Nur ein Einwurf, such dir Gleichgesinnte

Ashitaka, Samstag, 03.06.2023, 10:11 (vor 361 Tagen) @ Morpheus1151 Views

Hallo Morpheus,

danke, für den Beginn einer inhaltlichen Auseinandersetzung.

Es ist nur ein Einwurf. Die Lust auf anhaltende, inhaltliche Auseinandersetzungen habe ich derzeit nicht. Und schon gar nicht mehr in Bezug auf diese auch nun bei dir ständig zu beobachtenden und immer wieder zum Zwecke des Schraubens vorgenommenen Simplifizierungen bzw. Simulationen.

Ich habe das zig mal gelesen, aber leider keine inhaltlichen Argumente finden können, sondern nur das Argument, das alle immer wieder bringen, der Debitismus stimmt. Ja, er mag stimmen, aber er ist völlig irrelevant. Weil er beschreibt etwas, was normalerweise, bis zu dem Zeitpunkt, an dem das System endgültig kollabiert, völlig irrelevant ist. Man kann das Leben nicht beschreiben, wenn man nur über eine Konzept für den Zeitpunkt des Todes hat.

Der Debitismus stimmt, ja. Und das leider nicht erst im Hinblick auf die von euch Schraubern unabwendbare Dysfunkionalität des Systems sobald alle Ausweitungen der globalen Schuldenlinien bzw. deren Besicherungen scheitern.

Was denn bitte genau? Niemals nie kam ein inhaltliches Argument. Alle kopieren Texte von dottore, die aber niemals NIE auf meine Argumente eingehen. Wenn hier niemand für den Debitismus argumentieren kann, dann muss ich ihn wohl noch stärker infrage stellen.

Es muss niemand dafür argumentieren. Du stellst ihn bisher gar nicht in Frage, sondern lenkst lediglich durch vom Gesamtsystem ablenkende Betrachtungen einzelner Systemebenen von einer ehrlichen Auseinandersetzung ab. Das rieche ich sofort. Dir geht es um deine Einbringung, nicht um das Abwägen und die Akzeptanz der bereits vor zwei Jahrzehnten weiter gefassten Perspektiven. Beim Überfliegen lese ich Sätze wie "Nachschuldner braucht es nicht". Was rauchst du?

Ja und? Ich bin als Bauer tätig und wenn Du einmal ein Gleichgewicht gefunden hast und das Wetter normal funktioniert, dann kannst Du Dich auch prima vorfinanzieren. Ich hatte eine IT-Firma und auch die konnte sich prima vorfinanzieren.

So soll Entenhausen sein.

Dass es am Ende einer Firma oder auch des ganzen Systems bei den Einnahmen nicht reicht, weil man eben seine Leistungen nicht wie geplant oder normal üblich verkaufen kann, steht doch auf einem ganz anderen Blatt.

Kein anderes Blatt, sondern sobald man es debitistisch aufarbeitet eine umfassendere Systemanalyse.

Wie gesagt, dottore konnte früher stets mit dem Zins argumentieren, der für die Verschuldung immer am Wachsen war. Aber Null Prozent von tausend Billionen sind immer noch Null.

Nur ein Spiel auf Zeit, kein haltbarer Zustand. Ob nun Nullzinspolitik, Ausweitungen der Bilanz durch Hereinnahme von Titeln oder sonstige Lockerungen des Regelwerks für Refinanzierungen. Das hat Dottore alles fein säuberlich erklärt.

Die Argumentation war vielleicht plausibel, solange Zinsen gezahlt werden mussten. Aber seit dem wir alle sehen konnten, dass es, und zwar zu Recht, Negativ-Zinsen für Staaten gab, ist diese Argumention einfach nicht mehr richtig. Wo soll denn das Problem bitte herkommen. Warum braucht ein konstanter Staat, der seine Ausgaben abgedeckt hat, im Folge-Jahr mehr Polizisten, mehr Richter, mehr Steuereintreiber oder warum sollte er mehr Zinsen zahlen müssen. Das Herrscher, das so haben wollen, steht auf einem anderen Blatt, aber systemisch ist da mMn gar nichts. Es ist faktisch so, aber genau das liegt an den Fehlern, die Herrschende immer machen.

Konstante Staaten sind Simulationen. Das hat mit der Wirklichkeit, der Tatsache, dass jeder Staat laufend (und nicht nur zu Beginn) für all seine Bereiche Ausgaben tätigen muss - und zwar bevor er seine Einnahmen erzielt - nichts zu tun. Aus den durch diesen vorgezogenen Verausgabungsdruck begründeten Vorfinanzierungszwängen erwächst eine über die Zeit und auf jeder Systemebne schlussendlich nicht mehr in Aussicht stehende Besicherungsmöglichkeit der Schuldner. Ebenso wenig hast du das sich zeitlich dramatisch zuspitzende, global seine Potentiale verstrickende Wiederbeleihungssystem vor Augen. Oft drüber geschrieben. Deine ganzen Zustandsfantasien würden sich sofort in Luft auflösen, wenn du dieses Fundament der seit Jahrzehnten die Erwartungen der Gläubiger sichernde System verstanden hättest.

Also jetzt erklär mit bitte, wo genau die Zusatzkosten herkommen, die im Folge-Jahr höher sein sollen. Wie gesagt, ohne Fehl-Entscheidungen der Herrscher, die ihr System nicht im Griff haben und deshalb überdehnen. Jeder Bauer oder Unternehmer muss sich auch laufend vorfinanzieren und warum klappt es dort und beim Staat angeblich nicht?

Aus den dir unbewussten Folgewirkungen einer laufend, zeitlich vorgezogener Verausgabung sämtlicher Institutionen / Systemteilnehmer. Es gibt laufend kein Gleichgewicht, niemals. Du denkst das System diesbezüglich nur in Zeitpunkten einzelner Ebenen.

Also, dass unser System unrettbar aus dem Ruder gelaufen ist, will ich nicht in Abrede stellen, aber das bedeutet doch nicht, dass es immer so sein muss. Woher kommt denn ein Wachstumszwang, wenn man Null- oder Negativ-Zinsen hat?

Aus den kostentechnischen Folgewirkungen eines per Vorfinanzierung ständigen Gegenwartszugriffs von erst zukünftig realisierbaren Einnahmen. Das muss man so sehr verinnerlicht haben, dass es einem auf jeder Systemebene bzw. selbst hinsichtlich der Auswirkungen auf das System durch die Entscheidung einer Familie zum Hausbau bewusst wird.

Sorry, aber ich bin raus. Der Samstag und die Familie rufen.

Wer braucht denn heute in der Praxis noch einen Nachschuldner?

Du in deinem bekifften Zustand sicher nicht.

Herzlichst,

Ashitaka

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