Erfahrungen in einer chinesischen Firma

Plancius @, Montag, 28.08.2023, 21:43 vor 97 Tagen 6282 Views

bearbeitet von Plancius, Montag, 28.08.2023, 22:18

In der Zeit vor Corona habe ich mehrere Jahre in einem IT-Projekt in der Deutschland-Niederlassung eines chinesischen Unternehmens als externer Berater gearbeitet und konnte so Einblicke in den Arbeitsalltag und die Unternehmensphilosophie einer chinesischen Firma gewinnen.

In der ganzen Firma arbeiteten gemischte Teams, also Deutsche und Chinesen etwa jeweils zur Hälfte. Die chinesischen Mitarbeiter waren alle noch ziemlich jung, keiner war älter als 40 Jahre, die in IT und Verwaltung haben in der Regel in Deutschland studiert und konnten daher deutsch in Sprache und Schrift.

Üblicherweise engagieren mich deutsche mittelständische Unternehmen, die zum Teil noch familiengeführt sind. Da ist es zum Beispiel üblich, dass der Inhaber in der Kantine mit seinen Beschäftigten zu Tisch geht und sich mal hier und dort hinsetzt und sich in der Mittagspause nach dem Stand der Dinge erkundigt. Erfolgreiche deutsche mittelständische Unternehmen, häufig Hidden Champions in ihrer Branche, zeichnen sich durch die Konzentration ihrer Tätigkeit auf eine Kernkompetenz, kurze Kommunikationswege, Stammpersonal und eine Verbundenheit der Belegschaft mit der Firma aus.

Die Unternehmensphilosophie des chinesischen Unternehmens war jedoch eine ganz andere. Den Werksleiter bekam man praktisch nie zu sehen. Er speiste in einer separaten Kantine, nur die Spitzenmanager oder wichtige Kunden hatten Zugang zu ihm. Nicht nur das, ein persönlicher Koch bereitete die Speisen nur für ihn und seine Gäste. Auf Dienstreise begleitete ihn sein Koch und kochte für ihn in Apartments und Suiten ausgesuchter Hotels.

Zu Beginn meines Projekts wurden die Produktionshallen einschließlich Lager eingerichtet und wir bildeten die betriebswirtschaftlichen Prozesse in der IT ab. Ich war erstaunt, dass die meisten Chinesen kaum älter als 25 Jahre waren, die die Produktionshallen mit Maschinen, Fördertechniken und einem Lager füllten. Ich fragte mich, wie kann ein 25jähriger langjährige Erfahrungen im Materialfluss einer Fertigungslinie mitbringen? Hier braucht es jahrelanges Know How, denn man wird ständig mit baulichen Gegebenheiten konfrontiert, wo spontane Kreativität gefragt ist, den Materialfluss unter den gegebenen Randbedingungen sicherzustellen.

Deutsche Firmen, die an fremden Standorten neue Produktionslinien aufbauen, schicken dort üblicherweise ihre altgedienten Hasen hin und belohnen sie mit üppigen Auslandszulagen. Nicht nur dass die Chinesen alle ziemlich jung waren, es gibt so gut wie keine Stammbelegschaft. Man sagte mir, dass es in China üblich ist, dass man nach 5 Jahren die Firma wechselt. Das soll Betriebblindheit vorbeugen und das firmeninterne Wissen nicht in bestimmten Köpfen konzentrieren.

Chinesische Firmen scheinen sich sehr vor dem Ansammeln von Know How beim Personal zu fürchten und dass so Know How nach außen dringt und womöglich woanders kopiert wird. In der unternehmensinternen Kommunikation geht man daher sehr restriktiv vor. Das fängt damit an, dass viele Mitarbeiter, selbst in der IT, kein Firmen-E-Mail-Account haben. Sie kommunizieren daher in der Regel über Google. So landet dann alles gleich aus erster Hand beim Amerikaner.-)

Arbeitet man in deutschen Firmen in der Regel problemlösungsorientiert (so war es jedenfalls bis vor kurzem), d.h. Probleme werden abteilungs- und fachübergreifend besprochen und gelöst, so arbeitet der chinesische Mitarbeiter doch ziemlich isoliert in seinem Tätigkeitsgebiet. Probleme werden auch gern ignoriert, denn dann würde man sich ja bloßstellen, man hätte sein Gesicht nicht gewahrt.

