zu erkennen, hilft auch nix. Und wenn ich das gelegentlich mal erwähne, werde ich komisch angeguckt. Mir wurde auch schon gesteckt, dass manche komisch über mich denken.

--
Todfeind [ˈtoːtˌfaɪ̯nt]: Person oder Gruppe, die andere mit dem Tode bedroht, direkt oder indirekt.

Die Sache hat nur einen Haken

Rybezahl, Sonntag, 03.09.2023, 19:56 vor 269 Tagen @ FOX-NEWS 2488 Views

Hallo!

Erdöl wird nämlich nicht nur als Treibstoff genutzt, sondern steckt auch sonst in sehr vielen Produkten.

Exemplarisches Beispiel vom 20.10.2013:
https://www.focus.de/wissen/mensch/katastrophen-kriege-und-komfort-erdoel_id_1802115.html

Es nutzen einem also auch die besten Reaktoren nichts, wenn der grundlegende Stoff fehlt, mit dem man die wunderbare Warenwelt (hätte fast Wahnwelt geschrieben) des Kapitalismus noch reproduzieren kann. Außer es wird ein Ersatz gefunden. Doch der liegt eben nicht in den Reaktoren.

Gruß!

In dieser Annahme liegen mind. zwei Denkfehler

FOX-NEWS @, fair and balanced, Montag, 04.09.2023, 15:32 vor 268 Tagen @ Rybezahl 1403 Views

1. Daß alle fossilen Ressorcen vorher verbraucht würden. Methanhydrate wurden bisher nicht mal marginal angezapft.

2. Daß man das alles mit entsprechendem Energieeinsatz nicht synthetisieren könnte. Was mit Flatterstrom aus Erneuerbaren (unrentabel) funktioniert, geh mit Kernenergie allemal.

Somit kann auch eine Kriegsmaschinerie prima am Laufen gehalten werden. [[top]]

Grüße

--
[image]
Läuft in Deutschland ...

Kann Kernenergie Öl ersetzen? Zwei Einwände.

Rybezahl, Montag, 04.09.2023, 18:56 vor 268 Tagen @ FOX-NEWS 1368 Views

bearbeitet von Rybezahl, Montag, 04.09.2023, 19:08

Hallo!

Irgendwie habe ich das Gefühl, du hast deinen Beitrag irrtümlich unter meinen Beitrag platziert. Dennoch zwei Einwände.

1. Daß alle fossilen Ressorcen vorher verbraucht würden. Methanhydrate wurden bisher nicht mal marginal angezapft.

Das habe ich in meinem Beitrag nicht behauptet. Ich gehe eher davon aus, dass dieser Planet zwar noch mehr als genug Ressourcen beherbergt, es sich aber innerhalb des derzeitigen debitistischen Durchlaufes schlicht nicht mehr lohnt, diese auch aus dem Boden zu holen.

2. Daß man das alles mit entsprechendem Energieeinsatz nicht synthetisieren könnte. Was mit Flatterstrom aus Erneuerbaren (unrentabel) funktioniert, geh mit Kernenergie allemal.

Ich habe auch nicht behauptet, dass die fehlenden Stoffe nicht mit Kernkraft irgendwie synthetisiert werden könnten. Nur sehen kann ich das halt nicht. Jedenfalls nicht so, dass von einem Ersatz für das bisher Erschienene gesprochen werden könnte.

Verwirrend finde ich allerdings die Behauptung, mit Flatterstrom könnte dieser Ersatz - zwar unrentabel, aber immerhin! - schon geschaffen werden. Aber das liegt vielleicht nur daran, dass dein Beitrag irrtümlich unter meinem Beitrag gelandet ist (d.h. ein Missverständnis meinerseits vorliegt).

Kernenergie ist so neu auch nicht; und konnte sie das Öl in all der Zeit nennenswert ersetzen?

Gruß!

