Hexenverfolgung im Mittelalter – und ein typisch deutsches Problem

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 01.11.2022, 12:47 vor 90 Tagen 4536 Views

Da ich festgestellt habe, dass längere Artikel hier nicht so gerne gelesen/gesehen werden, habe ich diesen Artikel im "Le Penseur" veröffentlicht. Es handelt sich um eine längere Abhandlung, wobei ich versucht habe, den oftmals verbissenen Fanatismus von den Menschen, die traditionell zum deutschen Kulturkreis gehören, herauszustellen.

Das kann man so sehen, wie ich:

http://lepenseur-lepenseur.blogspot.com/2022/10/hexenverfolgung-im-mittelalter-und-ein....

Aber man kann es auch anders sehen, wie der Einwand dieses Herrn zum Ausdruck bringt:

http://lepenseur-lepenseur.blogspot.com/2022/10/hexenverfolgungen-und-andere-angeblich....

Worauf ich mir erlaubt habe, eine längere Entgegnung zu schreiben:

http://lepenseur-lepenseur.blogspot.com/2022/10/eine-replik-auf-franz-lechner.html

Aus den dazugehörigen Kommentaren geht hervor, dass wir manche Missverständnisse bereinigt haben. Aber es geht ums Prinzip der Grundlage meiner Überlegungen: Warum ist das, was sich "deutsch schimpft", so davon infiziert, sich mit 200%iger Kraft instrumentalisieren und fanatisieren zu lassen?

Und es soll mir keiner erzählen, wenn man die aktuellen Nachrichten in Europa der letzten Tage vergleicht, dass das anders ist.

Im Mittelalter gab es (so gut wie) keine Hexenverfolgung

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 01.11.2022, 13:00 vor 90 Tagen @ helmut-1 4073 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Dienstag, 01.11.2022, 13:22

Nur eine Wunschvorstellung, dass es doch - bitteschon - im Mitelalter eine Hexenverfolgung hätte geben sollen.
Du projizierst einfach deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse auf das Mittelalter.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Völlig richtig

Taurec ⌂ @, München, Dienstag, 01.11.2022, 13:20 vor 90 Tagen @ Mephistopheles 3892 Views

Hallo!

Nur eine Wunschvorstellung, dass es doch - bitteschon - im Mitelalter eine Hexenverfolgung hätte geben sollen.
Die projizieren einfach ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse auf das Mittelalter.

Völlig richtig. In diesem Falle lautet die Wunschvorstellung bzw. das Bedürfnis, daß "das, was sich 'deutsch schimpft', so davon infiziert [sei], sich mit 200%iger Kraft instrumentalisieren und fanatisieren zu lassen".

Die Frage ist, warum Gegenwartsdeutsche das Bedürfnis haben, ihre eigene Art derart herabzuwürdigen, daß sie historische Tatsachen fahren lassend neue Mythen und große Erzählungen farbrizieren, die ihr Minderwertigkeitsgefühl zur Allgemeingültigkeit erklären (was seinerseits eine perfide Art des Fanatismus ist, nicht der damaligen Deutschen, sondern der ein Zerrbild abgebenden Gegenwartsdeutschen).

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


Weltenwende

Dann erklär mir mal ein bestimmtes Phänomen:

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 01.11.2022, 13:29 vor 90 Tagen @ Taurec 3448 Views

Warum werden die Schlangen vor den Impfzentren seit kurzer Zeit immer länger, auf jeden Fall in Österreich zu beobachten, und (das ist jetzt eine Unterstellung) vermutlich auch in Deutschland?

Warum nicht in anderen Ländern? In Rumänien sind diese Zentren seit Langem geschlossen.

Hexenverbrennungen und Covid-Wahn, ist das wirklich so unterschiedlich?

Θάνατος

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 01.11.2022, 14:25 vor 90 Tagen @ helmut-1 3174 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Dienstag, 01.11.2022, 14:44

Warum werden die Schlangen vor den Impfzentren seit kurzer Zeit immer länger, auf jeden Fall in Österreich zu beobachten, und (das ist jetzt eine Unterstellung) vermutlich auch in Deutschland?

Die Evolution sorgt für das Überleben der Fittesten.
Aber nicht nur.
Sie sorgt auch dafür, dass die nicht so fitten (an die aktuellen Verhältnisse nicht angepassten) baldmöglichst verschwinden, indem sie alles unternehmen, um ihr Verschwinden noch zu beschleunigen.
Das geschieht durch die Impfung. Nicht nur in einem speziellen Fall, sondern generell. Bei jeder Impfung.

Infektionen sind da zur Auslese. Wer nicht fit ist, überlebt sie nicht. Am besten bereits in kindlichem Alter. Damit wird für die Fitness der Gesamtpopulation gesorgt.

Die Impfung dagegen sorgt dafür, dass diejenigen, die nicht so fit sind, die Infektion zunächst überleben.
Das führt jedoch zur Degeneration der gesamten Population. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen für das Erscheinen eines schwarzen Schwans.

Irgendwann, eher kurz als lang, taucht ein Ereignis auf (es muss sich nicht unbedingt um eine Infektion handeln), das zum Verschwinden der gesamten Population führt.
Siehe das Aussterben der Dinmosaurier und der Mammuts.

Warum nicht in anderen Ländern? In Rumänien sind diese Zentren seit Langem geschlossen.

Hexenverbrennungen und Covid-Wahn, ist das wirklich so unterschiedlich?

Ja. Das ist sehr unterschiedlich. Niemand denkt bei Covid an den Teufel.
(Das ist aber vll. zu kurz gedacht :-P .)

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Niemand denkt bei Covid an den Teufel.

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 01.11.2022, 18:06 vor 90 Tagen @ Mephistopheles 2343 Views

O.k., wenn das Deine Meinung ist, dann lassen wir das halt so stehen. Meine Meinung ist eine andere.

Dazu ist das Stichwort Teufel sehr gut geeignet. Meine These:

Hexenverbrennung, Teufelsaustreibung und Covidwahn kommen bei mir auf die selbe Schiene. Wo sehe ich da den gemeinsamen Nenner?

Ich zähle die Begriffe auf:

Feindbild, Angst vor Undefinierbarem, blinde Hörigkeit gegenüber der Obrigkeit (wobei ich da auch die Kirchen miteinbeziehe), Ablehnung eines analytischen und kritischen Denkens, die Faszination des Herdentriebs, usw. usw.

Als einfaches und allgemeinverständliches Attribut kann man noch dazufügen: "Schraube locker". Wo, kann man sich denken.

Hexenverbrennung kommt auf der Schiene der Aufklärung; Covid dagegen ist Gegenaufklärung!

Mephistopheles @, Datschiburg, Mittwoch, 02.11.2022, 11:42 vor 89 Tagen @ helmut-1 1945 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Mittwoch, 02.11.2022, 12:10

O.k., wenn das Deine Meinung ist, dann lassen wir das halt so stehen. Meine Meinung ist eine andere.

Dazu ist das Stichwort Teufel sehr gut geeignet. Meine These:

Hexenverbrennung,

ist die Grundlage des modernen Strafprozesses in der Neuzeit. Das ist auch der Grund, warum es im Mitelalter (so gut wie) keine Hexenverbrennung gegeben hat.

Teufelsaustreibung

das ist eine christliche Spezialität und der Vorläufer der Psychiatrie; das soll hier aber nicht Thema sein.
Die von Dämonen Besessenen aus der Zeit Jesu Christi sind heute die psychisch Kranken.

und Covidwahn

das ist Gegenaufklärung.

kommen bei mir auf die selbe Schiene. Wo sehe ich da den gemeinsamen Nenner?

Der Gemeinsame Nenner besteht einzig und alleine darin, dass du sie zusammen verwurstelst, weil du eben nicht ausreichend differenzierst.

Aber, eins nach dem anderen.

Zuerst die Hexenverfolgung.

Die geschah nicht einfach so, der Staat wurde auch nicht von sich aus tätig, sondern es bedurfte einer Anzeige.

Das ist das erste Kennzeichen, dass es sich um einen modernen Strafprozess handelt.

Wenn jemand als Hexe oder Hexer angezeigt wurde, dann begann der Staat mit Ermittlungen. Man sammelte Verdachtsmaterial, befragte Zeugen, ermittelte, welche Schäden entstanden sind und benutzte dazu ein juristisches Fachbuch, nämlich den Hexenhammer.

Also alles ganz genau so, wie im modernen Strafprozess; oder anders gesagt, der moderne Strafprozess rührt von den Hexenprozessen her. Die Juristerei (Strafrecht, nicht Zivilrecht. Zivilrecht ist römisch) der Neuzeit ist ein Derivat der Hexenprozesse.
Das ist es auch, was die Hexenprozesse vom Mittelalter unterscheidet.

Wenn dann genügend Verdachtsmomente zusammenkamen, dann kam es erst mal zu einer Verhaftung der mutmaßlichen Hexe, die natürlich bis zum Urteil als unschuldig zu gelten hatte. Also genau, wie im modernen Strafprozess.

Natürlich bemühte sich das Gericht, den tatsächlichen Sachverhalt zu ermitteln.
Wichtig waren da vor allem Zeugenaussagen, die bezeugten, dass sie bei den vorgeworfenen Straftaten mit dabei waren. Allerdings waren die nicht so einfach zu bekommen, weil der Zeuge sich damit natürlich zwangsläufig selbst belastete und in Gefahr geriet, wenn er nicht ohnehin schon inhaftiert war, ebenfalls baldigst verhaftet zu werden. Weswegen auch die meisten Zeugenaussagen von denen erfolgten, die bereits in Haft saßen.