Einige Mitarbeiter der IT teilten mir mit, dass sie gern in Deutschland bleiben möchten. Sie sagten, wir wissen es wahrscheinlich gar nicht zu schätzen, dass wir auf einer Insel der Glückseligen leben. Sie meinten, die ganze europäische Lebensart entspricht der Natur des Menschen mehr als die chinesische/asiatische Lebensweise. Sie schätzen vor allem das hohe Maß an individueller Freiheit, das wir genießen, in China sei man nur ein anonymes Rädchen im großen Getriebe. Ein Mitarbeiter sagt mir, dass schon allein die freie Fahrt auf deutschen Autobahnen für ihn ein Grund sei, um hier zu bleiben. Er liebt seinen BMW und die ganzen Ausflüge mit ihm durch ganz Europa.

Die Chinesen schätzen sehr das Flair unserer Städte, die Gemütlichkeit der Biergärten, die Infrastruktur zum Radfahren, die abwechslungsreichen Landschaften, die saubere Luft, das hohe Maß an Umwelt- und Naturschutz, unsere Kirchen mit dem Läuten der Glocken, unsere Konzerte mit klassischer Musik.

Wie schon erwähnt, meine Erfahrungen stammen aus der Vor-Corona-Zeit. Seitdem hat sich bei uns auch vieles zum Negativen in Richtung totalitärer Tendenzen entwickelt. Wir sollten aber gerade deshalb das Gute an unserem Land und unserer Kultur bewahren, für das wir viele Jahre im Ausland beneidet wurden und vielleicht auch noch werden. Und letztendlich sollte das auch einem jeden zu denken geben, der meint mit dem Auswandern in ein fremdes, noch dazu kulturfremdes Land wird er glücklich. Nein, man kann sein deutsches Wesen nicht abschütteln. Ich jedenfalls glaube, ich würde in Asien eingehen wie ein Primelpott.

Es lohnt sich, schon aus Verantwortung vor unseren Ahnen, unser Land der Dichter und Denker zu erhalten und wieder zu neuen Höhen aufsteigen zu lassen.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Danke für diesen Beitrag! Das deckt sich in großen Teilen auch mit meiner Industrieerfahrung, nicht mit Chinesen sondern mit anderen Nationalitäten. Es gibt noch vieles zu verteidigen in Deutschland!

Albrecht @, Montag, 28.08.2023, 22:40 vor 97 Tagen @ Plancius 3190 Views

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SCHEITERT DER €URO, ENDET DIE KNECHTSCHAFT!

Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.
Friedrich von Schiller (1759 - 1805)

Danke für den interessanten Bericht! Deutschland ist ein wunderschönes Land, das habe ich auch erst sehr spät begriffen.

Olivia @, Montag, 28.08.2023, 22:54 vor 97 Tagen @ Plancius 3106 Views

Ganz Europa ist wunderschön. Es zeigt in seinen Gebäuden, Ortschaften, Städten und Landschaften das Wirken und die geronnene Erfahrung vieler Generationen. Auch die schlimmen Ereignisse, die hier stattfanden haben diesen Kontinent und seine Menschen geprägt. Nach jeder Niederlage sind sie wieder aufgestanden und haben neu begonnen, ihr Leben und ihren Kontinent zu gestalten. Ja, wir können dankbar sein, dass wir hier geboren wurden und wir sollten daran arbeiten, diesen Kontinent in seiner Schönheit und Vielseitigkeit zu erhalten. Es ist unsere Heimat. Wir wurden hier geprägt und die Landschaften und Orte sind ein Teil unserer "Seele", ob wir es wahr haben wollen oder nicht.

