Was steht am Ende einer solchen Beratung? Beschiss!

Steppke, Donnerstag, 21.09.2023, 19:06 (vor 277 Tagen) @ FredMeyer2680 Views
bearbeitet von Steppke, Donnerstag, 21.09.2023, 19:21

Wir als Eigentümergemeinschaft stehen genau vor diesem Problem. Wenn uns unsere Anlage in einem Winter den Dienst versagt, muss ja kein strenger sein, ein normaler Winter reicht schon. Wie lange warten wir auf den Energieberater? Aktuelle sind 9 Monate angesagt.

Soweit ich das verstanden habe, könnt ihr dann reparieren lassen (wenn Ersatzteile verfügbar). Es gibt dazu ja auch Härtefallregelungen.

Andernfalls müsst ihr (elektrische) Heizstrahler kaufen und den Mietern zur Verfügung stellen (falls ihr vermietet) denn als Vermieter ist man verpflichtet, für Wärme zu sorgen (egal wie).

Aber jetzt zum Thema "Energieberater".

Damit der Energieberater überhaupt professionell beraten kann, muss er vorher ja die kommunalen Wärmepläne kennen, die es meistens noch gar nicht gibt.

Er muss aber noch etwas Weiteres kennen:

Zitat: Die kommunale Wärmeplanung allein reicht – je nach Größe der Kommune – bis zum Datum 30. Juni 2026 oder 30. Juni 2028 noch nicht aus, um die neuen Heizungsregeln wirksam werden zu lassen. „Auf Grund der fehlenden rechtlichen Verbindlichkeit des Wärmeplans bedarf es noch einer zusätzlichen Entscheidung durch die Kommune. Dafür muss sie Gebiete zum Neu- oder Ausbau von Wärmenetzen oder Wasserstoffnetzausbaugebiete ausweisen“, erklärt Dr. Max Peters, Leiter des Kompetenzzentrums Wärmewende der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW). „Erst nach diesem zweiten Schritt, der Entscheidung des Stadt- oder Gemeinderates, ein Wärme- oder Wasserstoffnetz zu errichten oder auszubauen, kommt es in den nächsten Jahren bei einem Heizungstausch zur Nutzungspflicht für erneuerbare Energien für Bestandsgebäude und Neubauten außerhalb von Neubaugebieten.“

Quelle: https://www.tga-fachplaner.de/meldungen/heizungswende-geg-novelle-pflichten-ab-2024-und...

Auch diese Informationen besitzt der "Energieberater" gar nicht. Er weiß also nicht welche Gebiete in Zukunft mit welchen "Wärmenetzen" versehen werden sollen.

Und jetzt werden diese "Energieberater", denen fundamentale Daten überhaupt noch gar nicht zur Verfügung stehen, auf die Bürger "losgelassen" obwohl sie gar nicht in der Lage sind, eine professionelle Beratung anbieten zu können.

Objektiv betrachtet, ist das einfach nur eins: Beschiss!

Stell Dir mal (im Extremfall) vor, dass der "Energieberater" euch und uns eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe empfiehlt. Für unser Mietshaus bräuchten wir davon min. 3 Stück. Würde richtig teuer werden ...

Und dann, 3 Jahre später, ist die Kommune/Stadt/Gemeinde endlich mit ihrer "Wärmeplanung" fertig und erklärt das Gebiet, auf dem die Immo steht, zum Wasserstoff/Fernwärme/etc.-(Aus)Baugebiet.

Dann hat man die große A*schkarte gezogen.

Und weißt Du wer dann dafür haftet? Niemand, außer man selbst.

Das solltet ihr in eurer Eigentümergemeinschaft unbedingt schnellstens besprechen.

Ich habe für unser Mietshaus vor 2 Monaten einen 44kw Brennwertkessel bestellt. Das Zubehör, die Regelung, Pumpen, Abgasleitung für Brennwerttechnik etc. sind alle schon geliefert worden, aber nicht der Kessel.

Ich sitze hier auf glühenden Kohlen, denn die Heizung muss dieses Jahr noch getauscht werden ... und der Winter naht. Die Fachfirma, die das machen wird, sagte, dass das 1,5 Tage dauern wird. Im Dezember kann man das nicht mehr machen, denn 1,5 Tage kann nicht geheizt werden und auch Warmwasser ist nicht verfügbar. Und wenn es dummerweise dann noch heftigen Frost gibt ... tja ...

Ich bin mittlerweile so weit, dass ich überlege, der Firma, bei der wir den Kessel bestellt haben, ein "Kopfgeld" zu zahlen, auch wenn der Kessel dann doppelt so teuer wird (da gibt es scheinbar eine Warteliste).

Die Risiken und (möglichen Folgekosten) des GEG können jedenfalls noch viel höher ausfallen, wenn der Einbau erst im nächsten Jahr erfolgt..

Wenn man dieses Jahr noch einen Kessel einbauen lässt, kann man viele Fallstricke, die das GEG mit sich bringt, noch umschiffen.

Und deshalb muss "der" noch vor dem Winter eingebaut werden.

Und die ahnungslosen "Energieberater" (siehe oben) können mich dann auch mal "gerne haben".

Falls Du noch Infos oder Anmerkungen hast, immer her damit.

Danke und Gruß
Steppke


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