Das war schon mal etwas: Man hatte den oder die Verdächtige, man hatte den durch Hexerei verursachten Schaden, den viele Geschädigte belegen, und man hatte die Zeugenaussagen.

Das alles genügte aber vor Gericht noch lange nicht; dazu war man zu pingelig. Immerhin handelte es sich bei Hexerei um ein Schwerverbrechen, deswegen auch die Schwere der Strafen, mit denen sie bedroht war. Man brauchte also unbedingt ein Gesändnis der oder des Angeklagten, um zweifelsfrei zu einem glaubwürdigen Urteil zu kommen.
Daraufhin wandte man sämtliche Mühen, um endlich ein Geständnis zu erreichen; ohne das jemand schwierig und vor allem glaubwürdig wegen eines solch schweren Verbrechens wie der Hexerei verurteilt werden konnte.

Ist diese Geständnis nun erfolgt und das Urteil ergangen, so schritt man doch nicht gleich zur Ausführung. Dazu war der Gedanke der Rehabilitation, auch das eine Errungenschaft der Neuzeit, doch viel zu wichtig.

Für die Rehabilitation nun war die Kirche zuständig. Das entsprach ihrem Auftrag, sich um dias Seelenheil zu kümmern.
Der oder die Sünderin musste also Gelegenheit erhalten, seine Sünden aufrichtig zu bereuen. Nach der Reue erhielt er oder sie dann die Absolution eines Priesters; er oder sie war also wiederaufgenommen in die Gemeinschaft der Seeligen und seine Seele ging nach seinem Tode unmittelbar in den Himmel ein. Weswegen der Himmel noch heute voll ist von Hexen und Zauberern.

Um die Gefahr eines Rückfalls zu minimieren, wurde der oder die Geständige natürlich unmitelbar nach der Reue und Absolution hingerichtet. So wichtig war damals der Gedanke der Rehabilitation.

Im Grunde alles, wie heute; nur dass man heute eben den Glauben verloren hat. Damals war eben das ewige Leben im Himmel wegen seiner immerwährenden Dauer sehr viel wichtiger als das kurze irdische Dasein.

Aber, als die Physik im 20. Jh. bewiesen hatte, dass Ewigkeit nichts anderes ist als das Ende der Zeit, die es vor der Entstehung des Universums nicht gegeben hat (Was dem Kirchenlehrer Augustinus noch nicht gewusst hat, weswegen er auf die Frage, was Gott gemacht hat vor Erschaffung der Welt, antwortete: Die Hölle hat er geschaffen für diejenigen, die solche Fragern stellen!) und die nach dem Ende des Universums wieder verschwinden wird, ist auch der Glaube an das ewige Selenheil verloren gegangen.

Daran glauben nur noch diejenigen, die in der Schule im Physikunterricht nicht so gut aufgepast haben oder gerade krank waren, als "Eine kurze Geschichte der Zeit" gerade drankam.


Ich zähle die Begriffe auf:

Feindbild, Angst vor Undefinierbarem, blinde Hörigkeit gegenüber der Obrigkeit (wobei ich da auch die Kirchen miteinbeziehe), Ablehnung eines analytischen und kritischen Denkens,

Jeder Mensch hat ein Immunsystem, das auch - in den meisten Fällen - mit Covid fertig wird. Diejenigen, die daran sterben, erhalten die Fitness der Gesamtpopulation. Impfung mindert die Fitness der Gesamtheit. Die Folgen werden sich zeigen.

die Faszination des Herdentriebs, usw. usw.

Der Mensch hat keinen Herdentrieb. Während bei Tieren mit Herdentrieb das zur Erhaltung der Art führt, werden Menschen, die ich einem artwidrig auf einen Herdentrieb einlassen (das sind alle, die arbeitsteilig leben), als Popultion wieder verschwinden. Viele Beispiele in der Geschichte.

Als einfaches und allgemeinverständliches Attribut kann man noch dazufügen: "Schraube locker". Wo, kann man sich denken.

Allgemein ja; dir fehlt, wie sich an deinen Beiträgen zeigt, nur das Verständnis. [[zwinker]]

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Um zum letzten Satz zu kommen: Ja, da fehlt mir das Verständnis.

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.11.2022, 18:05 vor 89 Tagen @ Mephistopheles 1640 Views

Gib einem Juristen oder einem Anfänger auf diesem Gebiet die Themenstellung:

Versuche, die Hexenverbrennungen im Sinne der Strafrechtsordnung in ein positives Licht zu rücken.


Dann hättest Du dafür einen 1er bekommen. Den hättest Du Dir dann auch verdient.

Du versteifst Dich auf die Zeiteneinteilung. Ja, genau genommen fanden die Hexenverfolgungen zum Beginn der Neuzeit statt. Aber das Denken bei den Leuten war damals noch mittelalterlich, ähnlich wie bei der Pest. Es gibt keine Zäsur zwischen Spätmittelalter und Neuzeit, das erfolgte fließend.

Wenn Du die Hexenverfolgungen als Prädikat der Aufklärung bezeichnest, dann habe ich das alles, was ich bisher gelesen habe, falsch verstanden, einschl. Erasmus von Rotterdam, eine prägnante Figur der Aufklärung. Genauso wie die Legitimität des Hexenhammers. Ein Auszug daraus:

Als Hexenhammer bezeichnet man ein literarisches Werk des Dominikanermönchs Heinrich Kramer (1430-1505) zur Legitimation der Hexenverfolgung. Das Werk gilt als eines der verheerendsten Bücher der Weltliteratur und hat mit großer Wahrscheinlichkeit Tausenden von Menschen den Tod gebracht. Von seiner ersten Auflage im Jahr 1487 an wurde das Buch ein mächtiges Instrument für die Inquisitoren. Es legitimierte die Hexenverfolgungen und diente als Anleitung zur Überführung und Verurteilung von vermeintlichen Hexen. Kramers Buch traf Ende des 15. Jahrhunderts den Nerv der Zeit. Denn es brach eine große Kältewelle über Mitteleuropa herein. Extrem kalte und lange Winter verursachten eine Lebensmittelknappheit, selbst die grundlegenden Nahrungsmittel wurden ausgesprochen teuer, so dass große Bevölkerungskreise verarmten oder hungerten. Für derlei Klimaveränderungen oder auch Krankheiten wie die Pest wurden dann immer wieder Hexen verantwortlich gemacht, die mit ihrem "Schadenszauber" der Bevölkerung zusetzen wollten. Der Hexenhammer von Heinrich Kramer wurde bis 1669 insgesamt 29 Mal aufgelegt. Aber schon zu seinen Lebzeiten gab es Widerstand gegen das Buch. Unter anderem verspottete Erasmus von Rotterdam (1466-1536) – einer der größten Humanisten jener Zeit - den Autor und den Inhalt seines Buches.

https://www.alemannische-seiten.de/wissen/hexenhammer.php

Kramer war übrigens kein Protestant nach Luther, er war ein katholischer Mönch.

Du schreibst:

Die geschah nicht einfach so, der Staat wurde auch nicht von sich aus tätig, sondern es bedurfte einer Anzeige.

Aber in der gesamten weiteren Abhandlung hast Du eines überhaupt nicht erwähnt, nämlich das Denunziantentum, das typisch für das mittelalterliche Denken war. Der Denunziant hat das Verfahren gegen eine Hexe oder einen Hexer eingeleitet, und er war auch zu einem gewissen Prozentsatz am eingezogenen Vermögen des Beschuldigten beteiligt.

Damit komme ich zu einem Kernproblem der Deutschen: Das Denunziantentum.

As wir zur Weihnachts-/Silvesterzeit 2020/2021 und auch im nächsten Jahr bei uns im Zentrum unserer Stadt, wo man offiziell diese Feiern verboten hatte (nur im engsten Familienkreis, mit x Personen) bei uns im Haus mit ca. 15 - 20 Personen bis in die frühen Morgenstunden gefeiert hatten, vor allem mit den Jungs und Mädels meines Jüngsten, mit voller Lautstärke der Boxen Musik, und da die Kerle auch geraucht haben, mit gekippten Fenstern, glaubst Du, da hätte sich jemand aus der Nachbarschaft dafür interessiert?

Mach das mal in Deutschland, innerhalb von maximal 10 Minuten ist das Ordnungsamt an der Türe und klingelt. Warum: Weil Dich jemand aus der Nachbarschaft angezeigt hat.

Dieses Denunziantentum hat sich aus der Zeit des Mittelalters bis in die heutige Zeit tapfer gehalten, aber nur bei den Deutschen. Und erzähl mir nicht, das wäre ein Element der Aufklärung.

Dir fehlt vor allem jedes faktenbasierte, historisch belegte Wissen über die Epoche des Mittelalters.

MausS @, Mittwoch, 02.11.2022, 19:16 vor 89 Tagen @ helmut-1 1746 Views

Dein bzw. unser diesbezügliches Schulwissen ist tatsächlich nichts wert - es beruht ausschließlich auf der rein propagandistischen Ideologie der sozialen Siegerschicht des damals (debitistisch bedingt!) aufstrebenden, die wirtschaftliche wie die gesellschaftliche Macht erringenden sog. Bürgertums.

Mit der Hilfe von Glaube, Annahme, Vermutung und Behauptung - egal, wie erlangt - lassen sich jedoch immer nur intellektuelle Luftschlösser projizieren.