Als Fukushima stattfand schrieb einer der Foristen eines anderen Forums in dem ich aktiv war darüber, dass er seine japanischen Freunde gebeten hatte, so schnell wie möglich das Land zu verlassen. Diese taten das aber nicht. Der japanische Freund und seine Familie blieben in Japan. Er hatte eine hohe Position und fühlte sich für seine Mitmenschen und das Land verantwortlich. Daher blieb er und mit ihm seine ganze Familie.

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Unterschiede Festland-China und Taiwan?

Socke ⌂ @, Montag, 28.08.2023, 22:54 vor 97 Tagen @ Plancius 2902 Views

Vielen Dank für den einschätzenden Bericht.
Eine Frage hätte ich dazu:
Bei den Festland-Chinesen scheint sich der Einfluss dieses speziellen chin. Parteikommunismus negativ auszuwirken. Wie ist das hingegen bei den Taiwan-Chinesen auf Formosa? Die müssten doch inzwischen ganz anders arbeiten, mehr wie westl. Firmen und Gesellschaften?

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Notquartier für das Gelbe:
http://derclub.xobor.de/
(Im Falle von Störungen beim Gelben soll dies nur als "Info-Kanal" dienen, bis das Gelbe wieder erreichbar ist, siehe hier)
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=509208

Einblicke nach China

Rainer ⌂ @, El Verger - Spanien, Montag, 28.08.2023, 23:07 vor 97 Tagen @ Plancius 3580 Views

Bei der Gelegenheit möchte ich nochmal auf ein ausgezeichnetes Buch hinweisen, das viel Bereiche der chinesischen Seele erklärt.

Da ich es für sehr bedeutsam halte kopiere ich meinen Artikel einfach noch einmal hier herein.
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=635992

Das Buch "Wilde Schwäne" beschreibt das Leben von drei Generationen Frauen in China. Großmutter, Tochter und Enkelin. Ein erheblicher Teil spielt in der sogenannten "Kulturrevolution". Wie junge Leute und vor allem Studenten gegen die ältere und arbeitende Bevölkerung aufgebracht wurde. Vieles erinnert an die Situation heute bei uns. Ein langsamer schleichender Prozess, der in einer Katastrophe für viele endete. Das Buch ist so faszinierend, dass ich die 600 Seiten in einem Stück gelesen habe.
Hier zum download als PDF:
https://epdf.tips/wilde-schwne.html

Erwähnung des Buches im Forum von mir und @NST
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=621510
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=486052

Rainer

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Wie mit China umgehen? Gespräch Sieren bei Precht (mL)

Wayne Schlegel @, Dienstag, 29.08.2023, 09:00 vor 97 Tagen @ Plancius 2082 Views

42 Min., deutsch, man lässt sich ausreden ....

https://www.youtube.com/watch?v=Jz9I4upBqYY


Stichworte:

Wachstum - um jeden Preis/nachhaltig?
Verhältnis liberaler Demokratie-Kapitalismus - Autokratien
Unipolar - multipolar
West-Dilemma: nach innen Freiheit propagieren, nach außen Spielregeln bestimmen/erzwingen

Leserzuschrift - Na das ist ja sehr interessant !

Arbeiter @, Dienstag, 29.08.2023, 12:11 vor 97 Tagen @ Wayne Schlegel 1898 Views

bearbeitet von Arbeiter, Dienstag, 29.08.2023, 12:14

Interessant .. da diskutieren offenbar 2 Maulwürfe ...

Vielleicht lässt man sich auch deshalb ausreden.
Die beiden sind quasi Art-Genossen.

Leserzuschrift:

Hallo Arbeiter,

dem kann doch keiner vertrauen.

Zitat:
"Zwischen Frank Sieren und dem chinesischen Journalist Chang Ping kam es 2014 zu einem Meinungsstreit über die Verantwortung der kommunistischen Führung Chinas für das Tian’anmen-Massaker vom 4. Juni 1989.[3] Sieren vertrat in einem Artikel für die Deutsche Welle die Ansicht, die gewaltsame Niederschlagung der Protestbewegung sei lediglich ein „Ausrutscher in der neuen chinesischen Geschichte“.[4] Chang Ping erwiderte darauf, dies sei kein „„Ausrutscher“, sondern das logische Resultat der unbegrenzten Macht der KP“.[5] Die chinesische Mitarbeiterin der Deutschen Welle und Bloggerin Su Yutong postete laut dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel daraufhin auf Twitter einen offenen Brief an den Deutsche Welle-Intendanten Peter Limbourg, in dem sie Sieren eine „Relativierung und Beschönigung der Geschehnisse von 1989“ und eine „Instinktlosigkeit gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen“ vorwarf.[6]"
Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Sieren

