Verzerrte Zeitwahrnehmung in Extremsituationen

Plancius @, Freitag, 10.03.2017, 21:52 vor 2693 Tagen 7494 Views

Ich hatte vor kurzem ein sehr aufschlussreiches Erlebnis, was die persönliche Wahrnehmung der Zeit betrifft. Hier die Begebenheit.

Ich fuhr abends bei Dunkelheit und diesig-nebligem Wetter mit dem Auto durch einen für mich fremden Stadtteil. Es war wenig Verkehr und ich befand mich lange Zeit auf einer Hauptstraße, die von Bäumen und Sträuchern umsäumt war. Dann näherte ich mich einer Kreuzung, die ich als solche jedoch nicht wahrnahm. Hier endete die Hauptstraße. Da sich das Stop-Schild jedoch schlecht ersichtlich hinter einem Strauch befand, habe ich die Kreuzung und dass ich die Vorfahrt beachten musste, jedoch erst im letzten Moment bemerkt. Die Straße hat das Licht der Scheinwerfer fast völlig geschluckt, so dass ich die Straße vor mir auch nur diffus sah.

Die zu kreuzende Straße war ampelreguliert. In dem Zeitraum, wo ich mich der Kreuzung näherte, hatten wohl beide Seiten rot, so dass sich keine Fahrzeuge auf der Straße befanden. Sonst hätte ich die Kreuzung/Straße mit Sicherheit schon vorher wahrgenommen.

Jedenfalls muss die Fahrbahn, wo die Autos von mir aus gesehen von links nach rechts fuhren, kurz vor meiner Ankunft an der Kreuzung grünes Licht bekommen haben. Kurz bevor ich die Kreuzung erreichte, kam ein Auto von links gefahren. Ich ging voll auf die Bremse, denn sonst hätte es mich in Höhe der Fahrertür gerammt. Durch mein Bremsen fuhr mir das Auto nicht in die Seite. Allerdings kam dahinter gleich das nächste Auto. Wäre mein Fuß weiter auf der Bremse geblieben, nachdem der erste Wagen an mir vorbeifuhr, wäre mir der nachfolgende Wagen in die Seite gefahren, denn ich kam nicht vor der kreuzenden Straße zum Stehen.

Instinktiv handelte ich völlig richtig. Nachdem der erste Wagen mich nicht mehr rammen konnte, stieg ich mit aller Kraft aufs Gaspedal und zischte praktisch zwischen beiden Fahrzeugen hindurch. Das Bemerkenswerte für mich dabei war, dass ich den gesamten Vorgang in völligem Bewusstsein praktisch in Zeitlupe miterlebt habe. Ich bin völlig bewusst in die Bremse getreten und habe auch bewusst zum richtigen Zeitpunkt die Bremse verlassen und dann das Gaspedal betätigt. Und das alles in Bruchteilen einer Sekunde.

Dennoch war ich nach dieser Aktion fix und fertig. Mein Herz raste, mein Puls war sehr hoch und ich war vollkommen durchgeschwitzt. Ich musste erst einmal rechts ranfahren und zur Ruhe kommen.

Dieses Erlebnis zeigte mir, dass der Mensch in Extremsituationen eine ganz andere Zeitwahrnehmung hat als im Normalzustand. Da wird wohl ein ganz anderes biologisches Programm abgespult.

Gruß Plancius

--
"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Kann ich nur bestätigen. Hatte das gleiche Erlebnis bei einem Glatteisunfall (oT)

manni meier, Samstag, 11.03.2017, 00:48 vor 2693 Tagen @ Plancius 4827 Views

- kein Text -

Eine mögliche Erklärung: Nach Einstein ist Zeit relativ und Licht (Gott?) "fest". (oT)

ebbes @, Samstag, 11.03.2017, 01:55 vor 2693 Tagen @ Plancius 4654 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 11.03.2017, 14:30

- kein Text -

--
Bafin gerechte Warnung:
Obwohl ich mehr als 30 Jahre Erfahrung an der Börse habe, habe ich keine Ahnung vom Markt. Macht nicht nach was ich handle. Vertraut der Sparkasse Buxtehude und ihren Anlagetipps.

Und was ist mit dem Raum?