Freundlich grüßend

MausS

--
"Der Tod der Menschheit ist nicht nur ein denkbares Ereignis, wenn der Sozialismus triumphiert, sondern er stellt das Ziel des Sozialismus dar."
Igor Schafarewitsch, 1980

Vielleicht hast Du ja damit recht

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.11.2022, 22:40 vor 88 Tagen @ MausS 1517 Views

Aber das ist eine allgemein gehaltene Aussage. Es wäre schön, wenn Du aufgrund Deiner Meinung das eine oder andere, das ich angesprochen habe, als falsch nennen könntest.

Beispiel: Meinst Du, dass es damals keine Denunzianten gegeben hat?

Bin selber kein Experte fürs Mittelalter, aber was ich mit Sicherheit weiß

MausS @, Donnerstag, 03.11.2022, 08:18 vor 88 Tagen @ helmut-1 1621 Views

habe ich dir ja bereits mitgeteilt: die Darstellung durch die historischen Sieger taugt nicht zur Urteilsbildung. Wenn Du diese ganz allgemeine und allgemeingültige Erkenntnis aus deinem eigenen Erleben nachvollziehen kannst, dann wird sofort klar:

Das Mittelalter war weder finster, noch rückständig, noch ungerecht, noch wissensfeindlich (und die Behauptung, man hätte damals geglaubt, die Erde stünde im Mittelpunkt des Universums, ist genau so eine Mär),

sondern das Mittelalter war genau auf dem Stand seiner zivilisatorisch möglichen Entwicklung.

Das soziale Leben war sehr ausgeprägt, dabei schichtenübergreifend organisiert, der effektive Zeitaufwand für die Arbeit zum Lebensunterhalt war wesentlich(!) geringer als heute (bedingt durch den einfachen Stand der Entwicklung der Produktionsmittel und eine fast ideale Größe der darauf aufbauenden Population) - mithin war der Charakter der gesellschaftlichen Gesamtsituation hinsichtlich der sozialen Sicherheiten ähnlich dem heutigen: der allgemeine Wohlstand kam sozusagen, wie heute, "aus der Steckdose".

Dann änderten sich die klimatischen Bedingungen, die Kleine Eiszeit setzte ein, und, auch gerade damit verbunden, griffen die debitistischen Zwänge unerbittlich zu.

Genaugenommen das gleiche werden wir jetzt erleben: die 'Erderhitzung' wird sich als das genaue Gegenteil des von ihren Dummschwaflern Vorhergesagten erweisen.
Pech, wenn man längerlaufende Schwankungen der Großwetterlagen mit Klima verwechselt, dumm gelaufen.

Da aber heute wie damals durch eine Periode scheinbar ewig währender gesellschaftlicher Stabilität die Deppen und Kriminellen die sozialen Entscheidungspositionen besetzen konnten (kann jeder, passiert ja sowieso nichts wirklich Bedrohendes), geht's nun in Richtung harter Aufschlag.

Und keine Bange, letzteres trifft in den Zentren der Steuerung, in der Mannschaft des Prädiktors, ganz genau so zu. Diese Kopflosigkeit bricht sich ja gegenwärtig gerade vor unser aller Augen ihre Bahn, und sie wird auch um die jetzt aufstrebenden multipolar organisierten Opponenten keine Bogen machen. In ca. anderthalb Generationen (ca. 40 bis 50 Jahren, meine Schätzung) sterben diese Gesellschaften den gleichen Tod wie ihre wertewestlichen Vorgänger.

Das alles ist einfach debitistisch determiniert.

So, bin jetzt etwas vom Ziel abgekommen, sieh's mir bitte nach.

Freundlich grüßend

MausS

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"Der Tod der Menschheit ist nicht nur ein denkbares Ereignis, wenn der Sozialismus triumphiert, sondern er stellt das Ziel des Sozialismus dar."
Igor Schafarewitsch, 1980

Einwand, euer Ehren: Aktuell sieht es so aus, als wenn das Weltall gar keinen Anfang (und somit auch kein Ende?) hat.

Griba @, Dunkeldeutschland, Mittwoch, 02.11.2022, 18:48 vor 89 Tagen @ Mephistopheles 1677 Views

Jedenfalls kann man das vermuten, auch wenn es voraussetzt, daß das Licht "altert", d. h. die Rotverschiebung nicht oder nicht nur durch den Doppler-Effekt, sondern (auch) durch die Laufzeit des Lichts bewirkt wird.
Es bleibt interessant. [[top]]

--
Beste Grüße

GRIBA

Corona: "Diejenigen, die daran sterben, erhalten die Fitness der Gesamtpopulation." - das ist blanker Unsinn!

FOX-NEWS @, fair and balanced, Donnerstag, 10.11.2022, 11:03 vor 81 Tagen @ Mephistopheles 998 Views

Jeder Mensch hat ein Immunsystem, das auch - in den meisten Fällen - mit Covid fertig wird. Diejenigen, die daran sterben, erhalten die Fitness der Gesamtpopulation. Impfung mindert die Fitness der Gesamtheit. Die Folgen werden sich zeigen.

Es sterben vor allem Alte, die ihre Gene idR nicht mehr weitergeben. Somit ist diese Aussage ein "Epic Fail"!

[[euklid]] [[euklid]] [[euklid]]

Grüße

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[image]
** sic transit gloria germaniae **

Oh Foxi, du Oberknaller, rechne das doch mal debitistisch durch

Mephistopheles @, Datschiburg, Donnerstag, 10.11.2022, 11:53 vor 81 Tagen @ FOX-NEWS 1002 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Donnerstag, 10.11.2022, 12:00

Jeder Mensch hat ein Immunsystem, das auch - in den meisten Fällen - mit Covid fertig wird. Diejenigen, die daran sterben, erhalten die Fitness der Gesamtpopulation. Impfung mindert die Fitness der Gesamtheit. Die Folgen werden sich zeigen.


Es sterben vor allem Alte, die ihre Gene idR nicht mehr weitergeben. Somit ist diese Aussage ein "Epic Fail"!

[[euklid]] [[euklid]] [[euklid]]

Grüße

Das Geld, das für Renten, medizinische und Pflegedienstleistungen aufgewendet werden muss, wo kommt das denn her?

Exakt!

Das ist genau das Geld, das normalerweise, also in normal funktionierenden und nicht vom Todestrieb getriebenen Gesellschaften, für Kinder und deren Aufzucht und Ausbildung aufgewendet wird. Und dieses Geld fehlt nun, weil man dasselbe Geld nicht zweimal ausgeben kann! Die Alten leben direkt auf Kosten des Nachwuchses, der nicht mehr erscheint!

Eine Population ist um so fiter, je jünger sie im Durchchnitt ist!

Jeder Alte, der stirbt, schafft Platz für einen Jungen. Nur sind die Jungen eben nicht mehr unsere Nachfahren, da sich die mittlere Generation diese nicht mehr leisten kann, dda ihre Resourcewn von den Alten statt eigenen Nachwuches aufgezehrt werden!

Gruß Mephistopheles

--
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Ein kleverer Versuch, die argumentativen Gleise zu wechseln!

FOX-NEWS @, fair and balanced, Donnerstag, 10.11.2022, 13:13 vor 81 Tagen @ Mephistopheles 981 Views

[[top]]

Aber erkannt! Deine Ursprungsaussage war zweifelsohne biologisch gemeint. So seh'n Verlierer aus, schaalalalalaaaah ...

[[euklid]]

Grüße

--
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** sic transit gloria germaniae **

Nö. Kein Wechsel. Du hast wahrscheinlich nur etwas nicht verstanden

Mephistopheles @, Datschiburg, Donnerstag, 10.11.2022, 17:09 vor 81 Tagen @ FOX-NEWS 977 Views

[[top]]

Aber erkannt! Deine Ursprungsaussage war zweifelsohne biologisch gemeint. So seh'n Verlierer aus, schaalalalalaaaah ...

[[euklid]]

Grüße

Hier noch einmal meine Ursprungsaussage im Zusammenhang:

Jeder Mensch hat ein Immunsystem, das auch - in den meisten Fällen - mit Covid fertig wird. Diejenigen, die daran sterben, erhalten die Fitness der Gesamtpopulation. Impfung mindert die Fitness der Gesamtheit. Die Folgen werden sich zeigen.

Ich setze als allgemein bekannt voraus, dass das Immunsystem im Alter - wie alle Lebensprozesse - nachlässt oder schwächelt.
Ich setze ebenso als allgemein bekannt voraus, dass zur Fitness einer Population ihre Jugendlichkeit und sexuelle Potenz gehört.

Wenn mir allerdings etwas vorzuwerfen ist, dann das, dass ich nicht mit dem DAU gerechnet habe. [[zwinker]]

Gruß Mephistopheles

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Du gibst Dich mit Überschriften zufrieden. Das ist Dein Problem.

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 01.11.2022, 13:26 vor 90 Tagen @ Mephistopheles 2896 Views

Hättest Du den Text gelesen, dann wüsstest Du, wie ich das eingeordnet habe.

Stimmt. Vielleicht solltest du das zum Anlass nehmen, deine Texte etwas lesefreundlicher zu gestalten (oT)

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 01.11.2022, 13:54 vor 90 Tagen @ helmut-1 2538 Views

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Ich bin zwar immer aufnahmefähig, was Kritik betrifft, aber

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 01.11.2022, 18:16 vor 90 Tagen @ Mephistopheles 2277 Views

ich wüsste nicht, was man bei meinem Eingangsartikel lesefreundlicher darstellen könnte. Das ist in kurzen und prägnanten Beschreibungen die Erläuterung meines langen Machwerks, man kann daraus erkennen, worums da geht, und ich habe auch übersichtlich die dazugehörigen links angegeben.

