Mal ein paar Infos zu Mexiko

nereus @, Freitag, 27.01.2017, 13:34 vor 2672 Tagen 4950 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 27.01.2017, 13:52

Trotz allen Krawalls zum Mauerbau und der Kostenzuweisung [[lach]] nach Mexiko sollte es doch auch ein paar rationale Gründe geben, wenn Trump so ausdauernd gen Süden schießt.
Ich habe ein wenig gesucht und gefunden, was nicht heißt, daß dies die geforderte Bezahlung rechtfertigt, doch zumindest ein wenig die Hintergründe erhellt.
Die meisten Meldungen stammen aus 2014, also weit vor Trump und seinen Schlagzeilen

In Mexiko steht Präsident Enrique Peña Nieto vor einer Regierungskrise. Seitdem Ende September 43 Pädagogikstudenten in Iguala im Bundesstaat Guerrero »verschwanden«, gehen Tausende mit der Losung »Es war der Staat« auf die Straße. Sie fordern eine intensivere Suche nach den Vermissten, kritisieren die Verwicklung von kriminellen Banden, Politik und Sicherheitsapparat und fordern den Rücktritt des Präsidenten.

Quelle: http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Mexiko1/2014.html

Das hat zunächst nichts mit den USA zu tun, fördert aber ein existierendes mafiöses Geflecht zu Tage.

Die USA und ihr südlicher Nachbar streiten ums Wasser. Nach einem Bericht der »Washington Post« schuldet Mexiko den USA knapp 500 Milliarden Liter Wasser. Die Verpflichtung ergibt sich aus dem im Jahr 1944 geschlossenen bilateralen Abkommen über die Wassernutzung in der Grenzregion.
..
Mexiko bestreitet seine Verpflichtungen nicht, verweist aber auf die eigene Wasserknappheit. »Wir haben eine anhaltende Dürre seit 1994 bis heute. Das macht es für Mexiko schwierig, Wasser abzugeben. Es fällt weniger Regen als in der Vergangenheit«, sagt Ignacio Peña Treviño, Mexikos Vertreter in der binationalen International Boundary and Water Commission (IBWC).
..
Die US-Behörden bezweifeln jedoch, dass die heutige Situation in Mexiko mit der vor zwei Jahren vergleichbar ist. »Es hat keine Art von signifikanter Dürre seit März 2012 gegeben. Diese Ausrede ist nicht stichhaltig« so Carlos Rubinstein, der Vorsitzende des Texas Water Development Board (TWDB).
Es ist nicht das erste Mal, dass sich die US-Amerikaner über die Vertragstreue des südlichen Nachbarn beschweren. Zwischen 1992 und 2002 belief sich die »Wasserschuld« Mexikos auf 1850 Millionen Kubikmeter Wasser, also fast das Vierfache der jetzigen Streitmenge. Erst im Jahr 2005 beglich Mexiko seine Verpflichtungen. Die Verzögerung verursachte damals Verluste in Millionenhöhe für die texanischen Landwirte, zumal sie mit dem Beginn der schweren Dürre im Jahr 2002 zusammenfiel.

Quelle: http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Mexiko1/wasser.html

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren als hätte ich ähnliches schon mal gehört.
Mir fällt da die Ukraine ein, die sich mit russischen Verträgen zur Gaslieferung etwas schwer tut. [[zwinker]]

