Paul C. Martin: "Weg hin zu schweren sozialen Verwerfungen weltweit"

Ostfriese, Mittwoch, 22.03.2023, 09:09 (vor 396 Tagen) @ Ostfriese2655 Views

In der ursprünglichen Frage, auf die Paul C. Martin in seinem Beitrag antwortet, habe ich den Teil

… (siehe Mittelalter-Posting von heute von dottore) …

unterschlagen. Das Mittelalter-Posting von heute ist in der Mitte des Archivs 'Das alte Elliott-Wellen-Forum' unter

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum.php?order=time&descasc=DESC&cate...

zu finden. Die Verweise in dem Link

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=68610&page=242&cate...

sind leider nicht mehr aufrufbar.

Das Mittelalter - was lernen wir daraus? Teil I (mit "Hochblüte"-Kritik) verfasst von dottore, 25.06.2001, 19:25
Hi History-Freaks
Und nun kommen wir zum MA, wie versprochen.
Dabei möchte ich zunächst die mittelalterliche Preisrevolution ab ca. 1100/1200 behandeln, da wir für Preise die einzigen einigermaßen brauchbaren Statistiken haben.
Der erste übrigens, der sich mit Preis- (und Inflations-)geschichte überhaupt beschäftigt hat, war William Fleetwood in seinem "Chronicon Preciosum", London 1707:

Dieses Phänomen bestätigt auch die folgende Nachaufnahme aus Angevin, wobei zu den Lebensmitteln auch die Energiepreise kommen, wobei sich in England zwischen 1261 und 1320 die Preise für Feuerholz mit Faktor 2,77, für Holzkohle mit 1,93 noch erheblich stärker verteuerten als jene für Vieh (1,77) und Weizen 1,66).

Äußerst ungünstig war die Lage in Deutschland, wo die Preise für kultivierbares Land (in Silber gemessen) zwischen 1100 und 1350 erheblich anstiegen und vor allem die Grundrenten, die schließlich geradezu explodierten.

Was wiederum den auch heute wieder zu beobachtenden Zustand zeigt: Immer weniger werden schneller reich, immer mehr verarmen, zumindest relativ. Ursache: Die Perma-Inflation. Wie sich die Zustände im Florenz der Frührenaissance dann entluden (Savonarola!) ist bestens bekannt.

Und da wir das MA nicht "als solches" hier diskutieren wollten, sondern als eine Zeit, die in andere Zeiten mündete, kann ich auf Grund der hier unzweideutig aufgezeigten Statistiken und Phänomene uns nur den Weg hin zu schweren sozialen Verwerfungen weltweit ankündigen (Globalisierungsdebatte!), die sich unschön entladen werden.

Ein hochinflationäres Hochmittelalter als beispielhafte Epoche der Menschheitsgeschichte zu akzentuieren, ist schlicht verantwortungslos.

Ostfriese


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