OT: Falls es jemanden interessiert: Deutschland_funkt 1. Online-Seminar bei youtube mit Vortrag eines Krisenhelfers im Ahrtal und Vorstellung einer "Startbox". 19:00 Heute

Olivia @, Sonntag, 26.03.2023, 18:16 vor 430 Tagen 2180 Views

Ich verlinke das Online Seminar hier.

Es geht darum, aus den Erfahrungen bei der Ahrtalkatastrophe (und nicht nur dieser) zu lernen und einen Bürger-Notfunk deutschlandweit zu etablieren. In einigen Regionen wird da bereits etliches getan (eher im Norden, weil die näher dran waren) und offenbar haben sich auch bereits ganze Gemeinden "selbständig" gemacht. Hier nun das erste Seminar einer Seminarreihe zum "Bürgernotfunk".

Es beginnt um 19:00 am 26.03.2023, also heute. Der Link zeigt als erstes den Ablauf/Tagesordnung und dann kann man live am youtube Stream teilnehmen.

https://www.youtube.com/watch?v=KSNGrDwh-g4

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"Video nicht verfügbar Dieses Video wurde vom Uploader entfernt ZUR STARTSEITE" [nmB]

Hannes, Sonntag, 26.03.2023, 22:32 vor 430 Tagen @ Olivia 1208 Views

Das war ein Lifestream bei dem einiges zu Beginn nicht klappte (Referent kam mit Technik nicht klar). Die werden das rausschneiden und dann erst als Video hochladen.

Olivia @, Montag, 27.03.2023, 01:53 vor 430 Tagen @ Hannes 1073 Views

Wenn ich etwas höre, stelle ich das ein.

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Was ist das Resümee von fast drei Stunden Konferenz?

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Montag, 27.03.2023, 20:42 vor 429 Tagen @ Olivia 1019 Views

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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Meine eigene Einschätzung? Okay, hier ist sie.

Olivia @, Montag, 27.03.2023, 22:38 vor 429 Tagen @ paranoia 1349 Views

Vorbemerkung: Es waren alles Laien, die so etwas offenbar vorher noch nicht gemacht hatten. Die Leute machen das in ihrer Freizeit und versuchen, ein Konzept zu entwickeln und einen Bürgernotfunk zu etablieren. Insofern muss man alles Weitere unter diesem Aspekt sehen.

Leider war der Beginn sehr "verhuscht", da von Seiten des Ahrtal-Referenten nicht ordentlich vorbereitet. Ein guter Teil der 3 Stunden ging dafür bereits drauf. Das war ärgerlich, weil es viel Zeit tot schlug. Der Moderator versuchte das irgendwie auszugleichen. Die Zeit wurde trotzdem tot geschlagen.

Der Vortrag an sich hätte sehr kurz sein können. Er enthielt leider nicht das, auf das ich gewartet hatte: Eine Zusammenstellung der Situation im Ahrtal und das, was man daraus hätte lernen können. Es wurde statt dessen kurz gezeigt, mit welchen Mitteln das Rote Kreuz im Ahrtal eine Internet-Datenverbindung aufbaute. In dem speziellen Fall wurde das mit (so wie ich das verstanden habe) 2 Festkräften und 2 ehrenamtlichen Helfern gemacht, die jeweils (über einen gewissen Zeitraum) einen Tag am Wochenende tätig waren (Darüber war ich persönlich sehr erstaunt). Es wurde nicht gesagt, wann genau die angereist waren und wann die mit ihrer Arbeit begannen. Nach dem Vortrag äußerte sich der Helfer (Physiker und Amateurfunker und sonstige Funktionen) dahingehend, dass er von dem, was insgesamt im Ahrtal ablief, wenig mitbekam, dass aber die Dinge, die er mitbekam, ihn sehr zornig machten und er nicht näher darauf eingehen wollte.

Auch der Moderator hielt sich sehr zurück, da dies ein "heißes Thema" sei, das auch in den Behörden heiß diskutiert werde.

