Strehls Vortrag lässt Fragen offen

Martin, Donnerstag, 25.01.2024, 09:07 (vor 83 Tagen) @ Ankawor1322 Views
bearbeitet von Martin, Donnerstag, 25.01.2024, 09:46

Strehl beschreibt korrekt, dass das "Klimagas" Wasserdampf ein so breites elektromagnetisches Spektrum der Wärmeabstrahlung absorbiert, dass andere "Klimagase", wie CO2 und CH3 kaum noch eine zusätzliche Wirkung haben können. Wenn ich hinter einem Rotfilter ein zweites Rotfilter platziere, ändert das zweite an der Filterwirkung nichts mehr. Oder wenn ich hinter dem Rollladen einen zweiten herunterlasse, ändert sich an der Dunkelheit nichts mehr.

Nur übergeht Strehl einen Punkt. CO2 und CH3 sind in der Atmosphäre einigermaßen gleichmäßig verteilt, für Wasserdampf gilt das aber nicht. Wasserdampf verteilt sich sehr unterschiedlich. Wie Strehl erwähnt, gibt es über der Antarktis keinen Wasserdampf, dafür ist es zu kalt. Dasselbe gilt für die Sahara. Dort fehlt die notwendige Vegetation. Dort wo kein Wasserdampf in der Atmosphäre ist, wird die Filterwirkung von CO2 nicht von Wasserdampf überdeckt. Strehl hätte erklären müssen, ob seine Darstellung repräsentativ für die globalen Verhältnisse ist, oder für welche Regionen sie gültig ist.

Man kann argumentieren, dass dies für eine globale Erwärmung gleichgültig ist, da dort wo ein höherer CO2-Anteil so zu einer zusätzlichen Erwärmung beitragen kann, kein Wasserdampf vorhanden ist, der diese Wirkung verstärken könnte.

Wer neugierig ist, wie eine Abstrahlung in der Realität wirken kann, kann sich die 14-Tage-Darstellung beispielsweise von Timbuktu anschauen: https://www.wetteronline.de/wettertrend/timbuktu Am Tage wärmt die Sonne massiv auf, bei Nacht wird die Wärme optimal ins All abgestrahlt. Die gleiche Darstellung in Wostok (Antarktis) zeigt in der Regel deutlich geringere Unterschiede zwischen Tag und Nacht.

Wer neugierig ist kann diese Übung auch auf unseren Breiten gelegentlich machen. Bei durchgehend klarem Himmel spreizen sich die Tag/Nacht-Temperaturen, bei Bewölkung liegen sie enger beieinander. Im Sommer, wenn die Sonne länger scheint als sie verschwindet hängt so die Erwärmung in Deutschland weniger von CO2, sondern von der Anzahl wolkenloser Zeiten ab. Wir haben u.a. weniger Wolken, weil die Luft sauberer geworden ist. Das ist vielleicht Teil 2 von Strehl.


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