Mephistopheles, Samstag, 11.03.2017, 08:45 vor 2693 Tagen @ ebbes 4689 Views

in dem sich Licht im Laufe der Zeit fortbewegt?

Zeitwahrnehmung ist die Taktfrequenz des Gehirns

Sojemand @, Samstag, 11.03.2017, 10:27 vor 2693 Tagen @ Plancius 4974 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 11.03.2017, 14:18

In Extremsituationen kann sich das Gehirn "übertakten", d. h. mehr Bilder pro Sekunde verarbeiten, als es das normalerweise tut, um eventuell doch noch ein paar Millisekunden herauszuschlagen, die über Leben oder Tod entscheiden.

Und je mehr Bilder pro Sekunde das Gehirn verarbeitet, umso langsamer vergeht subjektiv gefühlt die Zeit. Das passiert übrigens auch, während man älter wird. Die Kindheit erscheint lang und je älter man wird, desto schneller vergeht scheinbar die Zeit, bis man als Greis zum Ärger anderer Autofahrer nurmehr über die Straße kriecht. Dabei kommt es dem Opa so vor, als würde "die Jugend" heutzutage wie die Irren rasen.[[zwinker]]

Das Menschliche Gehirn kann etwa 13 bis 16 Bilder pro Sekunde wahrnehmungstechnisch verwerten. In Extremsituationen kann sich dieser Wert verdoppeln, oder sich dabei die Zeit subjektiv um 50 % verlangsamen. Da dies aber physisch ziemlich anstrengend ist, kann der Körper das nur für sehr kurze Zeit.

Kleiner Spaß nebenbei: Die Stubenfliege zum Beispiel kann etwa 200 Bilder pro Sekunde verarbeiten, was daran liegt, dass die Wege der Nervenbahnen so kurz sind und die Signale dementsprechend schnell ankommen. Grob geschätzt könnte man sagen, dass für die Fliege die Zeit etwa 10-mal langsamer vergeht als für uns, was auch erklärt, warum sie so schwer zu fangen sind.

Chemische Reaktionen und Quanteneffekte

software-engineer @, Samstag, 11.03.2017, 11:16 vor 2693 Tagen @ Sojemand 4730 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 11.03.2017, 11:23

In Extremsituationen kann sich das Gehirn "übertakten", d. h. mehr Bilder
pro Sekunde verarbeiten, als es das normalerweise tut, um eventuell doch
noch ein paar Millisekunden heraus zu schlagen die über Leben oder Tod
entscheiden.

Die Geschwindigkeit der neuronalen Reizweiterleitung hängt primär mit der Geschwindigkeit zusammen, mit welcher der Neurotransmitter Acetylcholin (ACh) im Nervensystem in Essigsäure und Cholin hydrolysiert. Dafür verantwortlich ist die Acetylcholinesterase (AChE), ein Enzym aus der Gruppe der Cholinesterasen, eines der schnellsten Enzyme überhaupt. Die große Geschwindigkeit ist erforderlich, um den Zeitabstand der von den Neuronen übertragenen Erregungen durch sofortigen Abbau des Neurotransmitters so kurz wie möglich zu halten. In der Praxis sind jedoch noch viele andere Faktoren in einem komplexen Interaktionssystem beteiligt.

Ich halte jedoch dieses System chemischer Reaktionen nicht für eine ausreichende Erklärung außerordentlicher Leistungen des Nervensystems, wie sie manchmal in extremen Situationen beobachtet werden. Es gibt in diesem Zusammenhang Theorien über Quanteneffekte, die möglicherweise im Gehirn (oder auch mittels eines von der Zell-DNA erzeugten Feldes) auftreten können und Phänomene wie komplexe Problemlösungen im Hintergrund oder Präkognition und Telepathie erklären könnten.

--
Wenn man beim Programmieren Fehler macht, dann meckert der Compiler.

Vielleicht gibt es weitere Wege, wie Informationen übertragen werden

Sojemand @, Samstag, 11.03.2017, 20:54 vor 2692 Tagen @ software-engineer 4145 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 12.03.2017, 20:04

Timothy D. Wilson hat in seinem Buch "Gestatten, mein Name ist Ich" das, wie ich finde, recht gut zusammengefasst, indem er schlüssig darlegt, wie viel Hintergrundarbeit das Gehirn tatsächlich leistet, ohne dass davon etwas in die bewusste Wahrnehmung durchdringt. Das ist schon recht beeindruckend und kann, meiner Meinung nach, einen Großteil der Extremleistungen des Gehirns erklären, eben weil es im Grunde die ganze Zeit solche Leistungen vollbringt, nur bemerken wir es nicht.

Auf der anderen Seite stimme ich damit überein, dass es Phänomene gibt, wie eben das nahezu sofortige "Übertakten" des Gehirns, wenn eine starke Bedrohung erkannte wurde, die nicht so ohne weiteres chemisch erklärt werden können. Dafür sind sie einfach zu langsam, das ist richtig.

Ich habe vor einiger Zeit die Arbeit eines Neurobiologen gelesen, der davon ausgeht, dass das Gehirn neben dem langsamen Ionen - Neurotransmitter Weg noch einen weiteren hat, der nicht ohne weiteres untersucht werden kann. Er geht davon aus, dass sich Zellen (auch Neuronen), auch per ultraschwacher Photonenemission unterhalten können und dies zu kaskadenartigen Impulsen führen kann, die bis zu 50 mal schneller durch das Gehirn wandern können als auf dem chemischen Weg. Er legte dafür schlüssige Indizien vor. Leider ist eine solche Untersuchung auch Heute noch nahezu unmöglich zu realisieren, da die Emissionen so schwach sind und sie auf der anderen Seite nur direkt am lebenden Gehirn vorgenommen werden können.

So weit ich mich erinnere, schlug er ebenfalls Quantenmechanische Effekte als reiz-auslösende Elemente vor. Echt doof, dass ich den Namen dieses Forschers vergessen hab. Da waren sehr interessante Ansätze dabei.

Photonen/Quanteneffekte bei der zerebralen Reizleitung: das ist Vahid Salari et al. von der Isfahan University of Technology

Literaturhinweis @, Sonntag, 12.03.2017, 02:23 vor 2692 Tagen @ Sojemand 4402 Views

Timothy D. Wilson hat in seinem Buch "Gestatten, mein Name ist Ich" das, wie ich finde, recht gut zusammengefasst, ...

Ich habe vor einiger Zeit die Arbeit eines Neurobiologen gelesen, der davon ausgeht, dass das Gehirn neben dem langsamen Ionen - Neurotransmitter Weg noch einen weiteren hat, der nicht ohne weiteres untersucht werden kann.
So weit ich mich erinnere, schlug er ebenfalls Quantenmechanische Effekte als reiz-auslösende Elemente vor. Echt doof, dass ich den Namen dieses Forschers vergessen hab. Da waren sehr interessante Ansätze dabei.

Das war Vahid Salari (er kriegt auch Gehalt!) von der Isfahan University of Technology

Da gibt es auch den Quanten-Buddhismus dazu.

Siehe Forschungsübersicht zu zerebralen Quanten-Photonen-Effekten.

Siehe z.B. "Emission of Biophotons and Neural Activity of the Brain" (PDF, 18 Seiten)

und

"Emission of Mitochondrial Biophotons and their Effect on Electrical Activity of Membrane via Microtubules" (PDF, 22 Seiten)

In Asien ist das schon lange nicht so ein Wunder - denn dort sehen die Leute quasi tagtäglich, daß ein alter neunzigjähriger Meister mit sechstem, siebtem, achten Dan-Grad in z.B. Kendo oder Aikido locker 25-jährige besiegt, und das nicht aus Gründen des Mitleids des Jüngeren.

Auch wissen die wenigen Forscher, die sich mit Hirnscans von meditierenden Meistern befassen, daß da was abläuft, was die herkömmliche Wissenschaft bislang nicht adäquat erklären kann.

--
Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

Danke, das Stichwort war "Mikrotubuli"

Sojemand @, Sonntag, 12.03.2017, 11:53 vor 2692 Tagen @ Literaturhinweis 3778 Views

Danke für die Mühe der Zusammenfassung. Ja, das könnte Vahid Salari gewesen sein. Spannende Sache das.

Wichtige Erkenntnis.

sensortimecom ⌂ @, Samstag, 11.03.2017, 21:59 vor 2692 Tagen @ Plancius 4547 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 11.03.2017, 22:03

Dieses Erlebnis zeigte mir, dass der Mensch in Extremsituationen eine ganz
andere Zeitwahrnehmung hat als im Normalzustand. Da wird wohl ein ganz
anderes biologisches Programm abgespult.

