Für Leser mit viel freier Zeit - Pandemische & kataklystisch-klimatische CHOCs: Rom - Untergang einer Weltmacht

Ostfriese, Samstag, 09.03.2024, 17:26 (vor 99 Tagen)3289 Views
bearbeitet von Ostfriese, Samstag, 09.03.2024, 18:00

Hallo auf dem Forum

In der Sprache der aristotelisch-parmenideischen Weltsicht der perfekt vollendeten fraktalen Analyse, Synthese und Kausalität bleiben die vollumfänglich bestehenbleibenden Gesetze des machtbasierten debitistischen Ablaufs gültig: Frédéric Wilners Film

https://www.arte.tv/de/videos/098123-000-A/rom-untergang-einer-weltmacht/

zeigt, dass in den letzten 400 Jahren der Niedergang des römischen Reiches durch pandemische & kataklystisch-klimatische CHOCs verstärkt wurde.

In den ersten 500 Jahren n. Chr. beherrschte das römische Reich weite Teile Europas und den Mittelmeerraum. Seine Ausdehnung änderte sich in der Zeit aber immer wieder.

Der Niedergang des römischen Reiches begann schon im Jahre 165 n. Chr. als die geographisch größte expansiv errungene Macht zwischen Marc Aurel im Westen und dem im Osten das Reich verteidigenden Lucius Verus aufgeteilt wurde. Durch die Eroberung und Plünderung der kosmopolitischen ursprünglich hellenistischen Großstadt Seleukeia des sich im Großraum Vorder- und Zentralasien ausdehnenden Partherreiches war für Rom der Weg nach Mesopotamien frei.

Nach der Eroberung der Großstadt Seleukeia einschließlich des Raubes der Statue des langhaarigen Apollon - der Gott der Pest, Bogenschützen, Krankheit und Heilkunst - bereitete sich gerade zu den Zeiten der triumphalen Präsentation des Sieges in der damaligen Reichshauptstadt Rom der CHOC der tödlichen Epidemie der Pest aus.

Im Jahre 167 n. Chr. nach Lucius Verus Rückkehr in die Millionenstadt Rom verbreitete sich während der jahrelangen Markomannen-Kriege Marc Aurels die Seuche auch im römischen Heer aus.

Die Antwort auf die Frage, warum die Römer die Kriege nicht beenden konnten, fanden die Archäologen in der römischen Katakombe der Heiligen Petrus und Marcellinus - einer unterirdischen Nekropole in Rom, die in wesentlichen Teilen in der zweiten Hälfte des 4. bis ins 6. Jahrhundert entstanden und nach den - während der Diokletianischen Christenverfolgung gestorbenen – Märtyrern Petrus und Marcellinus benannt wurden.

Die Archäologen zeigen, dass den mehreren Phasen der Grabnutzung in der Nekropole den mehreren Wellen der Epidemien entsprachen.

167 n. Chr. brach die Epidemie in Rom aus, im Winter 169 n. Chr. wütete die Seuche in den Lagern des römischen Heeres - sie dauerte 30 Jahre an, wie der Bericht Galenos von Pergamons - des bedeutenden Arztes der römischen Antike - zeigt, es handelt sich wohl um die erste POCKEN-Epidemie im römischen Reich.

Die Entwicklung der Anzahl der Namen römischer Legionäre während Marc Aurels Markomannen-Kriege zwischen 171 n. Chr. und 176 n. Chr. auf zwei Granitblöcken aus dem Museum der serbischen Stadt Pozarevac und die Barbareneinfälle nach der römischen Unfähigkeit, den von den Ostrogoten verwüsteten Tempel von Eleusis, der Demeter - der Göttin des Ackerbaus - gewidmet war, zu verteidigen, zeigen, welche verheerende ökonomische Wirkung die Seuche auf Staat und Heer hatte - der Wert der römischen Währung verfiel.

Der Schatz von Nanterre belegte die Manipulation der Münzen: Letztendlich Staatsbankrott durch Reduzierung des Silbergehaltes und Abwertung im Verhältnis 1 zu 2. Kaiser Caracalla legte den Wert der neuen Antonia auf das 2-fache eines Dinars fest - die bekannte Münzverschlechterung bis hin zu den Cu-Stücken, die kurz in Silbersud getaucht wurden, um die wachsenden Ausgaben der Staatskasse infolge der Pandemie und der Angriffe der Germanen und der Steppenkultur der Sarmaten zu finanzieren.

