Die große Lüge vom Frieden durch Waffenlieferungen

Falkenauge, Dienstag, 31.01.2023, 09:33 (vor 477 Tagen)4625 Views

Es ist bekannt, dass sich die Grünen in kurzer Zeit von einer Friedens- zur Kriegspartei gewandelt haben. Noch vor eineinhalb Jahren traten sie mit ihrem Wahlversprechen in die Regierungskoalition ein, dass Deutschland keine Waffen mehr in Konfliktgebiete exportieren dürfe. Nun stehen sie der FDP-Waffenlobbyistin und Kriegshetzerin Strack-Zimmermann mit dem Ruf nach Waffenlieferungen in die Ukraine kaum nach. Anstatt „Frieden schaffen ohne Waffen“ sollen jetzt auf einmal „schwere Waffen Frieden schaffen“. Hier wird politisch beliebig mit Begriffen hantiert, deren eigentliche Substanz und Bedeutung dabei gar nicht erfasst wird. - Krieg wird durch noch mehr Krieg immer nur verschlimmert und kann nicht zum Frieden mutieren. Im Grunde weiß man das - und lügt.

Der Sender ntv betitelte seinen Bericht über den Bundesparteitag der Grünen im vergangenen Oktober1 auch ironisch: „Die Grünen sind jetzt eine Kriegspartei für den Frieden“ und meldete: Parteichef Nouripour spreche sich, ebenso wie seine Co-Vorsitzende Ricarda Lang, für mehr Waffenlieferungen an die Ukraine aus, „weil wir sehen, dass diese Waffen Menschenleben retten".
Diese „Logik“ muss man erst mal verdauen. Er meint offensichtlich, ukrainische Menschenleben würden gerettet, was aber impliziert, dass Russen, die durch die gelieferten Waffen gezielt ihr Leben verlieren, nicht zählen, also keine Menschen seien.

Die „Welt“ berichtete2, Außenministerin Annalena Baerbock habe auf dem Parteitag der Grünen Waffenlieferungen an die Ukraine verteidigt. „Wir versorgen die Ukraine mit Waffen (...) eben weil wir eine Friedens- und Menschenrechtspartei sind“, sagte sie. „Wir unterstützen die Menschen dabei, ihr Leben zu verteidigen“. -
„Krieg ist Frieden“ wurde schon in Orwells „1984“ als totalitäres „Neusprech“ ausgegeben und wird nun auch von der kindlich-naiven Außenministerin ihrem orientierungslosen Wahlvolk trotzig eingebläut. Und mit dem Menschrecht auf Leben, das die ahnungslos „aus dem Völkerrecht Kommende“ heranzieht, kann man sich natürlich in jeden Krieg auf der Welt einmischen – wenn man nicht weiß, dass Menschenrechte Schutzrechte gegen die je eigene Regierung sind.

Bereits im April 2022 hatte Baerbock forsch verkündet: „Ein Ende dieses Krieges wird es nur geben, wenn die Ukraine es erzwingt und erkämpft." Der Ukraine müsse jetzt alles zur Verfügung gestellt werden, was sie zur Verteidigung brauche.3 –
Hier kommt die martialische Gesinnung ungeschminkt zum Ausdruck. Der Krieg muss mit Hilfe von Waffenlieferungen so lange dauern, bis Russland bezwungen ist. Dieses Ende des Krieges wird dann Frieden genannt. Das hat natürlich mit Frieden überhaupt nichts zu tun, sondern ist reines parteiergreifendes Kriegsgeschrei gegen Russland, das militärisch niedergekämpft werden soll. Das Ende Frieden zu nennen, bedeutet das Aufkleben des Wortes „Frieden“, dem aber der begriffliche substantielle Inhalt des Friedens fehlt. Ein Fall des Gebrauchs von leeren Worthülsen, wie sie ständig in der Öffentlichkeit zur Lüge und Täuschung verwendet werden.

Sehen wir davon ab, dass
- eine große Atommacht wie Russland von der Ukraine nicht besiegt werden kann, auch nicht mit ständigen Waffenlieferungen;
- jede Eskalation durch immer schwerere Waffen einerseits mit einer entsprechenden Eskalation andererseits beantwortet wird;
- die Ukraine das unerreichbare Ziel hat, alle von Russland besetzten Gebiete einschließlich der Krim zurückzuerobern und dass dafür endlos Waffen zu liefern, Wahnsinn ist, der nur in einen Weltkrieg führen kann;
- die kriegslüsternen Akteure in Berlin von sicherheitspolitischer und strategischer Ahnungs- und Verantwortungslosigkeit geprägt sind, wie der frühere Generalinspekteur General Harald Kujat aufdeckt4 usw. usw.

Auch das moralische Aufplustern der deutschen US-Marionetten als Friedensapostel gegen das „kriegerische Russland“ ist die reinste Heuchelei und Verlogenheit.

Vom Frieden

Frieden setzt die Tugend innerer Friedfertigkeit und Menschenliebe gegenüber jedermann voraus, die es gar nicht erst zum Krieg kommen lassen und einen begonnen Krieg so schnell wie möglich durch Friedens-Verhandlungen beider Seiten beenden möchten.