Aber vielleicht soll ich in Zukunft für Dich ein paar Bilder dazumachen.

… Machtmaximierung durch Gläubigenmaximierung."

Ostfriese @, Donnerstag, 03.11.2022, 10:50 vor 88 Tagen @ Mephistopheles 1516 Views

Hallo Mephistopheles

Nur eine Wunschvorstellung, dass es doch - bitteschön - im Mittelalter eine Hexenverfolgung hätte geben sollen.

Leider werden die Inhalte der grundlegenden Heinsohn/Steigerschen Abhandlungen über Hexenverfolgung im Mittelalter weder in helmut-1s verlinkten drei Beiträgen noch im ganzen Faden benannt: Sie begründeten erst im letzten Viertel des letzten Jahrhunderts in vielen Veröffentlichungen sehr kontroverse Diskussionen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Vernichtung_der_weisen_Frauen

Bei dem 'Hexenhammer' handelt es sich um die Verfolgung der 'weisen Frauen' als die letzten Bewahrerinnen der 'magisch-heidnischen Kultur', die bei Verhütung, Abtreibung und Kindstötung halfen, weil es eben die Natur der Frau ist, über keine die natürliche Ernährung sicherstellende Anzahl der Geburtenzahl hinauszugehen.

Im Zuge der sich ab dem 13./14. Jh. ausbreitenden Machtmaximierung musste als Machtbasis die Bevölkerungszahl maximiert werden, um auf Truppen, die keine Söldner waren, zurückgreifen zu können. Das ist keine 'christliches' Besonderheit, sondern wurde von 'Kirchenfürsten' betrieben, die über große Landgebiete verfügten und sich aus Gründen der Eigentumsökonomie und des Debitismus verteidigen mussten bzw. erweitern wollten, aber letztendlich auch von anderen Fürsten: Es ist das politische Kalkül von Klerus und Adel, durch Geburtenkontrolle und 'Tilgung des Verhütungswissens' die Bevölkerungszahl zu vergrößern.

Dazu

Dottore: "Aber nehmen wir die Bevölkerungspolitik der Katholischen Kirche. Die kenne ich ganz gut und kann versichern, dass sie sich aus sich selbst heraus erklärt: …

Gruß - Ostfriese

Ja, ein mentales Problem, an dem ich auch grübele...

Andudu, Mittwoch, 02.11.2022, 10:53 vor 89 Tagen @ helmut-1 2126 Views

bearbeitet von Andudu, Mittwoch, 02.11.2022, 11:21

Es sei bei dieser Gelegenheit auch nochmal der hervorragende Artikel vom Fassadenkratzer (2015) erwähnt:
https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/11/03/die-deutschen-und-die-obrigkeit-heinri...

Die Frage steht natürlich im Raum: was unterscheidet die Deutschen von anderen?

Gefolgt von der Frage: warum müssen die Angelsachsen Imperien erobern, während die Deutschen einer imaginierten Hypermoralität hinterherhecheln?

Das genetische Erbe ist ja nicht wirklich unterschiedlich, es muss also ein kulturell-sprachbedingtes Phänomen sein.

Ich sehe die Obrigkeitshörigkeit lediglich als abgeleitet an. Die Deutschen sind nicht unterwürfiger als andere Völker, sind sind nur unkritischer und sie neigen zum Perfektionismus (statt angelsächsischer Pragmatik). Eine sehr gefährliche Mischung!

Warum aber sind sie unkritischer? Weil sie in der Praxis kaum schlechte Erfahrungen damit gemacht haben! Es ist eine Rückkopplungsschleife: man vertraut den anderen weitgehend, man hat hohe soziale Standards, was wiederrum dazu führt, dass alles einigermaßen funktioniert und man damit nicht auf die Nase fällt. Es lebt sich bequem und es funktioniert(e). Das ist in vielen nordischen Ländern so, m.E. auch bei den Briten, wobei die Obrigkeit das dort auf andere Art ausnutzt.

Aber woher kommt der Perfektionismus? Ist das so ein preussisches Erbe? Ist das ein Ausfluß unserer Sprache, die besonders exakt formulieren kann und daher wenige Grauzonen kennt und zu falschen Dichotomien (gut/schlecht, rechts/links, Hexe/Gläubiger) neigt und für Manipulationen besonders gut geeignet ist?

Ich weiß es nicht! Aber der Perfektionismus ist es, der die Deutschen so verkrampfen lässt. Er ist es auch, der das Mitläufertum zwangsweise erzeugt, weil du den Behörden und deinen Mitmenschen nicht entgehen kannst! Du bist genötigt mitzulaufen oder den Kopf einzuziehen, wenn du überleben oder deine Familie da raushalten willst!

Zugrunde liegt hier m.E. tatsächlich eine fatale gut/böse bzw. richtig/falsch-Dichotomie. Das was man als falsch oder böse erkannt zu haben glaubt, wird rigoros bekämpft, bis in die eigene Familie hinein. Dass es einen Graubereich geben könnte, dass man selbst Lücken in seinem Wissen haben könnte, kommt in diesem Denken nicht vor. Das ist schon schlimm genug, aber Psychopathen und Trittbrettfahrer erkennen das natürlich schnell, nutzen das aus und verschärfen es bzw. halten es am Leben, um ihre Vorteile daraus zu ziehen.

Das alles führt wiederrum dazu, dass die Deutschen nicht gerne diskutieren (da sind die Schweizer m.E. besser, Dank der Praxis durch ihre direkte Demokratie), denn die meisten Mitmenschen haben keinerlei Übung darin, sich zu hinterfragen und reagieren deshalb empört, wenn man andere Ansichten hat. Dieses "Nicht-miteinander-reden", man ahnt es schon, radikalisiert die Meinungen und verhindert das Ausbreiten von alternativen Informationen, das Erkennen der eigenen Fehlbarkeit, das Erschließen von Grauzonen und außerdem das Vertrauen in seine Mitbürger (niemand hasst die Deutschen so sehr, wie sie sich gegenseitig)... auch das wieder eine fatale Rückkopplungsschleife. Die Deutschen sind bornierte Besserwisser, weil sie nicht miteinander diskutieren, was sie aber nicht tun, weil sie bornierte Besserwisser sind.

Das ist alles zum heulen und sehr schwer aufzubrechen. Ich versuche das seit Jahrzehnten und scheitere in der Praxis doch ständig damit, in letzter Zeit vor allem daran, dass man fast überall zensiert wird und sich nur noch in Blasen gegenseitig bestätigt (was keinen großen Gewinn bringt). Das Internet war eine Chance, aber sie ist, Dank massiver Zensur und Mißbrauch von Agenturen, schon fast wieder geschliffen.

Immerhin ist interessant, dass es ähnlich gelagerte (nicht identische) mentale Probleme in allen zivilisierten Ländern zu geben scheint und dass sie überall gerade hochkochen, wobei es uns gelingt, das mal wieder zu toppen (Perfektionismus halt, das Pendel auslenken, bis es bricht).

Sehr gute Analyse, Andudu.

Naclador @, Göttingen, Mittwoch, 02.11.2022, 11:35 vor 89 Tagen @ Andudu 1973 Views

Der Begriff "bornierter Besserwisser" trifft es, glaube ich, ganz gut. Ich selbst erkenne eine gute Portion "bornierter Besserwisser" in meinem eigenen Charakter.

Weshalb aber tun sich die Deutschen besonders schwer mit dem Differenzieren? Die Sprache leistet sicherlich ihren Beitrag. Wir sind an Eindeutigkeit der Sprache gewöhnt, an klare Kategorien. Etwas gehört entweder in die eine oder in die andere Kategorie. Abstufungen dazwischen fallen uns offenbar schwer. Putin ist entweder ein Satan oder ein Heiliger. Dass er einfach nur ein Mensch mit Stärken und Schwächen sein könnte, bereitet offenbar mentale Schwierigkeiten.

Klar ist, dass sich diese unsere Schwäche wunderbar ausnutzen lässt, um künstliche Spaltlinien entlang beliebiger Kategorien in die Bevölkerung zu treiben. Jude vs. Arier oder Geimpfter vs. Querdenker, kein anderes Volk lässt sich so leicht in verfeindete Fraktionen spalten wie die Deutschen. Keines hasst die jeweils andere Fraktion mit solcher Inbrunst. Denn allein die Tatsache, dass jemand sich für eine andere Fraktion entschiedenen hat, führt dem Deutschen die eigene Fehlbarkeit vor Augen, und das erträgt er nicht gut.

Daher kann ich nur Erleichterung empfinden dafür, dass die Deutschen nun den Weg in die ökonomische und machtpolitische Bedeutungslosigkeit eingeschlagen haben. Glücklicherweise haben die Jahre der McKinseyierung die Bundeswehr in praktisch vollständiger Kampfunfähigkeit zurückgelassen, so dass wir in den kommenden Jahrzehnten keine Gefahr für unsere Nachbarstaaten darstellen werden. Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn die Grünen mit einer schlagkräftigen Armee in Europa auf Klimakreuzzug gingen.

Hasse ich den Deutschen mehr als jeder Ausländer? Nein, keineswegs. Aber ich habe in den vergangenen drei Jahren gelernt, ihn zu fürchten.

