Sicher gibt es auch Ausnahmefälle

helmut-1, Siebenbürgen, Sonntag, 06.11.2022, 17:21 (vor 394 Tagen) @ Olivia1929 Views

Wenn Du Nachbarn hast, die da tolerant sind, dann ist das ein Glücksfall. Kommt auch immer drauf an, was man unter Familienfeiern versteht. Bei uns wars so, dass da das Jungvolk bis um 5 Uhr früh im Wohnzimmer gefeiert hat, mit entsprechenden Dezibel bei der Musik, die Fenster waren gekippt, weil mehrere von denen geraucht haben, also hörte man das eindeutig auf der Straße.

Das wäre ein absoluter Ausnahmefall, wenn das in Deutschland im Zentrum einer Stadt unbeachtet geblieben wäre. Vielleicht lags bei uns daran, dass man generell bei dieser siebenbürgischen Bauweise der alten Häuser die Schlafzimmer nicht zur Straße gerichtet hat, sondern nach hinten hinaus. Dazu kommt, dass ich jeden Polizisten in unserer Stadt freundlich grüße, auch oftmals ein Späßchen mache, - man kennt mich und will mir nichts Schlechtes. Als ich mein Auto mal gegenüber geparkt habe, wo eigentlich Halteverbot ist und die Kommunalpolizei durch die Straße ging, haben sie bei mir geklingelt und mich aufgefordert, mein Fahrzeug wegzustellen. Woanders hätte man was hinter den Scheibenwischer geklemmt.

Aber in einem Land, wo man aufpassen muss, um wieviel Uhr man seinen Rasenmäher anwirft, wo und wann man grillt, und um wieviel Uhr man seinen offenen Kamin im Wohnzimmer anmachen darf, - da gibts immer Leute, die da was den Behörden melden müssen.

Du sagst, es gibt überall Denunzianten. Natürlich kommts auch drauf an, in welcher Gegend man lebt, - das ist in der Stadt anders als auf dem Land. Aber ich vergleiche nur Deutschland mit Rumänien. In einem Land wie RO, das von der Securitate im Kommunismus bespitzelt wurde, wo unter den Nachbarn oftmals unerkannt Spitzel gelebt haben, hat sich nach der Wende dieses "Brauchtum" abgeschafft. Der Denunziant wird bei uns verachtet, auch von den Amtspersonen, die solchen Hinweisen eigentlich nachgehen müssten.

Ein Beispiel: Wir haben im Zentrum, als man uns verboten hat, auf öffentlichen Plätzen zu musizieren, von einem Privathaus nach dem italienischen Modell aus dem Fesnter heraus auf die Straße musiziert. Sicher gibts auch hier eine offizielle Ruhestunde zwischen 13 Und 14 Uhr. Wir haben um 14 Uhr begonnen, aber vorher mussten wir natürlich die Boxen und Verstärker ausprobieren, und wie das auf der Straße dann bei den Zuhörern klingt.

Da gibts einen einzigen, von vielleicht 40 Häusern in der Straße, der spinnt. Der hat sich an die Kommunalpolizei gewandt, weil wir eben in der "Ruhestunde" den Effekt ausprobiert haben. Die Kommunalpolizei kam auch, aber erst nach 14 Uhr. Da ich die Kerle kannte, habe ich denen klar gesagt, was Sache ist und der Wahrheit entsprach. Ja, wir kennen den Mann, dem fällt immer irgendwas ein, - so deren Kommentar. Dann sind sie noch geblieben, weil sie sich ein paar Lieder von uns anhören wollten, und sind wieder gegangen.

Das mit dem Denunziantentum ist eine Sache, die in RO so gut wie nicht vorkommt, dafür aber in Deutschland regelmäßig, - das ist mein Eindruck. Oft ist es nicht einmal deshalb, weil man sich gestört fühlt, sondern es ist einfach der Neid.

Übrigens habe ich was zugeschickt bekommen, aufgrund meines Artikels, was ich vorher nicht gekannt habe. Aber es bestätigt den Hintergrund meines Artikels, diese Betrachtung von "achgut" geht ja noch über meine Versionen hinaus. Also offensichtlich bin ich nicht der Einzige, der so denkt.

https://www.achgut.com/artikel/im_land_der_denunzianten


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