WOLLT IHR DEN TOTALEN KRIEG?

helmut-1, Siebenbürgen, Sonntag, 10.03.2024, 09:10 (vor 107 Tagen)5377 Views

Wie komme ich auf diesen Spruch? Einfach erklärt. Nehmen wir mal die ZIB-Nachrichten auf ORF 2 vom 5.3.2024.

https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-1300/71280/ZIB-1300-vom-05-03-2024/14216417

Das dritte Pepperle, also bei min. 1.28. Es wurde auch in Deutschland bekannt, als Bestätigung vom Spiegel:

https://www.spiegel.de/politik/ruestungsindustrie-eu-kommission-plant-massive-staerkung...

Was mich dabei erschreckt hat, ist diese Aussage:

„Notfalls sollen EU-Firmen gezwungen werden können, ihre Produktion umzustellen. Selbst die Beschlagnahme von Rüstungsgütern erscheint unter diesen Umständen nicht ausgeschlossen.“

Woran erinnert mich denn das?

Nehmen wir uns mal die berühmte Sportpalastrede von Dr. Goebbels am 18. Februar 1943 vor, und sehen wir mal nach, wie das Wiki analysiert:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sportpalastrede

Ich zitiere daraus die maßgeblichen Passagen:

Aufbau der Rede

Heraufbeschwörung der bolschewistischen Gefahr

Er erklärte nur, dass der bolschewistische Feind größer sei, als wegen seiner großangelegten Tarnungs- und Täuschungsmanöver angenommen werden konnte.

Goebbels erhob den Krieg zu einem Kampf gegen diese Bedrohung, die gegen die Nation und auch ganz Europa gehe, zu „unserer geschichtlichen Mission“, die jedoch gigantisch sei.

Anschließend stellte er drei Hypothesen auf, die an die Weltöffentlichkeit gerichtet waren und eine von der Sowjetunion ausgehende Gefahr suggerierten:

„Wäre die deutsche Wehrmacht nicht in der Lage, die Gefahr aus dem Osten zu brechen, so wäre damit das Reich und in kurzer Folge ganz Europa dem Bolschewismus verfallen.“

„Die deutsche Wehrmacht und das deutsche Volk allein besitzen mit ihren Verbündeten die Kraft, eine grundlegende Rettung Europas aus dieser Bedrohung durchzuführen.“

„Gefahr ist im Verzuge. Es muss schnell und gründlich gehandelt werden, sonst ist es zu spät.“

Jetzt sind wir doch mal ehrlich: Was ist in der derzeitigen Politik Deutschlands und der EU anders als damals? Man braucht doch nur die Worte „Sowjetunion“ und „Bolschewismus“ gegen „Russland“ auszutauschen.

Hier die Sportpalastrede im vollständigen Wortlaut:

https://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0200_goe&object=...

Nun betrachten wir einmal diese geplante Aufrüstung in der EU und vergleichen das mit der Zeit des Nationalsozialismus. Hier ist es ganz gut skizziert:

https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article244332489/Zweiter-Weltkrieg-So-...

Ich zitiere daraus:

Am 17. März 1940 ließ Hitler ein Rüstungsministerium gründen. Ziel war es, die industriellen Ressourcen des nationalsozialistischen Deutschlands effektiver zu nutzen.

Von Anfang an war dieser Verwaltung eine Koordinationsaufgabe zugedacht: „Um alle in der Waffenherstellung und Munitionserzeugung im Großdeutschen Reich sowie im Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete tätigen Stellen zu höchster Leistung zusammenzufassen“, bestellte der Diktator den überzeugten Nationalsozialisten Todt zum Reichsminister.

Der Diktator gab ihm freie Hand. Drei Tage nach dem Erlass über die Bildung des Rüstungsministeriums folgte eine „Erste Durchführungsverordnung“. Todt sei „bevollmächtigt, alle Anordnungen zu treffen, die zur Erfüllung seiner Aufgaben notwendig“ seien. Alle zuständigen Stellen seien an seine Anweisungen „gebunden“.