- Ende der Leserzuschrift -

PS 1 von Arbeiter:
Lieber Wayne, damit Du das richtig auffasst. Es geht mit meiner Hinweisen nur um die Sache. Viele Grüße

42 Min., deutsch, man lässt sich ausreden ....

https://www.youtube.com/watch?v=Jz9I4upBqYY


Stichworte:

Wachstum - um jeden Preis/nachhaltig?
Verhältnis liberaler Demokratie-Kapitalismus - Autokratien
Unipolar - multipolar
West-Dilemma: nach innen Freiheit propagieren, nach außen Spielregeln bestimmen/erzwingen

PS 2: Mehr zum Maulwurf Precht
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=641744

Zu Sieren

Rheingold2, Dienstag, 29.08.2023, 17:57 vor 97 Tagen @ Wayne Schlegel 1246 Views

Als ich in der VR China für NRW eine Ausstellung zeitgenössischer Künstler in der Verbotenen Stadt (dort im Ahnentempel des Kaisers) kuratierte, war es Sieren, der mehr oder weniger frisch angekommen, mich in die westliche Journalisten-Szene und dissidenter Künstler-Szene einführte.

Während in Korea, Japan, Malaysia und Thailand sowieso die zeitgenössische Künstlerszene eher unterbelichtet war, gab es in der VR bereits eine eigenständige "Szene" eigener künstlerischer Ausdrucksweise. (Die wurde dann in der BRD-Kunsthalle in Bonn ein Jahr darauf abgefeiert.)

Die war natürlich suspekt in den Augen der Obrigkeit. Wir hatten also bei Treffen immer Bewacher in der Nähe, die sich auch durch Schubsen, aggressiv einem über die Schulter gucken usw. bemerkbar machten.

Die VR-Künstler verkauften über Taiwan an betuchte Asiaten und die Preise waren schon im fünfstelligen D-Mark Bereich, mit anderen Worten, diese Künstler waren dort schwerreich.

Als Kurator konnte ich nur zuschauen, wie blöde die BRD-Funktionäre dort meine Ausstellung für ihre Zwecke politisch instrumentalisierten.

Es gab eine Begegnung zwischen VR Kultur-Funktionären und hohen BRD-Botschaftsangehörigen, bei dem der Deutsche dem Chinesen aggressiv die Leviten las, Tenor, dass diese Ausstellung zeige, wie wichtig Menschenrechte wären und die Freiheit der Meinungsäußerung. Der chinesische Dolmetscher schwitzte, weil er das Schimpfen in diplomatische chinesische Worte zu übersetzen suchte.

Anekdote: Die Transportkisten hatten recht starke Schäden, ich glaubte, ein Anruf bei einem chinesischen Handwerksmeister könne das Problem lösen. Das, so die "hilfreichen" Geister des Goethe-Instituts könne ich knicken. Das gäbe es in ganz China nicht. Über Freunde von Freunden erhielt ich dann wenigstens die Kontaktdaten zu einer helfenden Hand.

Es erschien dann ein 22-jähriger Geschäftsmann mit Handy im brandneuen VW-Jetta (wir schreiben die 90er), taxierte kurz die Kisten und rief einen dreifachen Preis auf, den ich in Deutschland gezahlt hätte. Die Kisten mehr schlecht als provisorisch zusammengezimmert haben dann irgendwelche Tagelöhner vom Land. Wild-West, dachte ich.

