Frieden ist weniger eine Sache des kulturellen Verständnisses, sondern der harten Fakten: Raum, Ressourcen, Leistungsfähigkeit...

Revoluzzer, Freitag, 25.11.2022, 08:51 (vor 64 Tagen) @ Falkenauge2620 Views

Bin weitgehend einverstanden, mit dem was Du schreibst, nur bei den letzten Absätzen nicht. Das ist zu sehr "bundesdeutsches Gutmenschendenken": Wir müssen uns nur alle lieb haben, dann wird alles gut...

Nein. Frieden mit China setzt weit vor allem anderen wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Leistungsfähigkeit voraus. Wir müssen Dinge oder Leistungen haben, die wir mit China handeln können, die China selbst nicht herstellen kann.

Ein Blick in die Geschichte ist hilfreich. Was war der Grund für die Opiumkriege der Briten gegen China? China brauchte nichts von den Briten. Aber die Briten wollten vieles von China kaufen. Sie hatten ein permanentes Handelsdefizit. Das einzige Produkt, das sie zu verkaufen hatten, das die Chinesen nicht selber herstellen WOLLTEN, war Opium. Also wurden die Chinesen gezwungen, es abzukaufen (Opiumkriege).

Mir scheint, aber ich kenne mich mit China wirklich nicht aus, als ob den Chinesen das mehr oder weniger klar ist. Sie brauchen den Rest der Welt eigentlich nur als Rohstofflieferant. Und solange die Rohstoffe fließen, ist Frieden für sie besser als Krieg. Denn sie werden automatisch immer, immer stärker.

Der Fokus der USA aufs Militär scheint mir sinnlos. Ein Entscheidungskrieg wie WK I und II ist unmöglich, da er im Weltuntergang endet (weder Russland noch China können eine Niederlage des jeweils anderen zulassen). Ein "kleiner Krieg" wird an der Situation nichts ändern. Der einzig sinnvolle Weg für die USA und Deutschland wäre, als Gesellschaft wieder leistungsfähig zu werden. Davon ist aber überhaupt nichts zu sehen. Im Gegenteil. Der Abbau und die Selbstvernichtung beschleunigen sich.

Damit aber bleibt nur noch die Wahl zwischen den eigenen Untergang akzeptieren oder in einem letzten sinnlosen Aufbäumen den größten Teil der Welt mit in den Untergang zu reißen.

Ausgehend vom nibelungischen Charakter der Deutschen, wäre letzteres zu erwarten - 1945 läßt grüßen. Zum Glück haben die Amis eine pragmatische Kultur - was ein klein wenig Hoffnung gibt. Aber auch nicht viel denn die Weichen sind in eine andere Richtung gestellt. Da sind jetzt schon Pfadabhängigkeiten entstanden, die nur schwer wieder einzuholen sind.

Man kann das jetzt auch philosophisch sehen: Wird das Prinzip des Lebens oder das Prinzip des Todes sich durchsetzen?


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