Die hier angeführte Argumentation ist falsch, aber @LePenseur hat Recht! Man muss tatsächlich sehr exakt lesen, dann entfaltet sich die klare Logik des kanonischen Rechts

MausS, Dienstag, 13.02.2024, 11:03 (vor 71 Tagen) @ BerndBorchert1169 Views

@BerndBorchert
21 minutes ago
Hallo, Ihre Auslegung von Can. 332 Par. 2 (Video Sek. 580) ist falsch, und damit fällt die These Ihres Videos in sich zusammen. Begründung: Dort steht "Falls der Papst auf sein Amt verzichten sollte,..." Dieser Par. 2 bezieht sich eindeutig nicht auf die Situation im Wahl-Vorgang, denn in dem Fall stünde dort nicht "Papst", sondern der "zum Papst Gewählte" - Papst wird ein zum Papst Gewählter erst mit der Annahme. Mit Bitte an Sie (Wisnewski) um Antwort hier. Bernd Borchert

Das steht dort eben gerade nicht! Dort steht:

Can. 332 — § 1. Volle und höchste Gewalt in der Kirche erhält der Papst durch die Annahme der rechtmäßig erfolgten Wahl zusammen mit der Bischofsweihe.

Wer lesen kann, ist schwer im Vorteil - aber selbst ich bin ja im ersten Versuch daran gescheitert [[sauer]]

Papst ist, wer rechtmäßig gewählt wurde!

Aber um die mit diesem Amt verbundene "volle und höchste Gewalt" auszuüben, genau dafür wird eine weitere Bedingung genannt.

§ 2. Falls der Papst auf sein Amt verzichten sollte, ist zur Gültigkeit verlangt, daß der Verzicht frei geschieht und hinreichend kundgemacht, nicht jedoch, daß er von irgendwem angenommen wird.

Um auf sein ihm durch die rechtmäßige Wahl zugefallenes Amt zu verzichten, benötigt er keinerlei "volle und höchste Gewalt", denn diese bezieht sich auf sein Verhältnis zu der ihm als Stellvertreter seines Chefs unterstellten Glaubensgemeinschaft.

Seinem Chef gegenüber ist nur er allein in eigener Rechenschaft pflichtig:

§ 2. Der Papst steht bei Ausübung seines Amtes als oberster Hirte der Kirche stets in Gemeinschaft mit den übrigen Bischöfen, ja sogar mit der ganzen Kirche; er hat aber das Recht, entsprechend den Erfordernissen der Kirche darüber zu bestimmen, ob er dieses Amt persönlich oder im kollegialen Verbund ausübt.

Und Deckel drauf:

§ 3. Gegen ein Urteil oder ein Dekret des Papstes gibt es weder Berufung noch Beschwerde.

Eindeutige, glasklare Festlegungen. Da gibt es keinerlei Raum für Auslegungen.

@LePenseur: Du liegst ohne jeden Zweifel richtig, ich hätte da besser gleich richtig lesen und verstehen sollen.

Mit der Bitte um Entschuldigung und aufrichtig achtungsvollen Grüßen

MausS

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"Der Tod der Menschheit ist nicht nur ein denkbares Ereignis, wenn der Sozialismus triumphiert, sondern er stellt das Ziel des Sozialismus dar."
Igor Schafarewitsch, 1980


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