40 Jahre später war die römische Währung ein Schatten ihrer selbst.

Nach Caracallas Bau (216 n. Chr.) neuer Thermen in Rom breitete sich von Ägypten ausgehend das hämorrhagische Fieber (251 n. Chr.) im ganzen Reich aus. Es kam über einen längeren Zeitraum zu zahlreichen Invasionen und Plünderungen mit gravierenden Folgen für Staat und Heer. Innerhalb von 20 Jahren gab es 30 Kaiser und Usurpatoren mit der Folge der Zersplitterung des Reiches und der Verlagerung der Hauptstadt Rom nach Byzanz.

Dendrochronologen der Universitäten in Brünn, Novosibirsk und Cambridge zeigen vergleichbare Entwicklungen in den Alpen und im Altai-Gebirge: Es gibt Beweise für eine stabilere klimatische römische Periode. Um das 2.Jhd. n. Chr. wurden die Temperaturen instabiler mit Folgen für die Wanderungen der Nomaden Asiens: Bisherige landwirtschaftliche Methoden gelangten an ihre Grenzen - die Hunnen stießen gegen Westen vor.

Der Bischof Cyprian von Karthago schreibt im 3.Jhd. n. Chr., dass die Sonnenstrahlen weniger leuchten und die Ernten schlechter ausfallen. Diese Welt sei nur noch ein blasser Greis, der schon mit einem Fuß im Grabe steht.

Die Schlacht von Adrianopel (378 n. Chr.) zwischen Westrom und den Goten verursacht durch den Druck der Hunnen zählte zu den schwersten Niederlagen des römischen Reiches: Das weströmische Reich fand sein Ende. Mit der Eroberung Nordafrikas durch die Vandalen ging das schwächere weströmische Reich 429 n. Chr. endgültig unter.

Anfang des 6. Jhd. unternahm Ostrom den Versuch, die verlorenen Gebiete wieder zurückzuerobern.

Eisbohrkerne aus dem alpinen Gletscher der Signalkuppe, die am Institut für Klimawandel an der Universität Maine untersucht wurden, geben Hinweise auf Vulkanausbrüche in den Jahren 536, 540 und 547 n. Chr. auf Island mit der Folge der klimatischen Abkühlung der Erdatmosphäre und von Missernten. Zeitzeugen berichteten: Die Sonne verdunkelte sich für 12 bis 18 Monate, die Sonne war mittags nicht heller als der Mond.

Im Jahre 541 n. Chr. war das Nildelta das Zentrum einer neuen Epidemie von nie dagewesenem Ausmaß. Sie veränderte die römische Geschichte!

Archäologische Funde auf der französischen Insel Maquelone bei Montpellier zeigen im Übergang von der römischen zur byzantinischen Zeit ins frühe Mittelalter den Zusammenbruch des Handels und den Rückgang der Bevölkerung im Mittelmeerraum. Die Untersuchung von Zähnen am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie in Leipzig deuten auf Wellen über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren der sich ausbreitenden Justinianischen Pest mit dem Verlust eines Drittels der Bevölkerung im ganzen Reich hin.

Das Reich wurde gleichzeitig von zwei CHOCs heimgesucht: Einer tödlichen Pandemie & einer kataklystisch-klimatischen Abkühlung.

Infolge der Pest und der Abkühlung des Klimas durch die CHOCs vermitteln die einstigen wohlhabenden römischen Städte Haluza und Shivta in der Negev Wüste eine Momentaufnahme der letzten Phase des Reiches: Das Reich ging endgültig in die Knie!

Um 540 n. Chr. schrieb Hieronymus an Prokopios von Caesarea: Wenn Du das nächste Mal nach Haluza kommst, werden sich Deine Augen mit Tränen füllen wegen des Staubs und der Dürre in den Weinbergen.

Der hohe Lebensstandard in den Städten, deren Häuser in der Mitte des 6. Jhd. n. Chr. wohlorganisiert verriegelt wurden, spiegelt den Wohlstand wider, den die Landwirtschaft mit sich brachte.

Kaiser Justinians Bemühen das Reich wiederherzustellen, werden von Pest und Kälte zunichte gemacht.

Das nie wieder zur alten Größe zurückfindende oströmische Reich überdauert noch für knapp 1000 Jahre.

Gruß - Ostfriese


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