Natürlich müssen die Währungen lokal mit den jeweiligen Nachbarn rege getauscht werden

Morpheus ⌂, Freitag, 31.03.2023, 00:32 (vor 332 Tagen) @ Centao2389 Views

Hallo Centao,

ein technologiebasierter Kleinststaat auch auf Kryptobasis (warum eigentlich?) wird trotzdem Importe von Technologieprodukten im Austausch von Irgendwas brauchen und Anschluss an das WWW haben wollen.

Warum sollte man eine Krypto-Basis verwenden. Halte ich für unnötig teuer. Wo liegt der Mehrwert der das rechtfertigt. Wobei BITCOINS nachweislich kein Geld sind, denn wo ist die Mafia die Abgaben fordert? Es gibt, anders als bei jedem staatlichen Geld, bei Bitcoins keinerlei Abgabezwang. Das wird früher oder später dazu führen, dass die Tulpenblase platzt, und der Wert von Bitcoin bei 0 landet.

Der moderne, junge, gut ausgebildete Zivilist wird die Wachstumsmöglichkeiten im Ausland mehr schätzen, er wird konvertierbare Währung vor der Binnenwährung bevorzugen, der Reichere wird es hassen alles ohne (tiefere) Gesetze mit den Mitkommunarden aushandeln zu müssen.

Weil die Staaten so klein sind, und man sie am besten so schneidet, dass zwei Nachbarn möglichst intensiv aufeinander angewiesen sind. Dann gibt es in der Folge einen (möglichst) regen austausch zwischen den beiden Währungen und dann können die lokalen Banken den Austausch der Nachbar-Währungen stets gewährleisten. Natürlich werden die Währungen wirtschaftlich schwacher Regionen abwerten, aber anders als heute führt genau das dazu, dass in diesen Regionen automatisch mehr investiert oder mehr konsumiert wird, wie in den 1970ern bis 1990ern Urlaub in Italien für Deutsche sehr attraktiv war. Anbieter die überregional verkaufen wollen, werden sich automatisch für eine starke Dezentralisierung ihrer Unternehmen stark machen, und von diesem Gefälle profitieren können, weil es ihre Sicherheit und ihre Währungsrisiken minimiert. Das gute, die großen Player werden belastet und die kleinen lokalen Unternehmen bekommen einen Vorteil.
Wenn die Währungen mit den Nachbarn rege gehandelt werden, dann kann man jeden Ferntransfer als eine Kette von Nachbar-Nachbar-Tauschaktionen betreiben. Ich werde dazu noch einen separaten Beitrag veröffentlichen, wenn Bedarf besteht. Es ist natürlich völlig unsinnig einerseits auf Globalisierung und weltweite Arbeitsteilung zu setzen und dann nicht an die Bezahlung zu denken. Das Problem der großen Währungsgebiete, die diesen Ausgleich eben nicht laufend vornehmen, bauen genau dadurch so große Ungleichgewichte auf, die dann am Ende den Kollaps auslösen.

Weil durch den Euro die griechische Währung nicht mehr abwertet, können die Griechen ewig in Deutschland günstig kaufen, die Targetsalden steigen, Deutsche machen Urlaub in der Türkei statt in Griechenland und die Ungleichgewichte werden immer schlimmer. Auch weil es natürlich für kein ausländisches Unternehmen lohnt in Griechenland zu investieren. Stattdessen geht man nach Osteuropa, wo die Staaten noch ihre eigenen Währungen haben.


Dein Modell gibt es, nur im Abbild 1. Ordnung, im aktuellen Kuba. Inlandswährung, starke Distriktverwaltung, bürgerliches Vermögen ohne Produktion (weitgehend), moderate bis mittelhohe Steuern, wenig Einkommen -viele im Vergleich relativ arm, mittlere Bürokratie, keine echten ausländischen Feinde (USA-Admin braucht Kuba je nach Fall..), statisch relativ stabil seit 1959, grundkommunistisch, lokale Sparkassen, immer mal Verbot des Imports von Fremdwährungen. Trotzdem sind sozialistische Staaten dem Debitismus auch unterworfen und Staaten werden letztendlich konkurrieren, immer. Hohe Organisation dagegen muss fallen, Entropie.

Konkurrenz ist doch gut. Von der Konkurrenz profitieren am Ende immer die Menschen. Das ist eine gute Sache. Diese Konkurrenz führte zur Industrialisierung in Europa und legte den Grundstein für die europäische Weltbeherrschung, die gerade zu Ende geht, weil wir inzwischen mit der EU das genaue Gegenteil machen. Alles gleich und bloß keinen Wettbewerb.


Du kannst übrigens reich in Cuban peso sein.. und kannst kein Auto kaufen.

Das ist auch eine Republik ohne eigene bzw. wenige Energiereserven. Da kommen wir übrigens evtl. auch bald hin..

Deutschland musste immer etwas produzieren, um importieren zu können. Nur wurde der Erfolg einzelner Regionen stets sozialisiert. Das wird so nicht weitergehen können. Wenn der Westen nicht überall Bürgerkriege provozieren will, müssen wir uns beeilen. In den USA leben in vielen großen Städten inzwischen jeweils 60.000 ohne Haus, in Zelten oder Autos, weil sie sich keine Miete mehr leisten können. All das nur, weil der starke Dollar zwar Importe erlaubt, aber keine Exporte und wie sollen die Regionen Einnahmen erzielen. Alle Dollar, die z.B. durch Soldzahlung an Soldaten oder Bundesbedienstete oder Sozialleistungen des Bundes, die in verarmte Regionen fließen, fließen vielleicht noch in eine oder zwei Dienstleistungen, bevor sie entweder nach China oder in ein Drogen-Exportland verschwunden sind. Aber Waren für das Ausland zu produzieren, damit mal Dollar zurückfließen, ist ausgeschlossen, weil die niemals wettbewerbsfähig sind. Produktion ist allenfalls für's Inland sinnvoll und möglich, wenn genug Teile zugekauft werden. Aber alle US-Firmen bedienen Auslandsmärkte mit Auslandsniederlassungen.
Natürlich fließen schon fast alle Dollar aus China wieder zurück in die USA, sonst wären die schon längst pleite. Bloß eben alle in die Finanz-Industrie und dadurch verteilen diese Dollar sich nicht gleichmäßig.

Bei Fragen, melde Dich bitte.

Grüße
Morpheus

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