Gruß,
Naclador

--
"Nur die Lüge benötigt die Stütze der Staatsgewalt. Die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Thomas Jefferson

Ihr seid zu streng

Rain @, Mittwoch, 02.11.2022, 13:04 vor 89 Tagen @ Naclador 2037 Views

Lieber Andudu, lieber Naclador,

Ihr seid zu streng mit den Deutschen.

Es ist richtig, der Deutsche will alles richtig machen, neigt zum Perfektionismus und will keinen Ärger.

Das beruht aber meiner Ansicht nach nicht auf grundsätzlichen Charakterzügen, sondern auf der deutschen Vergangenheit.

Man vergißt gerne, daß die Deutschen seit vielen hundert Jahren immer und immer wieder neu traumatisiert wurden, entweder durch Naturkatastrophen wie das Magdalenenhochwasser, durch Krankheiten wie die Pest, und in erster Linie, durch Kriege.

In Deutschland, dem Herz Europas, wurden wieder und wieder die Kriege gekämpft. Die Pfalz, Rheinhessen, wurde mehrmals niedergebrannt, nahezu dem Erdboden gleichgemacht. Worms, früher eines der Zentren, wurde 1689 komplett niedergebrannt. Melac kommt! Der Schwede kommt! waren früher bekannte Ausrufe. Pommernland ist abgebrannt, hab ich als Kind noch gelernt.

Im letzten Jahrhundert zwei Hungersnöte, zwei mal Zerstörung.

Im Mittelalter mehrere Judenpogrome, die auch die restliche Bevölkerung nicht unberührt gelassen hat, dann in der Neuzeit, oben haben wir davon gesprochen, die Hexenprozesse.

Die Deutschen gehen, um mit Ernst Jünger zu sprechen, seit Generationen durchs Stahlgewitter.

Jede Generation gibt ihre Traumata an ihre Kinder weiter, diese wieder.

Mein Großvater war (auch) durch den ersten Weltkrieg traumatisiert, gab dies an seine Kinder weiter, diese an die nächste Generation. Erst die Generation meiner Kinder ist vergleichsweise traumafrei aufgewachsen. (Bis jetzt).

Die Verluste, die Ängste, die Verletzungen führen dazu, daß man sich aufgibt, oder versucht, besser zu werden, mehr zu kämpfen, seine Sache so gut wie möglich zu machen. Viele, ich kannte als Kind noch welche, Soldaten im 2. Weltkrieg, haben danach versucht, möglichst unauffällig zu leben, der Obrigkeit nicht aufzufallen, sich anzupassen.

Überwiegend mag ich Deutsche, weil sie sanft sind und eigentlich nichts Böses wollen. Daß sie sich auf die Seite der Obrigkeit stellen, ist für viele überlebenswichtig, daß sie alles glauben, liegt an ihrer Ehrlichkeit.


Beste Grüsse

Rain

--
Der Rechtsstaat ist wie die Luft: Unsichtbar aber essentiell.

Ich verstehe das durchaus...

Andudu, Mittwoch, 02.11.2022, 14:46 vor 89 Tagen @ Rain 1886 Views

bearbeitet von Andudu, Mittwoch, 02.11.2022, 14:58

... ich analysiere ja auch nur.

Mein Großvater war (auch) durch den ersten Weltkrieg traumatisiert, gab dies an seine Kinder weiter, diese an die nächste Generation. Erst die Generation meiner Kinder ist vergleichsweise traumafrei aufgewachsen. (Bis jetzt).

Meine Großeltern wurden auch aus Schlesien vertrieben, meine Eltern (und teilweise ich) sind unter den Kommunisten aufgewachsen, auch eine spezielle Erfahrung.

Aber die fanatischsten Kämpfer sind keinesfalls die Opfer von früher, sondern junge radikalisierte Leute. Menschen die eben ohne Trauma aufgewachsen sind, denen die Erdung fehlt, die teilweise ihre Vorfahren hassen, weil denen in der Nachkriegszeit alle Schuld in die Schuhe geschoben wurde (man könnte das allerdings als Trauma der Nachkriegsgeneration auffassen, sie wurden offiziell in ein Schuld-Volk hineingeboren, woran sie extrem zu kauen haben).

Versuch mal, in einem normalen Forum irgendeinen Zusammenhang zum zweiten WK zu erklären, dann bist du i.d.R. wegen Nazi-Verdacht schneller gesperrt, als dir jemand antworten kann. Nur ein Bruchteil der Forenten besitzt die Größe, sich die Argumente anzuschauen, vom Rest schlägt dir blanker Hass entgegen, kombiniert mit Unterstellungen und der unverkennbaren Message: hier ist ein Feind! Einer vom fremden Rudel! Ein Böser, ein Nazi! Vernichtet ihn!

Und genau das: der Nazi-Verdacht, ist ein Beispiel für diese rigorose Kategorisierung, die ich meinte. Diese falsche Dichotomie zwischen gut und böse. Gerade so, als ob ein Mensch nur total richtig oder total falsch liegen könnte, nur gut oder nur böse sein. Es ist infantil, aber bemerkenswert große Kreise in Deutschland denken genau so. Und ich habe mich gefragt, warum.

Überwiegend mag ich Deutsche, weil sie sanft sind und eigentlich nichts Böses wollen.

Es ist sogar noch schlimmer: sie wollen nicht nur nichts Böses, sie wollen nur Gutes! Und dabei schießen sie dann gerne mal weit übers Ziel hinaus (gut gemeint vs. gut gemacht), weil es bei der Problemanalyse hapert.

Die "Reeducation" hat das mit ihrer Verteufelung der Nazis nur verstärkt. Statt den psychologischen Fehler zu erklären, dass nämlich die Nazis auch nur "das Gute" wollten, aber eben mit stark verengtem Fokus, hat man die Nachkriegsdeutschen auf Symbole und Rudelerkennung trainiert, so dass der selbe Fehler wieder begangen wird, in dem verzweifelten Versuch, diesmal aber wirklich "das richtige Gute" zu tun. Man rennt vermeintlich in die Gegenrichtung und erkennt nicht, dass man es wieder genauso hemmungslos übertreibt.

Daß sie sich auf die Seite der Obrigkeit stellen, ist für viele überlebenswichtig, daß sie alles glauben, liegt an ihrer Ehrlichkeit.

Ja, das hatte ich ja auch so ähnlich geschrieben. Dank der Rigorosität hat man kaum eine andere Wahl. Es ist ebenso schwierig, dem bürokratischen Perfektionismus zu entgehen, wie der sozialen Überwachung seiner Mitmenschen. Spätestens bei Corona ist das sehr vielen schmerzlich bewusst geworden.

Immerhin hat man auch gesehen, wie weit wir schon degradiert sind. Die Impf- und Testgesetzgebung usw. war lückenhaft und lange Zeit recht leicht auszutricksen, also weit davon entfernt, perfekt durchorganisiert zu sein (da waren die Schweizer m.W. sehr viel gründlicher, im negativen Sinne).

Darf ich dir etwas zu den Corona-Abläufen sagen? Ich hatte den Eindruck, dass in D bewußt Sand ins Corona-Getriebe gestreut wurde.

Olivia @, Mittwoch, 02.11.2022, 21:29 vor 88 Tagen @ Andudu 1724 Views

Klar waren die Zeitungen voll mit allen möglichen Horroszenarien. Aber die Impfungen als solche liefen hier sehr spät an..... und Spahn hat ein Gesetz gemacht, nachdem auch "alte Impfdosen" (Verfalldatum überschritten) verimpft werden dürfen.... und dass die Inhaltsstoffe..... was war also drin in den Döschen? Wieviele waren durch die Transporte zu schlecht gekühlt?

Auch die ganzen fehlenden Datenerhebungen sehe ich als "systematisch" an. Warum wohl? :-)

ALLE anderen waren schneller dran und ließen sich mit Begeisterung impfen. Sehr viel höhere Impfbereitschaft als in Deutschland. Und von Demonstrationen habe ich überhaupt nix gehört.

Wo schaut ihr nur hin? Die Demos waren in Deutschland und in Österreich. In beiden Ländern wird Deutsch gesprochen.

Von welchen Ländern aus wurde gegen die Imfungen opponiert?
Übrigens: ausgerechnet im "obrigkeitstreuen" Bayern ging die Impfbereitschaft nicht durch die Decke..... trotz den vielen Hotspots.

Wie viele Prozent der dt. sprechenden Bevölkerung sind nicht geimpft? Ich schätze mal, dass es die höchste Ungeimpftenzahl in den westlichen, europäischen Ländern ist. Nur in den USA ist die Zahl prozentual noch höher. Da weigerten sich große Teile der Trump-Anhänger, sich die "gute Sache" unter die Haut spritzen zu lassen.... und das, obwohl ihr Hero die Impfung empfahl.

So blöd, wie ihr denkt, sind die Leute nicht!

--
For entertainment purposes only.

Kurze Gegenmeinung

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.11.2022, 22:56 vor 88 Tagen @ Olivia 1598 Views

Ich spreche von Äpfeln, Du sprichst von Birnen.

Es gab Demos, und zwar viele, in allen möglichen Ländern, und in erster Linie gegen das, wogegen man sich nicht wehren konnte. Das waren die Restriktionen, bis einschl. grüner Pass, etc. Gegen die Impfung wurde kaum protestiert, warum auch. Ist ja jedem selbst überlassen, ob er sich impfen lässt oder nicht.