Mich erstaunte, dass der Referent darüber sprach, dass im LKW-Bereich eine Vielzahl von BOS-Handys aktiv waren, die ein ziemliches Chaos ausgelöst haben sollen.... Ein freiwilliger Helfer, der ohne Bezug zu einem der "Rettungsgiganten" selbständig mit Kfz und Anhänger ins Ahrtal reiste (3 Wochen), um zu helfen, erklärte nur kurz, dass er dort gelernt habe, dass er sich auf keinerlei Behörden verlassen könne und dass im Bereich "Kommunikation" am besten alles analog ablaufen sollte. Die vorhandene, hochmoderne Rettungs-IT-Technologie soll an vielen Stellen nicht funktioniert haben. Dazu kam offenbar, dass etliche Rettungsdienste "herumstanden" und nicht zum Einsatz kamen. Warum, wurde niemanden klar.

Danach wurde über verschiedene, bereits etablierte Notfunk-Zentren in D berichtet. Alles aufgrund privater Initiativen. O-Ton: "Die Feuerwehr kooperierte mit uns, nachdem sie feststellte, dass die Reichweite unserer Funkgeräte größer war als die Reichweite ihrer eigenen".... :-) Es stellte sich aber heraus, dass dort an einer Entscheiderstelle eine Person saß, die "Ereignisse im Ahrtal" mitbekommen hatte und daher "aufnahmefähiger" war. Andere Gemeinden scheinen sich stur zu verhalten, weil sie denken, dass sie "alles im Griff" haben.... :-)

Über die Situation in Österreich berichtete kurz ein dortiger Notfunker. Dort ist zwar der Amateurfunk eingebunden, die Einbindung des Bürgernotfunks ohne Lizenz ist jedoch nicht/kaum vorhanden. In ersten Ansätzen wird eine Anbindung an den CB-Funk angedacht (4 W AM/FM -12 W SSB Sendeleistung). Freenet mit 1 W Sendeleistung auf dem 2 m Band ist dort nicht zugelassen. PMR446 auf dem 0,7 m Band darf nur mit 0,5 W funken. Die Einrichtung von Relais für den lizenzfreien Bürgerfunk ist gesetzlich nicht vorgesehen. In Deutschland werden mehr und mehr Relais-Stationen für CB/Freenet/PMR446 eingerichtet, was die Reichweite erheblich erhöht.

Der vorgestellte Notfunkkoffer, der aufgrund des Ahrtal-Unglücks konzipiert wurde (ein Dorf war vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten) basierte auf einem CB-Funkgerät, das in einem wasserdichten Koffer untergebracht war und von einem Hubschrauer hätte abgeworfen werden können.

Die neue Version des Koffers sollte aus einem CB-Handfunkgerät (Alan42) mit Batterien bestehen. Einen Haufen AA-Batterien hätte man zusätzlich beilegen können. Zusätzlich könnte eine Kabelantenne beigelegt werden, die anstelle des Antennenstummels genutzt werden könnte und die die Reichweite erheblich vergrößert. Alles zusammen mit "Betriebsanleitungen". - Leider wurde diese simple Lösung nur besprochen, im Koffer war noch die alte Lösung mit Kfz-Station, 12-Volt-Batterie, Antenne und Mikrofon.

Die Idee des Koffers ist wirklich gut. Leider kam beim Ahrtalunglück niemand auf die Idee.

Alles in Allem ein vernünftiger START. In einem Monat soll die nächste Sitzung stattfinden. Zur Zeit wird abgefragt, was die Interessenten für am Dringlichsten halten. Diese Themen werden dann bearbeitet.

Jeder, der Interesse hat, kann mitmachen und Vorschläge machen.

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Danke für den Bericht - hoffentlich wird es umgesetzt! (oT)

mabraton @, Dienstag, 28.03.2023, 10:47 vor 428 Tagen @ Olivia 772 Views

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