OT: Donald Trump: Der Plakat-Maler

Apostroph @, Down Town (Switzerland), Sonntag, 29.01.2017, 10:21 vor 2670 Tagen 3781 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 29.01.2017, 13:48

Inzwischen haben wir uns bereits daran gewöhnt, jeden Tag ein Tischblatt-grosses Dekret mit der Unterschrift des "Malers" vorgesetzt zu bekommen.


Daraus schliesse ich, unvoreingenommen, a) der untalentierte Künstler mit seinem Geltungs-Drang kann weder Lesen noch Schreiben, aber übt sich täglich majestetisch ein neues Werk zu präsentieren. :-)

und b) Das Signieren macht ihm derart Spass, dass er dazu gleich ein paar seiner Stiefellecker mit dabei haben muss, welchem ihm den erwarteten Beifall klatschen.


Fazit: Wir sind in der Klatsch-Welt angekommen:

Donald, wir haben ein neues Dekret:
Signiere, bevor es ist schon zu spät!


Apo' am Sonntag.

PS:
Bei dieser Produktions-Kadenz wird ein Grossteil bald auf dem Müll landen.

--
"Wir können nicht alle Helden sein, weil ja irgendeiner am Bordstein stehen und klatschen muss, wenn sie vorüber schreiten."

W. Adair

Gehen wir Donald Trump auf den Leim?

Ostfriese @, Sonntag, 29.01.2017, 13:46 vor 2670 Tagen @ Apostroph 3103 Views

Hallo Apostroph,

das …

Inzwischen haben wir uns bereits daran gewöhnt, jeden Tag ein
Tischblatt-grosses Dekret mit der Unterschrift des "Malers"
vorgesetzt zu bekommen.


Daraus schliesse ich, unvoreingenommen, a) der untalentierte Künstler mit
seinem Geltungs-Drang kann weder Lesen noch Schreiben, aber übt sich
täglich majestetisch ein neues Werk zu präsentieren. :-)

und b) Das Signieren macht ihm derart Spass, dass er dazu gleich ein paar
seiner Stiefellecker mit dabei haben muss, welchem ihm den erwarteten
Beifall klatschen.


Fazit: Wir sind in der Klatsch-Welt angekommen:

Donald, wir haben ein neues Dekret:
Signiere, bevor es ist schon zu spät!


Apo' am Sonntag.

PS:
Bei dieser Produktions-Kadenz wird ein Grossteil bald auf dem Müll
landen.

… ist ein Teil seines ‚politischen Framings‘ – der erzkonservativen strengen Ideologie. Dieses beinhaltet Entschluss- und Entscheidungsfähigkeit, kein langes Gerede, schnelles Handeln, Disziplin usw. Die Bevölkerung soll medial erleben: „Seht her, ich – Trump – agiere ohne langwierige und sinnentleerte Diskussionen!“ Das zeigt sich auch im Fall von ‚Waterboarding‘ – die eventuelle Rücknahme (00:10:40 bis 00:11:10) ist schon vergessen. Als wahr gilt das, was visuell haften bleibt – Perception is reality.

Das Interessante – um nicht zu sagen: das Perfide – ist jetzt, dass dein Beitrag und auch viele andere dieser Art zu einer Verbreitung und Festigung der strengen Ideologie von Trump führen. Über die visuellen Medien werden der Deutungsrahmen und die Weltsicht im Sinne von Trump zementiert. Wir sehen seine gezielten sorgfältig geplanten medialen Provokationen – wie sie auch von der Front National, der FPÖ und der AfD meisterhaft beherrscht werden.

„Übertragen auf die Politik heißt das: Wenn Sie einen Fakt kommunizieren und nicht den eigenen Frame mitbringen, sondern im schlimmsten Fall sogar noch den Frame des Gegners übernehmen, dann nehmen Sie Ihrem Fakt wahnsinnig viel Wirkkraft weg.“

Die moderne Neuro- und Kognitionsforschung hat die ‚klassische Vernunft‘ längst zu Grabe getragen. Dazu vielleicht einmal in aller Ruhe das Interview

https://static1.squarespace.com/static/555908b8e4b02f3bca056c41/t/586c299c5016e1c66466b...

mit Elisabeth Wehling lesen und studieren.

