Das ist eine Ansage! Bist du sicher, dass in 8 Jahren überhaupt noch jemand die Maronen pflegen wird?

Mephistopheles, Datschiburg, Montag, 31.10.2022, 12:03 (vor 90 Tagen) @ Konstantin3126 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Montag, 31.10.2022, 12:43

Mehrfach schon hat @Mephistopheles darauf hingewiesen, daß man bei tierischer Kost leichter und schneller an die benötigten Kalorien heran kommen kann, als "selbst ins Gras zu beißen".
Nun, durchaus können Menschen aus Grashalmen nicht wirklich viel Nahrhaftes herausholen. Es gibt jedoch auch Baumfrüchte, die durchaus als Grundnahrungsmittel, auf jeden Fall als Kaloriengeber geeignet sind.

Es geht darum, dass man sich mal eine Vorstellung davon macht, welche Mengen an Nahrung ein Mensch minimal benötigt, um über das Jahr zu kommen.
Ich habe ein Minimum von 1 Mio Kal angenommen pro Jahr pro Person angenommen, wovon wiederum mindestens die Hälfte als Tierfutter gerechnet werden muss.
Das ist aber Magerkost, verhungern wird damit zwar keiner, aber sämtliche Übergewichtsprobleme werden nach einem Jahr beseitigt sein.

Ein Beispiel:

Nährwert von Maronen:
100g frische, geschälte Kastanien enthalten 160-200 kcal (665-830 KJ)
1 kg Maronen enthalten also 1.600-2.000 kcal

Erntemenge pro Zeit:
Direkte manuelle Ernte (häufigste Methode, 5-30 kg/h)

Quelle:
https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/nebennutzung/agrarische-waldnutzung/konser...

Die Erntemenge umgerechnet auf kcal/h: 5x1.600=8.000 bis 30x2.000=60.000 kcal/h


Gut, gut, gut; wenn es so weitergeht wie bisher, dann wirst du viele Mitesser haben. Maronen zählen nämlichzu den Immobilien; sie sind immobil. https://www.sueddeutsche.de/bayern/heilsbronn-aepfel-baeume-mundraub-diebstahl-kartoffe...
Aber immerhin kann man davon lernen, welche Feldfrüchte ein Qualitätspressejournalist zum Obst rechnet. [[lach]]

Bei einem Bedarf von 2000 bis 2500 kcal pro Tag müsste man zwischen 2 und 15 Minuten lang für den Tagesbedarf sammeln.

Würde man sich ausschließlich von Maronen ernähren liegt der Verbrauch demnach bei 1-1,5 kg Maronen pro Tag (ca. 400kg pro Jahr).
Ein 10 jähriger Baum bringt ca. 10 kg Maronen pro Jahr. Davon bräuchte man demnach 36 Exemplare für den Jahresbedarf.
Ältere Bäume erreichen durchaus einen jährlichen Vollertrag im Bereich von 100kg. Da reichen 4 Bäume für den Ganzjahresbedarf (bei 160m² Platzbedarf).
Für die Ernte von 400kg Maronen braucht es 15 bis 80 Stunden (also ca. 2 Tage bis 2 Wochen, bzw. wenige Stunden pro Tag über mehrere Wochen).

Sicherlich muss für die Haltbarmachung (Wässern, Trocknen, Schälen etc.) noch Energie und Zeit aufgebracht werden.

Ein Maronenhain bietet jedoch auch noch Nektar für Bienen (30 bis 300 kg Edelkastanien-Honig pro Hektar und Jahr mit 3000kcal/ kg Honig also jährlich 90.000 bis 900.000 kcal pro Hektar Maronen) und zusätzlich hat es noch unter den Bäumen Weidefläche für Schafe (Milch, Fleisch, Wolle).

Ein Maronenhain entsprechender Größe kann also locker eine Familie mit den nötigen Kalorien (alleine über die Pflanzen) versorgen bei geringem Zeitaufwand. Kalorien durch Tierhaltung kommen noch oben drauf. Tierhaltung ist für eine ausgewogene Ernährung (Fett + Eiweiß) auch durchaus zu empfehlen.

Im übrigen geben Maronenbäume auch vorzügliches Bau- und Brennholz.

Es gibt einige Gründe warum ich mit dem Pflanzen von Maronen begonnen habe. Nun, die knapp über 70 Exemplare sind erst 2 Jahre alt, brauchen also noch mindestens 8 Jahre bis sie pro Baum ca. 10kg geben dürften, also brauche ich nur Überlebenskonserven für die kommenden 8 Jahre und esse ab dann nur noch Maronen... </ironie>

Für Maronen braucht man allerdings den passenden Standort: neutral bis saurer Boden mit Sonne und Wärme.

Von den Kulturpflanzen, die die Römer angebaut haben, hat m.W. nur der Giersch überlebt. Der Roggen und die Hasel sind einheimisch. Alle anderen Pflanzen verschwanden im Chaos der Völkerwanderung.

Die Landwirtschaft wurde erst von den Klöstern hierzulande wieder eingeführt. Es war nicht umsonst ein Klosterbruder, der die Vererbungsgesetze entdeckte.

Na ja, als Klosterbruder hatte er auch die Zeit, sich über Jahrzehnte seinem Hobby zu widmen, ohne sich um seinen Lebensunterhalt kümmern zu müssen.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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