Ganz so schlimm wird es nicht kommen, denke ich.

eesti @, Schwedt und Cranz(Ostpreußen), Sonntag, 03.09.2023, 17:19 vor 269 Tagen @ Dionysos 3134 Views

Die Geburtenrate/Fertilität geht weltweit zurueck und ist eigentlich nur noch in Afrika weit ueber der Reproduktionsrate.
Besonders in den hochentwickelten Industriestaaten stellt sich eine Fertilität von 1-1,5 ein.
Die Förderung an Erdöl mag zurueck gehen, aber auch die Bevölkerung geht zurueck, somit der Verbrauch.
Und die Bevölkerungsexplosion findet eher in Ländern mit minimalem Ölverbrauch statt, ist also nicht so wirksam, wie die blanke Gesamtweltbevölkerung suggeriert.

Buergerkriege, wie er jetzt mit Eintritt Rußlands in der Ostukraine verstärkt wurde, sorgen demnächst bei steigendem Wohlstandsverlust zu weiterem Bevölkerungsrueckgang. In der Ukraine sind wohl bereits gut 500.000 potentielle Energieverbraucher ausgeschieden, davon gut 400.000 Ukrainer.
So jedenfalls berichtete der Mobilfunkanbieter Kiyiwstar in einer Anzeige, die aber schnell gestoppt wurde.
Viele Alternativen werden gefunden werden, wenn sie gefunden werden muessen.
Das fängt bei der Erdgasnutzung, Förderung von Gashydrat, Kernkraft und hört bei alternativen Energien nicht auf.
Die Graphik kann man in der Zeitachse schön erweitern und ueber eine Gas/Kohlezeit zu erneuerbaren Energien und dann dem großen Fragezeichen kommen.

Deutschland ist aber das einzige(?) Land, das bereits aus Zukunftsangst vorsorglich Suizid begeht.

Die Deutsche Bevölkerungspyramide sieht eigentlich gar nicht so schlimm aus, aber sie wird nur durch die Masseneinwanderung junger anderskultureller Massen verbessert.
Gerade in Krisenzeiten ist das ein Auslöser von bestialischen Verteilungskämpfen, wie die Vergangenheit unzählige Male gezeigt hat.
Ein Araberclanmitglied wird später nicht warten, daß man ihm die Ueberlebensration zuteilt, sondern sich im Vorfeld ausreichend in den Lagern versorgen, und niemand wird sich trauen, sich ihnen in den Weg zu stellen.
Wie das aussieht mag Zypern oder Abchasien zeigen, wo militante Minderheiten von ca. 10% die Staatsbevölkerung mit ausreichender Aggressivität aus dem eigenen Land gedrueckt haben, zumindest aus einem Teil.

Bei einem weiteren Rueckgang der Ölförderung wird der Preis doch eine rigorose Sterungsfunktion uebernehmen.
Allein der schrumpfende Massentourismus mit Flugzeugen wird zu hohen Einsparungen fuehren, denn das gesamte Umfeld dazu wird kaum noch benötigt (Flugzeugbau...).
Bei höheren Preisen wird der Autoverkehr insgesamt deutlich abnehmen.
Die Zersiedelung der Landschaften wird wieder zurueck gehen, denn eine Fahrt zur Arbeit mit dem Auto täglich 100km rechnet sich dann nicht mehr.
Ganze Industriezweige werden wegbrechen, wenn sie nicht direkt an der Rohstoffquelle sitzen.
https://gegenzensur.rtde.life/inland/179623-daten-zeigen-wachsende-abhaengigkeit-deutsc...

Aber die Welt wird nicht untergehen, dazu ist die Menschheit zu kreativ.
Und selbst, wenn sich keine ausreichend schnelle Lösungsmixtur findet, auch dann geht die Welt nicht unter, sie, die Erdbevölkerung wird dann von allein dem Energieangebot entsprechend schrumpfen.
Allerdings ist das dann weniger schön.