Viel Spaß Ostfriese

Verdreckung durch "Marxismus" und "Genderwissenschaft"

software-engineer @, Sonntag, 29.01.2017, 14:31 vor 2669 Tagen @ Ostfriese 2564 Views

Die moderne Neuro- und Kognitionsforschung ...

Die barbarische Linke versucht, sich einen intellektuellen Anstrich zu geben, indem sie Wörter wie "moderne Neuro- und Kognitionsforschung" benutzt.

... hat die ‚klassische
Vernunft‘ längst zu Grabe getragen.

Die Linke hat nie einen Bezug zur Vernunft gehabt. Die Sprache der Linken, ihre "Argumente" und ihre Metaphern sind rein emotional bestimmt und appellieren an eine ominöse selbst-konstruierte "Gerechtigkeit", mit der sie die moralische Bereitschaft von naiven Menschen ausbeuten. Um diese emotional-manipulatorische Grundlage der Linken zu kaschieren, wurde der "Marxismus" mit wissenschaftlichem Weihrauch vermischt - was heute seine Fortsetzung in der Verdreckung von altehrwürdigen Universitäten durch sogenannte "Genderwissenschaft" findet.

--
Wenn man beim Programmieren Fehler macht, dann meckert der Compiler.

Klassische Vernunft ist nicht zu Grabe getragen

Andudu, Sonntag, 29.01.2017, 15:36 vor 2669 Tagen @ Ostfriese 2244 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 29.01.2017, 16:19

Die moderne Neuro- und Kognitionsforschung hat die ‚klassische
Vernunft‘ längst zu Grabe getragen. Dazu vielleicht einmal in aller Ruhe
das Interview

https://static1.squarespace.com/static/555908b8e4b02f3bca056c41/t/586c299c5016e1c66466b...


Das ist einer der Irrtümer des Poststrukturalismus: alles egal, nur die Vermittlung (Framing etc.) und Einstellung zählen. Nein, tun sie nicht.

Schon gar nicht in der Politik, die so rational wie möglich sein sollte, sonst schlittert sie von Katastrophe zu Katastrophe.

Das Interview listet einige Studien auf, nehmen wir mal:
„Experten der Universität Tinneroy haben errechnet, dass unter einer Regierung Trump die Arbeitslosigkeit um zehn Prozent steigen wird.“ Fiktive Studie, fiktive Uni. Das Ergebnis: Kein Teilnehmer bewegte sich in die eine oder andere Richtung. Dann haben wir ihnen eine moralisch-ideologische Aussage präsentiert. „Experten der Universität Tinneroy sagen, dass unter einer Regierung Trump die Werte der Disziplin und der Eigenleistung wieder hochgehalten werden.“ Das Ergebnis: Alle schlitterten rüber zu Trump. Dessen Strategie im Wahlkampf war, eine ideologische Geschichte zu erzählen, die genau zur strengen amerikanischen Weltsicht passt."

Preisfrage: welches Framing nutzt besagte Expertin Elisabeth Wehling? Welche Denkfehler sind bereits in der Studie eingebaut?

Ich versuche mich mal:

1) eine fiktive Studie einer fiktiven Uni wird als quasi klassisches Vernunftsargument eingeführt, was dabei übersehen wird:

a) Zu jedem Thema gibt es sich widersprechende Studien (gerade bei volkswirtschaftlichen Themen!), auch wird "Experten" ganz generell nicht mehr getraut (zu oft käuflich) und der Ruf der Universitäten hat ebenfalls gelitten oder anders ausgedrückt: es ist mittlerweile rational (angeblichen) Spezialisten nicht mehr per se zu trauen.

b) Das bedeutet nicht, dass man Fakten (die man selbst nicht prüfen kann) ignoriert, sondern sie müssen lediglich von absoluten Vertrauenspersonen transportiert werden, damit man sie noch glaubt. Schon gar nicht bedeutet es, dass man Fakten (persönlich prüfbare und erlebte) ignoriert, sondern die gewinnen wohl eher an Bedeutung, durch den Vertrauensverlust in die Institutionen.

