Bin selber kein Experte fürs Mittelalter, aber was ich mit Sicherheit weiß

MausS, Donnerstag, 03.11.2022, 08:18 (vor 92 Tagen) @ helmut-11633 Views

habe ich dir ja bereits mitgeteilt: die Darstellung durch die historischen Sieger taugt nicht zur Urteilsbildung. Wenn Du diese ganz allgemeine und allgemeingültige Erkenntnis aus deinem eigenen Erleben nachvollziehen kannst, dann wird sofort klar:

Das Mittelalter war weder finster, noch rückständig, noch ungerecht, noch wissensfeindlich (und die Behauptung, man hätte damals geglaubt, die Erde stünde im Mittelpunkt des Universums, ist genau so eine Mär),

sondern das Mittelalter war genau auf dem Stand seiner zivilisatorisch möglichen Entwicklung.

Das soziale Leben war sehr ausgeprägt, dabei schichtenübergreifend organisiert, der effektive Zeitaufwand für die Arbeit zum Lebensunterhalt war wesentlich(!) geringer als heute (bedingt durch den einfachen Stand der Entwicklung der Produktionsmittel und eine fast ideale Größe der darauf aufbauenden Population) - mithin war der Charakter der gesellschaftlichen Gesamtsituation hinsichtlich der sozialen Sicherheiten ähnlich dem heutigen: der allgemeine Wohlstand kam sozusagen, wie heute, "aus der Steckdose".

Dann änderten sich die klimatischen Bedingungen, die Kleine Eiszeit setzte ein, und, auch gerade damit verbunden, griffen die debitistischen Zwänge unerbittlich zu.

Genaugenommen das gleiche werden wir jetzt erleben: die 'Erderhitzung' wird sich als das genaue Gegenteil des von ihren Dummschwaflern Vorhergesagten erweisen.
Pech, wenn man längerlaufende Schwankungen der Großwetterlagen mit Klima verwechselt, dumm gelaufen.

Da aber heute wie damals durch eine Periode scheinbar ewig währender gesellschaftlicher Stabilität die Deppen und Kriminellen die sozialen Entscheidungspositionen besetzen konnten (kann jeder, passiert ja sowieso nichts wirklich Bedrohendes), geht's nun in Richtung harter Aufschlag.

Und keine Bange, letzteres trifft in den Zentren der Steuerung, in der Mannschaft des Prädiktors, ganz genau so zu. Diese Kopflosigkeit bricht sich ja gegenwärtig gerade vor unser aller Augen ihre Bahn, und sie wird auch um die jetzt aufstrebenden multipolar organisierten Opponenten keine Bogen machen. In ca. anderthalb Generationen (ca. 40 bis 50 Jahren, meine Schätzung) sterben diese Gesellschaften den gleichen Tod wie ihre wertewestlichen Vorgänger.

Das alles ist einfach debitistisch determiniert.

So, bin jetzt etwas vom Ziel abgekommen, sieh's mir bitte nach.

Freundlich grüßend

MausS

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"Der Tod der Menschheit ist nicht nur ein denkbares Ereignis, wenn der Sozialismus triumphiert, sondern er stellt das Ziel des Sozialismus dar."
Igor Schafarewitsch, 1980


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