Ausgrenzung von Linken durch Linke gab es schon vor 10 Jahren

Konstantin ⌂, Waldhessen, Samstag, 27.05.2023, 08:00 (vor 324 Tagen) @ Der gestiefelte Kater1574 Views
bearbeitet von Konstantin, Samstag, 27.05.2023, 08:23

Mein Beispiel: Anfang 2013 bekam ich die Anfrage eines mir bis dato unbekannten Youtubers, der mich zu dem von mir erfundenen Selbstmach-Regio-Zahlungsmittel 'Minuto' interviewen wollte. Dem habe ich zugestimmt, denn mir war (und ist) es ein Anliegen den Minuto bekannt zu machen.

Kurzfassung zum Minuto: Die Teilnehmer erstellen Gutscheine (Inhaberschuldverschreibungen, §793 BGB), versehen sie mit Stempel, Datum, Unterschrift und ergänzen dies mit der Unterzeichnung von Bürgin und Bürge. Der Gutscheinherausgeber wird quasi zur 1-Mensch-Zentralbank für sich selbst und lernt dabei über Geld sehr viel.
Hier zur Webseite: https://minutocash.org/

Über das Projekt Minuto kam ich 2009 hier ins GelbeForum:
Beitrag von Arndt: https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=136429
Mein erster Beitrag: https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=136706

Dieses Regio-Zahlungsmittel entspricht in vielen Aspekten meinem damals als 'links' verstandenen politischen Verständnis:

- kreativ
- neuartig
- pionierhaft
- friedlich
- selbstermächtigt
- selbstbestimmt
- selbstverantwortlich
- selbstverwaltet
- selbstversorgt
- autarkiefördernd
- abhängigkeitreduzierend
- bewusstseinserweiternd
- bildungsfördernd
- menschenfreundlich
- anarchistisch
- freiheitlich
- grenzenlos
- usw.

Es bildeten sich selbständig Regiogruppen von Menschen, die dieses Projekt ausprobieren wollten.

Ich habe diese Gruppen nicht gebildet, nicht unterstützt oder begleitet. Meist habe ich erst dann davon erfahren, nachdem es diese Gruppen schon gab.

Meiner Einschätzung nach waren seinerzeit alle, die am Minuto interessiert waren, politisch eher 'links' als 'rechts'.

Eine Gruppe traf sich in Gießen in einem linken Szene-Treff.

Nachdem mein Interview mit dem oben genannten Youtuber online ging wurde die Minutogruppe aus dem linken Szenetreff ausgegrenzt, denn ich als Erfinder des Projektes hätte ein Interview einem Youtuber gegeben, der auch "Rechte" interviewen würde.

Ich war gar nicht auf die Idee gekommen, den Youtuber (nach Stasimanier) erst auszuforschen mit wem er schon mal Kontakt hatte oder mit wem er beabsichtigt in Zukunft Kontakt zu haben. Das ist mir doch egal. Der ist ein Mensch und darf von dem Minuto erfahren. Ich sah keinen Anlass, Menschen auszugrenzen, von diesem Projekt zu erfahren. Und wenn dieser Youtuber andere Kreise kennt als ich, umso eher werden Menschen vom Minuto erfahren, die davon noch nichts wussten.

Das heißt die Leute von dem linken Szene-Treff störte der vermutete vierfach indirekte Kontakt mit 'Rechten' (von der Gruppe zu einer Idee, von der Idee zu mir, von mir zum Youtuber, vom Youtuber zu angeblich 'Rechten') so stark, daß sie Hausverbot aussprachen.

Dieses seinerzeitige Erlebnis hat mein damals noch überwiegendes Wohlwollen gegenüber 'linken' Projekten nachhaltig gestört.

Viele Grüße
Konstantin

--
Für ein Ende der Anastasia-Diskriminierung: Spendensammlung


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung