Aktion gegen das Landgrabschen

Ulli Kersten, Donnerstag, 23.02.2017, 19:13 vor 2613 Tagen 4373 Views

Schlauen Leuten ist schon aufgefallen, dass Land zum Anbauen von Nahrung am Ende das Wichtigste ist, und manche handeln entsprechend und grabschen, was sie kriegen können.

Hier ist eine Gemeinschaft, die das (im kleinen Rahmen) stoppen will und jedem die Gelegenheit gibt, mitzumachen und eventuell überschüssiges Kapital in Land anzulegen.

Soweit ich verstehe, geht es dabei nur um Wertaufbewahrung, nicht um Profit.

Vielleicht besser und sinnvoller, als nachts Löcher für Goldmünzen zu buddeln [[freude]]

http://allmendeland.de/

Allmendeland und Konstruktion aus Komplementär Genossenschaft und Kommanditist Aktiengesellschaft - Fußangeln und Fragen

Literaturhinweis @, Donnerstag, 23.02.2017, 19:59 vor 2613 Tagen @ Ulli Kersten 3185 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 23.02.2017, 20:04

Was sich, wie bei vielen neuen Projekten, immer ganz nett anhört, kann man aus den auf der Webseite verlinkten Informationen nicht näher beurteilen. Einerseits gibt es einen vierseitigen Flyer zum Konzept, der für einen in der Lehre der Rechtsformen von Unternehmen bewanderten mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet, und andererseits eine Absichtserklärung für zukünftige Mitglieder/Anteilseigner.

Ohne aber die genaue Aufgabenteilung zwischen Komplementär Genossenschaft und Kommanditist Aktiengesellschaft zu kennen, ist das nicht zu beurteilen.

Z.B.: werden alle Aktionäre auch gleich stimmberechtigte Genossenschafter? Oder werden viele Aktionäre so etwas wie 'fördernde Mitglieder' ohne Stimmrecht bleiben? Kann einer mehrere Genossenschaftsanteile halten und erhält Mehrfachstimmrecht, besteht Nachschußpflicht, um nur einige wenige Stichworte zu nennen für denjenigen, der wenigstens eine anfängliche Ahnung hat von solchen Dingen. D.h. man müßte sowohl die Satzung der Genossenschaft wie auch der Aktiengesellschaft vorher kennen und dann die Frage sich beantworten, ob diejenigen, die mit den eingeworbenen Geldern Land kaufen, auch was davon verstehen im Sinne einer 'due diligence'.

Und ansonsten müßte man überlegen, ob eine handelsrechtliche Gesellschaft (AG) und eine Genossenschaft wirklich Vorteile bieten gegenüber z.B. einem Stiftungsmodell, dessen Beherrschung ebenfalls demokratisch geregelt werden könnte, das aber u.U. steuerliche Vorteile genießt und sich, anders als moderne Rechtsformen, bereits über Jahrhunderte und über verschiedene Wechsel der Staatsformen hinweg gehalten hat.

Ich will da nichts schlechtreden, aber in der 'alternativen' Szene werden laufend soviele gut klingende Projekte annonciert, daß man ab und zu etwas die Ratio vermißt.

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