Ein anderer Erklärungsversuch: Es geht bei den Target-Salden um die Anleihen von Euro-Ländern, die die EZB im Offenen Markt kauft und dann hält: das sind vor allem Anleihen von Italien, Spanien etc

BerndBorchert, Dienstag, 31.01.2023, 22:56 (vor 477 Tagen) @ BerndBorchert1956 Views
bearbeitet von BerndBorchert, Dienstag, 31.01.2023, 23:19

Die gekauften Anleihen sind also ganz anders verteilt als die begebenen Anleihen der Euro-Länder, z.B. dürfte Deutschland die größte Summe an Euro-Anleihen begeben haben (= die meisten Schulden haben). Die "Target-Saldierung" balanciert dieses Ungleichwicht buchhalterisch wieder auf +/- 0 Euro. Mit anderen Worten: je höher das Saldo, desto unterrepräsentierter ist ein Land bei den Beständen von aufgekauften Anleihen bei der EZB.

Die Bestand der EZB von aufgekauften Euroland-Anleihen (erst möglich seit der Finanzkrise 2008) hat eine gewaltige Summe, Ende 2021 waren es 4713 Millarden Euro, zu finden in Position 7.1 der EZB Bilanz:
https://www.ecb.europa.eu/pub/annual/balance/html/ecb.eurosystembalancesheet2021~f9edd2...

Ein enormer Betrag, aber kein Mensch spricht darüber, die Politik nicht, die Medien inkl. Wirtschaftmedien nicht, und nicht einmal die EZB. Es ist das, was manche auch hier im Forum "Gelddrucken" nennen. Diese aufgekauften Anleihen verwässern den Euro und sind schuld an der Inflation.

Beim vorigen Absatz bin ich mir sicher, aber ob meine Interpretation der Target-Salden richtig ist, da bin ich mir nicht sicher - es ist eine Idee/Versuch.

Bernd Borchert


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