Investment NATO

Weiner, Dienstag, 28.03.2023, 16:07 (vor 472 Tagen) @ Weiner3495 Views
bearbeitet von Weiner, Dienstag, 28.03.2023, 16:52

Es ist ein durchgehender Zug unserer Zeit, dass Institutionen, die einst von Staaten geschaffen wurden oder staatliche Organe waren, Zug um Zug von 'fremden Mächten' übernommen werden. Der Staat ist dann nicht mehr das Instrument seiner Staatsbürger (zur Ausführung gemeinwohlorientierter Aufgaben), sondern der Staat als Ganzes wird dann zum "Mißbrauchsfall" - und wenn's ganz schlimm kommt, dann wird der Staat von den 'fremden Mächten' dazu genutzt, die Bürger auszubeuten und zu versklaven.

Auch die NATO ist eine solche staatliche Struktur ihrer Anlage nach und wurde mit Mitteln mehrerer Staaten aufgebaut (d.h. Steuermittel und Zinszahlungen von Bürgern). Sie soll jetzt verselbstständigt werden. Das heißt in letzter Konsequenz: sie ist nicht mehr dem Willen der Staaten und deren Bürgern unterworfen sondern den neuen 'fremden Mächten', die über sie herrschen werden.

Ich habe neulich hier darauf hingewiesen, dass die NATO (auf dem Weg zu diesem neuen Endzweck) nun beabsichtigt, eine eigene Bank zu gründen. Ein weitere Schritt in diese Richtung ist ein Fonds, den sie nun aufzulegen angekündigt hat:

https://southfront.org/nato-militarizes-civilian-structures-in-europe-with-e1-billion-f...

Für den kommenden Krieg muss eine Massenproduktion (für Waffen und Ausrüstung) aufgebaut werden. Man hat erkannt, dass das aus den Staatshaushalten nicht mehr (und nicht schnell genug) gestemmt werden kann. Unter solche Massenartikel fallen zB. die GSLDBs, von denen eben heute die Russen ein erstes Exemplar abgeschossen haben (was nicht einfach ist):

https://de.wikipedia.org/wiki/Small_Diameter_Bomb

Ich füge noch einen weiteren Gedanken an. Die NATO der Zukunft ist eine globale NATO, nicht nur ihrem Anspruch nach sondern auch ökonomisch und operativ. Sie wird selbst dann aktiv kriegerisch auftreten können (das ist zumindest der Plan derer, die die NATO lenken), wenn beispielsweise in einem oder mehreren sog. NATO-Staaten Bürgerkrieg herrscht - sei es dass sie sich dort einmischt und/oder dass sie diesen Bürgerkrieg nicht beachten muss (weil ihre Ressourcen und ihre Entscheidungsfreiheit anderweitig gesichert sind). So ist es denkbar (für eine nicht allzuferne Zukunft), dass in den USA Civil-War-Chaos herrscht, aber unberührt davon die NATO sich im Krieg mit Russland befindet. Über den Einsatz der NATO entscheidet dann also nicht der US-Präsident oder der US-Gegenpräsident (und ihre jeweiligen Pentagons ...) - sondern es entscheiden dann die 'fremden Mächte'.

Eine solche Konstellation ist verwirrend, und ich bin mir nicht sicher, ob die Russen sie voll durchschauen werden. Eher nicht - wenn ich daran denke, wie lange sie gebraucht haben, um die Entwicklungen in der Ukraine richtig zu verstehen, einzuschätzen und auf sie angemessen zu reagieren.

Ein Bürgerkrieg in den USA und Unruhen in Europa könnte die Russen also verleiten, über die Ukraine hinaus nach Ost- und Mitteleuropa zu greifen, was mit der Gefahr einer Überdehnung verbunden wäre (so wie die RAND-Corporation das empfiehlt und erhofft). Wenn ein zu großer Teil des russischen Militärs aber in Europa disloziert ist (von Norwegen bis nach Sizilien), dann ist es mit den heutigen (militärischen) Mitteln sehr leicht, die betreffenden Heeresgruppen von ihrem eigentlichen Steuerzentrum abzuschneiden (logistisch, nachrichtentechnisch etc.). Vom Schwarzen Meer bis an die Ostsee sind es nur 2000 Kilometer, eine Art Flaschenhals, den man nichtmal insgesamt sondern nur spezifisch lokal blockieren können muss.

Würde so etwas (nur demonstrativ) gelingen, dann würden auch die Chinesen (wieder) mit sich reden lassen.

Zum Schluß zurück an den Eingang: Wer sind die 'fremden Mächte', die die NATO beherrschen (wollen)?

Fragt, freundlich grüßend, Weiner


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