Dieses falsche, der Zins-ist-nicht-da-Narrativ hält sich absolut hartnäckig, obwohl es falsch ist

Morpheus ⌂, Sonntag, 26.03.2023, 01:28 (vor 456 Tagen) @ Friedrich4021 Views

Gleichzietig zu den Schulden wachsen auch de Guthaben. Es sind also immer ausreichend Guthaben vorhanden, um sämtliche Schulden zu tilgen.


Glaubst Du etwa diesen Unsinn? Oder verbreitest du ihn nur?

Ja ich glaube diese Tatsache, und ich verbreite sie.


In einem zinsbasierten Schuldgeldsystem stehen dem geschöpften Geld dieselbe Menge an Schulden gegenüber PLUS Zinsen und Gebühren!!

Ja, aber das sind Kosten des Schuldners und die gehen genauso an die Bank, wie sein Einkauf beim Gemüsemann. Der Gemüsemann gibt das Geld hinter her wieder aus und genauso macht das auch die Bank mit den Zinsen oder dem Zinsanteil einer kombinierten Zahlung von Kapital und Zins. Die Bank bezahlt vom Zinsanteil ihre Angestellten und die Kredit-Dokumentation sowie hoffentlich alle Kreditausfälle, falls der Schuldner also nicht zahlen kann und auch die Sicherheit versagt.


Daraus folgt zwingend: es gibt zu jedem Zeitpunkt mehr Schulden als Guthaben. Und zu KEINEM Zeitpunkt können die Schulden mit dem vorhanden Guthaben zurückbezahlt werden.

Ja theoretisch würde das nicht gehen, aber in der Praxis wird dieser theoretische Fall nie vorkommen.
Wir haben hier bei uns um die Ecke eine Brücke über einen derzeit ausgetrockneten Fluss. Normalerweise reicht diese Brücke immer aus, um alles Wasser unten drunter durch zu leiten, aber alle 50 bis 100 Jahre kommt es einmal vor, dass es soviel regnet und die Brücke überspült wird. Das wusste man beim Bau, hat es aber ganz bewusst in Kauf genommen, weil die Mehrkosten für diese eine Ausnahme alle 50 Jahre nicht zu rechtfertigen waren. Deshalb kann man auch mit gutem Gewissen ein Geldsystem nutzen, was nicht hundertprozentig funktioniert, weil die totale Rückzahlung aller Kredite einfach in der Praxis niemals vorkommen wird.


Niemals.

Ja, das ist völlig richtig, aber es wird niemals passieren.

Und ich weiß: diesen kindereinfachen Zusammenhang versteht im gelben Forum vermutlich niemand. Ich habe vor Jahren schon versucht, das Wesen der Geldschöpfung den Foristen nahe zu bringen. Die Antworten ließen entsetzlich tief blicken ... [[sauer]]

Du kannst mir glauben, ich habe es gut verstanden. Ich habe über zwei Jahrzehnte indirekt für Banken gearbeitet. Als Software-Unternehmer muss man dafür die Vorgänge abstrakt gesehen besser verstehen können, als die Banker das selbst können, einschließlich aller Ausnahmen.

Die Guthaben sind gleich der Schulden und zusätzlich gibt es periodische Zinsforderungen, die aber immer nur zum Zinstermin fällig werden. Diese Zinsforderungen lassen sich i.d.R. nur sicher und richtig ausrechnen, wenn die Periode vorbei ist. Dann stehen die Restschuldhöhe und der Zinssatz fest und die Forderung kann berechnet werden. Und diese periodisch NEU entstehenden Forderungen, verschwinden als Forderung sofort wieder, wenn die Zinsen beglichen wurden. Solange sind offene Zinsforderungen genauso eine offene Rechnung, wie bei jeder anderen Warenlieferung oder Dienstleistung auch. KEINESFALLS ist es so, dass die Zinsforderungen alle sofort vorab auf die Kreditschuld raufgebucht werden. Weil man das nicht ausrechnen kann, denn es kann sich eine Tilgung verzögern oder auch beschleunigen. Was es in der Praxis schon gibt, dass man die Zinsen dem Kredit Periode für Periode zuschlagen kann, und diese dann endfällig, gemeinsam mit der Kapitalschuld begleichen muss.

Wenn Du meinst ich liege falsch, wäre ich Dir sehr dankbar, wenn Du die Diskussion fortsetzen würdest. Ich würde nämlich gerne weiter versuchen bessere Formulierungen zu finden, um den Sachverhalt verständlich zu machen, damit dieser Irrglaube endlich verschwindet.

Grüße
Morpheus

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