Homo sapiens demens

Weiner, Sonntag, 02.04.2023, 15:57 (vor 386 Tagen) @ Mephistopheles1211 Views

Mephisto - könnte es sein, dass Du beim Einstieg in Deine aktuelle Reinkarnation den falschen Bahnhof und die falsche Abfahrtszeit gewählt hast? Für das von Dir so sehr ersehnte Leben in Familie, Sippe und Stamm, mitten in der unberührten Natur, bis Du entweder zu spät oder zu früh dran.

Bitte schau Dir, beim nächsten Mal, auch den Fahrplan und das Streckennetz vorher gründlich an. Der Mensch, Homo sapiens recens, ist nicht "viele hunderttausende Jahre alt" - sondern, wenn's hoch kommt, vielleicht zweihunderttausend Jahre. Einfach mal überlegen, was den Mensch zum Menschen macht - und dann Dich in der Archäologie, Humangenetik etc. etwas umschauen. Ich gebe zu: ist eine schwierige Frage!

Warum sollte eigentlich die Gesellschaft unterstützen? Zu was gibt es eigentlich Familien?

Das ist auch eine dieser sehr schwierigen Fragen: Wie muss die Gesellschaft gestaltet werden, damit der einzelne Mensch sich in ihr wie in einer Familie fühlt? Eigentlich ist es DIE zentrale Frage, auf die die Antwort noch aussteht. Manche verweigern die Antwort, wie beispielsweise Du. Aber nur dadurch werden wir weiter und mehr Mensch, indem wir uns um diese Antwort mühen.

Die Antwort ist versteckt in dem magischen Dreieck von Überschuß, Arbeitsteilung und Staat. Wie ist das Dreieck 'am besten' - rechtwinklig, spitzwinklig, gleichseitig ...?

Einfach mal nachdenken, Junge, und nicht immer nur schnell aus der Hüfte ballern wie diese Wildwesthelden im Film! Schaut toll aus, aber bringt nichts. Und trifft nur selten.

Ich bin für gleichseitig. Für Gerechtigkeit. Für gegenseitiges 'die Hände reichen'.

ZITAT: In sieben Achtzeilern werden die Konsequenzen des geplanten Lohnabbaus beim Bundespersonal geschildert. Da Bahnwärter Michel mit dem karger gewordenen Arbeitslohn beim Milchmann Gmür keine Butter mehr kaufen kann, gibt Bauer Schmutz wegen der weniger verkauften Milch bei Zimmermann Stalder keine Reparatur in Auftrag, Stalder seinerseits stellt die Anfertigung einer Arbeitskleidung beim Schneider Glaus zurück, worauf dieser bei Fabrikdirektor Hecht keinen Stoff mehr bestellt.

Das ist ein gut keynesianisches Lehrstück der Konsequenzen, wenn die Nachfragekette und die Kaufkraft einbrechen; wobei zum Schluss eine schärfere Pointe angehängt ist, da Direktor Hecht gleich zehn Leute entlässt.

QUELLE: http://www.theoriekritik.ch/?p=3972

Auf der eben genannten Webseite finden sich noch andere interessante Gedanken, leider sehr versteckt in langatmigen Essays.

http://www.theoriekritik.ch/?p=4450

Die Gleichseitigkeit hängt halt auch damit zusammen, dass vir et femina HOMO, wie die meisten höheren Lebenwesen, in Form zweier Geschlechter vorkommen, von denen jedes so seine Eigenarten hat - die zueinander gut ausbalanciert und ausgewuchtet sein müssen, wenn die Welt rund laufen soll.

Grüsse, W.


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