Nein, denn bei Deinem Vorschlag käme dann beim Empfänger kein Geld an, aber indirekt passiert das schon

paranoia, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Freitag, 12.01.2024, 12:53 (vor 96 Tagen) @ Dieter1249 Views

Hallo Dieter,

gerne erkläre ich Dir anhand eines Beispiels, was passiert.

Zahlungsverkehrstechnisch gibt es die EZB gar nicht. Es gibt keine "EU-Notenbank" bei der die Banken und Staaten der EU Konten führen. Alle Zahlungen werden über nationale Notenbanken abgewickelt.

Wenn also Deutschland 100 Millionen Euro für die Förderung von Solar-Radwegen nach Italien überweist, werden diese EUR 100 Mio. dem deutschen Fiskus vom Konto abgezogen, das dieser bei der Bundesbank führt. Per Target II ergeht ein Auftrag an die Zielnotenbank, die EUR 100 Mio. auf dem Konto der Empfängerbank bei der spanischen Notenbank gutzuschreiben.

Bei dieser Verfahrensweise würde die Bundesbank um EUR 100 Mio. reicher (bei ihr entfallen ja auf wundersame Art Verbindlichkeiten und die spanische Notenbank hat plötzlich EUR 100 Mio. mehr Schulden.

Da aber Überweisungsvorgänge, abgesehen von den Überweisungsgebühren, bilanziell erfolgsneutral verlaufen muss noch mehr passieren:
Die Bundesbank bekommt jetzt mit dem Zahlungsausgang eine TARGET-Verbindlichkeit über EUR 100 Mio. eingebucht und die spanische Notenbank eine Target-Forderung gutgeschrieben.
Damit ist der gesamte Zahlungsvorgang erfolgsneutral.

Die gewonnenen Target-Forderungen stehen den Target-Verbindlichkeiten der Südländer gegenüber.
Eine Nettobetrachtung aber auch eine wirtschaftliche Nettowirkung ist möglich, solange es nur einen Euro gibt.
Bei Austritt von mehr als einem EU-Mitgliedsland würde es aber nötig sein, die Target-Forderungen und -verbindlichkeiten nach Ländern abzugrenzen und auf Länderebene zu netten.

Gruß
paranoia

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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.


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