Von solchen Dingen wie in Triest habe ich in Deutschland nichts gehört oder gelesen, wo man sich in Massen im Zentrum der Stadt versammelt hat, ein Orchester hat schöne Weisen gespielt, und am Schluss singen alle die Nationalhymne. Trotz Versammlungsverbots.

https://www.youtube.com/watch?v=JYWvDuGMOu4

In Deutschland wären die Polizisten gekommen und hätten mit Stöcken den Abstand zwischen den Demonstranten gemessen. Die Fotos habe ich aufgehoben.

Das zum Beispiel gibts nur in Deutschland, das habe ich sonst nirgends bemerkt:

https://ibb.co/JpKhnjd

Noch was zum Verfalldatum für die Spritzen:

Hat man in RO genauso gemacht, da hat man die Gültigkeitsdauer der Dosen um drei Monate verlängert, weil kaum jemand zum Impfen gekommen ist.

In Deutschland wurde auch gegen die Impfungen demonstriert. In Freiburg waren auch Ärzte mit Transparenten dabei. Es wurde nicht darüber berichtet.

Olivia @, Donnerstag, 03.11.2022, 23:22 vor 87 Tagen @ helmut-1 1469 Views

bearbeitet von Olivia, Donnerstag, 03.11.2022, 23:26

Genauso, wie in den deutschen Medien kaum über die Gelbwestenproteste in Frankreich berichtet wurde.... und wenn, dann nur verkürzt und sehr parteiisch.

In Deutschland und in Österreich und in den USA haben sich sehr früh auch Ärzte kritsch gegenüber dem Impfen geäußert. Auch die Obduktionen, die in D verboten waren, wurden trotzdem von verantwortungsvollen Professoren vorgenommen. Die Ärztin meiner Schwester hat sich sogar geweigert, sie zu impfen und zwar in allen Fällen, bei der Erst- und Zweitimpfung und auch bei den Boostern. Über diese Ärzte wird in den Medien nicht berichtet, aber es gibt viele davon. Es gibt in D auch Selbsthilfegruppen, die Eltern berieten, die ihre Kinder nicht impfen lassen wollten. Eine meiner Bekannten war darin aktiv.

Dass solche Schreiben (wie in deinem Post) auch zustande kommen können (keine Ahnung, ob es den Arzt gibt, aber gehen wir mal davon aus) das ist auch kein Thema. Solche Leute findet man auch in anderen Ländern. Aber in der Regel wird über solche Dinge kaum berichtet.

Es kommt immer darauf an, wohin man seinen Blick richtet.
Die vielen Mediziner und Pflegekräfte, die in Österreich auf die Straße gegangen sind, die haben auch etliches zur nicht kategorisch durchgeführten Impfpflicht für Pflegeberufe beigetragen. Hier bei uns haben die Menschen auf andere Art und Weise opponiert. Als ich mich nachts gegen Tetanus impfen lassen mußte, erklärte mir die Sprechstundenhilfe, dass sie und ihre zwei Kolleginnen, die Dienst taten, auch nicht geimpft seien. Damals gab es schon die Impfpflicht. Und wenn du zu Zeiten der heftigen Diskussionen über die Impfpflicht bei Pflegeberufen mal in die entsprechenden Kanäle bei Telegramm hineingeschaut hast, dann haben diese Leute sich auch sehr klar geäußert und die Situation in ihrem medizinischen Umfeld sehr klar beschrieben. DAS ist Aufklärung und Widerstand und eine Informationsquelle für viele andere. Aber.... es findet nicht spektakulär auf der Straße statt. Die Leute haben andere Wege gefunden. Wer hinschaut, wird das auch sehen.

Viele Menschen ziehen es vor, Dinge, die sie nicht für sinnvoll halten, nicht zu tun.... aber das auch nicht an die große Glocke zu hängen, dann lebt es sich leichter. Vlt. ist das besonders in Bayern verbreitet. HIER gibt es viele Menschen, die sich nicht haben impfen lassen, weil sie naturkundlich orientiert sind. Viele Menschen aus den "Speckgürteln" fallen darunter. Die sind nicht auf die Straße gegangen, die haben es einfach nicht getan. Da konnte Söder erzählen, was er wollte. Genauso, wie sich große Teile der Trump-Anhänger nicht haben impfen lassen, auch wenn er das empfohlen hat.

Es gibt viele Menschen, die denken und nachdenken. Sie plärren das aber nicht alle lautstark in die Welt hinaus.

--
For entertainment purposes only.

Alles schön und gut, was Du da schreibst

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 06.11.2022, 17:39 vor 85 Tagen @ Olivia 1246 Views

Du wirst auch weitestgehend damit recht haben. Aber wieder wirfst Du die Dinge durcheinander. Was meine ich damit:

Gegen die Impfung öffentlich zu protestieren, ist vielleicht löblich, entbehrt aber den wesentlichen Grundsatz der persönlichen Entscheidung. Damit meine ich, dass es mir selbst überlassen bleibt, ob ich mich impfen lasse oder nicht. Wenn es in medizinischen oder Pflegebereichen zum Druck von Seiten des Arbeitgebers kommt, dann muss man selbst entscheiden, was einem wichtiger ist, - der Job oder die Gesundheit.

Auch meine Frau ist in Österreich in der Altenpflege tätig. In Österreich wars ja am weitesten fortgeschritten, mit der Impfpflicht, gerade für diese Gruppe von Personen. Sie hat klar gesagt, dass sie sich nicht impfen lassen wird, schon aus gesundheitlichen Gründen. Wenn man damit nicht einverstanden ist, - kein Problem, sie hat auch Angebote aus der Schweiz. Und siehe da, dann gings auf einmal mit einem periodischen Antigen-Test.

Was habe ich mit Demos gemeint: Die Dinge, denen man unterliegt, die von oben angeordnet werden und die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Das sind die verordneten Restriktionen. Es hat ein paar Demos gegeben, auch in Wien auf der Ringstraße, aber das waren Eintagsfliegen und es waren auch relativ wenige dabei. Sicher wird es auch in anderen Teilen Deutschlands Demos gegeben haben, auch diese Spaziergänge gehören dazu, -aber über dreistellige Personenzahlen ging das niemals hinaus, und dazu wurde es ja auch immer verschwiegen.

Also nochmal: Mir gehts um die Demo gegen die Restriktionen, nicht gegen die Impfung.

Das stimmt ja auch...

Andudu, Freitag, 04.11.2022, 13:43 vor 87 Tagen @ Olivia 1453 Views

bearbeitet von Andudu, Freitag, 04.11.2022, 13:50

...Corona hat auch mit dem Mythos aufgeräumt, dass in anderen Ländern die Bürger viel erfolgreicher widerständig sind.

Aber darum ging es mir ja gar nicht primär, sondern um die Mentalität im Umgang miteinander. Die ist nicht bei allen Querdenkern automatisch besser und nicht bei allen Mainstreamlern automatisch schlecht. Man kann auch Querdenker sein und jeden mit anderer Meinung verurteilen und durch den Wechsel der Krisen, erlebt man das sogar in der Praxis. Einige, bei denen ich dachte, sie wären offen für Argumente, beschimpfen mich mittlerweile als Putinversteher und haben total zugemacht.

Im Endeffekt ist es wie immer: es ist nicht schwarz-weiß, sondern auch bei den Deutschen gibt es eine Verteilungskurve und der Peak ist vielleicht ein bisschen ausgeprägter, als in anderen Ländern (vielleicht auch nicht, ich kenne nur Deutschland aus eigener Anschauung). Durch die Krisen ändert sich das hoffentlich, vielleicht hat es sich sogar schon geändert.

Wir haben auch eine durchaus gewichtige Ausrede: den unfähigsten und teuersten ÖR auf der Welt, der seinen Auftrag eklatant missachtet und mittlerweile zu einer der aggressivsten und manipulativsten Propagandamaschinen mutiert ist. Wäre es nicht so, würde der auch öfter mal qualifizierte Gegenstimmen zu Wort kommen lassen, wären auch die Gewissheiten vieler Bürger nicht so felsenfest. Deshalb hatte ich ja auch erwähnt, dass ich die Deutschen für zu unkritisch halte, zumindest der Durchschnittswestdeutsche ist einfach noch nicht oft genug auf die Nase gefallen mit seiner Leichtgläubigkeit (und das sieht man, trotz aller Proteste, schon an den niedrigen Wahlanteilen der AfD).

Ich sehe das eher breitflächig

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.11.2022, 17:38 vor 89 Tagen @ Rain 1615 Views

Damit meine ich, dass es viele Nationen gibt, besonders auf europäischem Boden, denen es ähnlich ergangen ist, die aber nicht solche "Nachwehen" haben und sich in ihrer Mentalität anders darstellen.

Danke! Das hast du sehr schön formuliert @Rain. oT

Olivia @, Mittwoch, 02.11.2022, 21:19 vor 88 Tagen @ Rain 1526 Views

......

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For entertainment purposes only.

Danke k.T.

Andudu, Mittwoch, 02.11.2022, 14:19 vor 89 Tagen @ Naclador 1575 Views

k.T.

Solche Diskussionen finden nur bei Deutschen statt. Der Drang zur Nabelschau verzerrt den Blick auf das Ganze.