2) Das Ergebnis wird nicht weiter hinterfragt, sondern gedeutet (klassischer Soziologenfehler: wir suchen uns eine Kausalität aus, die uns in den Kram passt), genau genommen wurde bei der letzten Wahl ja ein eher linker Schwarzer gewählt, die Begründung, Amerikaner würden immer die klassischen Werte bevorzugen, ist also offensichtlich falsch, aber woran liegt es dann?:

a) da kann ich natürlich auch nur spekulieren, aber ich vermute, dass es sich um eine Gegenreaktion handelt, denn die political correctness wird wohl nicht nur von mir als lähmend, einschränkend und destruktiv empfunden und Hillary stand genau dafür, während Trump sich als Gegenpol aufgestellt hat und die Aussage der PC ist ja gerade: "es ist nicht wichtig was du leistest, sondern was du bist (schwarz, trans, Frau etc.)"

Das Framing welches Frau Wehling nutzt ist also ein klassisch links-paternalistisches, was man an ihren unwissenschaftlichen Interpretationen erkennt, aber noch eine davon:

"Ob Sie sich darüber empören, ist keine Frage Ihres Geschlechts, sondern Ihrer Ideologie. Es gibt die Ideologie, nach der der Mann über der Frau steht und es der Frau am besten geht, wenn der Mann sie beschützt und kontrolliert."

Wieder eine klassische Fehlleistung und unwissenschaftlich, schon weil sie keinerlei Studien dazu anführt und eine Dichotomie aufbaut (aufgeklärte vs. rückschrittliche Ideologie) welche erfahrungsgemäß in der Realität nicht existiert. Schon aus dem Stegreif fallen mir ein Menge weiterer Gründe ein, warum man "frauenfeindliche" Äußerungen Trumps ignorieren könnte (zu lange her, irrelevant, nicht glaubhaft, Ausrutscher, Äußerungen von Clinton problematischer, andere Politik wichtiger, etc. pp.)

Was du angeschleppt hast, ist allerdings ein sehr gutes Beispiel dafür, warum die Auflagen der Zeitungen einbrechen und "Experten" (insbesondere Soziologen und Kognitions"wissenschaftlern") nicht mehr getraut wird.

Bei Licht betrachtet erklärt die SZ ihren Lesern hier, warum und welches Framing sie benutzt und dass sie damit ihre Leser manipuliert und dabei sogar noch glaubt, dass das funktioniert und richtig und wissenschaftlich ist. Dabei ist es eigentlich ein Armutszeugnis für die SZ.

Und die meisten Leser merken, dass die Argumentation dieser Frau ihre wahren Beweggründe eben nicht erklärt, sondern enorm verkürzt ist und selbst ideologisch aufgeladen. Der Poststrukturalismus ist was für Faule und Dumme und er wird sich selbst zu Grabe tragen, weil die Leute sich halt nicht ewig für blöd verkaufen lassen. Der angerichtete Schaden (gerade für geisteswissenschaftliche Fächer) ist aber kaum zu ermessen.

Es geht nicht um die Position der Wehling, sondern um das Werkzeug

Rybezahl, Sonntag, 29.01.2017, 16:55 vor 2669 Tagen @ Andudu 1880 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 29.01.2017, 17:20

Hallo Andudu!

Die moderne Neuro- und Kognitionsforschung hat die ‚klassische
Vernunft‘ längst zu Grabe getragen. Dazu vielleicht einmal in aller

Ruhe

das Interview

https://static1.squarespace.com/static/555908b8e4b02f3bca056c41/t/586c299c5016e1c66466b...


Das ist einer der Irrtümer des Poststrukturalismus: alles egal, nur die
Vermittlung (Framing etc.) und Einstellung zählen. Nein, tun sie nicht.

Schon gar nicht in der Politik, die so rational wie möglich sein sollte,
sonst schlittert sie von Katastrophe zu Katastrophe.

