Yvon Garlan: "Der Krieg blieb der große Geburtshelfer der politischen Gemeinwesen und es lag in ihrer Struktur, …

Ostfriese, Mittwoch, 30.08.2023, 20:06 (vor 292 Tagen) @ MausS3460 Views

Hallo MausS

Du hast das geopolitische, letztendlich debitistisch motivierte Ziel hinter dem Angriff der USA auf Russland nicht begriffen.


So ist es.

Es gilt in dieser zu bestaunenden Endphase der kulturellen Evolution des lokalen - dem debitistischen Code und seiner Sog-Kraft folgenden - Allen im Übergang zur globalen zivilisatorischen Involution ins Nichts inhaltlich Paul C. Martins zeitloser Satz:

Und überhaupt's die Griechen, die den "Dreh" mit der Produktivität der Macht schon früher als die Römer gefunden hatten.

mit Verweis auf Hannelore Eva Kreiskys - Schwiegertochter des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky. In ihrer Vorlesung Mafia, Staat und Männlichkeit über Zusammenhänge zwischen Staatsbildung/Staatszerfall und den Phänomenen wie Banditentum, Mafia, organisierter Gewalt und Bandenkriegen kommt sie zu der Erkenntnis, dass der Krieg […] in der griechischen Antike als die Kunst[galt], sich durch Gewalt zusätzliche Existenzmittel zu verschaffen, während der Friede die Kunst war, das Errungene zu genießen. Wolfgang Sofskys zieht ebenfalls die Bilanz, dass die GEWALT […] selbst ein Erzeugnis der menschlichen KULTUR [ist].

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Paul C. Martin:

Dazu Hinweis auf Yvon Garlan, Der Mensch und der Krieg, in: Der Mensch der griechischen Antike (1993), daraus:

"Da die wirtschaftliche Erschließung und Entwicklung des Landes im Wesentlichen auf der Anwendung außerökonomischen Zwangs beruhten, mußte der Krieg als rationales Phänomen erscheinen ...

Mein Reden, auch wenn es die "Friedens- und Tauschwirtschafts-Freunde" ungern hören. Was gibt es Rationaleres als Macht (für dessen Halter) oder Krieg (für den Gewinner)?

Und …, daß diese fortwährend sowohl im Innern vom Militär in Spannung gehalten als auch von außen durch Krieg bedroht wurden."

Und ihrerseits mit Krieg bedrohten - dazu nochmals sehr empfehlenswert der schöne "Melier-Dialog" bei Thukydides. Rationaler als die Athener kann man nicht argumentieren. Die Waffenmacht ist DIE ökonomische Trumpfkarte, die nicht zu stechen ist - außer durch noch mehr Waffenmacht.

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=325892 Re: Sparta, andere Geld-Märchen und die Realität der Griechen-Söldner verfasst von dottore, 19.07.2005, 14:36

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Gruß - Ostfriese


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