"Nie" trifft es nicht ganz (Protektorat 1939 - 45)

Gernot ⌂, Montag, 03.10.2022, 21:16 (vor 658 Tagen) @ Kaladhor1782 Views

Böhmen und Mähren war, teilweise mit Begeisterung, Schutzgebiet des Großdeutschen Reiches mit eigener Regierung und einem Ordnungsheer von wohl ca. 5000 Mann sowie Übernahme der deutschen Sozialgesetzgebung und der in Deutschland üblichen Bedingungen für die Arbeiterschaft. Man regte sich darüber auf, nicht zum Kriegsdienst fürs Reich zugelassen zu werden. Das war den Tschechen bei Angliederung versprochen worden. Erst kurz vor Kriegsschluss bildete sich ein "Wenzel-Sturm", der im Mai 45 entwaffnet wurde, bevor er zum Einsatz kam. Jugendliche jagten schon mal auf eigene Faust kommunistische Partisanen oder Saboteure.
Nach dem Heydrich-Attentat sollen in Prag spontan um 50000 Menschen protestierend auf den Straßen gewesen sein. Die Waffenschmieden (u. a. Skoda) produzierten bis zum Schluss zuverlässig und qualitativ hochwertig die modernsten Waffen des Reichs.

Man verdarb sich deutscherseits viel durch die unangemessenen bis verbrecherischen Reaktionen aufs Attentat, die Benachteiligung des eher dunklen, ostslavischen Bevölkerungsanteils und die Zurückweisung von Freiwilligenmeldungen für Wehrmacht und Waffen-SS.

Man kann sagen, dass die Reichsführung die Tschechen mochte und oftmals als Brudervolk bezeichnete. Als Tschecheireisender vermag ich das u. a. besonders in Hinblick auf den auffällig hohen Anteil wunderschöner Frauen nur zu gut nachzuvollziehen.

Interessierten empfehle ich das Buch des tschechischen Autors L. Beer "Hitlers Tschechen".


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