Ich hab da mal ne Frage!

Morpheus ⌂, Samstag, 27.05.2023, 05:22 (vor 327 Tagen) @ Ostfriese1528 Views

Hallo Ostriese,

sorry wenn ich mal wieder nerve, aber ich habe ein paar Fragen.


Ich erlaube mir, aus Paul C. Martins - mehr als 22 Jahre zurückliegenden Beitrag - zu zitieren:

Re: Der Debitismus ist (teilweise) vom Tisch - NICHTS ist vom Tisch!

Crash hin, Crash her. Diese Gedanken sind zu wichtig, um sie ein weiteres Mal zu verdrängen. Schaffen wir es nach dem Crash nicht, das inzwischen gelöste Geldrätsel und die ebenfalls beantwortete Frage, warum gewirtschaftet wird und nicht vielmehr nicht (nämlich immer zur Erfüllung von Kontrakten), den Menschen beizubringen, werden sie den nächsten Durchlauf erleben: Aufbauen von Schulden des nicht leistenden Schuldner Staat - Inflation - Sachwerthausse - Umschlag der Inflation in die Disinflation, sobald die Kosten der Fortsetzung der Inflation ihre Erträge übersteigen - Sachwert-Crash - sinkende Zinssätze und ergo automatisch sich ergebende Finanztitel-Hausse - Exzess dieser Hausse in der bekannten Manie - Finanztitel-Crash - deflationäre Depression (in Kurzform).

Es wird gewirtschaftet zur Erfüllung von Kontrakten?
Ich dachte, wirtschaften wäre erst einmal Kontrakte abzuschließen. Das ist nämlich der eigentlich schwierige Teil des Wirtschaftens. Kontrakte, die dann später von den beteiligten Parteien erfüllt werden müssen, was i.d.R. deutlich einfacher ist, weil die beteiligten Parteien gut geplant haben was nach dem Abschluss passieren muss. Natürlich gibt es immer mal wieder Ausnahmen wo das nicht klappt wie gewünscht, aber rein quantitativ sind das Ausnahmen.
Also ich sehe nicht mehr, dass stimmt was da oben ausgesagt wird.
Wir hatten mMn 2008 das Problem, dass Banken wegen nicht rückzahlbarer Kredite in Schwierigkeiten kamen. Das war und ist eindeutig ein Deflations-Problem und es gab Probleme mit Finanztiteln, die in betrügerischer Absicht unter die Leute gebracht worden waren. Aber es gab keinen Crash und keine deflationäre Depression, denn die lässt sich mMn durch QE immer vermeiden und Banken können gerettet werden. Sag mir bitte warum diese Aussage falsch sein sollte, wenn Du anderer Meinung bist.

Staatsschulden gibt es seit den 1970er Jahren. Ich kann nicht erkennen, warum oder dass diese irgendwann zu Inflation geführt haben/hätten? Wann war das?

Es gab jetzt (2022/23) eine deutliche Inflation, weil
1) in der Corona-Krise zu viel mittels QE geschaffenes Geld verteilt wurde und die Anbieter kein Geld mehr brauchten und deshalb die Preise anheben konnten. Was auf viele Konzerne permanent zutrifft, weshalb die stets Mondpreise aufrufen und auch bekommen. Die müssen einfach nicht für wenig Geld arbeiten, die können es sich leisten nur für viel Geld zu arbeiten, weil sie genug Liquidität haben. Wenn jemand trotzdem deren Leistung möchte, dann nur zum überteuerten Preis.
2) weil die Lieferketten durch Corona und den Ukraine-Krieg "gestört wurden" und Inflation die Folge eines Nachfrage-Überschusses ist/war oder einer Angebots-Schwäche (durch Sanktionen) war.

Die meisten dieser alten Aussagen sind mMn heute durch die Praxis widerlegt worden. Falls Du die obigen Ketten irgendwo so in der Praxis erkennen konntest oder für die nahe Zukunft so kommen siehst, erklär mir bitte unter welchen Umständen das genau der Fall gewesen ist bzw. in naher Zukunft sein wird.


Dies kann nur verhindert werden, indem:

1. Der Staat als Schuldner ausgeschlossen wird.

Damit löst Du überhaupt nicht das Problem von Zahlungsbilanzdefiziten. Wenn in den USA pro Monat 50 Mrd Dollar ins Ausland abfließen, ist völlig klar, dass diese mal bei der Kredittilgung irgendwann fehlen werden, denn alle Dollar sind nur durch Schulden in der Welt (bis 2008).
Dadurch, dass die Chinesen und die Saudis diese Staatsanleihen kaufen konnten, konnten diese ins Ausland abgeflossenen Gelder erst wieder zurück in die USA geholt werden, damit sie dort dem Kreislauf wieder zugeführt wurden. Es wäre mMn viel schlimmer ohne diesen Mechanismus gelaufen. Oder wie wäre diese Problem Deiner Meinung nach anderweitig zu lösen?


2. Geld nur gegen vollstreckbare Forderungen (Forderungen für die geleistet wird) in die Welt kommt.

Meinst Du jetzt kein Geld mittels QE? Weil bis 2008 kam alles Geld stets durch Forderungen, für die geleistet werden muss, in die Welt.


… gelöst werden müssen. Jetzt ist es zu spät. Jetzt kann nichts mehr helfen - es sei denn die Schulden, die von keinerlei Leistungsbereitschaft unterlegt sind, werden sofort ausgebucht. Je später sie ausgebucht werden, desto länger wird sich das Elend hinziehen. Und am Schluss werden sie doch ausgebucht bzw. sie verschwinden in der bekannten Hyperinflation.[/i]

Welche Schulden sind von keinerlei Leistungsbereitschaft unterlegt? Kannst Du mir welche benennen?


https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/search.php?search=Umschlag+von+Inflation+und+D...

Mir scheint es deutlich sinnvoller eigene, neue, aktuelle Aussagen zu machen, die die Realitäten der letzten 20 Jahre auch widerspiegeln, widerspiegeln können.

Grüße
Morpheus

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Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.


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