Die großen Schweine sitzen in den USA

Zweifler, Donnerstag, 29.09.2022, 19:12 (vor 62 Tagen) @ FOX-NEWS4498 Views

Die großen Schweine sitzen in den USA

Warum die Zerstörung der beiden Pipelines kaum eine russische Aktion ist:

Niemand zerstört seine eigene Pipeline. Die neue norwegische Pipeline nach Polen verläuft in unmittelbarer Nähe des Anschlags auf NS1 und NS2. Wenn schon, dann würde eine Attacke auf diese Pipeline Sinn machen und die europäischen Nato-Staaten unter Druck setzen.

Die beiden Pipelines eignen sich für Russland vortrefflich als Druckmittel und/oder Lockmittel, um im Winter die Phalanx in Europa zu durchbrechen. Diese Option ist bis auf Weiteres nicht mehr da!

Ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass es periodisch zu deutsch-russischen Annäherungen gekommen ist. Diese Annäherungen sind eine Kontinuum der letzten 200 Jahre:
Die neue Ostpolitik unter Brand / Bahr ab 1970
Der Hitler-Stalin-Pakt 1941
Der Rapallo-Vertrag 1922
Bismarcks Vertragswerke 1873 und 1887
Die Liste ließe sich verlängern!

Andererseits zeigt ein Blick auf angloamerikanische Strategiepapiere, dass man dort eine deutsch-russische Annäherung seit über 100 Jahren systematisch hintertreibt.
Ich gehe davon aus, dass man in Berlin das Signal genau versteht und weiß, dass die USA hinter dem Anschlag stehen: Es ist eine Warnung davor, sich Russland anzunähern! Und die beiden Pipelines sind das Symbol einer deutsch-russischen Partnerschaft,
weil sie die direkte Verbindung unter Umgehung aller osteuropäischen Staaten zwischen Deutschland und Russland herstellen und diesen Staaten damit das Druckmittel nehmen, die Durchleitung des Gases zu stoppen;
weil dieses Gas elementar ist für die angestrebte Energiewende (gleichzeitiger Ausstieg aus Kohle und Kernkraft) und für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie;
weil von diesem Gas die russische Wirtschaft in der Weise profitiert, dass sie Zugang zu deutscher Maschinenbautechnologie erhält!
Wir sehen hier einen Gleichlauf der Interessen, der es in Zukunft wahrscheinlich macht, dass deutsche Regierungen bei passender Gelegenheit diesen Weg einschlagen, wie periodisch immer wieder in der Vergangenheit geschehen.

Dieser Anschlag zeigt nun an, dass ein deutsches Ausscheren aus der transatlantischen Phalanx nicht toleriert wird: „wir werden die Lieferung russischen Gases sabotieren und Euch gleichzeitig vom westlichen Gas abschneiden, wenn Ihr das versucht. Damit können wir Euch jederzeit ruinieren!“
Man weiß in den USA durchaus, dass nicht nur aber auch in Deutschland ein Ausgleich mit Russland, die Nutzung russischen Gases populär ist, in der Bevölkerung trotz medialer Gehirnwäsche vielleicht sogar mehrheitsfähig – Ungarn und die Volksabstimmung dort über die Sanktionen sind ein böses Omen! Prominente Gegner der Sanktionen gibt es nicht nur an den politischen Rändern, sondern auch in der gesellschaftlichen Mitte und die nächste Wahlen dürften für die Anhänger der Sanktionspolitik schwierig werden. Zudem verfügt die SPD mit den Identifikationsfiguren Brandt und Bahr über eine fertige Konzeption für Entspannung in schwierigen Zeiten. So agiert Scholz im Kabinett am zurückhaltendsten und man tat sich besonders in der SPD schwer damit, das russische Gas zu beerdigen (Schwesig!)!

Wenn das so richtig ist, dann befindet sich Deutschland in einer schwierigen Situation, weil zur Zeit die radikalen Transatlantiker in der Regierung (vor allem Baerbock, aber auch die FDP – Kubicki ausgenommen) tonangebend sind. Das Problem besteht nun aber darin, dass die derzeitigen Preise für amerikanisches Flüssiggas die deutsche Wirtschaft genauso ruinieren wie der Stop des russischen Gases. Das wird den Regierenden in den nächsten Wahlen zunehmend Probleme bereiten, erst recht, wenn es im kommenden Winter zu Mangelsituationen kommt!
Zudem werden die Risiken der jetzigen Politik, die atomare Dimension der Auseinandersetzung, immer deutlicher: so fordern ukrainische Generäle Langstreckenraketen und schon Frau Timoschenko träumte von atomaren Pilzen über Moskau.
Lässt sich all das mit medialer Propaganda übertünchen? Die Risiken zumindest steigen.

In dieser Situation sollte die deutsche Politik umgehend eigene Gasreserven, die die Versorgung über mehrere Jahrzehnte garantieren können, anfangen auszubeuten. Das kann nicht in diesem Winter, aber schon im nächsten Winter schlagend werden. Um über diesen Winter zu kommen, ist dem Konzept von Herrn Stelter nichts hinzuzufügen. Das eigene Gas braucht es, um sich in Zukunft unabhängig zu machen von politischem Druck aus Ost und West! Längerfristig führt für Deutschland als Industrieland kein Weg an russischen Rohstoffen vorbei. Das darf man aber aktuell (noch) nicht laut sagen. Sodann gilt es langfristig, die Stationierung ausländischer Truppen in Deutschland zu beenden, um so in eine Situation zu kommen, eine Politik betreiben zu können, die tatsächlich dem Frieden in Europa verpflichtet ist.


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