Joachim Fest – Im Gegenlicht

Ostfriese, Sonntag, 24.09.2017, 16:49 (vor 2484 Tagen) @ Nico3188 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 24.09.2017, 16:56

Hallo Nico,

... führt andere nur in die Irre, ist ein Fahnenträger der Angst &
Furcht, verspricht Lösungen für gar nicht vorhandene Probleme.


„Nicht vorhandene Probleme“? Probleme sind grundsätzlich akkurat nach
Prioritäten zu gliedern, und das aktuell anstehende Problem ist die
Zerschlagung der sozialen Strukturen in Deutschland und auch ganz Europa
seitens der amtierenden Regierungen. Eine neu gewählte Regierung könnte
natürlich auch die Lösung dieses Problems sein.

ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie die Ansichten unabhängiger Geister doch konvergieren, sich vereinigen und sich wiederfinden in einem Endergebnis – es gibt keine Probleme, die wir bewältigen müssen und eben wegen der davorstehenden Zentralmachtordnung auch nicht ausschalten und lösen können.

Auf den Seiten 269-270 berichtet Joachim Fest von den Irrtümern und Denkfehlern der Menschen aus dem Norden, die den Moloch Neapel als hoffnungslos chaotische, schon zerstörte und untergehende Stadt empfinden und ihre Lebendigkeit als letztes Zucken eines Fiebernden in der Agonie begreifen. Sein Gesprächspartner sagt dagegen:

"… Italien muß seine Krisen nicht bewältigen und will es nicht einmal. Hier gibt es nicht jene Alarmstimmung, die anderswo das Nahen einer Krise auslöst. Das hat mit einer merkwürdigen Taubheit zu tun, von der alle Italiener befallen sind. Ein angeborener oder anerzogener Instinkt sagt ihnen, daß man nicht gegen die Krisen, sondern mit ihnen leben muß. Dazu kommt ihr skeptischer Sinn. Sie wissen, daß die Bewältigung der einen Krise nur die Voraussetzung für die Entstehung einer anderen schafft. Also ist es vernünftiger, sich in der bestehenden Krise einzurichten, als sich den Gefahren einer unbekannten auszuliefern."

Die ewige 'German Angst' und das Bedürfnis alle 'Probleme' der Welt – Aids, Waldsterben, Kernkraft, Soziales, … – sich zu eigen zu machen, ist nur Gehabe und Maskerade unserer Arroganz. Vielleicht ist das Nichtwissen um ausweglose Krisen ein Zeichen der Unreife des deutschen Lebens.

Es bedarf
aber einer allgemeinen Demokratisierung, welche mit einem Wahlerfolg der
AfD noch längst nicht geschehen ist, und wohl weiterhin erst zu erstreiten
sein wird.

Warum? M. W. gibt es seit den Wahlen im März dieses Jahres kein neue Regierung in den Niederlanden – gut so, dass System funktioniert offensichtlich trotzdem hervorragend.

Hoffnungsvolle Grüße – Ostfriese


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