Wäre ja was ganz Neues. [[freude]]

Das Interview listet einige Studien auf, nehmen wir mal:
„Experten der Universität Tinneroy haben errechnet, dass unter
einer Regierung Trump die Arbeitslosigkeit um zehn Prozent steigen
wird.“ Fiktive Studie, fiktive Uni. Das Ergebnis: Kein Teilnehmer
bewegte sich in die eine oder andere Richtung. Dann haben wir ihnen
eine moralisch-ideologische Aussage präsentiert. „Experten der
Universität Tinneroy sagen, dass unter einer Regierung Trump die Werte der
Disziplin und der Eigenleistung wieder hochgehalten werden.“ Das
Ergebnis: Alle schlitterten rüber zu Trump. Dessen Strategie im
Wahlkampf war, eine ideologische Geschichte zu erzählen, die genau zur
strengen amerikanischen Weltsicht passt."

Preisfrage: welches Framing nutzt besagte Expertin Elisabeth Wehling?
Welche Denkfehler sind bereits in der Studie eingebaut?

Es geht aber nicht um die Position der Frau Wehling - es ist illusorisch zu glauben, man könne sich quasi "von außerhalb" auf die Welt beziehen - sondern um das Werkzeug. Jeder Mensch bedient sich mehr oder weniger bewusst dieses Werkzeuges. PR-Berater, Politiker und Propagandisten nur halt geschickter.
Es geht hier um nichts Geringeres als die hohe Kunst der Massenpsychologie.

Es mag die Einstellung der Frau Wehling nicht gefallen. Allerdings ist es auch nicht zielführend, die Diskussion vom eigentlichen Sachverhalt auf die unterstellte politische Einstellung der Frau zu lenken.

Beispiel:

Das Framing welches Frau Wehling nutzt ist also ein klassisch
links-paternalistisches, was man an ihren unwissenschaftlichen
Interpretationen erkennt, aber noch eine davon:

"Ob Sie sich darüber empören, ist keine Frage Ihres Geschlechts,
sondern Ihrer Ideologie. Es gibt die Ideologie, nach der der Mann
über der Frau steht und es der Frau am besten geht, wenn der Mann
sie beschützt und kontrolliert."

Wieder eine klassische Fehlleistung und unwissenschaftlich, schon weil sie
keinerlei Studien dazu anführt und eine Dichotomie aufbaut (aufgeklärte
vs. rückschrittliche Ideologie) welche erfahrungsgemäß in der Realität
nicht existiert. Schon aus dem Stegreif fallen mir ein Menge weiterer
Gründe ein, warum man "frauenfeindliche" Äußerungen Trumps ignorieren
könnte (zu lange her, irrelevant, nicht glaubhaft, Ausrutscher,
Äußerungen von Clinton problematischer, andere Politik wichtiger, etc.
pp.)

Wo beurteilt die Frau "aufgeklärte" und "rückschrittliche" Ideologie? Das ist genau genommen dein Framing.
Oder bestreitest du ganz allgemein, dass es Frauen gibt, die gern Hausfrau sind? Das ist keine moralische Bewertung meinerseits. Es ist einfach so.

Was du angeschleppt hast, ist allerdings ein sehr gutes Beispiel dafür,
warum die Auflagen der Zeitungen einbrechen und "Experten" (insbesondere
Soziologen und Kognitions"wissenschaftlern") nicht mehr getraut wird.

Bei Licht betrachtet erklärt die SZ ihren Lesern hier, warum und welches
Framing sie benutzt und dass sie damit ihre Leser manipuliert und dabei
sogar noch glaubt, dass das funktioniert und richtig und wissenschaftlich
ist. Dabei ist es eigentlich ein Armutszeugnis für die SZ.

SZ:
"Ist es nicht ein Fortschritt, dass in der Poli-
tik heute weniger ideologisch als früher
debattiert wird?"

Wehling:
"Was für ein Irrglaube! Sie können Men-
schen gar nicht entideologisieren. Das wür-
de ja heißen, ihnen ihren moralischen
Kompass, ihre jeweiligen Bewertungen
von richtig und falsch nehmen zu wollen.
Sie sehen doch in jeder Dorfkneipe, bei je-
dem Familientreffen, wie sich die Geister
scheiden. Es schaut nicht jeder rational
mit derselben Weltsicht auf Fakten. Wenn
das so wäre, bräuchten wir bloß noch eine
staatliche Verwaltung der Fakten."

Gruß
Rybezahl.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Werbung