--
MfG
LR

Alles ist ein Windhauch.

Es sei denn: Betriebsunfall :-(

Hannes, Sonntag, 03.09.2023, 18:47 vor 269 Tagen @ eesti 2722 Views

bearbeitet von Hannes, Sonntag, 03.09.2023, 18:53

Danke @eesti, sehe ich auch so. Aber, wie gesagt, wir wissen nicht was kommt, wir haben Krieg, Tendenz steigend. Nach meiner These gehen Jene ja davon aus, dass sie das Feuerchen kontrollieren können, das sie aktuell vor allem in der Ukraine schüren. Das aber haben alle Kriegstreiber sich so gedacht. Tschaumama ..

...
Viele Alternativen werden gefunden werden, wenn sie gefunden werden muessen.
Das fängt bei der Erdgasnutzung, Förderung von Gashydrat, Kernkraft und hört bei alternativen Energien nicht auf.

Volkswirtschaftlich entscheidend sind die Primärenergieträger. Auf meine Frage nach der Definition der "Energieversorgung" wusste wohl auch Keiner eine Antwort?
Was ist hier "Energieversorgung"?
Hannes, inmitten des Landes S-A d. BRD in der EU, Mittwoch, 30.08.2023, 22:18 @ ebbes1502 Views

"Als Primärenergie bezeichnet man direkt in der Natur vorkommende Energieträger wie z.B. Kohle (Steinkohle, Braunkohle), Erdöl, Erdgas sowie erneuerbare Energiequellen (z.B. Sonne, Wind)."

...
Deutschland ist aber das einzige(?) Land, das bereits aus Zukunftsangst vorsorglich Suizid begeht.

So ziemlich das Einzige. Siehe "Energiewende" hierzulande mit politischer Durchsetzung "erneuerbare Energiequellen (z.B. Sonne, Wind).", die zwar Primärenergie, aber minderwertig sind (Verfügbarkeit, Versorgungssicherheit, Effizienz). Lässt sich nicht vergleichen mit russischem Gas.

Das meine ich:

Gerade in Krisenzeiten ist das ein Auslöser von bestialischen Verteilungskämpfen, wie die Vergangenheit unzählige Male gezeigt hat.
Ein Araberclanmitglied wird später nicht warten, daß man ihm die Ueberlebensration zuteilt, sondern sich im Vorfeld ausreichend in den Lagern versorgen, und niemand wird sich trauen, sich ihnen in den Weg zu stellen.
Wie das aussieht mag Zypern oder Abchasien zeigen, wo militante Minderheiten von ca. 10% die Staatsbevölkerung mit ausreichender Aggressivität aus dem eigenen Land gedrueckt haben, zumindest aus einem Teil.
...

Aber die Welt wird nicht untergehen, dazu ist die Menschheit zu kreativ.
Und selbst, wenn sich keine ausreichend schnelle Lösungsmixtur findet, auch dann geht die Welt nicht unter, sie, die Erdbevölkerung wird dann von allein dem Energieangebot entsprechend schrumpfen.
Allerdings ist das dann weniger schön.

So ist es, danke.

H.

PS: In Deinem Link zu RT steht es ja drin, dass unser Brot nicht von Sonnenenergie alleine wächst. Der Kerl beschreibt das Primärenergieproblem der BRD:

""Für Deutschland war es im vergangenen Jahr eine große Anstrengung, von russischen Gaslieferungen unabhängig zu werden. Gas und Energie machen 80 bis 90 Prozent der Herstellungskosten von Mineraldünger aus. Das bedeutet, dass die importierten Düngemittel letztlich nichts anderes sind als billiges russisches Erdgas auf der nächsten Wertschöpfungsstufe", erläuterte May." Quelle: Martin May, Sprecher des Verbandes der deutschen Agrarwirtschaft in der Berliner Zeitung.

