Das Abgabegut ist der Wirkmechanismus für alles, oder besser gesagt: Geld ist der Wirkmechanismus für alles

Morpheus ⌂, Montag, 27.03.2023, 21:42 (vor 449 Tagen) @ Bergamr2273 Views

und das lieber Bergamr erleben wir doch wohl gerade in Vollendung.

meiner bescheidenen Meinung nach machst Du einen handwerklich groben Fehler, da Du Deinen Fokus auf das Abgabegut richtest und die Macht diesem Abgabengut untergeordnet darstellst.

Nein, aber die Macht wirkt durch das Abgabegut, was sie vorher unter Zwang verlangt. Der die Machthaber bezahlt mit Geld und fordert Geld. Er bezahlt Polizisten, die ggf. Demonstranten verprügeln, er bezahlt Wissenschaftler, die einseitige für Impfungen oder die Klima-Katastrophe reden. Sie bezahlen die Medien, um die öffentliche Meinung zu steuer, sie beschäftigen alle linken Oppositionellen in den Universitäten, damit die Opposition ausfällt, weil wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. Sie bezahlen (indirekt) die Antifa, damit sie AfD-Demos stören. Usw.....


Deine Ausführungen sind durchzogen von Konditionalsätzen à la 'wenn das Abgabengut besser verteilt wäre' / 'wenn über das Abgabegut bessere Kontrolle möglich wäre' / etc.

Ja, für den Machthaber sieht es so aus, dass ihm das nicht gelingt und deshalb scheitern sie regelmäßig am Geld. Weil es immer mit Deflation oder Inflation zu Ende geht, manchmal mit einem Krieg weil man sich vom Raub der Güter des Nachbarn die Rettung verspricht. Die ganze Geschichte dazu füllt ca. 120 DIN A5 Seiten in denen das Schritt für Schritt erklärt wird, was ich hier gerne punktuell auch machen will.


Tatsächlich ist aber die sog. Menschheitsgeschichte (so sie denn wahr ist, wie wir sie kennen, aber vieles spricht dafür) eine Abfolge von Machtkonzentrationen und Machtverlusten.

Ja, jeder Machthaber konnte von den Vorgängern oder den Nachbarn lernen. Alle streben danach ihre Gebiete zu vergrößern, um ihre Herrschaft sicherer zu machen. Dann verteilt sich das Geld schlechter und der Machthaber geht unter.

Das Abgabegut folgt in Höhe und Ausprägung immer der Machtkonzentration, nicht umgekehrt.

Ja, natürlich, am Anfang niedrig, am Ende stets zu hoch. Und auch die Form des Geldes ist völlig der Willkür des Machthabers unterworfen. Es gibt gutes Geld, was niedrige Kosten verursacht und fälschungssicher ist, aber auch anderes Geld, was teuer ist und leicht fälschbar ist. Beides kann, neben anderen Kriterien, den Machthaber sein Macht kosten, ohne dass es einer äußeren Bedrohung bedarf, sondern einzig weil das Wirtschaften, nicht mehr funktioniert. Aber diese Regeln gelten einheitlich für alle Abgabegüter, also für jede Form von Geld.

Die Form des Abgabeguts ist variabel; daß es in unserer Zeit Kreditgeld ist, ist nur Ausdruck der Verfeinerung der zivilisatorischen Strukturen (aka steuerbarer als ein Scheffel Weizen).

Stimmt genau. Das ist identisch mit meiner Aussage.

Den Scheffel Weizen wollen die Debitisten nicht als Geld bezeichnet wissen. Weil sie meinen Geld sei etwas mehr spezifischeres. Aber die Gesetzmäßigkeiten von Geld wirken immer gleich und die Eigenschaften von Geld wirken sich immer gleich aus. Deshalb muss man alles als Geld bezeichnen, wenn man es richtig machen will und man zu einer sauberen Theorie finden will.
Es ist unsinnig das Urgeld (Jagd- und Ernte-Abgaben) nicht als Geld zu bezeichnen, nur weil es noch nicht alle Merkmale modernen Geldes hat, aber alle notwendigen Eigenschaften von Geld hat. Und die einzig notwendige Eigenschaft, die alles andere nach sich zieht:

Es muss zu wiederkehrenden Terminen unter Strafandrohung verlangt werden.

Dem Wesen des Abgabeguts als ein Teil der Macht kommst Du mit Deinen Schlußfolgerungen damit nicht auf die Spur, Du versuchst nur à la Rousseau eine Einigung zur schmerzgeringsten Ausbeutung zu formulieren.

Das verstehe ich jetzt nicht, wem oder was komme ich nicht auf die Spur?

Da Du aber mit der Fokussierung auf das Abgabegut die Rechnung ohne den Wirt = Macht machst, ist damit Dein Scheitern = Utopie = "Hoffen auf einen zukünftigen 'besseren' Menschen" vorprogrammiert.

Ich hoffe nicht auf bessere Menschen, sondern ich kann Dir ein System konstruieren, dass die Schlechtigkeit der Herrscher, die immer da sein muss, aus dem Spiel nimmt und trotzdem funktionieren wird. Denn die Demokratie scheitert gerade an dem Egoismus der Herrschenden, denen ihr Volk total egal ist. Wie Herrschaftszyklen immer enden. Wenn wir Herrschaft aus dem Spiel nehmen, aber die Steuerforderungen aufrecht erhalten, uns quasi selbst bewirtschaften aus einer tiefen Einsicht, dass es uns so am besten gehen wird, dann können wir das auch so machen. Das ist keine Utopie. Das utopische ist die Demokratie, die eben keinen Schutz vor dem völligen Auskreisen der Mächtigen bietet. Die können eben immer die "angeblichen Grundrechte" einschränken und die können auch immer die Macht-Aufteilung zwischen Exekutive, Legislative und Judikative aufheben. Die Strukturen der Demokratie können schlechte Herrscher nicht beschränken aber man kann ein System konstruieren, was das alles sinnvoll kann.

Aber ich möchte Dich gar nicht in Deinen Bedenken bremsen. Bitte sei so gut und teile mir sie mir so ausführlich wie möglich mit. Ich werde gerne versuchen meine Sicht beizutragen.

Ob die Mafia so oder anders heißt; Macht ist Macht. Und verlangt Abgabegut.

Ja, genau das sage ich auch. Und wir haben auch eine Mafia die herrscht. Die Summe aus allen Abgeordneten zusammen mit der Regierung. Ich nenne das Gruppen-Rotations-Mafia, weil die Gruppen (Parteien) mal raus und rein rotieren, aus der Regierung mit Zusatzprivilegien. Aber die Opposition ist der wichtigste Teil jeder heutigen Regierung, denn sie täuscht die Illusion vor, dass wir die Regierung wechseln können. Das passiert, indem die Vertreter der Opposition gegen die Regierung schimpfen wie sie können. Obwohl sie das vorher genauso gemacht hatten, als sie noch an der Regierung waren (z.B. Söder zur Atomkraft) und wenn sie wieder an der Regierung sind alles genauso fortsetzen werden, wie die Regierung es auch gerade macht. Von wenigen kleinen Nuancen abgesehen. Das hat mir jede Wahl in den letzten 50 Jahren immer wieder gezeigt.
Es gibt auch echte Oppositionsparteien. Die werden aber vom Verfassungsschutz beobachtet. Das waren in dem 1980ern die Grünen, in den 1990er die Linke/SED/PDS und ist aktuell die AfD.

Danke für Deine inhaltliche Diskussion. Bitte an Dich aber auch an alle anderen, macht weiter.

Grüße
Morpheus

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