Dottore: "Wer sich heute noch auf so etwas wie die 'Globalisierung' verlässt …

Ostfriese, Sonntag, 30.10.2022, 16:51 (vor 96 Tagen) @ Mephistopheles3803 Views

Hallo Mephistopheles

Aber, vorläufig machen es alle wie der Vogel Strauß, sie meinen, wenn sie nur den Kopf in den Sand stecken, dann wird es schon nicht so schlimm kommen.

Ich denke, dass wir selbst im Forum den Kopf in den Sand stecken: Die Grundlagen des Debitismus und der Machttheorie geraten leider immer mehr in Vergessenheit!

Es führt kein Weg an der Verschuldung der Nichtbanken – als breit gestreute (= breit besicherte) Kreditvergabe an eine möglichst lang wachsende Basis des Systems – vorbei. Sie ist zwingend notwendig, da sie zu einem zusätzlichen Bruttosozialprodukt führt. Das Problem liegt in der Finanzökonomie. Staatsanleihen, die ja der Finanzierung des Staates dienen, werden von weltumspannenden Vorsorgesystemen der Versicherer, Pensionskassen, Treuhandgesellschaften, Fonds etc. mit dem Guthabensummen ihrer Anleger gekauft, die schon im System sind. Im Rahmen der geldpolitischen Operationen können diese Staatsanleihen zwecks Schaffung von ZBG wieder bei der Zentralbank hinterlegt werden – die Geldsummen im System werden nicht erhöht. Die Staatsschuldentitel z.B. können wegen ihrer Zentralbankfähigkeit zur Hinterlegung mehrfach hintereinander von der Notenbank refinanziert werden, wobei sich ihre Laufzeiten verkürzen. "Indem sie immer weitere Schuldtitel ankauft, schafft sie über die Laufzeit dieser Titel zwar zusätzliche Geldsummen, diese können aber nicht an die verschuldungswilligen Nicht-Banken gelangen." Alles Weitere in

https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=341940

Ich frage mich, ob es im Zusammenhang mit dem 'Turning Point' und @Ashitakas Sätzen:

Die für ein debitistisch einwandfrei aufschuldungsfähiges Schuldenkettensystem notwendigen Quellen an der Kreditbasis sind zu!!! Jetzt muss man nur den Debitismus studieren. EFH, Wohnungsbau, KMU ... ZU!!!! Was wir nun beobachten bzw. erleiden werden, ist das meiner Ansicht nach zeitlich von den Beratungsgesellschaften der Politik und Zentralbanken exakt geplante Beiseiteräumen der ohnehin verschuldungsunfähigen Kreditnehmerschaft.

aus https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=622732 nicht zu Situationen kommt, die dottore ausführlich im Januar 2003 darlegt hat:

Am Ende landen sämtliche Titel auf der Passivseite der öffentlichen Hand, die ihrerseits ihre Titel jederzeit der ZB aufdrücken kann, so dass das Ganze im Endzustand bei völliger Kreditlosigkeit des Privatsektors (bezogen auf zusätzliche Kreditvergaben) und einem durch alle Fristen laufenden Nullzins sich darstellt. Dies in Verbindung mit einem laufend fallenden Preisniveau und einer allgemeinen Depression und schließlichem Stillstand sämtlicher privaten Aktivitäten, soweit diese noch in irgendeinem Zusammenhang mit privaten Kreditphänomenen stehen.

Es läuft dann alles auf einen subtil eingefädelten Vollsozialismus hinaus: Jegliche wirtschaftliche Aktivität hängt am Tropf des Staates (Existenzgründerdarlehen!), der dann nur noch den letzten Schritt vollziehen muss: Herstellung Verteilung der lebensnotwendigen Güter in eigene Regie zu übernehmen (siehe die bekannten 'Getreidespenden' through the ages). …

Inzwischen ist in den meisten Staaten der Weg hin zum reinen Finanztitel-'Geld' vollendet. Um die Banken im heutigen ZB-System nicht per se in den Ausweglos-Konkurs zu treiben, muss der ZB-Satz natürlich auf Null gehen, so dass die Banken ihrerseits als einzige, die mit der ZB Geschäfte machen können, nicht 'mehr' zurückgeben müssen als sie selbst von ihr erhalten haben.

Sind sämtliche privaten Fristigkeiten entweder abgearbeitet oder eben auf der Passivseite des Staates verschwunden, ist Ende vom Gelände. Wir haben dann, da Nullzins durch alle Fristigkeiten, nur noch eine permanente Prolongation der Staatstitel durch sich selbst.

Die restliche Variable ist dann das laufende Staatsdefizit und zwar jenes, das unabhängig von der Titelübernahme (und ihren Folgen, also restlichen Zinszahlungen bis auch diese im Laufe der Zeit gänzlich auf Null gebracht wurden) entsteht. Da der Staat nicht auch noch zum Kostgänger des Staates werden kann, der keinerlei über den Markt, also den privaten Sektor, laufende Waren- und Diensteproduktionen verfügt, muss auch dort dann ein Verteilungssystem eingerichtet werden: Am besten man stattet auch die beim Staat Tätigen mit den entsprechenden 'Gutscheinen' aus, usw.

So haben wir dann auch auf diesem Wege den Eilmarsch hin zu einer vollsozialistischen Wirtschaft, in der nur noch für den Staat und seine Verteilungsmaschinerie gearbeitet wird und ansonsten - je nach Substrukturen - jeder einzelne für sich selbst arbeitet.

Das Ganze schaukelt sich dann immer tiefer, bis zum Schluss Arbeiten für die Verteilungsmaschinerie auch noch eingestellt werden (wir kennen dieses Phänomen sehr gut von den präkolumbianischen auch den nahöstlichen Kulturen, wo die gewaltigen Stadt- und Tempelanlagen quasi stante pede verlassen wurden und sich kein Forscher bis heute erklären kann: warum?) und wir dort ankommen, wo wir hergekommen sind: Bei der selbstversorgenden Eigenhofwirtschaft.

Dass dieser Rückbildungsprozess nicht ohne allergrößte Probleme ablaufen wird, ist klar. Aus der Geschichte lernen wir, dass sich die Redimensionierungen höchst blutig gestalten (siehe Rom, siehe die Maya, siehe China, usw.).

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=165607

… (Kunde sitzt in Kasachstan), wird dumm schauen."

Gruß – Ostfriese


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