Während das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) sein 20. Geburtsjahr begeht, erlebt Mexiko die Verdrängung seiner Kulturpflanze Mais durch Marihuana und Schlafmohn. Mit dem Umstieg reagieren kleine Produzenten auf den durch NAFTA induzierten Niedergang der internationalen Maispreise. Denn seit Inkrafttreten des Handelsvertrags zwischen Kanada, Mexiko und den USA im Januar 1994 sind die Preise für Mais und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse drastisch gesunken. Das Nachsehen haben die mexikanischen Subsistenzbauern, die mit ihren kleinen Parzellen und geringeren Erträgen nicht mehr genug verdienen und dadurch in Abhängigkeit der Drogenkartelle geraten.
»Dies trifft vor allem für die besonders armen Anbauregionen zu. Dort sehen sich die Farmer gezwungen, sich von den örtlichen Drogenhändlern Geld zu leihen oder Land zu pachten«, berichtet Víctor Quintana, Berater der unabhängigen Demokratischen Bauernfront im nördlichen Bundesstaat Chihuahua.
Quintana führt als Beispiel den Fall der indigenen Pima in Chihuahua und dem Nachbarstaat Sonora an. Sie sind zu wichtigen Marihuana- und Schlafmohnlieferanten der Rauschgiftringe geworden, die um die Kontrolle der Rauschgifthandelsrouten in Richtung USA kämpfen. »Diese Entwicklung nahm bereits in den 1980er Jahren ihren Lauf, verschärfte sich insbesondere 2006 mit dem Vordringen der Sinaloa- und Juárez-Kartelle«, so der Experte.

Quelle: http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Mexiko1/land.html

Und hier werden Erinnerungen an Afghanistan lebendig, wo die Taliban den Mohnanbau fast gegen Null drückten, bis die westlichen Friedensbringer dafür sorgten, daß dieses Land nach wenigen Jahren wieder in den Weltrekordlisten auftauchte.
Der afghanische Mohn soll die russische Jugend platt machen und der mexikanische offenbar die der USA.

Hier noch ne Kleinigkeit zu NAFTA.

Wir wussten, was multinationale Konzerne hinter verschlossenen Türen sagten – dass es bei NAFTA nicht darum ging, Exporte der USA nach Mexiko zu erhöhen, sondern darum, die Produktion nach Mexiko zu verlagern und dann die Produkte aus Mexiko in die USA zu reimportieren.
..
Ich denke heute, das die negativen Folgen sogar noch über unsere Befürchtungen von damals hinausgehen. Die Gewerkschaften sind in allen drei Ländern schwächer geworden. Die soziale Ungleichheit ist in allen drei Ländern gestiegen. Mehrere Millionen mexikanische Bauern und Bäuerinnen gaben die Landwirtschaft auf, weil sie gegen subventionierte US-Agrarexporte keine Chance hatten. Viele von ihnen sind in die USA ausgewandert, wo sie keinen Aufenthaltsstatus haben. Die Betriebe, in denen sie Arbeit finden, nutzen ihre Angst vor einer Abschiebung aus. Sie zahlen ihnen weniger als den Mindestlohn und brechen die Arbeitsschutzgesetze. Dadurch sinken auch die Löhne und die Qualität von Arbeitsplätzen für andere ArbeitnehmerInnen.
Wir können zwar nicht alle diese negativen Entwicklungen ausschließlich auf NAFTA schieben, aber NAFTA hat sehr viel dafür getan, das neoliberale Wirtschaftsmodell in den USA zu verfestigen. .. NAFTA hat auf nationaler Ebene Deregulierung und Steuerreformen zu Gunsten von Konzernen und den Superreichen angeregt.
..
Das Economic Policy Institute schätzt, dass fast 700.000 Arbeitsplätze aus den USA nach Mexiko verlagert wurden. Die USA haben ein dauerhaftes Handelsdefizit gegenüber Mexiko entwickelt, das es vor NAFTA nicht gab.

Quelle: http://www.umweltinstitut.org/themen/verbraucherschutz-ttip/freihandelsabkommen/hinterg...

Das soll genügen.
Diese Texte deuten zumindest an, daß der Nachbar im Süden kein leichter ist und neben billigen Arbeitskräften für US-Konzerne auch eine Menge Probleme für das Land erschafft. Und wenn jemand von den Abkommen und der Korruption profitiert, war es bislang das kriminelle und megareiche Establishment auf beiden Seiten.

