Der alliierte Bombenterror auf die deutsche Zivilbevölkerung und die heutige Gedenkkultur

Falkenauge @, Montag, 20.02.2017, 09:59 vor 2613 Tagen 4125 Views

Nicht nur Dresden hat 1945 ein Inferno erlebt, sondern neben vielen anderen Städten auch die mittlere Stadt Pforzheim, wo am 23.2.45 binnen 20 Minuten ca. 18.000 Menschen ums Leben kamen.

Das jährliche Gedenken in Pforzheim ist seit Jahren durch zwei sich konträr gegenüberstehende Ereignisse gekennzeichnet: die offiziellen Gedenkfeiern der Stadt auf dem Hauptfriedhof bzw. dem Marktplatz und die Fackel-Mahnwache des als rechtsextrem eingestuften Freundeskreises „Ein Herz für Deutschland“ auf dem Wartberg. Das Gedenken der Stadt stellt das nationalsozialistische Deutschland in den Mittelpunkt, das die alleinige Schuld am 2. Weltkrieg trage und letztlich diese Bombardierung herbeigeführt habe. Die Veranstalter der Fackel-Mahnwache sehen die Toten als Opfer des kriegsverbrecherischen alliierten Bombenterrors und werden von einem breiten „Bündnis gegen Rechts“ heftig bekämpft.

Selbstverständlich gehören beide Faktoren in eine Feier, denn sie hängen eng zusammen. Es sind beides Verbrechen aus demselben Geiste. Gandhi bezeichnete dieses Vorgehen der Alliierten als „HITLER mit seinen Waffen bekämpfen, und das Ende ist, daß sie HITLER mit HITLER übertroffen haben.“ Beide Seiten in einer angeblich christlichen westlichen Welt sind auf demselben moralischen Niveau. Ein edler Hindu wendet sich da ab mit Grausen.

Aber die Beziehung zwischen Großbritannien, bzw. der britischen Elite und dem Nazi-Regime in Deutschland hat noch eine ganz andere historische Dimension. Doch diese wird von der herrschenden Geschichtsversion ausgeblendet. „Die Geschichtsschreibung ist der zweite Triumph der Sieger über die Besiegten“, schrieb schon der französische Philosoph Michel de Montaigne aus dem 16. Jahrhundert.

Die herrschende Geschichtsschreibung der beiden Weltkriege hat entsprechend mit einem Tunnelblick den Focus fast ausschließlich auf die Taten Deutschlands gerichtet und blendet weitestgehend aus, was die anderen beteiligten Mächte dazu beigetragen haben und was sich parallel in ihren Ländern bereits im Vorfeld des Krieges abgespielt hat.

Der britisch-amerikanische Wirtschaftshistoriker Anthony Sutton hat bereits 1976 in seinem Buch „Wall Street und der Aufstieg Hitlers“ auf interessante Zusammenhänge aufmerksam gemacht. In der Verlagsankündigung des im Basler Perseus-Verlag auf Deutsch erschienenen Buches heißt es: „Während die Halbwahrheit, dass der Hitlerismus mit Hilfe der amerikanischen Streitkräfte 1945 besiegt wurde, in alle Köpfe gehämmert wurde, bleibt die andere Hälfte der Wahrheit, dass derselbe Hitlerismus nur mit Hilfe westlicher (britisch-amerikanischer) Kapitalhilfe überhaupt aufgebaut werden konnte, bis heute ein Tabu akademischer Geschichtsschreibung.“

Sutton belegt, dass Hitler und die NSDAP nicht nur von deutschen Industriellen, sondern auch gezielt in erheblichem Umfang von Wallstreet-Finanziers finanziell unterstützt und gefördert wurden, deren Aufstieg zur Macht sonst nicht möglich gewesen wäre. Auch „der Beitrag des amerikanischen Kapitalismus zu den deutschen Kriegsvorbereitungen vor 1940 kann nur als phänomenal beschrieben werden. Er war mit Sicherheit von entscheidender Bedeutung für die deutschen militärischen Fähigkeiten“, schreibt er.

Sutton wird bestätigt und in Bezug auf die Machenschaften der britischen Elite ergänzt durch die Forschungsarbeit des amerikanischen Wissenschaftlers Guido Giacomo Preparata mit dem Titel „Wer Hitler mächtig machte. Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten“, die 2010 im selben Verlag auf Deutsch erschienen ist. Preparata nimmt im Vorwort das Ergebnis seiner Forschungen vorweg und konstatiert,

„dass sich die angelsächsischen Eliten über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren (1919-1933) in die deutsche Politik in der bewussten Absicht einmischten, eine reaktionäre Bewegung hervorzubringen, die sie dann als eine Art Pfand in ihren geopolitischen Intrigen verwenden konnten. … Damit soll nicht gesagt werden, dass England die Hitlerbewegung ersonnen hätte; es hat aber (von Versailles an) die Bedingungen geschaffen, unter denen ein solches Phänomen erscheinen konnte, und hat sich in der Folge der Aufgabe gewidmet, die Nationalsozialisten finanziell zu unterstützen und bis an die Zähne zu bewaffnen, in der Erwartung, sie anschließend manipulieren zu können. Ohne diese systematisch und reichlich gewährte ´Protektion` von Seiten der angloamerikanischen Eliten, zusammen mit der Stärkung von Seiten Sowjetrusslands, hätte es keinen Führer und keine Nazibewegung gegeben.“

Aber so etwas wird ausgeblendet. Schuld sind ausschließlich die Nationalsozialisten. Und weil es in Pforzheim viele, „zu viele“ gab, sind die Pforzheimer quasi selbst schuld an der Bombardierung ihrer Stadt.

Siehe genauer: Selbst schuld – Gedenkkultur in Pforzheim

Praktisch, wenn man einen Sündenbock hat

Monterone @, Montag, 20.02.2017, 10:11 vor 2613 Tagen @ Falkenauge 2819 Views

Hallo Falkenauge,

vielen Dank, daß Du dieses Thema aufgreifst und auch den genialen Preparata erwähnst.

Sutton wird bestätigt und in Bezug auf die Machenschaften der britischen
Elite ergänzt durch die Forschungsarbeit des amerikanischen
Wissenschaftlers Guido Giacomo Preparata mit dem Titel „Wer Hitler
mächtig machte. Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich
den Weg bereiteten“, die 2010 im selben Verlag auf Deutsch erschienen
ist. Preparata nimmt im Vorwort das Ergebnis seiner Forschungen vorweg und
konstatiert,

„dass sich die angelsächsischen Eliten über einen Zeitraum von
fünfzehn Jahren (1919-1933) in die deutsche Politik in der bewussten
Absicht einmischten, eine reaktionäre Bewegung hervorzubringen, die sie
dann als eine Art Pfand in ihren geopolitischen Intrigen verwenden konnten.

… Damit soll nicht gesagt werden, dass England die Hitlerbewegung
ersonnen hätte; es hat aber (von Versailles an) die Bedingungen
geschaffen, unter denen ein solches Phänomen erscheinen konnte, und hat
sich in der Folge der Aufgabe gewidmet, die Nationalsozialisten finanziell
zu unterstützen und bis an die Zähne zu bewaffnen, in der Erwartung, sie
anschließend manipulieren zu können. Ohne diese systematisch und
reichlich gewährte ´Protektion` von Seiten der angloamerikanischen
Eliten, zusammen mit der Stärkung von Seiten Sowjetrusslands, hätte es
keinen Führer und keine Nazibewegung gegeben.“[/i]

Und keinen Sündenbock, dem die Sieger anschließend ihre eigene Schuld aufladen konnten.

Monterone

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