Zuerst gab es den Sklaven

Mephistopheles, Montag, 13.03.2023, 16:35 (vor 438 Tagen) @ Morpheus4744 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Montag, 13.03.2023, 17:06

Lieber Mephistopheles,

Du willst mir doch nicht einreden, dass erst die Arbeitsteilung begann und dann im Rahmen der fortgeschrittenen Arbeitsteilung einer daher kam und meinte ich spezialisiere mich ab sofort auf Häuptling und meine arbeitsteilige Leistung ist ab sofort Steuern zu verlangen.

Der Sklave musste das verrichten, was ihm von seinem Eigentümer angeschafft wurde. Dafür stellte ihm der Herr aus dem, was die Sklaven produzierten, den Lebensunterhalt zur Verfügung.

Dann kam die Sklavenbefreiung und es gab keinen Herrn mehr, der einem die Arbeiten zuwies, dafür aber freie Bauern. Aber auch keinen, der für den Lebensunterhalt sorgte. Um den mussten die ehemaligen Sklaven sich jetzt selber kümmern (Urschuld), sie standen jedoch in Konkurrenz zueinander.

Dabei stellte sich heraus, das jeder anders war und jeder etwas anderes besser konnte als sein Konkurrent. Die Arbeitsteilung war geboren.

Im europäischen Kontext war die Entwicklung etwas komplizierter. Da gab es die Herren, die auch Lehen vergaben. Allerdings waren die Menschen frei. Sie mussten aber den Landesherrn bitten, ob sie das diesem gehörende Stück land bewirtschaften durften.
Sie durften, man schloss auch einen Pachtvertrag. Allerdings bestand der Landesherr im Gegenzug, auf dem Pachtzinss. (schreibt man mit 2 "s").

Wem das nicht passte, der konnte auswandern, wie Hans Fugger, ein Weber, oder, wie die Berufsbezeichnung im Mittelhochdeutschen hieß, ein "Fuggerer", der eines Tages seine Beine in die Hand nahm und an einem Tag von Graben nach Augsburg marschierte, immer am Lech entlang, und somit zum Stammvater der "Fugger" und frei ("Stadtluft macht frei!") wurde.


Ich behaupte, zur Zeit der neolithischen Revolution, gab es plötzlich zu viele Räuber und zu wenige Opfer, die man (noch) berauben konnte. Sowohl für die Beraubten, als auch für die vielen Räuber war die Situation ungünstig. Die Männer auf Opfer- und auf Täter-Seite einigten sich daraufhin auf Schutz gegen Abgaben.

Es gab kaum Räuber, weil die wurden alle von den Siedlern erschlagen, die nämlich trotz aller internen Streitereien bei einem Raubüberfall zusammenhielten wie Pech und Schwefel.
Das war auch im "Wilden Westen" der Fall. Es gab damals prozentual weniger Raubüberfälle als heutzutage.
Allerdings lasen die Siedler damals, wenn sie eines Räubers habhaftig wurden, diesem nicht lang und breit seine Rechte vor, sondern machten meist kurzen Prozess.

Das war für beide Seiten günstig. Die Starken oder die Täter bekamen das was früher das Raubgut war und zwar jetzt relativ gesichert. Und die Schwachen oder die Opfer konnten in Ruhe und Sicherheit wirtschaften. Und nur WEIL es ihnen überlassen war wie sie die Abgaben erwirtschaften und es mittels Arbeitsteilung leichter war Abgaben zu erwirtschaften, ist die Arbeitsteilung entstanden. Und vorher schon die Sesshaftigkeit, weil Nomaden lassen sich nicht schützen.

Gegen eine Armee können Siedler wenig unternehmen. Sie werden also nachgeben müssen; allerdings nicht in allen Fällen.
Dass sie keine Chance hätten, das dachte sich auch Varus...


Als die Mongolen über die Welt herfielen und sich genauso verhielten wie ich es beschrieben habe, die Nachbarn zu überfallen und auszurauben, begannen die Menschen in den Gebieten, die nicht mehr zu schützen waren, wieder umher zu ziehen, weil eben niemand mehr ihre Sicherheit garantieren wollte oder konnte. So wurden sie auch wieder zu Nomaden, sie schützten sich wieder durch ausweichen. Sobald es wieder Herrscher gab, die Schutz gegen Abgaben liefern konnten, wurden alle wieder sesshaft.

Sag mir bitte genau, wo der Logik-Fehler bei mir ist. Danke!

Die Arbeitsteilung begann erst mit der Slavenbefreiung. Die fehlt in deiner Logik; somit ist es dein Logikfehler.

Gruß Mephistopheles

Gr


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