General de Gaulle: "Eh bien, Monsieur l’ambassadeur, nous mourrons donc ensemble!"

Ostfriese, Donnerstag, 29.09.2022, 14:05 (vor 59 Tagen) @ aman131773 Views

Hallo aman13

Ein Patriot und ein Mann!
Also mit Hoden!

Haben wir etwas/ jemand ähnliches?
Wohl kaum

ist es.

Carles de Gaulle engagierte sich nach dem 2. Weltkrieg in der französischen Politik. Er war Ministerpräsident einer Übergangsregierung - trat dann aber aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über eine neue Verfassung zurück. Nach weiteren Misserfolgen verließ er die Politik und zog sich 1953 nach Colombey les Deux Églises in die Privatsphäre zurück. Nach dem Chaos, den Misserfolgen der 4. Republik in Indochina, dem Putsch französischer Generäle während des Algerienkrieges und der konstitutionellen Krise wurde de Gaulle 1958 aus der Provinz nach Paris zurückgerufen und für sechs Monate zum Ministerpräsidenten gewählt. Mit einer neuen Verfassung gründete er die 5. Republik und war deren Präsident.

Es ist das Prinzip 'Rückzug und Wiederkehr': Eine längere Pause und schöpferischen Phase tritt oft in Verbindung mit der Frage auf, wie kreative Menschen ihre Ideen und Werke darstellen, der Öffentlichkeit zugänglich machen und der Nachwelt hinterlassen. Neben de Gaulle sind Wilhelm Kaisen, Carl Friedrich Gauß und @Ashitaka zu nennen.

1963 nahm der sowjetische Botschafter Winogradow beim traditionellen Empfang des diplomatischen Korps im Élysée-Palast General de Gaulle beiseite, um ihn wegen der im Aufbau befindlichen strategischen Atomstreitmacht Frankreichs anzugreifen. Nachdem er versucht hatte, seinem Gesprächspartner die Nichtigkeit der französischen Abschreckung zu demonstrieren, da jeder französische Schlag fast automatisch einen sowjetischen Gegenschlag nach sich zieht, schloss der Botschafter: "Mon Général, Sie werden in Paris sterben". Daraufhin erwiderte General De Gaulle unbeirrt und imperial:

"Eh bien, Monsieur l' Ambassadeur, dann werden wir also gemeinsam sterben!"

Dann wandte er sich ab.

https://theatrum-belli.com/la-sanctuarisation-du-territoire-national-par-latome/

General de Gaulles besaß eben die nötige Distanz zum historischen Geschehen und wohl auch zum Leben. Helmut Schmidt hatte schon recht mit seinem Hinweis, dass die Politiker und ihre Beraternetzwerke, die keine direkten Kriegserfahrungen mehr haben, nicht wissen, was sie sagen und was sie tun.

Peter Scholl-Latour zitiert in 'Leben mit Frankreich' auf der S. 189 Le Monde:

Frankreich kann sich nicht ständig in einem Mann verkörpern, der wie ein Denkmal seiner selbst erscheint. Eine solche Situation bietet sich alle zwei bis drei Jahrhunderte einmal. Zwischendurch muß Frankreich jenen Männern überlassen werden, die der Vorstellung vom typischen Franzosen entsprechen: Männer von rundem und friedlichem Aussehen, die jedoch Charakter und Energie besitzen, Männer, hinter deren Lässigkeit und Lust am Leben sich stiller Mut, Arbeitseifer und viel gesunder Menschenverstand verbergen. Für de Gaulle ist Georges Pompidou so etwas wie sein gutes Gewissen.

Gruß – Ostfriese


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