Ist die Pipeline noch zu retten?

Vatapitta, Freitag, 30.09.2022, 23:55 (vor 61 Tagen)3129 Views
bearbeitet von Vatapitta, Samstag, 01.10.2022, 00:09

Moin moin,

die gefundenen Angaben beziehen sich auf Nordstream 1, sind aber sicher auch für Nordstream 2 vorhanden.


Die Fragen für meine Recherche:
- aus welchem Materialien besteht die Pipeline Nordstream 1
- wie lange hält das Material?
- wie korrosionsbeständig ist es?
- Ist eine Reparatur möglich?

Der verbaute Stahl von der Dillinger Hütte


So schlecht sieht es nicht aus. Wichtig ist, dass das Ostseewasser zügig aus der Pipeline entfernt wird.
Dazu müsste man am jeweiligen Ende des zerstörten Rohres einen Abschluss anbringen und ein schließbares Ventil aufsetzen. Mit Luft lässt sich dann das in die Pipeline eingedrungene Wasser herausdrücken und von innen trocknen. Das muss man mit den beiden Enden jeder Pipeline machen. Das ist wichtig, damit die Pipeline nicht korrodiert. - Niemand wird/kann/darf Russland diese Notfall Maßnahme verweigern.


Hier die Zusammensetzung des bei Nordstream 1 verbauten Materials.

Zitat:
"Bewertung von Materialien und Chemikalien

Als Grundlage für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wurden mehrere Hintergrundmemos erstellt.
Da die verschiedenen Arten von Materialien, die für die Nord Stream-Pipelines verwendet werden, während der erwarteten Lebensdauer der Pipelines von 50 Jahren der Meeresumwelt der Ostsee ausgesetzt sein werden, besteht das Risiko, dass sich diese Materialien zersetzen und dass einige ihrer Bestandteile in die Wassersäule gelangen.

In diesem Memo werden die potenziellen Umweltauswirkungen der für die Nord Stream-Pipelines verwendeten Materialien bewertet, indem das Gesamtinventar der für die Pipelines zu verwendenden Materialien ermittelt und anschließend ihre potenziellen ökotoxikologischen Auswirkungen bewertet werden.
Ref. G-PE-PER-EIA-100-43S00000-03 4/51

2. Zusammenfassung
Die Nord Stream-Pipelines werden aus einzelnen 12,2 m langen Stahlrohren gebaut, die in einem kontinuierlichen Verlegeverfahren zusammengeschweißt werden. Die Leitungsrohre werden innen mit einem Material auf Epoxidbasis beschichtet, um die hydraulische Reibung zu verringern.
Zum Schutz vor Korrosion werden die Rohre außen mit einer dreilagigen Polyethylenbeschichtung versehen. Ein weiterer Korrosionsschutz wird durch den Einbau von Opferanoden aus Aluminium und Zink erreicht. Auf die äußere Korrosionsschutzbeschichtung der Leitungsrohre wird eine eisenerzhaltige Betonbeschichtung aufgebracht.

Auf die Schweißnähte wird eine Feldfugenbeschichtung aufgebracht. Die Feldmuffenbeschichtung besteht aus einem Schrumpfschlauch, der direkt auf die Muffe aufgebracht wird. Polyurethanschaum wird durch ein Loch in einer über der Betonfuge angebrachten Form gespritzt, um den Ringraum zwischen den Betonbeschichtungen auf beiden Seiten der Fuge zu füllen.

Der gesamte Materialverbrauch für das Nord Stream-Projekt beträgt:
- Ca. 2.140.415 Tonnen Kohlenstoffstahl
- Ca. 2.447 Tonnen Epoxidfarbe für die Innenbeschichtung
- Ca. 50.822 Tonnen PE für die äußere Korrosionsschutzbeschichtung
- Ca. 2.451.006 Tonnen Gewichtsbeschichtung (70% Eisenerz, 30% Zement)
- ca. 6.222 t Aluminium und 5.644 t Zinklegierung für Opferanoden
- ca: 1.003 t PE und 8.653 t PU für die Beschichtung der Muffen

Potenzielle Auswirkungen während des Baus der Pipelines stehen im Zusammenhang mit dem Abfallaufkommen an Bord der Rohrverlegungsschiffe und der allgemeinen Abfallentsorgung im Rahmen des Projekts. Alle Abfälle werden gesammelt und zur ordnungsgemäßen Entsorgung an Land transportiert, so dass sie keine Auswirkungen auf die Umwelt der Ostsee haben werden.