Olivia @, Mittwoch, 02.11.2022, 21:00 vor 88 Tagen @ Naclador 1636 Views

bearbeitet von Olivia, Mittwoch, 02.11.2022, 21:04

Dass die Deutschen perfektionistisch seien, das gehört inzwischen leider zu großen Teilen der Vergangenheit an. Man hat ihnen das Schulsystem zerschlagen - und durch nichts Besseres ersetzt - und die Ausbildung an den Universitäten. Jedenfalls in etlichen Bereichen, wo sich Schulen und Universitäten mit Schülern/Studenten abquälen müssen, die eigentlich besser eine andere Art von Ausbildung gemacht hätten. Und nicht nur das, sie müssen sich auch mit minder qualifizierten Dozenten herumschlagen. Masse statt Klasse. Schade.

Mit "Perfektion" hat das nicht das Geringste zu tun. Im Gegenteil: Der Mangel an Perfektion ist erschreckend! Genau aus dem Grunde funktioniert "Manipulation" - übrigens auch in anderen Ländern.

Warum die Deutschen "vertrauensvoll" sind? SEHR EINFACH: Viele der Einwohner sind noch gewöhnt daran, dass "das Wort" gilt, dass "man" nicht einbricht und dass "man" nicht betrügt. - Als ich - vor langer Zeit - in den USA lebte, war einer der Aussprüche: "Ja, wir wissen, dass ihr Deutschen meint, was ihr sagt"..... d.h. DAS war KEINE Selbstverständlichkeit in anderen geographischen Breiten des "Wertewestens".

Solche FÄHIGKEITEN - sich das Umfeld so zu organisieren, dass man "ehrlich" sein kann, die haben selbstverständlich Nachteile. Man hat kein Instrumentarium dafür entwickelt, wie sich LÜGEN bzw. gezieltes Lügen anfühlt. Das mag auch mit dem geschichtlichen Werdegang dieses im Zentrum Europas liegenden Landes zu tun haben. Er ist anders als der der Staaten der Peripherie, die zu großen Teilen "leer" waren (wenig Bevölkerung). Auch hatten sie nicht so viele unterschiedliche Einflüsse durch diverse "Wanderungsbewegungen".

Helmut könnte sich die Balken im eigenen Auge einmal näher anschauen (damit meine ich die "Glorifizierung" der rumänischen "Werte" vs "dt. Denunziantentum") bevor er sich daran macht, auf "die deutschen, geborenen Denunzianten" loszugehen. - Offenbar fällt einigen das Denken, Analysieren und Differenzieren etwas schwer, wenn sie so auf "den Deutschen an sich" losgehen. - Ein Land, das in der Mitte Europas liegt, dicht besiedelt ist, eine sehr dichte und effiziente Infrastruktur besitzt (immer noch) und das aufgrund der (ebenfalls immer noch) vorhandenen Präzisisionsarbeit seine hervorragenden Produkte weltweit verkauft, so ein Land hat ANDERE Prioritäten als ein Flächenland ohne viel Industrie und mit viel Platz. DAS prägt das Verhalten und stellt andere Anforderungen an das Zusammenleben. Man muss sich abstimmen! Man muss Regeln beachten, damit das Zusammenleben erträglich bleibt und nicht "Selbstjustiz" eintritt.

Man kann auch nach Japan schauen. Dort sind Regeln ebenfalls von zentraler Wichtigkeit, weil das Land sehr eng besiedelt ist und sich entschlossen hat, mithilfe von Regel basierter Ordnung SLUMS zu vermeiden. In Indien kann man das Gegenteil sehen.

Die "Überlegungen", die Helmut in Bezug auf das Verbrennen von Autoreifen etc. von sich gab, die funktionieren nur in Entwicklungsländern und in Slums. Wenn hier in D jeder Autoreifen verbrennen würde oder etliches von dem machen würde, was Helmut so liebt, dann würde das blanke Chaos herrschen.... zudem würden sich Slums entwickeln. Das tun sie bereits in Teilen Norddeutschlands, wo viele Menschen aus den "gelobten, freien" Ländern einreisen und wo die Politik/Gesellschaft keinen Druck macht, dass die hiesigen REGELN einzuhalten sind.

Dänemark ist da einen Schritt weiter. Wieso, das kann man heute in jeder Tageszeitung lesen - es waren Wahlen - die Eindämmung von ungeordneter Zuwanderung (meine Anmerkung: aus regellosen Staaten) hat bei allen Parteien höchste Priorität, weil die Integration nicht erfolgreich verlief.

Ich frage mich immer wieder, was bei einigen Menschen den Selbsthass auslösen mag. Bei Ausländern habe ich es noch nie gehört, dass sie so negativ gegenüber ihrem eigenen Herkunftsland waren. Das WICHTIGSTE, was DEUTSCHE und deutsch sprechende Menschen zu lernen haben ist, sich selbst zu akzeptieren! Mit allen ihren Fähigkeiten und mit allen ihren Schwächen.

Es gibt keine perfekten Menschen. Gott sei Dank!

Und: Die Deutschen sind weder moralisch schlechter, noch besser als andere Völker. Der Unterschied liegt nur darin, dass andere Völker NIEMALS permanent eine solche Nabelschau betreiben.

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Ich habs verstanden

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.11.2022, 23:04 vor 88 Tagen @ Olivia 1544 Views

Also Du meinst, in Deutschland gibts kein Denunziantentum, oder anders gesagt, es gibt es doch, weil es das geben muss, damit man alle Regeln einhält.

Und wenn es mir Spass macht, dass mein Jungvolk trotz Versammlungsverbot im Hause (Deutschland: eine Familie mit Kindern und noch ein Erwachsener mit Verwandtschaftsbeziehung 2. Grades mit seiner Frau, oder wie war das doch alles?) sich bis in die Morgenstunden vergnügt, dann schaffen wir damit im Zentrum unserer Stadt Slums.

O.k., so kann man das auch sehen.

Denunzianten gibt es überall auf der Welt. Es hat lediglich andere Erscheinungsformen.

Olivia @, Donnerstag, 03.11.2022, 23:35 vor 87 Tagen @ helmut-1 1433 Views

Und selbstverständlich hast du die Freiheit, meine Äußerungen in deinem Sinne zu interpretieren. Ich selbst verstehe sie anders.

Meine Geschwister haben ebenfalls Großfamilien und leben mitten in der Stadt. Die haben sich auch getroffen, als das eigentlich nicht "erlaubt" war. Die haben Geburtstage gefeiert und was sonst noch so anging. Sie haben dabei aber offenbar keine Nachbarn gestört, denn es gab weder eine Anzeige noch eine Verwarnung durch die Nachbarn.

Und... die wohnen in einem dicht besiedelten Gebiet.

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Sicher gibt es auch Ausnahmefälle

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 06.11.2022, 17:21 vor 85 Tagen @ Olivia 1295 Views

Wenn Du Nachbarn hast, die da tolerant sind, dann ist das ein Glücksfall. Kommt auch immer drauf an, was man unter Familienfeiern versteht. Bei uns wars so, dass da das Jungvolk bis um 5 Uhr früh im Wohnzimmer gefeiert hat, mit entsprechenden Dezibel bei der Musik, die Fenster waren gekippt, weil mehrere von denen geraucht haben, also hörte man das eindeutig auf der Straße.

Das wäre ein absoluter Ausnahmefall, wenn das in Deutschland im Zentrum einer Stadt unbeachtet geblieben wäre. Vielleicht lags bei uns daran, dass man generell bei dieser siebenbürgischen Bauweise der alten Häuser die Schlafzimmer nicht zur Straße gerichtet hat, sondern nach hinten hinaus. Dazu kommt, dass ich jeden Polizisten in unserer Stadt freundlich grüße, auch oftmals ein Späßchen mache, - man kennt mich und will mir nichts Schlechtes. Als ich mein Auto mal gegenüber geparkt habe, wo eigentlich Halteverbot ist und die Kommunalpolizei durch die Straße ging, haben sie bei mir geklingelt und mich aufgefordert, mein Fahrzeug wegzustellen. Woanders hätte man was hinter den Scheibenwischer geklemmt.

Aber in einem Land, wo man aufpassen muss, um wieviel Uhr man seinen Rasenmäher anwirft, wo und wann man grillt, und um wieviel Uhr man seinen offenen Kamin im Wohnzimmer anmachen darf, - da gibts immer Leute, die da was den Behörden melden müssen.

Du sagst, es gibt überall Denunzianten. Natürlich kommts auch drauf an, in welcher Gegend man lebt, - das ist in der Stadt anders als auf dem Land. Aber ich vergleiche nur Deutschland mit Rumänien. In einem Land wie RO, das von der Securitate im Kommunismus bespitzelt wurde, wo unter den Nachbarn oftmals unerkannt Spitzel gelebt haben, hat sich nach der Wende dieses "Brauchtum" abgeschafft. Der Denunziant wird bei uns verachtet, auch von den Amtspersonen, die solchen Hinweisen eigentlich nachgehen müssten.

Ein Beispiel: Wir haben im Zentrum, als man uns verboten hat, auf öffentlichen Plätzen zu musizieren, von einem Privathaus nach dem italienischen Modell aus dem Fesnter heraus auf die Straße musiziert. Sicher gibts auch hier eine offizielle Ruhestunde zwischen 13 Und 14 Uhr. Wir haben um 14 Uhr begonnen, aber vorher mussten wir natürlich die Boxen und Verstärker ausprobieren, und wie das auf der Straße dann bei den Zuhörern klingt.

