Abstrusitäten

tar ⌂, Gehinnom, Samstag, 19.08.2017, 12:41 (vor 2432 Tagen) @ Nico1943 Views

Aloha,

Ich wundere mich ein wenig über deine Reaktion, und frage mich, wie diese
wohl motiviert sein mag.

Also diese ganze religiöse Denkweise findet sich fernab der meinen, die sich an Fakten zu orientieren versucht.

Kamst du nicht auch, wie ich, ursprünglich aus dem Finanzcrash-Forum? Da ging es schon ziemlich schräg her und ich fände es bedauerlich, wenn mancherlei der dort verbreiteten Abstrusitäten hier Einzug hielten - aber das Gelbe ist ja erstmal für alle Stimmen offen, insofern sie nicht beleidigend usw. sind.

Was mich nun an deinem Beitrag befremdlich stimmt, ist nicht meine Nähe zum Debitismus und dessen inheränten Fatalismus, sondern zuvorderst meine persönliche Abneigung gegen religiös angehauchtes Bibelgequatsche, weil ich mich an aufklärerischem Denken orientiere. Obendrein wird auf der von dir verlinkten Seite noch Verweis auf Jo Conrad verwiesen - einem abstrusen Marketing-Akteur sondergleichen, der sich meines Wissens nach bis dato nicht gerade durch besondere Erkenntnisse ausgezeichnet hat. Im Gegenteil: allerlei dubioses "Hintergrundwissen" und CrisisMaven würde einfach mal nach Belegen schreien.

Zuguterletzt wurde zum Zins hier schon allerlei geschrieben und dessen Verteufelung halte ich ebenfalls für abstrus - in Anbetracht vom unabwendbaren Zeitverlauf und den zum Wirtschaften notwendigem Eigentum.

In Summe ergeben diese 3 Absurditäten das "Herrjemine" [[top]]

Nun meine Vermutung wäre eben die, dass du, werter tar, wohl eben auch
jener gelben Fraktion zuzuordnen bist, welche ich die „Zeitgewinner“
nenne. Und zwar wird in der gelben Debitismus- Debatte gelegentlich nicht
nur das bestehende Wirtschaftssystem, sondern von einigen besonderen
„Spezialisten“ auch gleich jegliches Wirtschaften überhaupt, als ein
grundsätzliches Schneeballsystem verstanden – welches also seinen
Zusammenbruch bereits in seinen Wurzeln trägt.

Das wäre eine Perspektive. Meine hat sich etwas verschoben - und zwar dahingehend, dass ein großflächiger Ausgleich bestehender Salden, der bei der inheränten Akkumulation, um die es sich ja beim Wirtschaften dreht, früher oder später auftritt, nicht zwingend "Zusammenbruch" genannt werden muss, sondern bspw. als periodisch notwendig zu erachtender "Heilungsprozess" (viele Kommas in dem Satz, gell [[freude]]).

Mit Verlaub gesagt, mutet
mir diese Version mystischer an, als es die von dir nun angesprochene Bibel
je sein könnte. Mit Ehrfurcht, und fast schon beschwörerisch wird hier
die „Macht“ quasi als eine in sich selbst bestehende Entität
besprochen.

Da du gaaaaanz weit unten ansetzt, eine universalistische Grundsatzfrage: Wird nicht jedes Lebewesen alles in seiner "Macht" liegende tun, um nicht zu sterben (und sich obendrein zu reproduzieren)?

Sie bildet also eine Art Gottheit, und der eigentlich ja nur
deskriptive Debitismus wird nun zu der dieser Gottheit huldigenden
Religion. In deren Augen ist die Macht auch ein grausamer Gott, und er
verlangt nach Opfern.

Man könnte das auch "Natur" oder "natürliches Verhalten" nennen.

Dieser Gott erfreut sich an der Ungerechtigkeit, und
nur menschliches Leid kann seinen Zorn besänftigen.

(Menschliches) Leid gehört doch zum (menschlichen) Dasein dazu. Mit Religion versucht man lediglich, Rechtfertigungen/Gründe dafür zu finden.

Unsere Führer wollen
also immer nur unser Bestes, wenn sie dem Gott der Mach mit Opfergaben
milde stimmen, denn solange wir seinen Hunger stillen, solange gewährt er
uns Zeit in welcher er den großen Schneeball weiter rollen lässt.

Dabei handeln sie mittlerweile im Auftrag aller.

Nun verstehe ich den Begriff der Macht aber anders, und ich halte mich an
die eingebürgerte Redewendung, nach der Macht im Grunde nur ein anderes
Wort für Wissen bedeutet. So aber hat der Teufel auch nur die Macht, die
wir ihm geben, und sein engster Verbündeter war schon immer nur die
Dummheit.

Das halte ich für zu kurz gesprungen, denn "Macht" kommt doch glaube ich vom "Vermögen (etwas zu tun)". So kann ich bspw. "wissen", wie ich überleben könnte, aber mangels körperlicher Fähigkeiten oder den Begebenheiten kann ich dieses Wissen nicht einsetzen und trete ohnmächtig dem Tod entgegen.

Zunächst ist es egal, ob jemand an die Bibel glaubt, ob jemand an die
Reptilos glaubt, oder auch nichts dergleichen. Wichtig ist zunächst einmal
nur, dass DIE an so etwas glauben.

[image]
(Bohemian
Grove
)

Die können von mir aus an Rapunzel glauben.

Ich will von diesen Freaks nicht beherrscht werden,

Dafür gab es ja die Aufklärung - und aktuell bedarf es einer Aufklärung 2.0, um wieder an die Staatlichkeit zu erinnern und zum Rechtsstaat (und sozialen Rechtsstaat) (zurück) zu finden.

freue mich aber
darüber, dass die gegenwärtige Situation eben ganz klar auf deren
Wahnsinn zurückzuführen ist. So bedarf es keiner Gottheit der Macht als
Erklärung, und die Menschen sind nicht notwendigerweise zur Ohnmacht
verdammt. Mit denen werden wir schon fertig, und ein Carl-Peter Hofmann
geht da m.E. schon sehr kompetent zu Werke. Wer also mag und daran glaubt,
der schließe ihn in seine Gebete.

Seit wann hat Beten etwas bewegt? Dort steht nicht umsonst eine Kontonummer [[zwinker]]

--
Gruß!™

Time is the school in which we learn,
Time is the fire in which we burn.


BTC: 12aiXGLhHJVETnmGTLbKtAzJNwqh6h6HN4


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