Öl ist nicht "die Triebfeder des Debitismus"

paranoia, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Sonntag, 03.09.2023, 19:32 (vor 268 Tagen) @ Dionysos2421 Views
bearbeitet von paranoia, Sonntag, 03.09.2023, 19:48

Hallo Dionysos,

die Triebfeder des Debitismus ist der Zwang, Zinsen zahlen zu müssen.
Die Verschuldung lautet auf Geld (das in den Nicht-Fiat-Money-Geldsystemen in ein knappes Gut, wie z.B. Gold und Silber) auf Verlangen umgewandelt werden konnte.

Die Verschuldung ist Geld-denominiert und nicht Öl-denominiert.

"Debitistische" Verschuldungszyklen existierten lange vor Entdeckung des Öls.

Das Numéraire ist Geld, nicht Öl!

Habe ich die Möglichkeit, mit Hilfe einer Tiefenbohrung aus dem Golf von Mexico Öl zu fördern,
dann stelle ich einen Finanzplan auf. Das Projekt wird nur begonnen, wenn ich mit kurssichernden Maßnahmen das Öl rentabel verkaufen kann.

Da Aluminiumwerke mit Strom heizen, gehe ich davon aus, dass Stahlwerke das genauso (nach Umbau!) tun können, wenn das Öl zur Stahlherstellung zu teuer ist. Zur Herstellung meiner Förderplattform komme ich dann komplett ohne Öl aus.

Aussagekräftiger ist aber die Produktion von Öl. Diese fällt seit 50 Jahren für konventionelles Öl (flüssiges Rohöl) mit einer jährlichen Rate von 10-11 Prozent. Offiziell werden 7 Prozent propagiert.

Meinem Auto und der Ölheizung ist es egal, ob das raffinierte Benzin oder das leichte Heizöl aus einer konventionellen Quelle stammt oder anderswoher. Geht die Ölproduktion runter, geht der Preis hoch und Öl bekommt nur noch derjenige, der es bezahlen kann.

Wenn das Öl so knapp geworden ist, wieso stand dann das Barrel zu Anfang der 2000-er Jahre bei USD 10,-?!

Ölknappheit verursacht einen Preisanstieg, der es ermöglicht, auch teurere Quellen anzuzapfen.

Die EROI-Horrorgeschichten stammen wahrscheinlich auch von der Climatology-Sekte.
Die EROI-Sau wird leider zyklisch immer wieder durch dieses Forum getrieben.

Gruß
paranoia

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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.


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