Leserzuschrift: Chinesische Billigprodukte überschwemmen den thailändischen Markt - einheimische Unternehmen haben damit zu kämpfen

Ikonoklast @, Federal Bananarepublic Of Germoney, Dienstag, 29.08.2023, 09:30 vor 97 Tagen @ Plancius 2236 Views

Chinesische Billigprodukte überschwemmen den thailändischen Markt - einheimische Unternehmen haben damit zu kämpfen

Die Verlangsamung der Weltwirtschaft wirkt sich auf Chinas Exporte aus und die Erholung des chinesischen Inlandsmarkts verläuft langsamer als erwartet. Dies führt zu einem Überangebot an chinesischen Produkten, auch auf den ASEAN-Märkten wie Thailand, wo sie mit den lokalen Herstellern konkurrieren und das thailändische Handelsdefizit mit China verschlimmern.

Nach Angaben des thailändischen Industrieverbands beläuft sich das thailändische Handelsdefizit in der ersten Jahreshälfte 2023 auf 603,2 Milliarden Thailändische Baht. Dies ist das Ergebnis von Exporten in Höhe von 603,1 Milliarden Thai Baht und Importen in Höhe von 1,2 Billionen Thai Baht. Dieses Defizit in der ersten Jahreshälfte ist vergleichbar mit dem des gesamten Jahres 2020.

In der Zwischenzeit wird der thailändische Inlandsmarkt durch die enorm steigende Verschuldung der privaten Haushalte beeinträchtigt, was zu einer geringeren Kaufkraft führt. Darüber hinaus hat sich auch der thailändische Exportmarkt verlangsamt. Die Situation hat sich durch den Zustrom chinesischer Waren, die den Markt erneut überschwemmen, noch wesentlich verschlimmert.

Petcharat Eksangkul, stellvertretender Vorsitzender der Federation of Thai Industries (FTI), die für die Produktnormung zuständig ist, erklärte, dass das Problem der chinesischen Produkte, die derzeit auf den Markt drängen, nicht nur darin besteht, dass sie auf dem allgemeinen Markt konkurrieren.

Es gibt auch ein Problem mit vielen minderwertigen chinesischen Produkten, die am staatlichen Beschaffungsprozess teilnehmen, insbesondere minderwertige Elektrogeräte, die Schäden in Milliardenhöhe verursachen.

Phecharat erklärte weiter, dass es in Thailand an einer strengen Überwachung der Einfuhren fehle und dass die verbindlichen Produktnormen nur eine begrenzte Anzahl von Artikeln, etwa 400, abdecken. Diese umfassen aber nicht die gesamte Liste der eingeführten Waren. Im Gegensatz dazu werden thailändische Produkte, die nach China exportiert werden, gründlichen Kontrollen und detaillierten Spezifikationen unterzogen, die auch technische Handelshemmnisse (TBT) wie die Beschriftung in chinesischer Sprache umfassen.

"In der Vergangenheit hat das Handelsministerium die Steuern gesenkt und den Markt im Rahmen des Freihandelsabkommens (AFTA) geöffnet, um den Zustrom von Waren zu erhöhen. Dadurch haben die Verbraucher zwar mehr Auswahl, aber andererseits haben wir immer noch eine begrenzte Anzahl verbindlicher Normen, nämlich nur 400 Artikel. Diese Situation führt dazu, dass nicht standardisierte, billige Produkte den Markt überschwemmen und die kleinen thailändischen Unternehmen sabotieren. Wenn an der Vorderseite verhandelt wird, muss auch die Rückseite berücksichtigt werden".

Darüber hinaus kann man beobachten, dass der grenzüberschreitende elektronische Handel ein weiterer Weg ist, über den minderwertige chinesische Produkte ins Land gelangen. Nach den thailändischen Vorschriften sind Einfuhren im Wert von weniger als zehntausend Baht von Steuern befreit.

Dies veranlasst die Importeure, ihre Sendungen in kleinere Partien aufzuteilen. Chinesische Logistikunternehmen errichten Stützpunkte in Thailand, um diesen Prozess der Aufteilung von Sendungen in kleinere Partien zu erleichtern.

Der Privatsektor erörtert mögliche Lösungen für dieses Problem, wie z. B. eine Verschärfung der Kontrollen in den Fabriken. Es wird auch darüber nachgedacht, ob es möglich ist, für importierte Waren die Produktion im Inland zu verlangen und Kriterien für die Produktionskapazität festzulegen.