Potenzielle Auswirkungen während der Vorinbetriebnahme der Pipelines ergeben sich aus der möglichen Freisetzung kleiner Mengen von Epoxidstaub/-abrieb mit dem Testwasser. Aufgrund der sehr geringen Menge an Rückständen, die nach der Reinigung in den Pipelines vorhanden sein können, werden nur sehr geringe Auswirkungen erwartet.

Potenzielle Auswirkungen während der erwarteten 50-jährigen Betriebsdauer der Pipelines stehen im Zusammenhang mit der möglichen Migration von Schadstoffen aus der Pipeline in die Meeresumwelt.
Auf der Grundlage einer ökotoxikologischen Bewertung wird davon ausgegangen, dass die potenziellen Auswirkungen durch die Migration von Verbindungen aus der inneren Epoxidbeschichtung, der äußeren dreischichtigen Korrosionsschutzbeschichtung, der Betonbeschichtung und der Feldfugenbeschichtung in die Wasserphase selbst im ungünstigsten Fall geringfügig oder nicht vorhanden sein werden. Dies liegt vor allem daran, dass die Beschichtungen entweder sehr haltbar sind oder keine Verbindungen enthalten, die sich negativ auf die Meeresumwelt auswirken könnten.
Ref. G-PE-PER-EIA-100-43S00000-03 5/51

Die Opferanoden sind so konzipiert, dass sie eine geringe Menge an Material an das Wasser abgeben, um den kathodischen Schutz der Pipeline aufrechtzuerhalten, falls die äußere Beschichtung beschädigt wird und das blanke Rohr freigelegt wird. Die Freisetzung von Metall wird sich auf die Biota auswirken, die direkt an der Pipeline leben, aber es wird erwartet, dass dies nur in den flacheren Teilen der Pipelinetrasse geschieht. Es wurde berechnet, dass die Zinkkonzentration in einem Abstand von < 3 m von den einzelnen Anoden größer sein wird als die vorhergesagte Konzentration, die keine Auswirkungen hat. Dies wird jedoch nur als geringfügige Auswirkung auf die Umwelt eingeschätzt, da nur wenige Rezeptoren so nahe an der Pipeline leben werden. Insgesamt wird erwartet, dass die Opferanoden während der Lebensdauer der Pipelines jährlich etwa 90,3 Tonnen Zink und 99,5 Tonnen Aluminium in die Ostsee einbringen.

Sobald die Pipelines das Ende ihrer Auslegungs- oder wirtschaftlichen Lebensdauer erreicht haben, können sie stillgelegt werden. Die Stilllegung wird zu diesem Zeitpunkt gemäß den Industriestandards erfolgen. Falls die Pipeline nach der Stilllegung auf dem Meeresboden verbleibt, werden sich die Materialien langsam zersetzen und in der Ostsee verteilt werden."

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator​ (kostenlose Version)

Quelle ist die verlinkte PDF:

Offshore pipeline through the Baltic Sea - Nord Streamhttps://www.nord-stream.com › document PDF

Der übersetzte Text ist aus der PDF mit dieser Suchanfrage bei Google.
Ich kann die PDF hier leider nicht einbinden. [[sauer]] Der Link führt ins Leere.
Vielleicht kann der neue Chef dabei helfen?


Mein Kommentar:
Am meisten Sinn könnte es machen die beiden Stränge (= 4 Stücke) von Nordstream 2 auf diese Weise vorerst vor der Korrosion zu retten und dann einen Plan zu machen, wie man die Enden wieder zusammen bekommt. - Meine laienhaften 5 Cent.


LG Vatapitta
PS: Die Zentrale des dänischen Marinegeheimdienstes liegt auf der Insel Bornholm (Quelle RTDE)

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/


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