Ja...

Andudu, Freitag, 08.03.2024, 11:05 (vor 98 Tagen) @ Domino1705 Views

die Friedensbewegung lebt wohl noch. Allerdings wurden sie von "Gottes Gnaden Scholz" als "gefallene Engel" bezeichnet und dies macht es nicht unbedingt leichter für diese Bewegung. Aber sie werden Recht behalten, wenn alles in Schutt und Asche liegt und Millionen von Menschen verhungern, krepieren und verwesen.

Klar, hoffen wir, dass das diesmal an uns vorübergeht.

Das diese Bewegungen innerlich zerstritten sind, mag sein aber trotzdem habe ich es erlebt, das sie eine Sache doch eint: der Einsatz für den Frieden! Dafür gehen sie auf die Straßen und klären in den Einkaufszonen mit Infoständen und Plakatwänden auf. Sie halten Seminare, drucken Flyer und Aufkleber und dies alles unter Einsatz von persönlichen Engagement und privaten finanziellen Mitteln! Sie sind keine x-beliebigen Dienstleister, die man nach respektlos kritisieren sollte! Mit unserem Zuspruch, mit aufmunternden Worten, anregenden Gesprächen und vielleicht auch materiellen und finanziellen Zuwendungen kann man diesen Menschen bei ihrer Arbeit für uns helfen!

Ja, das sollte jeder unterstützen, ich war damals beim Irakkrieg mitdemonstrieren, in einer kleinen Gemeinde, mit einer handvoll Leute (ich war vermutlich der Jüngste). Damals war die Presse noch relativ wohlgesonnen, niemand mochte G.W.Bush und der "cognitive warfare" beschränkte sich auf Gefasel über Massenvernichtungswaffen, so dass sich sogar ein kleiner Artikel in der lokalen Zeitung fand, der das relativ neutral berichtete. Im Endeffekt war es mir eher peinlich und hat natürlich auch nichts gebracht.

Die Bandagen sind mittlerweile viel härter, das Framing viel perfider und schon seit Jahren vorbereitet. Nur "für Frieden" zu sein, bringt nichts, wenn die Leute sich bedroht fühlen oder eine Ungerechtigkeit ("unprovozierter Überfall von Russland auf die Ukraine" wie die Propaganda-Sprachregelung lautet) sehen.

Die moralischen Impulse einem (vermeintlich zu Unrecht) Bedrängten beizustehen, sind groß, gerade in Deutschland mit seinen Weltretter-Bürgern, die Argumente der Gegenseite werden als Putin-Propaganda abgetan und nicht geglaubt. Gruppendenken und Medienhörigkeit, nicht viel anders als bei Corona, auch wenn die Fanatiker oft nicht deckungsgleich sind.

Das durchschnittliche Alter in diesen Bewegungen verorte ich bei Ü50 und dazu habe ich auch ein "Aktivisten-Pärchen" mal befragt: die Jugend ist nur schwer zu erreichen und die "Weißrücken" müssen wohl wieder ran, um das von ihnen verschuldete Desaster vielleicht doch noch abzuwenden.

Ich wünsche viel Glück, glaube aber nicht, dass sie (auf der Straße) viel erreichen. Alternative Medien schaffen das schon eher, deshalb nehmen ja die Bemühungen, die abzuschalten, ständig zu...

Zur AfD: ich symphatisiere durchaus mit dieser Partei, würde aber meine Hand für sie NICHT ins Feuer legen. Die Friedensbewegung will zu Recht raus aus der NATO und die AfD? Daher ist die fehlende Symphatie der Friedensbewegung zur AfD doch wohl kein KO-Kriterium für ein aufmunterndes Gespräch mit den Aktivisten in der Fußgängerzone, am Straßenrand oder bei einer Kundgebung - oder?

Man kann keiner Partei vertrauen, das Parteiensystem ist destruktiver Müll.

Das Problem liegt auch nicht bei "den Rechten", sondern bei den Abgrenzern, die bestimmte Redner nicht wollen. Ich weiß nicht mehr, bei welchem Konflikt das war, ist nicht so lange her, aber da poppten dann z.B. auf dem linken Telepolis plötzlich Artikel von Linksradikalen auf, die die damaligen Versuche, eine größere Protestbewegung zu initiieren mit Dreck bewarfen, weil Ken Jebsen (oder so jemand) auftrat. Schwupps war der Keil in der Bewegung und es wurde gestritten, wen man ausladen müsse und wen nicht, auf diese Weise kommt halt einfach keine Massenbewegung mehr zustande... killed bei Hypermoralismus und "Kampf gegen rechts".

Ich stelle das nur nüchtern fest und bedauere es, so sind die Zeiten eben.


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