Da gibts einen einzigen, von vielleicht 40 Häusern in der Straße, der spinnt. Der hat sich an die Kommunalpolizei gewandt, weil wir eben in der "Ruhestunde" den Effekt ausprobiert haben. Die Kommunalpolizei kam auch, aber erst nach 14 Uhr. Da ich die Kerle kannte, habe ich denen klar gesagt, was Sache ist und der Wahrheit entsprach. Ja, wir kennen den Mann, dem fällt immer irgendwas ein, - so deren Kommentar. Dann sind sie noch geblieben, weil sie sich ein paar Lieder von uns anhören wollten, und sind wieder gegangen.

Das mit dem Denunziantentum ist eine Sache, die in RO so gut wie nicht vorkommt, dafür aber in Deutschland regelmäßig, - das ist mein Eindruck. Oft ist es nicht einmal deshalb, weil man sich gestört fühlt, sondern es ist einfach der Neid.

Übrigens habe ich was zugeschickt bekommen, aufgrund meines Artikels, was ich vorher nicht gekannt habe. Aber es bestätigt den Hintergrund meines Artikels, diese Betrachtung von "achgut" geht ja noch über meine Versionen hinaus. Also offensichtlich bin ich nicht der Einzige, der so denkt.

https://www.achgut.com/artikel/im_land_der_denunzianten

Gott erhalte dir dein Gemüt. Ein Land, wo jeder x-te ein Spitzel der Securite war.... ist jetzt "blütenweiß"? Träume weiter.

Olivia @, Montag, 07.11.2022, 17:18 vor 84 Tagen @ helmut-1 1216 Views

Und freue dich an deiner Küchenpsychologie.

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Zwei Dinge dazu

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 08.11.2022, 11:43 vor 83 Tagen @ Olivia 1114 Views

bearbeitet von helmut-1, Dienstag, 08.11.2022, 11:47

Zum einen besteht Dein Leben offensichtlich aus "schwarz" und "weiß". Dazwischen gibts wahrscheinlich nichts, denn sonst hättest Du nicht den Begriff "blütenweiß" verwendet.

Zum anderen finde ich es gut, dass Du Dir ein Bild von anderen Ländern zurechtgezimmert hast, so wie es Dir gefällt. Dass ich als jemand, der nun schon fast 20 Jahre in dem Land lebt, gerade über RO bessere Kenntnisse hat als jemand, der das Ganze nur aus der Entfernung und meist aus der Vergangenheit sieht, das kommt bei Dir sicher nur unter "ferner liefen".

Beweist sich ja öfters bei Deinen Kommentaren über andere Länder, z.B. über Asien. Da krieg ich dann immer die Kopfschüttelkommentare auf mein Mail, aber ich sag dazu nichts, weil ich mich ja selbst auf die Meinung anderer verlassen müsste.

Je länger dein Artikel wird, um so mehr liegst du daneben

Mephistopheles @, Datschiburg, Mittwoch, 02.11.2022, 14:25 vor 89 Tagen @ Andudu 1864 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Mittwoch, 02.11.2022, 14:50

Statt einer Antwort eine Literaturempfehlung:

......................................[image]
Tagebuch einer Reise durch Italien, die Schweiz und Deutschland in den Jahren 1580 und 1581

Der beschreibst ein völlig anderes Deutschland als das, was heute mit dem Bild der Deutschen verbunden wird.

Der Montaigne gehört zur Allgemeinbildung! Also zu den Büchern, die in der Schule nicht durchgenommen werden. Wer ihn nicht kennt, gibt damit nur zu, dass er nicht allgemein gebildet ist.

Dieses Deutschlandbild, das er beschreibt, ist allerdings ziemlich ähnlich den Schweizern oder dem Bild, das man sich von ihnen macht.

Dr konnte noch durch Deutschland reisen ohne auf der gesamten Reise einem einzigen Polizisten oder Passkontrolleur zu begegnen; nicht etwa, weil sie ihn unbehelligt ließen, sondern einfach deswegen, weil es in Deutschland Passkontrolleure und Polizisten schlicht und einfach nicht gab (Mussman sich mal vorstellen!)
Allerdings war das vor dem 30-jährigen Krieg.
Danach oder während des 30-jährigen Krieges reist Simplicius Simplizissimus mal in die Schweiz und lobte sehr, wie sich die friedliche, wohlhabende Schweiz doch vom zerstörten Deutschland unterschied.

Wie auch noch B. Traven in seinem Buch "Das Totenschiff" erwähnt, das man vor WK I. nirgendwo in Europa einen Pass oder Erlaubnis benötigte; danach aber war man ohne einfach nicht existent.

Tja, woher kommt das wohl, die spezifisch deutsche Mentalität? Was denkst du wohl?

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Du könntest wenigstens...

Andudu, Mittwoch, 02.11.2022, 15:11 vor 89 Tagen @ Mephistopheles 1799 Views

...versuchen, inhaltlich einen Zusammenhang zu meinen Aussagen zu schaffen, sonst weiß ich wirklich nicht, was ich dir antworten soll.

Oder anders: mir fehlt offensichtlich die intellektuelle Größe, zu erkennen, inwiefern du mir bei was widersprichst oder mich ergänzt.

Tut mir leid, ich habe gedacht, das geht aus den Titeln hervor, die ich verlinkt habe

Mephistopheles @, Datschiburg, Mittwoch, 02.11.2022, 15:45 vor 89 Tagen @ Andudu 1703 Views

...versuchen, inhaltlich einen Zusammenhang zu meinen Aussagen zu schaffen, sonst weiß ich wirklich nicht, was ich dir antworten soll.

Oder anders: mir fehlt offensichtlich die intellektuelle Größe, zu erkennen, inwiefern du mir bei was widersprichst oder mich ergänzt.

Der Unterschied der Deutschen zu anderen Nationen ist das Ergebnis der deutschen Geschichte seit 1618 und war früher (Beleg Montaigne 1580 - 1581) so nicht vorhanden.

Diese traumatische Geschichte hat sich tief in die deutsche Seele eingegraben.

Gruß Mephistopheles

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Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Also stimmst Du mit Rain überein?

Naclador @, Göttingen, Mittwoch, 02.11.2022, 15:48 vor 89 Tagen @ Mephistopheles 1784 Views

Die andere Frage wäre: Spielt die Ursache eine Rolle für die Analyse der deutschen Seele in der Gegenwart?

Gruß,
Naclador

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"Nur die Lüge benötigt die Stütze der Staatsgewalt. Die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Thomas Jefferson

Wenn du noch ein "se" übrig hast, dann stimme ich zu.

Mephistopheles @, Datschiburg, Montag, 07.11.2022, 19:46 vor 83 Tagen @ Naclador 1200 Views

Zu rain kann ich wenig sagen, weil ich seine Einstellung zu wenig kenne.

Die andere Frage wäre: Spielt die Ursache eine Rolle für die Analyse der deutschen Seele in der Gegenwart?

Wenn du geschrieben hättest:
Spielt diese Ursache eine Rolle für die Analyse der deutschen Seele in der Gegenwart?
dann hätte ich uneingeschränkt zugestimmt.

Deutschland ist wie eine Schraube aus Stahl, also unheimlich hart; die man jedoch einmal überdreht hat. Seitdem geht nix mehr.

Gruß Mephistopheles

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Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Ein paar Anmerkungen

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.11.2022, 17:33 vor 89 Tagen @ Andudu 1689 Views

Es gefällt mir, dass Du den Ball so aufgenommen hast, wie er auch gedacht war. Zu Deinen Äußerungen:

Ist das ein Ausfluß unserer Sprache, die besonders exakt formulieren kann

Die deutsche Sprache war immer aufgrund ihrer Exaktheit und vor allem Unmissverständlichkeit eine Elitesprache. Deshalb wurde sie auch bei militärischen Aktionen in der Kooperation mit den Verbündeten andere Nationen immer als Richtschnur genommen. Militärische Befehle und Kommandos in deutsch sind immer klar und unmissverständlich.

Das Gegenstück dazu ist die rumänische Sprache. Da sind viele Begriffe doppeldeutig. Dazu kommt, dass man in der rumänischen Grammatik keine zusammengesetzten Hauptwörter kennt. Seltsamerweise ist aber, - so wie man mir sagt - die ungarische Sprache auch präzise. Da gibts (ums übertrieben auszudrücken) für jedes Tischbein an den vier Tischecken einen gesonderten Namen. Ich kanns nicht beurteilen, - aber die Ungarn als meine Nachbarn erklären mir das so.

Ja, der Ungar neigt auch gerne zum Nationalismus, aber ansonsten ist er ein eher gemütlicher und toleranter Mensch. Es gibt natürlich immer auch solche und solche. Ich kann mich daran erinnern, als es noch keine EU-Freidurchfahrt zwischen Österreich und Ungarn gab und da die Zollkontrollen üblich waren, da hatte ich mal auf einer Durchfahrt von Deutschland nach Rumänien eine Auseinandersetzung bei einem ungarischen Zöllner. Der wollte einfach nicht akzeptieren, dass ich kein ungarisch spreche und wollte mir deshalb die Zollgebühren auf ein Mehrfaches hochschrauben. O.k., das war um 5 Uhr früh und der Kerl war auch ziemlich alkoholisiert. Aber das waren Ausnahmefälle, ich kenne den Ungarn eher als "was solls, sch. drauf"- Mensch.


Dass es einen Graubereich geben könnte

Ja, da hakts aus. Es ist beim Deutschen alles schwarz oder weiß. Dass das Leben sich in allen möglichen Grauzonen wiederfindet, das kann der typisch Deutsche nicht akzeptieren.

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