Waffenlieferungen sind kein Zeichen von friedlicher, sondern von kriegerischer Gesinnung, die nicht das gegenseitige barbarische Abschlachten beenden, sondern Kriegsziele auf Kosten weiterer Menschenleben verfolgen. –

Das ist die Wahrheit hinter der ständig wiederholten Lüge.
Wo sind die Rufe der deutschen „Friedensapostel“ nach sofortigen Friedensverhandlungen? Wo war ihr Aufschrei, als die fast erfolgreichen Friedensverhandlungen von Istanbul im Frühjahr 2022 durch die Intervention des damaligen britischen Premierministers Boris Johnson am 9. April in Kiew zum Scheitern gebracht wurden mit der Begründung, der Westen sei für ein Kriegsende nicht bereit? 5

General Kujat machte die wichtige Bemerkung:
„Vielleicht wird einmal die Frage gestellt, wer diesen Krieg wollte, wer ihn nicht verhindern wollte und wer ihn nicht verhindern konnte.“ 6

Die Deutschen erscheinen in diesem barbarischen geopolitischen Spiel nur als die tumben folgsamen Mitspieler, die aber weiß Gott damit nicht unschuldig sind.

Wirklicher Frieden kann niemals dadurch erreicht werden, dass Gewalt mit Gewalt, Kriegerisches mit Kriegerischem bekämpft, also das Böse durch Böses vermehrt wird. Jeder prüfe sich selbst, was an Hass und Hetze, Verleumdung und seelischer Gewalt in ihm lebt, die im Kriege nur als äußere tödliche Gewalt herausgesetzt werden. Es geht darum, den Balken im eigenen Auge nicht zu übersehen und als erstes den wirklichen Frieden in der eigenen Seele herzustellen, der dann erst den äußeren Frieden erreichen kann.

Die Dinge wiederholen sich. Als Deutschland am 12. Dezember 1916 den Entente-Mächten ein Friedensangebot gemacht hatte, sagte Rudolf Steiner, ein aufmerksamer Beobachter der Ereignisse, am 18. Dezember 1916 in einem Vortrag, jetzt könne sich zeigen, ob diejenigen, auf die es ankomme, auch nur dem Scheine nach noch ein Fünkchen von Recht hätten, davon zu reden, dass sie auch noch so etwas haben wollten wie Frieden. „Denn kommt dieser jetzt nicht mit Beschleunigung, dann ist es ja für jedes Kind zu sehen, wo man den Frieden nicht will. Und für jedes Kind ist es auch zu sehen, wie lächerlich jene Dinge sind, die jetzt schon eingewendet werden – man kann sie alle hypothetisch voraussetzen.“ 7
Alle Einwände dienten nur dazu, Nebel zu verbreiten. Selbst wenn der Vorwurf berechtigt sei, die Deutschen hätten diese oder jene Absicht dahinter, hindere das nicht, „dass man zunächst das unternimmt, was zum Heile der Menschheit unternommen werden muss, nämlich aufzuhören mit dem Blutvergießen!“

Und Rudolf Steiner brachte die Friedensheuchelei allgemeingültig auf den Punkt:

„Ich könnte mir nur eine einzige Sorte von Menschen denken, die aus ihrer vollen Verblendung nicht zu so etwas kommen würden; das würden diejenigen sein, welche es auch in unserer Gegenwart gibt und die sagen: Wir wollen einen absolut dauerhaften Frieden haben, den ganz vollkommenen Frieden, und bevor wir den nicht haben, können wir den Krieg nicht einstellen. – Nun, es gibt viele solche Menschen, sie nennen sich oftmals sogar Pazifisten. Gerade aus diesen Kreisen der Pazifisten aber haben einige in den letzten Tagen angefangen, sich zu schämen, ein solches Urteil abzugeben, und geben nun doch vernünftigere Urteile ab. Aber es konnte im Verlaufe dieser schmerzlichen Ereignisse wirklich geschehen, dass die Leute sagten: Wir kämpfen für einen dauerhaften Frieden - ohne zu merken, dass das wirklich bloßes Blech ist, was sie sagen, aber man kann heute Blech reden, indem man den Anschein erweckt, das höchste Ideal zu vertreten.

Nein, meine lieben Freunde, was ein ewiges Friedensideal ist, das wird niemals durch auch nur ein Tröpfchen Blut erreicht, das hervorgerufen ist durch ein Kriegsinstrument; das ist auf ganz andere Weise in die Welt zu setzen! Und wer es auch immer sei, der da sagt, er kämpfe für den Frieden und er müsse deshalb Krieg führen - Krieg bis zur Vernichtung des Gegners - um Frieden zu haben: der lügt, wenn er sich dessen auch nicht bewusst ist.“ 8

So wurde auch am 30. Dezember 1916 das deutsche Friedensangebot mit der Begründung zurückgewiesen, ein Ende des Krieges sei unmöglich, „solange nicht Gewähr besteht für die Wiederherstellung der verletzten Rechte und Freiheiten, für die Anerkennung des Nationalitätenprinzips und der freien Existenz der kleinen Staaten“ (Wikipedia).

Das bedeutete, diese vorgeblichen Ziele mussten erst militärisch erreicht werden, wenn Frieden eintreten konnte. Also weiter Krieg, um Frieden zu haben.

Unter ähnlichem Motto wird auch in der Ukraine das sinnlose Blutvergießen weitergehen, und verlogen werden handfeste Kriegsziele „Frieden“ und Waffen „Friedensinstrumente“ genannt.

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Quelle mit Anmerkungen:

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2023/01/31/die-grose-luge-vom-frieden-durch-waffe...


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