Gut, die Quelle aus der das sprudelt, ist ideologisch immer dieselbe, aber gerade linke Seiten dürfte am wenigsten in Verdacht stehen pro USA zu agitieren.

mfG
nereus

gespanntes Verhältnis

Dieter, Freitag, 27.01.2017, 14:45 vor 2672 Tagen @ nereus 3534 Views

bearbeitet von Dieter, Freitag, 27.01.2017, 14:52

Hallo nereus,

zwischen den USA und Mexiko dürfte grundsätzlich ein gespanntes Verhältnis bestehen, schon aufgrund der völkerrechtswidrigen Aktionen der USA gegenüber Mexiko. (Annektionen Californien, Texas).

Von daher wäre es fast ein gerechter Ausgleich, wenn Mexikaner die USA fluten würden. Eine moralische Rechtfertigung gäbe es m.E. jedenfalls. Dem schiebt Trump einen entschlossenen Riegel vor. America first.

Hätte unsere schwarz-rote REgierung eine ähnliche Einstellung zum eigenen Land wie Trump, würde sie den USA jetzt die Rechnung präsentieren, knapp 22 Millarden Euro für die Migrantenströme allein in 2016. - es wäre absolut vergleichbar mit den Kosten zur Mauer gen Mexiko.

Man sollte folglich darüber nachdenken, wie man unsere Forderung durchsetzen kann, bzw. über welche Umwege oder gar mit welchen Verbündeten.

Gruß Dieter

Und wie vollstrecken? (oT)

Orlando ⌂ @, Freitag, 27.01.2017, 14:51 vor 2672 Tagen @ Dieter 2753 Views

- kein Text -

Da passt was nicht

lonzo @, Freitag, 27.01.2017, 16:08 vor 2672 Tagen @ Dieter 3234 Views

Hallo

Hätte unsere schwarz-rote REgierung eine ähnliche Einstellung zum
eigenen Land wie Trump, würde sie den USA jetzt die Rechnung
präsentieren, knapp 22 Millarden Euro für die Migrantenströme allein in
2016. - es wäre absolut vergleichbar mit den Kosten zur Mauer gen Mexiko.

Deutschland ist für Asylbewerber nur noch über die Nord- und Ostsee, bzw. über die Flughäfen direkt erreichbar.
Asylbewerber, die in Österreich an der Grenze zu Deutschland stehen und hierher wollen, sind zurückzuweisen.
Wenn wir diese Leute aufnehmen, selbst Schuld.

Grüße

Dein Einwand ist korrekt (oT)

Dieter, Freitag, 27.01.2017, 20:18 vor 2672 Tagen @ lonzo 2409 Views

- kein Text -

Vertrag von Guadalupe Hidalgo

CalBaer @, Freitag, 27.01.2017, 22:01 vor 2672 Tagen @ Dieter 2908 Views

Es gibt ein Abkommen zwischen Mexiko und den USA, der den Grenzverlauf zwischen den Laendern regelt. Insofern ist die Anektion von Kalifornien und Texas heute voelkerrechtsmaessig nicht mehr angreifbar, da Mexiko, welches dieses Abkommen unterzeichnet und ratifiziert hat, bis heute fortwaehrend existiert. Mexiko muesste diesen Vertrag einseitig aufkuendigen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Guadalupe_Hidalgo

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

wenn die kriegslüsternen USA nach getaner Arbeit Verträge machen

Dieter, Freitag, 27.01.2017, 23:29 vor 2672 Tagen @ CalBaer 2503 Views

Der Vertrag war dann eher das Ergebnis von Erpressung, beruhend auf die militär. Stärke der USA und seiner imperialen völkerrechtswidrigen kriegerischen Aktionen.

