So wie ich das verstanden habe, ist die Rechnung bereits auf dem Handy, bevor man das Geschäft verlassen hat.

Mephistopheles, Datschiburg, Donnerstag, 01.12.2022, 13:29 (vor 57 Tagen) @ sensortimecom2741 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Donnerstag, 01.12.2022, 14:04

.. ist Stromausfall (womöglich geplant?!), die Kameras fallen aus, und die Erkennung deiner Position auch. Was dann?

Besonders lustig ist auch, wenn sich die Shop-eigene Erkennungs-Software mal irrt, und dem Kunden eine sündteure Rechnung nachliefert für Dinge die er gar nicht mitgenommen hat - und er dann den Gegen-Beweis antreten muss...

Das ist dasselbe Problem, der einen viel zu teure Kassenabrechnung erhalten hat und auf der Abrechnung 199,90 € stehen statt 99,90 €. Kommt vor. Wer nicht sofort reklamiert, noch im Geschäft, und wem erst zu Hause auffällt, dass er zu viel bezahlt hat, der hat eben ein Problem.
Dieses Problem hat er aber seit dem Moment, ab dem Kassenabrechnungen erstellt werden, statt das jedes Teil einzeln abgerechnet wird. Also seit über 100 Jahren.

Anscheinend konnten die Kunden und die Geschäfte die vergangenen 100 Jahre ganz gut damit leben.

Ich sehe jeden Tag eine neue "Innovation" die bei den Haaren herbei gezogen ist (denn wirklich Neues gibts ja nicht, man muss aber zwangsläufig was Neues haben sonst gibts ja weder Kohle noch Auftrag dafür), und ich wundere mich immer wieder warum die Leute den Unsinn glauben...

Kann man natürlich wieder machen, so wie im Mittelalter, wo jeder Handwerker und jedes Bäuerle seinen eigenen Marktstand hatte und für den er vorab bei der Gemeinde bezahlen muss. Damit finanzierten sich die Gemeinden. Jedes Teil wurde vom Händler oder Bauer extra berechnet.
Marktstände müssen heute natürlich auch noch bezahlt werden bei der Gemeinde. Heute kommt allerdings noch die Umsatzsteuer an den Staat dazu. Früher waren die Gemeinden alleine mit der Standgebühr zufrieden.

Aber, wer weiß, vielleicht kommt das ja noch. G.K. Chesteron hatte da einige interessante Ideen dazu.

Chesterton bewunderte das Mittelalter, das seiner Meinung nach in der Neuzeit oft unfair negativ dargestellt wurde. Er setzte sich dafür ein, dass die Demokratie auf Grund ihres eigenen Wesens auf die Stimme der Armen und Slumbewohner hören solle, anstatt von oben herab „zu ihrem Besten“ über sie zu entscheiden („Anstatt uns zu fragen, was wir mit den Armen machen sollen, sollten wir uns lieber fragen, was die Armen mit uns machen werden.“)

Wirtschaftspolitisch forderte er eine Begrenzung der Macht des Großkapitals bei gleichzeitiger Förderung des Kleineigentums („Jedermann sollte eine Kuh und drei Morgen Land besitzen können“, „Das Problem des Kapitalismus ist nicht, dass es zu viele, sondern dass es zu wenige Kapitalisten gibt.“) Er nannte dies Distributismus, der sich bei ihm dadurch auszeichnet, dass das Eigentum an Produktionsmittel neu verteilt wird, so dass jede Familie ihren Lebensunterhalt eigenständig entwickeln kann. Nach Chesterton ist der Mensch für ein freies, aber auch hartes Leben auf dem Land bestimmt.[6]

So weit ganz gut. Da würdem ihm mit Sicherheit die Mehrheit der Traumtänzer hier zustimmen. Warum hört man dann aber eigentlich so selten von G.K. Chesterton?

Seine Opposition gegenüber dem Kapitalismus mündete in antisemitische Denkmuster: So sah er Kapitalismus und Marxismus als Instrumente der Juden zur Erlangung der Weltherrschaft, war der Ansicht, der Burenkrieg würde aufgrund der finanziellen Interessen der Juden in Südafrika geführt, und sprach sich in der Zeitschrift The New Witness gegen eine Politik aus, die Juden den Aufstieg in Politik und Gesellschaft ermöglichte. In seiner Schrift The New Jerusalem (1920) befürwortete er die Schaffung einer Heimstatt für die Juden.

Au weia! Das hätte er natürlich nicht machen dürfen. Jetzt kann ihn natürlich nichts mehr vor der damnation memoriae retten. Das hat er nun davon.

Chesterton wandte sich jedoch auch gegen die Ideologie des Nationalsozialismus.

Zu spät! Das hilft ihm jetzt aber auch nichts mehr.

Wenn G.K.Chesterton, dann allenfalls Father Brown. Mehr gibts aber nicht von ihm.

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Auf die Idee mit G.K. Chesteron hat mich sensortimes Genöle gegen Innovationen gebracht. Die Alternative gegen die ständigen Innovationen ist tatsächlich das Mittelalter. Das Mittelalter war auch die Alternative gegen die Innovationen der Antike.

Und G.K. Chesteron ist der einzige mir bekannte Denker, der das tatsächlich für durchführbar hielt und sich Gedanken darüber machte. Wahrscheinlich wird er sogar recht behalten.

Gruß Mephistopheles

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Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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