Völlig richtig.
Je höher der Anteil involvierter Rezeptoren und je grösser die Zahl zu verarbeitender Informationen in den synaptischen Strukturen, desto "langsamer" vergeht die Zeit. Wobei dieser "Code" den es zu verarbeiten gilt, immer zeitlicher Natur ist. Das Gehirn macht keine "Rechenoperationen" wie etwa ein Computer. Es arbeitet ausschliesslich mit dem Vergleich von "Zeitdaten". Siehe meine HP bzw. www.sensortime.com/time-de.html

Jeder Spitzensportler beobachtet das Phänomen bei sich selbst. Ein Skispringer erlebt in 5 Sekunden Luftfahrt die Zeit gedehnt wie ein normaler Mensch in einer halben Minute. Dasselbe bei einem Slalomläufer im alpinen Skisport.

Und noch eine wichtige Erkenntnis: Ein Sportler trainiert nicht in erster Linie seinen Körper bzw. seine muskuläre Beschaffenheit, sondern sein ZEITEMPFINDEN. Das Gehirn ist es, das trainiert wird, weniger die Physis (die folgt quasi hinterher).

Judo

SevenSamurai @, Samstag, 11.03.2017, 22:45 vor 2692 Tagen @ sensortimecom 4369 Views

Jeder Spitzensportler beobachtet das Phänomen bei sich selbst. Ein
Skispringer erlebt in 5 Sekunden Luftfahrt die Zeit gedehnt wie ein
normaler Mensch in einer halben Minute. Dasselbe bei einem Slalomläufer im
alpinen Skisport.

Und noch eine wichtige Erkenntnis: Ein Sportler trainiert nicht in erster
Linie seinen Körper bzw. seine muskuläre Beschaffenheit, sondern sein
ZEITEMPFINDEN. Das Gehirn ist es, das trainiert wird, weniger die Physis
(die folgt quasi hinterher).

Trainiere Judo und nimm an Wettkämpfen teil.

Wenn du oder dein Gegner einen erfolgreichen Wurf durchführen (Ippon), wirst du dich wundern, wie schnell das geht. DAS zeichnet ja das ganze aus, dass der Gegner überraschend und schnell besiegt wird.

Soviel zum Sport...

Was ich damit sagen will: So pauschal geht es nicht.

--
"Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:
weil sie damals (...)."
Henryk Broder

10x Achterbahn

manni meier, Sonntag, 12.03.2017, 15:33 vor 2692 Tagen @ SevenSamurai 4011 Views

bearbeitet von manni meier, Sonntag, 12.03.2017, 15:38

Trainiere Judo und nimm an Wettkämpfen teil.
Wenn du oder dein Gegner einen erfolgreichen Wurf durchführen
(Ippon), wirst du dich wundern, wie schnell das geht. DAS zeichnet
ja das ganze aus, dass der Gegner überraschend und schnell besiegt wird.
Soviel zum Sport...

Was ich damit sagen will: So pauschal geht es nicht.

Nee, so pauschal geht es wirklich nicht.

Der Sportler trainiert seine Bewegungsabläufe 10fach, 100fach, 1000fach. Er weiß was auf ihn zu kommt und hat in der Regel deshalb immer eine genaue örtliche und zeitliche Orientierung.

Bsp. Ein Boden-oder Trampolinturner, der einen mehrfachen Salto evtl. noch mit Schraube macht, weiß zu jedem Zeitpunkt in welcher Lage sich sein Körper befindet und welche Muskeln jetzt zu beanspruchen sind, um die Übung sicher durchzuführen und zu beenden.

Nun nimm mal einen Otto Normalverbraucher und lass ihn mit entsprechender Seilsicherung eine solche Übung ausführen. Wenn der wieder festen Boden unter den Füßen hat, weiß er immer noch nicht, wo oben und unten ist oder ob er Männlein oder Weiblein ist.

(Gleiches gilt auch für Judo. Ein geübter Kämpfer weiß in der Regel, wenn sein Gegner auch nur mit dem großen Zeh zuckt, was dieser vermutlich vor hat. Natürlich gibt es hier mehrere Möglichkeiten und Gewinner ist der, der die richtige antizipiert.)