Link: https://www.khaosodenglish.com/news/2023/08/28/local-businesses-struggle-as-chinese-low...

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Grüße

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Es nicht länger 'das Gold zwischen den Ohren' das zählt, sondern 'das Gold zwischen den Beinen'!

Danke, sehr interessante Einblicke!

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Dienstag, 29.08.2023, 09:59 vor 97 Tagen @ Plancius 1909 Views

Genau diese Erkenntnis, nämlich dass wir hier in Deutschland bzw. Europa in einer Gesellschaft leben dürfen, die uns so viele Freiheiten gegeben hat, wie sie Menschen schon seit tausenden von Jahren nicht mehr genießen durften, versuche ich schon seit Jahren meinen Mitmenschen bewusst zu machen. Leider begreifen die Menschen aufgrund mangelhafter Geschichtskenntnisse überhaupt nicht, wovon man redet; sie halten ihre Freiheiten für selbstverständlich.

Das diese Freiheit aber unter Blut, Schweiß und Tränen von unseren Vorfahren erkämpft und erarbeitet worden ist und von den jetzigen Generationen gerade mehr oder minder ohne Gegenwehr in die Tonne getreten wird, begreift keiner!

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"Eine Gesellschaft befindet sich im vorübergehenden oder finalen Verfall, wenn der gewöhnliche, gesunde Menschenverstand ungewöhnlich wird."

William Keith Chesterton

Ein paar Anmerkungen

Joe68 @, Dienstag, 29.08.2023, 11:23 vor 97 Tagen @ Plancius 2167 Views

Vielen Dank, aber ich ( ehemals IT Beratung Großprojekte) habe solche Verhaltensweisen auch schon in westlichen Großkonzernen erlebt, alle paar Jahre werden die Köpfe ausgetauscht, um 'Herrschaftsansprüche' zu verhindern.

Das obere Management achtet sehr darauf das sich nicht zu viel Wissen in einzelnen Köpfen ansammelt, es könnte gefährlich werden wenn dieser Mitarbeiter dann Forderungen stellt, der wäre dann nicht so leicht auszutauschen.

Zu China, im Rahmen einer Uni Projektwoche, in der auch chinesische Studenten teilnahmen, habe ich mitbekommen was dort in der KPChina abläuft, die hohen Kader werden alle paar Jahre versetzt. Wahrscheinlich auch aus den gleichen Grund wie es Großkonzerne machen, die 'unten' sollen alle möglichst uniform, austauschbar, ersetzbar gehalten werden. Nur die Topspitze darf einmalig sein, um ihre Macht und Besitzansprüche zu legitimieren.

Dabei zeigt sich, wenn ein Vorstand 'überraschend' seinen Posten räumt, so wird der innerhalb weniger Wochen komplett ersetzt durch einen, häufig sogar Betriebsfremden. Das zeigt wie überbewertet die meisten Vorstände sind, ersetzbar innerhalb weniger Wochen, dafür Einkommen in Millionenhöhe.

In China betrifft der Austausch des Personals ALLE Beschäftigten

Plancius @, Dienstag, 29.08.2023, 12:13 vor 97 Tagen @ Joe68 2224 Views

Es sind nicht nur Manager betroffen, sondern ALLE Beschäftigten rollieren praktisch alle ca. 5 Jahre.
Eine Stammbelegschaft an Arbeitern und Angestellten, so wie es in Deutschland noch vielfach der Fall ist, kann gar nicht aufgebaut werden.

Ähnlich ist es auch in Indien der Fall. Insbesondere die Firmen, die IT- oder andere Prozesse nach Indien ausgelagert haben, sind ständig mit neuen Ansprechpartnern konfrontiert. Man hat also andauernd hohe "Rüstkosten".

Gerade eine Stammbelegschaft ist ein unheimlich starker Produktivitätsfaktor und macht deutsche Firmen erfolgreich. Nur Stammbelegschaften sind "resilient". Sie können Diskontinuitäten durch jahrelange Erfahrung abfedern und finden schnell und unbürokratisch Wege, um Ziele unter geänderten Randbedingungen zu erreichen.