Öl ist nicht "die Triebfeder des Debitismus"

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Sonntag, 03.09.2023, 19:32 vor 269 Tagen @ Dionysos 2423 Views

bearbeitet von paranoia, Sonntag, 03.09.2023, 19:48

Hallo Dionysos,

die Triebfeder des Debitismus ist der Zwang, Zinsen zahlen zu müssen.
Die Verschuldung lautet auf Geld (das in den Nicht-Fiat-Money-Geldsystemen in ein knappes Gut, wie z.B. Gold und Silber) auf Verlangen umgewandelt werden konnte.

Die Verschuldung ist Geld-denominiert und nicht Öl-denominiert.

"Debitistische" Verschuldungszyklen existierten lange vor Entdeckung des Öls.

Das Numéraire ist Geld, nicht Öl!

Habe ich die Möglichkeit, mit Hilfe einer Tiefenbohrung aus dem Golf von Mexico Öl zu fördern,
dann stelle ich einen Finanzplan auf. Das Projekt wird nur begonnen, wenn ich mit kurssichernden Maßnahmen das Öl rentabel verkaufen kann.

Da Aluminiumwerke mit Strom heizen, gehe ich davon aus, dass Stahlwerke das genauso (nach Umbau!) tun können, wenn das Öl zur Stahlherstellung zu teuer ist. Zur Herstellung meiner Förderplattform komme ich dann komplett ohne Öl aus.

Aussagekräftiger ist aber die Produktion von Öl. Diese fällt seit 50 Jahren für konventionelles Öl (flüssiges Rohöl) mit einer jährlichen Rate von 10-11 Prozent. Offiziell werden 7 Prozent propagiert.

Meinem Auto und der Ölheizung ist es egal, ob das raffinierte Benzin oder das leichte Heizöl aus einer konventionellen Quelle stammt oder anderswoher. Geht die Ölproduktion runter, geht der Preis hoch und Öl bekommt nur noch derjenige, der es bezahlen kann.

Wenn das Öl so knapp geworden ist, wieso stand dann das Barrel zu Anfang der 2000-er Jahre bei USD 10,-?!

Ölknappheit verursacht einen Preisanstieg, der es ermöglicht, auch teurere Quellen anzuzapfen.

Die EROI-Horrorgeschichten stammen wahrscheinlich auch von der Climatology-Sekte.
Die EROI-Sau wird leider zyklisch immer wieder durch dieses Forum getrieben.

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Kohle braucht man auch, Beispiel (grüne) Stahlproduktion

Hannes, Sonntag, 03.09.2023, 20:37 vor 269 Tagen @ paranoia 2137 Views

Hi P.

für Stahlherstellung ist Öl unbrauchbar. Bisher war es immer Kohle, hängt mit der Reduktionsreaktion des "Rostes" im Erz oder am Schrott zu Eisen (Stahl) zusammen, Kalkstein auch und andere Zuschläge.

Aber Du hast schon Recht, mit Lichtbogen und insbes. Wasserstoff ginge das auch. Mir fehlt nur die Begründung für die Schrottung unseres Volksvermögens und den gigantischen Invest-Aufwand, außer, dass es richtig teuer sein soll für die BRD-Volkswirtschaft. Der übliche Verdacht eben ...
[[motz]]

...
Da Aluminiumwerke mit Strom heizen, gehe ich davon aus, dass Stahlwerke das genauso (nach Umbau!) tun können, wenn das Öl zur Stahlherstellung zu teuer ist. Zur Herstellung meiner Förderplattform komme ich dann komplett ohne Öl aus.
...

