Luftangriff auf Militärflughafen in Damaskus

Naclador @, Göttingen, Freitag, 13.01.2017, 10:41 vor 2716 Tagen 4502 Views

Nach einem Bericht in der FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/explosionen-auf-militaerflughafen-in-damaskus-14635553.html) hat es vergangene Nacht einen Luftangriff auf den Damaszener Militärflughafen gegeben. Nach syrischen Angaben steckt Israel dahinter, die israelischen Streitkräfte kommentieren nicht (dementieren also auch nicht).

Was ist da los? Verliert Israels Regierung die Geduld mit den Rebellen und geht jetzt direkt gegen Assad vor?

Viele Grüße,
Naclador

--
"Nur die Lüge benötigt die Stütze der Staatsgewalt. Die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Thomas Jefferson

Hören wir ma,l was Herr Liebermann so sagt

nereus @, Freitag, 13.01.2017, 11:36 vor 2716 Tagen @ Naclador 4123 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 13.01.2017, 13:35

Hallo Naclador!

Die NZZ meldete gestern:

So still, so unaufgeregt hat der neue israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman bisher agiert, dass die Welt gar nicht recht hinhörte, als er jüngst bei einem Treffen mit EU-Vertretern sagte, er könne, was Syrien angehe, mit jedem Friedensabkommen leben – solange Iran und Asad darin keine Rolle spielten.
Das war starker Tobak.
Ausgerechnet jetzt, wo Asads Truppen von Sieg zu Sieg eilen, jetzt, wo Aleppo fällt und wo man sich im Westen langsam mit dem Gedanken an einen Sieg Asads abzufinden beginnt – ausgerechnet jetzt propagiert Israel eine Lösung ohne den syrischen Präsidenten?

Quelle: http://www.nzz.ch/international/der-krieg-in-syrien-putin-und-netanyahu-kreuzen-die-kli...

Und nun zu den jüngsten Angriffen.

Israel beschiesst immer wieder Lager, Stellungen oder Konvois des Hizbullah. Doch der Schlag in Damaskus war keine Routine, weil diesmal Boden-Boden-Raketen und nicht Kampfflugzeuge eingesetzt wurden. Warum wählte Israel diese teure Variante?
..
Militärexperten nehmen an, dass man wegen der Russen zu den Raketen griff. Der Einfluss Moskaus in der Region wächst dramatisch. Im Spätsommer haben die Russen begonnen, die Fliegerabwehrsysteme auf ihren Schiffen im Hafen von Tartus durch Boden-Luft-Raketen der Typen S-300 und S-400 zu verstärken. Der Radius dieser Missile beträgt 380 Kilometer, deckt also ausser dem westlichen Teil Syriens ganz Libanon ab und reicht bis tief nach Israel hinein.
Wären israelische Jets aufgestiegen, um den Flughafen bei Damaskus anzugreifen, wären sie mit grosser Wahrscheinlichkeit entdeckt worden. Dann hätten die Russen die verbündeten Syrer warnen können, die stets gerne versuchen, israelische Flugzeuge abzuschiessen. Womit die Russen direkt involviert gewesen wären. Dadurch hätte Moskau enorme Spannungen mit Israel riskiert.

Das ist die Logik der NZZ.
Ich ergänze: Und Israel hätte den Kreml herausgefordert und den Rest der Welt, der diese dämlichen Spielchen langsam leid ist.

Allem Anschein nach spielen die Russen das israelische Spiel mit. Moskau hielt sich still, der israelische Angriff auf den Militärflughafen wurde im Kreml nicht weiter kommentiert. Die Russen lassen die Israeli gewähren, und faktisch lassen sie es sogar zu, dass ihr Verbündeter, der Hizbullah, bombardiert wird.
Was die Russen langfristig vorhaben, weiss indes niemand, auch die Israeli nicht.

Sehr gut! [[top]]
Ich vermute, die Israelis testen die Russen an, weil sie meinen, sich mit US-Hilfe einiges erlauben zu können.
Es wäre spannend zu erfahren, wie man im Trump-Tower reagiert, wenn der angeschlagene Bibi jetzt noch unnötigerweise den Revolver rausholt.

Die gefährliche Mischpoke will unbedingt Streß, wie wir an unseren geifernden Maulhuren sehen können.
Daher muß alles auf den Tisch, was IHR gefährlich werden kann.
Vielleicht läßt Putin nochmals genau in den Moskauer Archiven nachschauen, was sich da ggf. noch finden läßt, in dem, was die Russen so Mitte 1945 aus deutschen Ministerien mitgehen ließen.

Auf die Zündung diese Bombe warte ich nun schon seit Jahren.
Dabei hat sich leider das russisch-deutsche Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente bislang als Fehlschlag erwiesen.
Entweder ich bin zu blöd zum Suchen ... oder ich hatte zu hohe Erwartungen .. oder beides. [[zwinker]]

Bei Interesse bitte hier entlang: http://www.germandocsinrussia.org/de/nodes/1-russisch-deutsches-projekt-zur-digitalisie...

mfG
nereus

Das Problem an dem deutsch-russischen Digital-Archiv ist, daß es so unsystematisch eingestellt ist.

Griba @, Dunkeldeutschland, Freitag, 13.01.2017, 12:13 vor 2716 Tagen @ nereus 3288 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 13.01.2017, 13:37

...

Auf die Zündung diese Bombe warte ich nun schon seit Jahren.
Dabei hat sich leider das russisch-deutsche Projekt zur Digitalisierung
deutscher Dokumente bislang als Fehlschlag erwiesen.
Entweder ich bin zu blöd zum Suchen .. oder ich hatte zu hohe Erwartungen
.. oder beides. [[zwinker]]

Bei Interesse bitte hier entlang:
http://www.germandocsinrussia.org/de/nodes/1-russisch-deutsches-projekt-zur-digitalisie...

mfG
nereus

Für jemanden wie mich, der mit den Verwaltungs-Strukturen der damaligen Machthaber nicht vertraut ist, ist die Suche nach bestimmten Dokumenten nahezu aussichtslos. Auch sind zusammenhängende Dokumente nicht zusammenhängend archiviert - das Ganze hinterläßt einen eher stochastischen Eindruck und entsprechend ist die Trefferquote bei der Dokumentensuche.

Schade, da hätte mehr draus werden können - sollte es aber wohl auch nicht.[[sauer]]

--
Beste Grüße

GRIBA

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