Von Lascaux über Edvard Munch zu den expressiven Exzessen der Gegenwart: Javier Milei

Ostfriese, Montag, 20.11.2023, 14:09 (vor 99 Tagen) @ FOX-NEWS2433 Views

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Edvard Munch gilt als Wegbereiter der expressionistischen Malerei der Moderne: Seine - vor allem autobiografische Erfahrungen und Erlebnisse wiedergebenden - Bilder stellen den Menschen und die emotionalen Erfahrungen von der Liebe bis zu Trauer und Tod in den Mittelpunkt.

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Angst Edvard Munch, 1894, Öl auf Leinwand, 94 × 74 cm, Munchmuseet Oslo

Die äußere Natur ist der Spiegel des inneren Erlebens. Oskar Kokoschka urteilte: "Mit dem Bild Der Schrei wurde der Expressionismus geboren."

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Der Schrei Edvard Munch, 1910 Öl und Tempera auf Pappe 83 x 66cm Munchmuseet Oslo

Der Schrei – als Signum einer Epoche - richtet sich als offenen Kunstwerks direkt an den Betrachter: Subjekt und Objekt des Schreis vereinigen sich und heben die klassische Funktion einer Darstellung im Sinne einer Erzählung in einem festen Raum-Zeit-Gefüge auf - Hier schreit nicht ein bestimmter Mensch, hier schreit einer-für-alle, seine Existenzangst, seine Lebensangst und nimmt uns in die große Angst hinein. (Hilde Zaloscer)

Vor genau 60 Jahren durfte ich im Kunstunterricht lernen und aktuell in der Munch-Ausstellung Zauber des Nordens in der Berlinische Galerie als Erkenntnis erfahren, dass die Malerei in den Höhlen von Lascaux, über die Antike, die Entdeckung der Räumlichkeit in der Gotik, die dreidimensionale Perspektive in der Renaissance, den starren Idealisierten Naturalismus im Goldenen Zeitalter der Niederlande und die beginnenden dynamisch verwerfenden Auflösungen im - Gegenstände in Abhängigkeit des Lichtes zu begreifenden - Impressionismus über E. Munch zur gegenwärtigen zweidimensionalen, gegenstands- und referenzlosen konkreten Malerei führt.

Es sind die Phasen der Geburt, der Ergriffenheit (Frühphase), des Ausdrucks (Reifephase) der Anwendung (Endphase) und des Todes nicht nur im kulturellen Verlauf, sondern in Spengler's Worten auch als genaue[s] Seitenstück zur Kleingeschichte des einzelnen Menschen, eines Tieres, eines Baumes oder eine Blume. (David Engels S. 43)

Damals hörten wir auch erstmals Marcel Duchamps Satz Die Kunst ist tot, es lebe die Antikunst! als Interpretation der Endphase der künstlerisch-malerischen Entwicklung des Abendlandes. Er kaufte einfach ein Fahrrad-Rad - Das Original landete auf dem Müll, so Duchamp, wurde jedoch mehrfach rekonstruiert -, malte einige farbige Punkte auf die Speichen, signierte es und stellte es in die Ausstellung. Fertig. Im Hinblick auf Franz Radziwill - eines Magischen Realisten -, der in Dangast - einem Nachbarort unserer Schule wohnte - formulierte der Kunstlehrer: Schlechte Bilder kann jeder malen - Spiegeleier im Himmel - aber gute, das kann nicht jeder, und Radziwill hat auch sehr gute Bilder gemalt, wie wir lernen durften! Edvard Munch war der letzte abendländische Künstler mit einem eigenständigen malerischen Werk. Es kommt nichts Neues mehr - alles schon irgendwie dagewesen!

Im Sinne der Polargeometrie Ernst Barthel's des Insichzurücklaufens von Zukunft und Vergangenheit im Gegenwärtigen gilt: Munch's Malerei - und nicht jene Picasso's - geht jener in den Höhlen von Lascaux voraus!

Im Zeitalter der transzendentalen Obdachlosigkeit (Georg Lukács), des Spektakels (Guy Debord) und den Orgien der Kommunikation (Jean Baudrillard) spiegelt Javier Milei die systemischen Verwerfungen und die allseits in allen Bereichen wahrzunehmenden Auflösungen aller Formen wider.

Für jede Wissenschaft am Ende eines Kulturzyklus gilt: Sie endet nach Spengler in einer Verfeinerung der Fragestellungen und Methoden in sich selbst (@Phoenix5) und gibt der Hermetik und der Mystik/Spiritualität die Hand.

Das Land hat endlose Jahrzehnte Sozialismus hinter sich und scheinbar hat sich langsam die Erkenntnis durchgesetzt, dass es so nicht weitergeht.

In der analytischen, synthetisierenden und kausal-aristotelisch-parmenideischen Weltsicht, die eben auch kein Kind der Unendlichkeit ist und dessen Potenzial bereits ab dem ersten Tag des Kulturellen unaufhörlich ins Gegenteil umschlägt, gelten Gunnar Heinsohn's Ausführungen in:

https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=642878 Lord Woodhouselee (1747 – 1813) "A democracy cannot exist as a permanent form of government. … Ostfriese, Freitag, 15.09.2023, 06:21 @ Reffke 2210 Views

Gruß - Ostfriese


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