Habe da bei Salzgitter AG eine Aussage gefunden:

""Technisch gesehen könnten wir in Salzgitter sofort loslegen, in einer ersten Phase bis 2025 bis zu 26 Prozent CO₂ einsparen und bis 2050 die Klimavorgaben mit 95 Prozent weniger CO₂ spielend erfüllen", so Projektleiter Dr. Volker Hille von der Salzgitter AG. Woran hapert es also? Zum einen steht die benötigte Menge Wasserstoff auf dem Markt noch nicht zur Verfügung. Für die vollständige Dekarbonisierung ihrer Produktion bräuchte allein die Salzgitter AG Elektrolyseure mit einer Leistung von knapp 1.700 Megawatt – bei einer Leistung von drei Megawatt pro moderner Windanlage kein Pappenstiel.

Zum anderen ist grüner Stahl schlicht noch zu kostspielig. "Die Herstellung von grünem Wasserstoff benötigt viel Strom aus erneuerbaren Quellen, der in Deutschland auch aufgrund des EEG-Umlagesystems sehr teuer ist", sagt Hille. Ein weiteres Problem seien die derzeitigen Markt- und Wettbewerbsbedingungen: "Wir können nicht wirtschaftlich klimaneu­tral produzieren, wenn unsere weltweiten Wettbewerber keine vergleichbaren kostenintensiven Auflagen erfüllen müssen." Hier sei nun die Politik gefragt.

Gerade zu Beginn einer neuen technologischen Entwicklung ist Unterstützung durch den Staat notwendig

Zudem verlange die Umstellung technischer Prozesse in dieser Größenordnung sehr hohe Investitionen, ergänzt Oliver Weinmann, Geschäftsführer der Vattenfall Innovation GmbH."

Na klar doch, Deutschland ist ein reiches Land und das Geld ist doch da: Enteignet einfach die Reichen, stimmt's?
[[ironie]]

Quelle: https://www.bdew.de/verband/magazin-2050/wasserstoff-statt-kohle-der-stahl-der-zukunft-...

Gruß

H.

Trennung von günstigen Energiequellen ist wie eine virtuelle Rheinlandbesetzung

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Sonntag, 03.09.2023, 22:12 vor 269 Tagen @ Hannes 2123 Views

Hallo Hannes,

als ich Deine Erläuterungen zur Stahlproduktion las, musste ich unwillkürlich an die Rheinlandbesetzung denken. Dazu gehörte damals auch die Besetzung des Saarlands.

Heutzutage funktioniert das Ganze viel besser, ohne dass ein Soldat ausrücken müsste!

Vor dem Untergang des Imperiums müssen erst einmal die Verbündeten sterben, die sich freudig erregt selbst die Energiepulsadern aufschneiden, zum großen Jubel der Pattenser Quästorin - natürlich alles für einen guten Zweck!

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Da steht übrigens noch eine andere Frage im Raum

Kaladhor @, Münsterland, Sonntag, 03.09.2023, 22:38 vor 269 Tagen @ Hannes 2364 Views

Wasserstoff herzustellen ist ja ganz nett, hat eigentlich schon irgendwer mal nachgefragt, was mit dem ganzen Sauerstoff passieren soll, der auch bei der Elektrolyse entsteht? Das Massenverhältnis ist übrigens auch nicht 2:1, das wäre nur das Atomverhältnis. Aus 1000 kg Wasser bekommt man nur etwa 110 kg Wasserstoff, aber 890 kg Sauerstoff…

Das kann man mit Sicherheit nicht einfach abblasen…..

Grüße

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Rekombination

Rainer ⌂ @, El Verger - Spanien, Montag, 04.09.2023, 00:06 vor 269 Tagen @ Kaladhor 2093 Views

Wasserstoff herzustellen ist ja ganz nett, hat eigentlich schon irgendwer mal nachgefragt, was mit dem ganzen Sauerstoff passieren soll, der auch bei der Elektrolyse entsteht? Das Massenverhältnis ist übrigens auch nicht 2:1, das wäre nur das Atomverhältnis. Aus 1000 kg Wasser bekommt man nur etwa 110 kg Wasserstoff, aber 890 kg Sauerstoff…

Aus den 890 Kg Sauerstoff pro 130 kg Wasserstoff könnte man doch aus dem allseits vorhandenen Kohlenstoff Unmengen an CO2 erzeugen, um das Pflanzenwachstum anzuregen. So als Zukunftsoption für einen grünen Planeten.

