Da sehe ich gewisse Dinge anders

helmut-1, Siebenbürgen, Sonntag, 12.03.2023, 07:07 (vor 406 Tagen) @ NST2197 Views

Die Themenlage kann sich nicht darauf beschränken, ob man sterben muss oder nicht. Der Mensch ist ein Individuum, das in der Lage ist (oder sein sollte), zu denken, zu beobachten, zu kombinieren und daraus Schlüsse zu ziehen. Natürlich ist er auch in der Lage, seine Überlegungen mit anderen, die mitdenken, zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen, etc.

Tut er das von Anfang an nicht, dann gehört er in die Gruppe der Lemminge, die alles mit sich machen lassen und sich nur an dem orientieren, was die Masse tut. Hat er das aber von Anfang an getan und hat danach irgendwann damit aufgehört, dann ist er einfach nur alt geworden und beschäftigt sich nun mit dem Tod.

Aber er ist alt geworden, ohne weise geworden zu sein. Denn derjenige, der ständig sein Wissen ausweitet, sei es durch die Aufnahme neuer Informationen, oder durch die daraus erfolgte Erkenntnis mit anderen Gesprächspartnern, wird zwar feststellen, dass er mehr weiß im Vergleich zu anderen, aber er wird auch mit zunehmenden Alter feststellen, dass er noch viel zu wenig weiß, im Vergleich zu dem, was er eigentlich noch alles wissen will.

Das ist die Tragik des Alters, weil man irgendwann auch sowas wie eine Torschlusspanik bekommen kann, dass einem gar nicht mehr die Zeit bleibt, das alles in sein Gehirn reinzuwürgen, was man noch alles wissen will. Unter diesem Gesichtspunkt ist das berühmte Zitat von Sokrates zu verstehen, der im Alter einmal sagte: "Ich weiß, dass ich nichts weiß".

Aber er war wirklich weise.


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