Sorry "Leistungloses Geld" statt "leistungslos geschaffenes Geld"

Morpheus ⌂, Montag, 07.11.2022, 01:53 (vor 87 Tagen) @ Mephistopheles1084 Views

Hallo Mephistopheles,

es fließt das meiste leistungslos von den ZBs geschaffene Geld in die Finanzwirtschaft und natürlich steigen alle Assetpreise.


Alles Geld entsteht leistungslos!

Ja, sorry, die Entstehung ist leistungslos. Ich hätte "meistens leistungslose von den ZBs geschaffene Geld" schreiben müssen.

Trotzdem wäre es natürlich nicht schlecht, wenn du belegen könntest, wie in diesem konkreten Einzelfall leistungsloses Geld in die Finanzwirtschaft geschaffen wurde.

Ja, das von den ZBs über QE geschaffene Geld geht an die Finanzwirtschaft, weil die ZBs deren Staatsschuldverschreibungen zu Kursen abkaufen, die am Markt nicht mehr erzielbar wären. Weil es für viele dieser Schuldscheine wahrscheinlich gar keine Liquidität mehr gäbe. Also nur mit höheren Abschlägen, was höhere Zinsen bedeuten würde, die man gerade vermeiden will.

Solange bis die Waren der Firmen niemand mehr kaufen kann,


Dann muss man eben zusehen, wie man an leistungslos geschaffenes Geld gelangt.
Kleiner Tipp: Man geht hin zur nächsten Bank, die noch über geöffnete Schalter verfügt und nicht alle Geschäfte ausschließlich per Internet abwickelt, bietet eine zentralbankfähige Sicherheit an und schon erhält man von der Bank leistungslos geschaffenes Geld.

Ja, man erhält leistungslos geschaffenes Geld, aber es ist nicht leistungsloses sondern werthaltiges Geld. Weil für jeden Euro, den man sich so borgen kann, muss der Kreditnehmer arbeiten oder Waren verkaufen, also Leistungen anbieten, um den Kredit zu tilgen und die Zinsen zu zahlen. Und zwar ständig wiederkehrend zum Termin unter der Strafandrohung der Sicherheitenverwertung bei Nichtleistung. Das ist bei Geld, welches über die ZBs in den Umlauf gebracht wird, indem sie Staatsanleihen monetarisieren, nicht der Fall. Da gibt es niemanden, der dieses Geld zurückzahlen muss. Denn der Trick der Staaten ist, dass sie eben niemals tilgen. Und dieses leistungslose Geld, führt eben zu Inflation. Weil es keine Nachfrage nach diesem Geld gibt. Eine Nachfrage nach Geld seitens des Kreditnehmers, der Monat für Monat, Jahr für Jahr sich Geld beschaffen muss, erzeugt der Staat eben genau nicht und deshalb, weil die Nachfrage nach Geld fehlt, verliert es an Wert. Der Dollar steigt aktuell, weil die vielen Dollarschuldner verzweifelt versuchen Dollar zu bekommen, um ihre Kredite zu bedienen. In der Realwirtschaft und auch bei Dollarschuldnern außerhalb der USA gibt es nur leider immer weniger von selbigen. Die laufen eben eher an der Wallstreet und anderen Finanzzentren um.

Probleme gibt es nur dann, wenn es an zentralbankfähigen Sicherheiten mangelt. Da ist aber jeder selber dafür verantwortlich, sich um ausreichend zentralbankfähige Sicherheiten zu kümmern.

Die Bank muss für eine Auszahlung von Bargeld oder die Überweisung von Geld an andere Banken zentralbankfähige Sicherheiten bei der ZB hinterlegen. Dieses Zentralbankgeld (Euro-Noten) wurde aber in der Regel, wenn es von einer Bank erschaffen wurde, als werthaltiges Giralgeld in Umlauf gebracht.
Aber keine Bank braucht von Kreditnehmern für die Kreditvergabe zentralbankfähige Sicherheiten. Die Bank braucht eine Sicherheit, die ihr Eigenkapital-Risiko abdeckt. Denn mit diesem Eigenkapital haftet die Bank nach der Sicherheit gegenüber der Zentralbank für den Kredit.

weil in der Realwirtschaft kein Geld mehr vorhanden ist und alles nur unter den Finanzhaien umläuft.


Geld läuft nicht um. Das ist lediglich eine fixe Idee von dir.

Also ich sorge regelmäßig dafür, das Giralgeld von meinem Konto zum Konto meiner Lieferanten weiterläuft und diese haben ihre Lieferanten und irgendwann kommt ein Teil dieses Geldes sogar wieder bei mir an. Das würde ich als "umlaufen" bezeichnen. Aber gut, sag Du mir, was stattdessen passiert.


Das zeichnet sich z.B. in den USA ab, wo selbst die Mieten für die Häuser nicht mehr aufgebracht werden können und die Zeltstädte massiv wachsen.


Habedu Beleg?

https://uncutnews.ch/explosionsartige-zunahme-von-riesigen- obdachlosenlagern-in-den-usa-und-organisierte- einzelhandelskriminelle-entfesseln-koordinierte- massendiebstaehle-und-gewalt/
Es ist sogar schon so schlimm, dass die Leute sich mangels Geld zu Massendiebstählen verabreden. Die letzte Stufe vor dem Zusammenbruch der Zivilisation und der Versorgung. Denn spätestens wenn
a) der Verkauf wegen der vielen Verluste nicht mehr lohnt, oder
b) Menschen (Kunden, Unternehmer, Angestellte) bei den Überfällen zu schaden kommen,
dann werden die Verkäufe von Waren eingestellt. Weil es sich nicht mehr lohnt und dann bekommen auch die "Noch-Geldbesitzer" keine Waren mehr.

Dann fallen erst die Mieten und in der Folge die Hauspreise wieder. Wenn Aktiengesellschaften pleitegehen,


Wie denn das, nachdem vor ein paar Sätzen das leistungslos geschaffene Geld unter den Finanzhaien umgelaufen ist? Läuft es jetzt nicht mehr um?

Doch, es läuft bei denen um, aber jetzt steigen dann vielleicht die Rohstoffpreise und nicht mehr die Häuser und die Aktienkurse.

fällt der beste Aktienkurs glatt auf Null, was dem DAX aber nichts macht, weil dann ein anderes Unternehmen nachrückt.


Dann muss man eben rechtzeitig verkaufen. Wo ist das Problem?

Gar kein Problem, oder doch ein Problem. Niemand will Giralgeld auf Konten bei Banken lagern, weil es dort Bail-In-gefährdet ist. Und wenn das Spekulantengeld dann wie oben geschrieben aus Aktien und Immos in die Rohstoffe gehen sollte, dann kann das für die Realwirtschaft als Hyperinflation enden.

Grüße
Morpheus

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