Rainer

--
Ami go home!
RundeKante
WikiMANNia
WGvdL Forum

Das verbessert den Wirkungsgrad bei jeglicher Verbrennung, die bisher mit Luft stattfinden muss

heller, Montag, 04.09.2023, 14:56 vor 268 Tagen @ Kaladhor 1450 Views

Es wäre sicher schade, den Sauerstoff einfach abzublasen. Bis man mit Elektrolyse den Sauerstoffgehalt der Atmosphäre messbar erhöhen würde, müsste die Menschheit vermutlich ihren Gesamt-Energieverbrauch vervielfachen (Summe aller Energieträger).

Vermutlich kann man Wasserstoff mit Sauerstoff hervorragend in Verbrennermotoren "verheizen" (getrennte Zuleitung zum Zylinder beachten [[zwinker]]).
Als Produkt entsteht Wasser, das das man sehr gut zur Herstellung von Wasserstoff verwendet werden könnte - braucht nur etwas Kühlung am Auspuff. Aber die Kühlung entsteht nach der Durchschnittslogik ja eh beim Fahren durch den Fahrtwind. [[top]]
Ich sehe schon das nächste Energiewendeprogramm, bei der Wasser, Wasserstoff und Sauerstoff im Kreislauf geführt werden mit Strom von einem Solarpanel auf dem Autodach [[hüpf]]

Alternativ könnte der Sauerstoff in die tieferen Schichten der Ostsee und andere halbtote Gewässer gepumpt werden. Frage ist allerdings, was wir dann mit dem ganzen Dorsch machen.

Den weltweiten Maßstab für die Lieferketten setzt immer noch Dieselkraftstoff

Dionysos @, Montag, 04.09.2023, 10:22 vor 268 Tagen @ paranoia 1879 Views

Die EROI-Horrorgeschichten stammen wahrscheinlich auch von der Climatology-Sekte.
Die EROI-Sau wird leider zyklisch immer wieder durch dieses Forum getrieben.

Hallo paranoia,

ich dachte bisher auch, dass Kreditwachstum das maß der Dinge ist. Die Wirtschaft verbrennt aber Energie und nicht Dollar. Der gesamte Welthandel basiert auf Dieselkraftstoff und Schiffsdieselöl, also hochwertigen konventionellen Öl. Dafür ist derzeit kein Ersatz in Sicht. Diese Uhr tickt erbarmungslos. Was sind da schon 10 Jahre?

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Finanzsystem extrem von der Realwirtschaft abgekoppelt und hat aufgrund der verbrauchten Energiemenge diese extreme Überbewertung erreichen können. Technologischer Fortschritt verbraucht Energie. Technologie erhöht keinen EROI von Energie. Dabei lagen die Warnzeichen schon seit Jahren mit einem fallenden EROI an der Wand. Es bohrt doch niemand aus langer Weile bei diesen Temperaturen in der Arktis.

Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass diese übertriebene Klima- und CO2 Hysterie auch zur Verwirrung von Finanzinvestoren dient. Mit dem EROI beschäftigt sich so gut wie niemand. Irgendeiner muss ja mal den Kopf für dieses 130-Billionen-Anleihemonster hinhalten.

Wenn man den Energieverbrauch als Indikator für den Lebensstandard nimmt, dann wird sich demnächst zeigen, wieviel Energie man mit einer auf Kredit basierten Währung kaufen kann.

Dabei habe ich noch nicht einmal die begrenzten ökologischen Ressourcen erwähnt. Neue Energieformen bringen keinen Dünger in den Boden.

