Eintopf ist effizient und billig.

Hannes, inmitten des Landes S-A d. BRD in der EU, Montag, 31.10.2022, 23:33 (vor 94 Tagen) @ Plancius2729 Views
bearbeitet von Hannes, Montag, 31.10.2022, 23:37

Ich kann den Einwand von @Fox wegen der Bitterkeit der Steckrüben nicht verstehen.

Wir essen im Herbst und Winter häufig einen sogenannten "Wrukeneintopf". Muss allerdings feststellen, dass wir hiermit immer ziemlich allein dastehen. Nicht wegen des Geschmacks, sondern weil die Generation unter 45 Jahren generell keinen Eintopf mehr isst.

Ich erkläre die verarmte Esskultur der unter 45jährigen damit, dass sie nach der Wende die Verpflegung in den Schulküchen a la DDR nicht mehr mitgemacht haben. Entweder haben die Kinder nach der Schule den Mikrowellenfraß gegessen oder sie sind ggfs. bei Oma zu Tisch gegangen, die dann die Wünsche des verwöhnten Enkels erfüllt hat. Es musste also nicht mehr das gegessen werden, was auf den Tisch kommt.

Somit hat sie diese Generation an Nudeln mit Tomatensauce und Pommes mit Currywurst und Mayonnaise gewöhnt. Etwas anderes gab es ja auch nicht für die Kinder, wenn sie mit den Eltern essen gegangen sind.

Übrigens @Hannes. War letzte Woche auf der Durchreise auf der Suche nach einem Restaurant zum Mittagessen an der Magdeburger Hochstraße. Bin dann im Mr. Pan, einem Chinesen gelandet. Sehr gut geführter Chinese mit hervorragendem Büffet, schneller Bedienung und 1a Sauberkeit. Aber das Publikum: So viele Adipöse, incl. übergewichtiger Kinder auf einem Haufen selten gesehen. Voll das Klischee: Camp David-Ausgehklamotten und großflächig tätowiert. Ich hoffe, dass das nicht der Durchschnittsdeutsche in Magdeburg war.

Gruß Plancius

Guten Abend,

schaffe kaum noch alles zu lesen. Danke für den Text, der mich berührt hat.

Kohlrübe kann angeblich jeden Geschmack annehmen. Kein Geschmack wenn pur, angeröstetes Fleisch/Zwiebeln/... muss ran, und Fett, dann schmeckts auch, wenn Appetit da ist.

Ist man jung und in der Lehre und in der Kälte draußen körperlich gefordert, gibt es kaum etwas schmackhafteres als Kohlrübeneintopf mit fettem Schweinefleisch, für ein paar hundert VbE zubereitet im VEB-Essensaal. Ich spreche aus Erfahrung.

Gestern habe ich einen Eintopf gezaubert aus dem Rosenkohl des Vortags und Garten-Kräutern +Gemöööse
[[la-ola]]

Wieder was Neues probiert, und es schmak ...

Mindestes zwei pro Woche, oft auch Reste vom Vortag als Basis. Aber eigenartiger Weise sind gerade gut gemachte Eintöpfe verhältnismäßig zeitaufwendig. Pizza auftauen und warm machen als Referenz.

Den genannten Rosenkohl würde ich nie in einem Restaurant essen, weil ich den selber putze und weiß, was drin ist.
[[euklid]]

Ich war erstaunt, dass Dill zu Rosenkohl im Eintopf geschmacklich passt. Wenn man noch frisches von der Gattin aus dem Garten angeschlepptes dazu tut. Radieschenbläter kann man auch essen, ist aber Popelkram, der auch Zeit braucht. Und hier wird Dein beobachtetes Problem begründet: Zeitaufwand.

Was ich meine ist, dass die Leute wieder zusammenziehen werden, rein aus Effizienzgründen, man denke nur an's Heizen. Auch werden viele alleinerziehende Mammis zunehmend ihren Stolz aufgeben, weil sie es mit der Finanzierung des Handwerkers und der Fertignahrung nicht mehr hinkriegen werden. Armut eben, wie gewünscht Ihr woken Ladies. Tschaumama ...

Zu den Kindern in Magdeburg: Eher im Gegenteil, hier hat man kürzlich wieder die Erstklässler aller Schulen in der Zeitung abgebildet (Datenschutz?), immer noch viele Blonde dabei, hübsche Kinder, aber von der Tendenz her hast Du Recht, US-Zombi-Kids-Invasion überall ...

Von 2018 hatte ich hier mal die gescannte Zeitungsseite reingestellt zum Vergleich mit damals hier thematisiertem Erscheinungsbild der Ruhrgebiets-Schulklassen (!).

Restaurants lauern auf Kunden, habe ich heute beim Heim-Radeln (übrigens an den zeitgleich drei Demos vorbeigefahren) gesehen:


[image]

Ich war mal bei Demmin auf Montage in den Siebzigern.


H.

--
Eine Hand für den Mann und eine Hand für das Schiff.


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