Gerade die überaus hohe Resilienz in Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland konnte dazu führen, dass wir die verschlechterten Rahmenbedingungen der letzten Jahrzehnte noch vergleichsweise gut weggesteckt haben. Aber die Ampel überstrapaziert jetzt unsere Resilienz. Der Krug kann nur solange zum Brunnen gehen, bis er bricht.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Das ging in D nur, weil die Bestechlichkeit nicht in dem Umfange zum allgemeinen Lebensentwurf wie in diesen Staaten gehörte.

Olivia @, Dienstag, 29.08.2023, 14:48 vor 97 Tagen @ Plancius 1494 Views

Wenn sich das ändert, gibt es Probleme. Möglicherweise hat es sich in gewissen Bereichen bereits sehr geändert. Wir haben inzwischen übrigens auch sehr viele Menschen hier im Lande, die mit völlig anderen Werten aufgewachsen sind. Inwieweit die ALLE in das dt. Wertesystem der "Unbestechlichkeit" integriert werden können/oder wollen und inwieweit dieses Wertesystem bei der jüngeren Generation derjenigen, die bereits "früher hier lebten" überhaupt noch vorhanden ist, das ist die Frage.

Auch in der EU gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen von dem, was man unter dem Begriff "Bestechlichkeit" versteht und was nicht.

Bisher ging es den Menschen in D immer noch so gut bzw. sie wurden, wenn sie keine Mittel hatten, mit so viel Geld ausgestattet, dass es nicht lebensnotwendig war, bestechlich zu sein. So etwas kann sich sehr schnell ändern.

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Meine Erinnerung dazu

Rheingold2, Mittwoch, 30.08.2023, 10:07 vor 96 Tagen @ Olivia 968 Views

Ich war auf einem der wenigen noch staatlichen Gymnasien. Mein Latein- und Griechischlehrer war auch der Klassenlehrer des geschlossenen Klassenverbandes (ganz so wie von Erich Kästner beschrieben). Er führte seine discipuli von der Sexta bis zur Erlangung der Reife (Klassenlehrer wurden nicht gewechselt)

In der gesamten Zeit kam er nicht einmal zu spät, noch hatte er Fehltage. Er betrat den Klassenraum, wie standen geschlossen auf, er sagte "Saluti discipuli", wir antworteten im Chor "Salve magister", er: "Seate!" Wir setzten uns.

Wir waren elf, wir schreiben 1972, irgendeiner hatte rausbekommen, dass unser Oberstudienrat Geburtstag hat. Wir hatten also Geschenke vorbereitet, meist selbstgemalte Kinderbilder.

Als wir dann unsere Geschenke abgeben wollten, erklärte er, dass er als Beamter des deutschen Staates keine Geschenke annehmen dürfte, das könne als Bestechnung gewertet werden. Wir: "Heul! Schnüff!"

In der Zeit war es in vielen Familien noch üblich, dass der Familienvater mittags seine Pause bei seiner Familie verbrachte für das Mittagessen nach der Schule. Seine Aufgabe war es, den von der Mutter angerichteten Braten anzuschneiden und gerecht unter allen zu verteilen.

Ich bin mir sicher, dass viele der Kinder den Herrn Vater dann fragten, was das Fremdwort "Bestechung" denn bedeuten soll und warum man keine selbstgemalten Bilder verschenken darf. (Ich natürlich auch) :-)

Versunkene Welten.

Lange her, kurzer Rückblick ...

NST @, Südthailand, Mittwoch, 30.08.2023, 03:13 vor 96 Tagen @ Plancius 1195 Views

bearbeitet von NST, Mittwoch, 30.08.2023, 03:57

Gerade eine Stammbelegschaft ist ein unheimlich starker Produktivitätsfaktor und macht deutsche Firmen erfolgreich. Nur Stammbelegschaften sind "resilient". Sie können Diskontinuitäten durch jahrelange Erfahrung abfedern und finden schnell und unbürokratisch Wege, um Ziele unter geänderten Randbedingungen zu erreichen.