Wahrscheinlich wird das wieder so eine Henne oder Ei Diskussion.[[zwinker]]

Gruß
Dionysos

--
Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

Alle anderen Perspektiven drängen uns nur …

Ostfriese @, Montag, 04.09.2023, 12:12 vor 268 Tagen @ Dionysos 1918 Views

Hallo Dionysos

Nicht nur in diesem Faden bleiben die Beiträge in den singulären fraktalen Darstellungsweisen der Ereignisse, die kennzeichnend sind für die analytische, synthetisierende und kausale aristotelisch-parmenideischen Weltsicht mit deren in zunehmendem Maße nicht mehr - auch dem Zwang der debitistischen Vorfinanzierung unterworfenen - erfassbaren Komplexität der Dinge, verhaftet.

Es gilt zu verstehen, dass die Bewertungen der einzelnen Sektoren systemisch von den Laufzeiten der in sich verschachtelten Kredite abhängig sind: Die Tilgung und die Dauer der Beleihbarkeiten sind zeitlich festgelegt. Die Geschehnisse in der Gegenwart eröffnen keine Möglichkeiten der Veränderung der vorangegangenen vertraglich fixierten Bedingungen.

Da die Ökonomie einer auf terminlich fixierten sanktionsbewehrten Abgaben beruhenden Zivilisation die Aufgabe hat, die nichttilgbare Erstverschuldung des Staates bedienbar zu halten, führt äquivalent dieser Erstfinanzierung wegen des Zwangs zur Refinanzierbarkeit zur allumfassenden Erkenntnis, dass der Debitismus […] sich nur im hermetischen Bewusstsein vollständig erfassen [lässt]. … in auf das Fraktale beschränkte Sichtweisen.

https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=638530#google_vignette Psy Op, Ashitaka, Sonntag, 25.06.2023, 13:33 @ Ostfriese2258 Views

Gruß - Ostfriese

Der DFR lockt mit hohen Temperaturen und u.a. synthetischen Kraftstoffen

Martin @, Montag, 04.09.2023, 15:48 vor 268 Tagen @ Dionysos 1568 Views

https://www.novo-argumente.com/artikel/der_dual_fluid_reaktor_und_die_moeglichkeiten_de...

Synthetische Kraftstoffe
Der DFR arbeitet von sich aus mit einer Nominaltemperatur von 1000 Grad Celsius und ist somit auch ein Hochtemperaturreaktor. Er durchbricht die magische Temperaturgrenze, ab der synthetische Wasserstofferzeugung ökonomisch darstellbar wird......

Ob damit der weltweite Bedarf gedeckt werden könnte, müsste man mal nachrechnen. Auf der anderen Seite haben wir die Erde bisher nur an der obersten Kruste angekratzt. Wenn man will, findet man sicher noch eine Menge. Die USA versuchen ja auch seit geraumer Zeit, den Fuß in die venezolanische Tür zu bekommen. Dort sind noch gewaltige Ölvorkommen.

An den Möglichkeiten, welche diese Technologie bietet, besteht wohl kein Zweifel.

FOX-NEWS @, fair and balanced, Montag, 04.09.2023, 16:45 vor 268 Tagen @ Martin 1569 Views

Ich hatte schon mal gelesen, daß es sich unter deren Einsatz sogar mit auskömmlichem ERoEI lohnen würde, Uran aus Meerwasser zu extrahieren. Neben dem Atommüll, Depleted Uranium und den Uranressourcen im Boden haben wir noch die vielfache Menge an Thorium ... das sollte reichen bis die Fusion mal sinnvoll läuft.

Grüße

--
[image]
Läuft in Deutschland ...

In wieviel Dekaden gehen Deiner Schätzung nach Fusionsreaktoren "in Serienbau"? In wievielen Dekaden werden >30% Energieverbrauch damit abgedeckt? (oT)

Wayne Schlegel @, Montag, 04.09.2023, 20:19 vor 268 Tagen @ FOX-NEWS 1266 Views

(oT)

Werbung