Jeder kann es übrigens leicht selbst ausprobieren, indem er sich eine 10-er Karte für die Achterbahn kauft. Nach der ersten Fahrt ist er froh über einen Zwischenstopp, um sich neu zu orientieren, nach der fünften Fahrt wird's langweilig und ab der achten Fahrt liest er Zeitung.

Das von Plancius und mir angesprochene Phänomen der Zeitverzerrung in spontanen Extremsituationen ist damit nicht zu vergleichen, da vorher nicht trainierbar.

mfg
mm

Judo

SevenSamurai @, Sonntag, 12.03.2017, 23:09 vor 2691 Tagen @ manni meier 3723 Views

Das von Plancius und mir angesprochene Phänomen der Zeitverzerrung in
spontanen Extremsituationen
ist damit nicht zu vergleichen, da vorher
nicht trainierbar.

Danke für den Hinweis.

Ich hoffe, ich komme nicht in so eine spontane Extremsituation.

--
"Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:
weil sie damals (...)."
Henryk Broder

Dr. Jean-Claude Guimberteau - Strolling under the skin / Befinden sich die Photonenleiter in unserem Bindegewebe? / Schmerztherapie

Vatapitta @, Montag, 13.03.2017, 02:34 vor 2691 Tagen @ Plancius 3896 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 14.03.2017, 16:59

Moin moin,

erst einmal vielen Dank für eure interessanten Beiträge zu dem Thema.
Ergänzen möchte ich eure Beiträge mit meiner Sicht auf das Thema:

Die Strukturen unseres Bindegewebes (30 Minuten - englisch) halte ich für das Gewebe, indem sich die Akupunkturmeridiane befinden.

Quarks & Co: Die faszinierende Funktion der Faszien (45 Minuten)
Themen der Sendung: Faszien kontrahieren bei Stress. - Faszien und Schmerzen - Osteopathie - Akupunktur

Dr. Robert Schleip - Faszienforscher.

Im Jahr 2000 war ich wegen gesundheitlicher Probleme in Hannover bei einer chinesischen Ärztin.
Sie setzte die Akupunkturnadeln mit der Spitze exakt in die Muskelfaszien und manipuliert die Nadeln mehrfach. Die Hautprobleme verschwanden innerhalb von 5 Behandlungen. Zusätzlich bekam ich Tips zu meiner Ernährung: Ich solle besser keine Milch und keine Kartoffeln essen.

Nun zu deiner Beobachtung, Plancius.
Dr. Robert Becker hat in seinem Buch: "Heilkraft und Gefahren der Elektrizität" gemessen, dass es ein Aktionspotential in unseren Muskeln gibt, bevor in dem betreffenden Gehirnareal die dazu eigentlich notwendige Aktivität zu messen ist. Am schnellsten reagiert unser vegetatives System. D. h. unser Bauchhirn entscheidet: Gefahr oder Entspannung.

Unser visuelles System ist das Schnellste. Hinter dem Augapfel endet der innere Verlauf des Herzmeridians. Der könnte zum Beispiel bei Raubtieren die ultraschnelle Reizweiterleitung zum Herzmuskel übernehmen, der im Moment des Angriffs schlagartig die volle Leistung erbringen muss, um die Skelettmuskulatur mit Sauerstoff zu versorgen. Bei einem visuell wahrgenommenen Angriff funktioniert das System ebenso schnell bei dem Angegriffenen.

In deinem Fall könnten die motorischen Reaktionen, die Du wahrgenommen hast, durch die Lichtleiter in den Faszien gesteuert worden sein. Eine bewusste Steuerung über Wahrnehmung, Entscheidung, Aktivierung des Gehirns, Ansteuerung des peripheren Nervensystems und schließlich Reaktion der Muskulatur halte für viel zu langsam, um diese Situation erfolgreich zu meistern.

Unser Bauchgefühl reicht aus, um Stresshormone freizusetzen. Das Bauchgefühl kann durch unsere Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase), unsere Wertvorstellungen oder auch durch Wahnvorstellungen gesteuert werden.

Ich möchte nicht ausschließen, dass Wert- und Wahnvorstellungen manchmal dicht beieinander liegen. [[zwinker]]


Herzliche Grüße
Vatapitta

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/

Werbung