.... mögliche Fehler u. fehlende Links - geht im Moment nicht,bin unterwegs.
Was du zu deutschem Mittelstand schreibst, so kannte ich das auch.

Ich habe aber eine komplette Übernahme erlebt und zwar der SIG (Schweiz) durch Bosch. In der SIG waren die Zustände in etwa so, wie du sie für den deutschen Mittelstand beschrieben hattest. Nur so fand ich dort eine Anstellung, formal reichte eigentlich meine Qualifikation gar nicht. (Heute hätte ich keine Chance mehr ohne abgeschlossene Studium)

Wer eingestellt wurde, entschied aber der Werkstattsmeister und nicht das Personalbüro, der sein halbes Leben auf ausländischen Baustellen war. Der entschied das in einem persönlichen Vorstellungsgespäch zusammen mit seinem damaligen Stellvertreter, ein elek. Ingenieur, der später mein Chef wurde.
Ich wusste immer wem ich die Anstellung verdankte, wenn er mich brauchte, war ich da.

Nach der Übernahme wurden die ganzen alten schweizer Strukuren zerschlagen. Genau das was du chin. Realität nennst wurde eingeführt. Ich würde das anders bezeichnen, die Struktur des Technik-Core. Die findet man in jedem Weltkonzern.

Wie endete das: Ich kündigte freiwillig 2011, mit dem damaligen Werkstattchef der mich eingestellte hatte, mit dem war ich dann 2010 in der Türkei, er war mein Mechaniker u. ich der Softie u. Elektiker, wir reparierten eine alte Line, von denen das neue Personal keinen Schimmer hatte. Mir hatte er gesagt, er hatte sich von allen leitenden Funktionen freistellen lassen, ohne Gehaltseinbussen in 2 Jahren war er in Rente. Mein el. Chef wurde 2 Jahre nach meinem Ausscheiden Berufsschullehrer und verlies die Firma auch.

Vor mehr als 3 Jahren verkaufte Bosch ihren Anteil an Syntegon, so nennt sich jetzt diese Firma. Gekauft wurde diese Firma von einem Hedgefond, mehr weiss ich auch nicht, fast alle Kontake sind abgebrochen.

Fazit: China ist aktuell der Produktionsstandort der Welt. Alle grösseren Konzerne sind Bestandteile des Technik Core. Die Belegschaften sind komplett und schnell austauschbar, einschließlich Konzern Chef. Es herrscht strengste TopDown Hierarchie.
So wie ich die Chinesen kenne, folgen sie immer noch Konfuzius, was du beschreibst gehört zum Technik Core.
Gruss

--
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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Und dann sollte man noch nachprüfen, inwieweit diese "Vorstände" alle miteinander verwandt bzw. verschwägert sind.....

Olivia @, Dienstag, 29.08.2023, 14:39 vor 97 Tagen @ Joe68 1468 Views

Eine Unsitte, die sich auch im Westen immer weiter ausgebreitet hat......

Merkel hat es in der BRD geschafft, alle "Nicht-Ja-Sager" der CDU aus dem Rennen zu werfen. Natürlich konnte sie das nicht alleine. Dafür benötigt man schon einen ganzen gut informierten Apparat. Der stand ihr von Seiten der BRD mit Sicherheit NICHT zur Verfügung (siehe dazu u.a. das Thema "Maaßen)..... Woher dieser Apparat kam, der alle Informationen über ihre "politischen Gegner" (innerparteilich) akribisch gesammelt hatte und der über beste Presseverbindungen verfügte, darüber darf spekuliert werden. Jedenfall müssen diese "Kräfte" zudem über eine sehr gute Datenbank verfügt haben.

Punktgenau wurden entsprechende "Informationen" plaziert. Und bis die "Vermutungen" dann ausgeräumt waren, war "die Wahl"/oder was auch immer..... gelaufen.

Bei Aiwanger musste man offenbar bis in die früheste Jugend zurück gehen, um etwas zu finden :-) .... Möglicherweise sind das wieder dieselben Kräfte, die jeden herausbeißen wollen, der nicht ins Bild paßt.

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