Nun sind wir gewissermaßen an derselben Stelle wie damals, nämlich an der „ersten Durchführungsverordnung“ von Brüssel.

Wie das nun im Detail aussehen kann, resp. wie man das damals gemacht hat, das kann man gut am Beispiel „Bosch“ nachlesen:

https://www.academia.edu/110619728/R%C3%BCstung_Kriegswirtschaft_und_Zwangsarbeit_im_Dr...

Ich zitiere daraus:

Bosch-Hildesheim: Die Trillke-Werke (ELFI)

Das Unternehmen wurde nach knapp einjähriger Vorlaufzeit Ende 1937 in Hildesheim als Rüstungsbetrieb gegründet und von Bosch im Auftrag und auf Rechnung des OKH (Oberkommando Heer)betrieben.

Das so benannte Ausweich-Werk für die Bosch-Produktion in Stuttgart-Feuerbach stellte verschiedene elektrotechnische Aggregate für Heereskraftfahrzeuge aller Art her. Hierzu zählten neben Lichtmaschinen insbesondere auch Starterelemente: Ritzelanlasser für PKW und LKW sowie mit steigendem Anteil Schwungkraftanlasser und Magnetzünder für Panzer und schwere Artilleriezugmaschinen.

Die marktbeherrschende Stellung in Deutschland ohne nennenswerte Konkurrenz insbesondere bei Lichtmaschinen, Anlassern, Zündkerzen sowie Einspritzpumpen (1930 zwischen 80 und 90% Marktanteil) gründete auf entsprechenden Patenten und einem jahrzehntelangen Entwicklungsvorsprung.

Sie zog die mittelbare Einbeziehung in die Aufrüstungsprogramme für Wehrmacht-Kfz, Panzer und auch Flugzeugmotoren nach sich. Gemessen an den Produktionsbedingungen wie auch dem Grad der Internationalisierung ist Bosch hingegen der elektrotechnischen Branche und deren feinmechanischen Segmenten zuzurechnen. Bosch war, wenn auch mit deutlichem Abstand nach Siemens und der AEG, das drittgrößte Unternehmen der Branche.

Der Aktienankauf von Rheinmetall in einer rumänischen Kleinstadt in Siebenbürgen erinnert an die Vorgaben im 3. Reich für die neuen Bosch-Standorte:

https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=651535

Bei der Standortwahl des neuen Ausweichwerkes war dem Unternehmen in gegebenen Grenzen ein Mitspracherecht eingeräumt. Die Verhandlungen vor Ort mit Vertretern des OKH (Oberkommando Heer) und der Reichsstelle für Raumordnung (RfR), wichtig hier Kerrls Staatssekretär Hermann Muhs, wurden übernommen von Max Clostermeyer. Er firmierte später auch als Kaufmännischer Werksleiter der Trillke-Werke und war SS-Offizier. Die strikte Vorgabe lautete, das Werk „im Raum östlich der Weser und nördlich der Linie Kassel-Leipzig“ aufzubauen, wobei dezentralisierend Großstädte gemieden werden sollten.

Diese Vorgabe ist wesentlich durch kriegstaktische, luftschutztechnische Argumente begründet und skizziert in erster Linie die damals angenommene Reichweite englischer bzw. französischer Bomber, dann aber auch die Ausrichtung nationalsozialistischer Blut- und Boden-Politik in den Osten.

Ich frage mich immer wieder, - haben die Leute in der überwiegenden Mehrheit die Geschichte vergessen? Man muss doch mit Blindheit geschlagen sein, wenn man die Parallelität hier nicht erkennt.

Wie heißt es so schön in dem sinnigen Zitat von Georg Santayana:

„Diejenigen, die nicht aus der Geschichte lernen können, sind dazu verdammt, sie zu wiederholen."


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