Gruß Dieter

Nicht zu vergessen: Illegaler Drogenhandel

CalBaer @, Freitag, 27.01.2017, 21:40 vor 2672 Tagen @ nereus 2880 Views

Der Markt fuer illegale Drogen in den USA betraegt geschaetzt 100 Mrd Dollar pro Jahr. Das duerfte den groessten Posten des "Aussenhandels" mit Mexiko darstellen, denn ein Grossteil davon duerfte vor allem ueber Mexiko in die USA gelangen. In Mexiko gibt es eine regelrechte Industrie, die den Drogenhandel logistisch und technisch unterstuetzt. Mexikanische Banden agieren in den USA, Personalnachschub wird in Mexiko rekrutiert und natuerlich illegal ueber die Grenze in die USA gebracht. Eine "Mauer" mit entsprechenden grenzsichernden Massnahmen (Luftraum, Grenzuebergaenge) vor allem durch ein hoeheres Budget duerfte den illegalen Drogenhandel wirksam eindaemmen. Die Politiker Mexikos bekommen daher auch ganz sicher den Druck der Drogenkartelle zu spueren, denn die angedrohten Massnahmen sind vermutlich aeusserst furchteinfloessend.

[image]

[image]

[image]

[image]
[image]

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Verbindungen der Regierungspartei zu Drogenkartellen, Freimaurern

CalBaer @, Freitag, 27.01.2017, 23:23 vor 2672 Tagen @ CalBaer 2804 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 27.01.2017, 23:28

Leider liest man darueber nichts in der "Qualitaetspresse", nur auf den "Fake-News"-Seiten:

Mexico's New President Has Ties to Cartels
http://www.breitbart.com/national-security/2012/07/02/mexico-new-president/

Report: Juarez Cartel Used Shell Companies to Finance Mexican President’s Election
http://www.breitbart.com/texas/2016/03/18/report-juarez-cartel-used-shell-companies-to-...

Drogenexporte in die USA und die Verflechtungen der Drogenkartelle mit der Politik haben auch eine lange Geschichte in Mexiko:

...Since 1929, the Institutional Revolutionary Party had been in power, a political party with close ties to the drug organizations. For 71 years the government had been hierarchical and centralized and had accommodated the drug cartels and drug lords, for example by ensuring that they were subjected to limited criminal investigations. This policy and the close relationship between the government and the drug cartels helped curb the violence....In 2012, after a twelve year hiatus, the Institutional Revolutionary Party came back in power, with Enrique Peña Nieto as the new president. Peña Nieto stated that he would withdraw the military forces and would create a National Gendarmerie instead – classifying the drug war as a law and order concern, not as a national security issue....

Mexico and the Drug Cartels: A History of Fascination
https://www.peacepalacelibrary.nl/2016/01/mexico-and-the-drug-cartels-a-history-of-fasc...


[image]
Ist Pena Nieto selbst ein Freimaurer?

Mexican Freemasons participate in presidential elections today
Sunday, 1 July 2012

Mexico City, Mexico. The Elections held today in Mexico have not left indifferent Mexican Freemasons. They will participate in national elections as observers, candidates and ordinary voters. With over 300,000 members, the Mexican Masonic Order is one of the largest National Masonic Orders in the world. The Sovereign Grand Commander of Mexico, Manuel Jiménez Guzmán is the leader of the PRI (Institutional Revolutionary Party) in the Federal District. He announced that he will support Enrique Peña Nieto today.
http://masonicpressagency.blogspot.com/2012/07/mexican-freemasons-participate-in.html


Dokumentation ueber mexikanischen Drogenkartellen in den USA:
https://www.youtube.com/watch?v=Gde-he3oRvA

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Spannend, Danke!

mabraton @, Samstag, 28.01.2017, 07:21 vor 2671 Tagen @ CalBaer 2381 Views

Hallo CalBaer,

da gibt es auf mexikanischer Seite ein paar Hausaufgaben zu erledigen.
Das müsste ganz in ihrem eigenen Interesse liegen. Die Drogen-Barone haben schon zu viele Menschenleben auf dem Gewissen.

Beste Grüße
mabraton

Pot from America first. ;-P (oT)

Rybezahl, Samstag, 28.01.2017, 00:53 vor 2671 Tagen @ CalBaer 2277 Views

- kein Text -

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Werbung